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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Nestle



munichfirst
12.06.2001, 10:31
Hallo Value-Investoren,

Nestle ist ein Unternehmen was ich gerne als Basisinvestment nehmen würde. Hier meine Analyse
der 3 Signale. Die Daten stammen aus der Datenbank. Die hohe Sicherheitsmarge kommt mir spanisch
vor. Es ist zu beachten das die Zahlen in SFR ausgedrückt werden.

Signal 1 DNCF Methode

4.432 Netto Cashflow im Jahr 2000
10.012 Netto Cashflow nach 10 Jahren
71.300 Gesamt Cashflow nach 10 Jahren
179.381 Restewert
250.681 Gesamtwert
15% * *NCF Wachstum
7,5% * NCF Wachstum ab 11ten Jahr
6 % * *30 jährige US-Rendite
373,5 *Kurs am 10.7.01
6.427 *errechneter Kurs nach 10 Jahren

1.620% Sicherheitsmarge (Signal erfüllt)

Signal 2 zukünftiger Wert auf Basis GpA und KGV
142,57 GPA 2000
369,79 GPA neu (nach 10 Jahren)
10 % * geom. Gewinnwachstum
373,5 *SFR Kurs vom 11.7.01
18,1 * durchschn. mittleres KGV
6.693 *errechneter Kurs nach 10 Jahren

33,45% Kurspotential (Signal erfüllt)

Signal 3 zukünftiger Wert auf Basis EK-Rendite und KGV
681,13 EK pro Aktie
65 % * einbehaltene Gewinne
17,9% *durchschn. EK-Rendite
6.633 *errechneter Kurs in 10 Jahren

33,34% Kurspotential (Signal erfüllt)

Kann das sein? Ist das nachvollziehbar. Ist Nestle also ein Kauf?

Vielen Dank für die Unterstützung.

Gruss Munichfirst

Volker Gelfarth
12.06.2001, 10:48
Hallo Munichfirst,

Nestle hat am 11.06.2001 einen Aktiensplitt 1:10 durchgeführt - Das musst Du bei Deinen Brechnungen noch berücksichtigen.

Dennoch wäre das erste Signal aus meiner Sicht erfüllt.

Signal zwei und drei sind mir etwas zu schwach, insbesonder Signal 3.

Volker

munichfirst
12.06.2001, 14:46
Hallo Volker und Value-Investoren,

nach Berücksichtigung des Aktienspilts sehen meine Werte wie folgt aus:

Signal 1=72,09 %
Signal 2=6,0 %
Signal 3=5,9

Das Kurspotential ist in der Tat nicht berauschend. Ich wende mich derweil einem anderen Lebensmittelhersteller zu und eröffne dafür ein neues Thema. Es geht um Heinz.

Trotzdem würde mich interessieren wie dieser Wert wieder interessant werden kann. Was muß passieren, was muß Nestle tun?

Gruss und Danke Munichfirst

Volker Gelfarth
14.06.2001, 09:31
Hallo Munichfirst,

"Trotzdem würde mich interessieren wie dieser Wert wieder interessant werden kann. Was muß passieren, was muß Nestle tun? "

Sie müssen bei gleichem Kurs Ihre fundamentalen Daten weiterhin verbessern, oder aber preiswerter werden. ;-)

herzliche Grüße
Volker

Value Analyse
23.08.2001, 08:13
Tagesanzeiger:

Der Nahrungsmittelkonzern Nestle hat den Reingewinn im ersten Halbjahr 2001 im Vergleich zur Vorjahresperiode um 12,7 Prozent auf 3,152 Milliarden Franken gesteigert. Der Umsatz erhöhte sich um 6,3 Prozent auf 41,2 Milliarden Franken.

Wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte, erreichte die Gewinnmarge mit 7,6 Prozent einen neuen Rekordwert. Nestle-Konzernchef Peter Brabeck bekräftigte, dass das Unternehmen weiterhin mit neuen Rekordzahlen für das ganze Jahr rechne. Der Halbjahresausweis liegt über den Erwartungen der Finanzanalysten.
Durch eine gute Leistung innerhalb der ganzen Gruppe habe ein internes Realwachstum von 4,6 (Zielgrösse 4) Prozent erzielt werden können. Asien, Ozeanien und Afrika erreichten dabei ein Wachstum von 7,2 Prozent, Nord- und Südamerika eines von 2,9 Prozent und Europa eines von 2,6 Prozent.

