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Thema: Max Otte

  1. #1
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    Hallo zusammen,

    es ist schon ziemlich starker Tobak, den uns Max Otte in seinem neuesten Buch "Der Crash kommt" verkauft. Ich muss zugeben, dass mich das Buch beim ersten Lesen gehörig mitreißen konnte, obwohl ähnliches bei mir eher selten vorkommt. Mittlerweile sehe ich es etwas distanzierter.

    Generell würde mich eure Meinung zu den Otte-Büchern interessieren.

    Um es mit psychologischen Begriffen zu beschreiben, so fand ich "Investieren statt sparen" manisch und "Der Crash kommt" depressiv, "Investieren statt spekulieren" sachlicher, was möglicherweise am Co-Autor lag. Ansonsten habe ich oftmals den Eindruck, dass sich eine Art Guru-Status um ihn aufbaut/aufbauen soll (siehe rechtlicher Schutz der Methode Königsanalyse). Ben Grahams "Der intelligente Investor", den ich gerade zum dritten Mal vorgezogen habe, um eine Vergleich zu bekommen, wirkt dagegen sehr bodenständig. Man erhält durch Otte einen recht verständlichen groben Überblick über das jeweilige Thema und die Quellenangaben sind sehr nützlich. Angesichts seines Alters, in dessen Sphären ich mich selber bewege, könnte man ihn wohl noch in gewisser Weise als "Greenhorn-Investor" bezeichnen? Zumindest im Vergleich zu Graham, Buffet oder Kostolani. Was glaubt ihr, wie wahrscheinlich seine aktuell düsteren Prognosen sind?

  2. #2
    Erfahrener Valueist
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    Hallo, Ben,

    ich habe das Buch von Max Otte nicht gelesen, aber ich denke, daß sich jeder Value-Investor seine eigene Meinung zum Markt und zu seinen Aktien bilden muß.

    Crash-Propheten gibt es genug, und mögliche Gründe für den absoluten Mega-Crash von einem Zusammenbruch der USA-Wirtschaft über einen Krieg des Islam gegen den Westen bis hin zu Ölpreisen von 150 Dollar und mehr.

    Ich halte dieses ganze Crash-Prophezeien für größen Quatsch und halte mich an die Fakten. Wenn ich wirklich absolut überzeugt wäre von einem Crash, so würde ich schön ruhig bleiben und mich am Markt entsprechend positionieren. Das letzte, was ich machen würde, wäre ein Buch darüber zu schreiben.

    Und last but not least: Ein Mega-Crash würde gute Aktien deutlich billiger machen - und das freut einen Valueisten doch ganz besonders.

    Mach's gut,
    JuliaPapa
    "Beware the investment activity that produces applause; the great moves are usually greeted by yawns" -- Warren Buffett

  3. #3
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    Hallo JuliaPapa,

    zu der Überzeugung, dass "Der Crash kommt" einiges an Blödsinn enthält, komme ich immer mehr. Mal davon abgesehen, dass einem der gesunde Menschenverstand schon davon abrät, sich Gold zu kaufen und unter's Kopfkissen zu legen. An einigen wichtigen Stellen werden vollkommen konträre Ansichten zu den Autoren vertreten, die solche Krisen mitgemacht, sehr gut überlebt und daraus gelernt haben. (Otte hält den Goldstandard für gut, im Gegensatz zu Kosto. Otte stellt einen Zusammenhang zwischen Inflation und Anlage in Sachwerten bzw. Obligationen her, den Graham aufgrund von Erfahrung und alten Daten eindeutig widerlegt. Und wer glaubt schon ernsthaft, dass die prophezeite Otte-Krise heftiger werden könnte, als die von 1929?)

    > Ein Mega-Crash würde gute Aktien deutlich billiger machen - und das freut einen Valueisten doch ganz besonders.

    Hast du dabei daran gedacht, dass dein vorhandenes und verdientes Bargeld durch eine hohe Inflation ebenfalls an Kaufkraft verliert? In der Fünfjahresperiode 1915 bis 1920 gab es fast 100% Inflation. Die Frage stellt sich, welcher Effekt letztendlich größer wäre.

    Ich neige dazu dem zu folgen, was du vertrittst und was in sehr ähnlicher Form bei Graham zu finden ist. Krise hin oder her, die Prinzipien guten Value Investments gelten immer und führen immer zum Erfolg --- es sei denn, der Himmel fällt einem auf den Kopf.

  4. #4
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    Hallo JuliaPapa,

    ich stimme 100% zu.

    <Das letzte, was ich machen würde, wäre ein Buch darüber zu schreiben.>

    Und ich eines darüber zu lesen.

    Gruß
    Dieter
    Viele Grüße

    Dieter

  5. #5
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    Da kann ich mich Dieter und Juliapapa nur anschließen.

    In der Investors-village Zeit bin ich ein paar mal mit den Herrn Otte zusammen gerasselt (glaube Dieter auch, wenn mein Gehirn noch funktioniert). Grund dafür waren sehr - sagen wir mal - publizistisch veranlagte Aussagen, um es nicht zu übertrieben. Ein Buch mit dem Titel findet sicher Käufer ;-)

  6. #6
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    "WASHINGTON (AP) -- The median price of a new home plunged in September by the largest amount in more than 35 years, even as the pace of sales rebounded for a second month.

    The Commerce Department reported that the median price for a new home sold in September was $217,100, a drop of 9.7 percent from September 2005. It was the lowest median price for a new home since September 2004 and the sharpest year-over-year decline since December 1970. The weakness in new home prices was even sharper than a 2.5 percent fall in the price of existing homes last month, which had been the biggest drop on record."

    ==========

    Sieht wie das Ende der Immobilienblase in USA aus. Jetzt wird sich also zeigen, ob Herr Otte nur heiße Luft verbreitet hat oder nicht. Nach Crash sieht das ja nun erstmal noch nicht aus, eher wie ein "Luft ablassen".

  7. #7
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    Da stellt sich die Frage, ob das "Median-Haus" vom September 2006 auch vergleichbar ist mit dem "Median-Haus" vom September 2005. Es könnte ja sein, daß die in diesem Jahr verkauften Häuser kleiner waren oder schlechter ausgestattet oder in schlechterer Lage.
    Aus der Statistik geht nicht hervor, daß der Preis eines vergleichbaren neuen Hauses um 9,7% gefallen ist (was in der Tat ziemlich schockierend wäre). Ich kann mir nicht vorstellen, daß das der Fall ist.

  8. #8
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    Alles in allem sieht es gut aus für den Aktienmarkt.


    Auch der Immobilienmarkt, der sieben Jahre in Folge angestiegen
    ist, hat seinen Aufwärtstrend beendet. Somit muß die US-
    Notenbank auch eine eventuelle Immobilienblase nicht bekämpfen.
    Auch aus Sicht des Immobilienmarktes sind weitere
    Zinserhöhungen nicht mehr nötig.

    Und auch das Wachstum der US-Wirtschaft, gemessen am
    Bruttosozialprodukt, ist mit 1,6 % in einem normalen Bereich,
    der weitere Zinsanhebungen nicht erforderlich macht.

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