Guten Abend zusammen,
„The little Book that beats the Market“ von Fonds-Manager Joel Greenblatt gehört zu den Büchern, die immer wieder genannt werden, wenn Investoren ihre Lieblingsbücher nennen.
Seit kurzem gibt das Buch jetzt auch auf deutsch mit dem selten blöden Titel „Die Börsen-Zauberformel“. Aufgrund der häufigen Nennungen habe ich es mir gleich zugelegt und in dieser Woche gelesen.
Insgesamt bin ich eher enttäuscht von dem Buch. Greenblatt hat das Buch nach eigener Aussage als „Erbe“ für seine Kinder geschrieben – und auf dem Niveau von Sechstklässlern bewegt sich das Buch auch. Das muß nicht schlecht sein, wenn Anfänger sich mit der Materie beschäftigen. Für einen erfahrenen Investor (als solchen bezeichne ich mich jetzt mal einfach) dürfte es dann doch etwas mehr sein.
In seinem Buch braucht Greenblatt meiner Meinung nach ziemlich lange, um zum Punkt zu kommen: Es sei ratsam, in gute Unternehmen mit hoher Kapitalrendite und hoher Gewinnrendite (= niedriges KGV) zu investieren – nach rund zehn Büchern von Fisher, Lynch, Graham, Buffett und Co. kommt mir das vor, als hätte ich das schon mal irgendwo gehört…
Die Zauberformel besteht nun darin, die Unternehmen mit der höchsten Kapitalrendite in einer Rangliste zu screenen und das Gleiche für die Gewinnrendite zu tun. Dann addiert man die Plätze in den Ranglisten (z.B. Platz 3 hier und Platz 34 dort = 37) und erhält somit eine weitere Liste. Und die oben stehenden Aktien kauft man dann von oben nach unten – that’s it.
Das Buch ist durchaus nett geschrieben und gut zu lesen, keine Frage. Für Anleger, die schon länger mit Value-Analyse zu tun haben, ist das Buch aber rausgeschmissenes Geld.
Wer mehr über das Thema wissen möchte oder Greenblatts Liste anschauen möchte, kann das unter www.magicformulainvesting.com tun. Nachteil ist hier, daß diese Liste nur USA-Titel umfaßt. Für europäische Aktien existiert ein ähnlicher Screen nicht, da müsste man schon selbst tätig werden.
Kennt jemand von Euch das Buch, und wie findet Ihr es?
Gruß,
JuliaPapa




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