Umsatzstärkste Region war Europa (+1,8 Prozent auf 13,19 Milliarden Franken), vor Nord- und Südamerika (+7,4 Prozent auf 12,29 Milliarden Franken) und Asien, Ozeanien und Afrika (+2,3 Prozent auf 7,68 Milliarden Franken). Mit pharmazeutischen Produkten und Wasser sowie anderen Aktivitäten erzielte Nestlé einen Umsatz von 8,06 Milliarden Franken (+17,5 Prozent).

Die Wechselkurse hatten einen negativen Einfluss von 2,7 Prozent, vor allem wegen der Stärke des Schweizer Frankens gegenüber den meisten anderen Währungen, mit Ausnahme des US-Dollars. Bei vergleichbarer Struktur (ohne Übernahmen und Veräusserungen) und bei konstanten Wechselkursen stieg der Umsatz um 10,1 Prozent.

GLOBE, ein umfassendes konzernweites Projekt zur Steigerung der operationellen Effizienz und der Leistungen, würde voraussichtlich bis 2005 durchschnittlich jährliche Kosten von 250 Millionen Franken verursachen und bis 2006 Einsparungen von 3 Milliarden Franken ermöglichen, heisst es in der Mitteilung weiter.

Value Analyse
12.12.2001, 09:13
ZÜRICH (dpa-AFX)

"Der Lebensmittelkonzern Nestle zeigt sich erfreut über die Genehmigung der Ralston Purina-übernahme durch die US-Wettbewerbsbehörde FTC und erwartet durch die Akquisition Einsparungen in der Höhe von 260 Millionen US-Dollar bis Ende 2003. Die Transaktion soll per Ende Jahr abgeschlossen werden und "wesentlich" zur Umsatz- und Gewinnsteigerung der Gruppe in der Sparte Produkte für Heimtiere beitragen, schreibt Nestle am Dienstag in einer Mitteilung.
Die neue Organisation soll "Nestle Purina PetCare Company" heißen und ihren Sitz in St. Louis (USA) nehmen. Geleitet werde sie durch den gegenwärtigen CEO von Ralston Purina, W. Patrick McGinnis, hieß es. Das Heimtier-Nahrungsgeschäft in der restlichen Welt werde in bestehende Organisationen integriert.

Ralston Purina erwirtschaftet zur Zeit gemäß Nestle einen Umsatz von rund 3,7 Milliarden Dollar. Der Nahrungsmittelkonzern werde durch die Akquisition der "Ko-Marktführer" bei den Heimtierprodukten. Dank der eigenen Bilanzstärke soll das AAA-Kreditrating von Nestle auch nach Abschluss der Transaktion erhalten bleiben, hieß es weiter./fp/ASU/js"

Value Analyse
12.12.2001, 09:20
WASHINGTON (dpa-AFX)

"Die US-Wettbewerbsaufsichtsbehörde FTC genehmigt die Übernahme des Tierfutter-Herstellers Ralston Purina durch die Nestle AG mit Auflagen. Nestlé müsse bis Ende Januar die Katzenfutter-Marken 'Meow Mix' und 'Alley Cat' an die JW Childs Equity Partners II, LP verkaufen, heisst es heute in einer Mitteilung der FTC. Der Gesamtwert der Akquisiton beträgt 10,3 Milliraden Dollar.
Ohne die Auflagen hätte Nestle im Bereich Trocken-Katzenfutter in den USA einen Marktanteil von knapp 45 Prozent erreicht, heisst es weiter. 'Meow Mix' ist USA-weit das meistverkaufte Produkt in jenem Bereich./ASU/fn"

Value Analyse
27.12.2001, 17:34
LOS ANGELES (dpa-AFX)

"Der weltgrößte Nahrungsmittelkonzern Nestle hat das Joint-Venture-Unternehmen mit Pillsbury, Ice Cream Partners USA, komplett übernommen. Nestle habe von dem amerikanischen Lebensmittelhersteller General Mills dessen 50-Prozent-Anteil an Ice Cream Partners USA für 641 Millionen US-Dollar in bar gekauft, teilten beide Unternehmen am Donnerstag mit. Gleichzeitig erwarb Nestle den Angaben nach die Lizenz, 99 Jahre lang den Markennamen Haagen-Daaz für seine Eisprodukte in den USA nutzen zu dürfen.
Nestle war an Ice Cream Partners bereits mit 50 Prozent beteiligt. Der Nahrungsmittelkonzern General Mills, der vor kurzem die Nahrungmittelfirma Pillsbury gekauft hatte, will nach eigenen Angaben die Nachsteuer-Erlöse zum Abbau der eigenen Schulden nutzen.

Nestle kaufte zudem eine bereits existierende Lizenz mit dem Ice Cream Partners-Mitbegründer Pillsbury auf, unter der Nestle Haagen-Daaz-Produkte in Kanada produziert und vertreibt. Außerhalb der USA wird General Mills das Haagen-Daaz-Geschäft weiterführen.

Ice Cream Partners wurde 1999 als Gemeinschaftsunternehmen von Nestle und Pillsbury gegründet. Beide Unternehmen hielten einen 50-Prozent Anteil. Das Unternehmen, das Eiskrem-Produkte in USA vermarktet und vertreibt, machte im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 700 Millionen US-Dollar. Nach der Übernahme von Pillsbury durch General Mills erhielt Nestle das Kaufrecht für die übrigen 50 Prozent am Eis-Joint Venture./FX/tv/fn/ar "

prince of persia
26.05.2002, 21:37
hallo wert-er,

ich möchte nun gerne meine erste value-analyse durchführen und bin der ansicht, dass sich nestle ganz gut dafür eignet.
allerdings bin ich kein versierter aktienanleger; eine frage ist deshalb noch offen. wie muss ich den aktiensplit jetzt konkret in die berechnung mit einfließen lassen?

so wie ich das verstanden hab' würde sich bei einem aktiensplit von 1:10 die anzahl der aktien auf das zehnfache erhöhen, während das stammkapital gleich bleibt, so dass jedem inhaber für eine aktie zehn im gegenzug zustehen. müsste dann nicht der gewinn je aktie auch auf ein zehntel sinken sowie der preis? auf der hp sehe ich allerdings einen preis von 380 sfr und einen gewnn je aktie von 17,25 sfr; wo hat denn da ein split stattgefunden? anscheinend habe ich da etwas nicht ganz verstanden.

wie muss ich jetzt vorgehen, um den split zu berücksichtigen?

JuliaPapa
27.05.2002, 07:58
Hallo, PoP,

das mit dem Split hast Du genau richtig verstanden.

Zunächst einmal bleiben ja Umsatz, Cash-Flow, Eigenkapital usw. durch den Split unverändert. Interessant wird es dann,
wenn es um die Werte pro Aktie geht.

Bei meiner Beiersdorf-Analyse (Beiersdorf hat in 1996 gesplittet) habe ich einfach die heutige Aktienanzahl auch für die Jahre vor 1996 übernommen. Bei der Ermittlung der Werte pro Aktie ergibt sich dann ein konstanteres Bild.

Beachten mußt Du nur, daß Du natürlich den Kurs anpassen mußt. Teil des Excel-Sheets ist ja auch die Ermittlung des Kurs-Gewinn-Verhältnisses. Dafür brauche ich den mittleren Kurs, und wenn in 1996 ein Split 1 zu 10 war, dann muß ich den `95er Kurs in meiner Auswertung natürlich auch zehnteln, um auf ein korrektes Ergebnis zu kommen.

Nestle hat 1992 einen Split im Verhältnis 1 zu 10 vorgenommen. 1993 gab es eine Kapitalerhöhung 25 zu 1 zu CHF 800,--. In 2001 gab es nochmals einen Split 1 zu 10.

Gruß,

JuliaPapa

prince of persia
29.05.2002, 20:51
hallo juliapapa.

danke für die antwort. *


viele liebe grüße *http://www.value-analyse.de/iB_html/non-cgi/emoticons/smile.gif

prince of persia
13.06.2002, 19:05
Hallo Wert-er,

ich möchte nun meine (erste) Analyse von Nestle vorstellen. Ich habe hier mit den Zahlen gearbeitet, die die Homepage in ihrer „InvestorRelations“ – Rubrik unter dem Stichwort 10-Year-Record anbietet, klasse Service. Hier sind die wichtigsten Fundamentaldaten der letzten zehn Jahre gelistet (leider bis auf die CashFlow-Daten), und zwar splittangepasst.
Dazu der Link : http://www.ir.nestle.com/4_publi....fo.html (http://www.ir.nestle.com/4_publications/financial_report/final_2001/account/print_financial_info.html)


FIRMENPROFIL :

Die Nestle S.A. AG besteht seit 1866 und ist das größte schweizer Unternehmen. Nestle S.A. ist der weltweit größte und führende Nahrungsmittelkonzern. Nestle produziert und vertreibt Getränke (28% vom Umsatz), Milchprodukte, Ernährungsprodukte und Speiseeis (27%), Schokolade, Süßwaren und Bisquits (13%) *sowie Tierfutter, Fertiggerichte und Produkte für die Küche (25%) und auch pharmazeutische Produkte (6%). *Nestle hat ein breit-gefächertes Markenportfolio mit Marken wie Nescafe, Nesquik, Nespresso, After Eight, Kitkat, Lion, Choco Crossies, Smarties, Yes, Thomy, Maggi, Alete, Beba, Bübchen, Buitoni, Aquarel, Friskies etc. Der Konzern ist international präsent und besitzt Produktionsanlagen in allen fünf Kontinenten. Um die meisten Märkte aus eigenen Produktionsbetrieben in den jeweiligen Ländern beliefern zu können, betreibt die Gesellschaft 468 Produktionsstätten in 84 Ländern.

ALLGEMEIN UNTERNEHMENSBUERTEILUNG :

1.Ist das Unternehmen einfach zu verstehen? Hat es eine beständige Betriebsgeschichte?
Ja, das Unternehmen ist für Jedermann verständlich. Nestle produziert sowohl Primär- als auch Sekundärgüter, wie Nahrungsmittel, Getränke, Tierfutter, pharmazeutische Produkte oder Süßwaren, die wir tagtäglich konsumieren. Das Unternehmen besteht mittlerweile seit über 130 Jahren und wird wohl noch eine halbe Ewigkeit Bestand haben.

2.Werden die Produkte dringend benötigt? Gibt es keinen direkten Ersatz?
Ja, größtenteils schon; Nestle vertreibt z.B. Nahrungsmittel und Getränke, auf die * wir tagtäglich angewiesen sind. Primärbedürfnisse sind existenziell und werden daher auch dringend benötigt. Einen direkten Ersatz gibt es da nicht. Auch pharmazeutische Produkte sind für den Menschen unabdingbar. Sekundärgüter wie Süßwaren oder Kaffee gelten als Luxusgüter und werden nicht dringend benötig. Dennoch haben sie ihren festen Platz in unserem Leben und gehören zum Lebensstandard, nicht nur der Industrieländer. Oder kennt ihr einen Arbeitsplatz, an dem nicht Kaffe getrunken wird? Oder gibt es Jemanden, der Eis-Creme und Süßigkeiten nicht mag?
Der Absatz für die Produkte hat sich gegenüber konjunkturellen Tief-Phasen als resistent erwiesen; das Gewinnwachstum von 16 % in 2001 dürfte dies mehr als hinreichend bezeugen. * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * *

3.Gibt es Restriktionen die das Unternehmen behindern? Ist die Produktion einfach ausdehnbar?
Mir sind keinerlei Restriktionen bekannt. Die Produktion ist uneingeschränkt ausdehnbar.

4.Sind die Produkte eindeutig von den Konkurrenzprodukten zu unterscheiden?
Ja, Nestle besticht durch eine ganze Palette an starken Marken, die einen sehr hohen Bekanntheitsgrad haben. Die Produkte stehen für erstklassige Qualität.

5.Verfügt das Unternehmen über eine monopolartige Stellung?
Nein, nicht direkt. Es gibt zahlreiche andere Nahrungsmittel-, Getränke- und Süßwaren-Hersteller. Aber die ungeheure Markenmacht lässt darauf schließen, dass Nestle sich ein Art Verbrauchermonopol geschaffen hat. In allen Supermärkten, Tante Emma Läden oder Tankstellen sind Produkte von Nestle zu finden. Die Verkäufer sind auf die Produkte angewiesen und beinahe jedes Geschäft in diesem Segment muss diese Artikel führen. Hierzu eine kleine Umfrage, kürzlich bei „SPAR“, die das eindeutig illustrieren dürfte :
Ich : „Sind Sie eigentlich auf Produkte wie Nescafe, Nesquik, Choco Crossis, Lion, Yes, Kitkat, Thoma, Maggi etc. angewiesen? Müssten Sie Umsatzeinbußen erleiden, wenn Sie diese Produkte nicht führen?“

Der Geschäftsführer : „Was, woher kommen Sie denn?“

Ich : „Ich komm von zuhause.“

Der Geschäftsführer : „Wieso fragen Sie mich das?“

Ich : “Nun ja, ich interessiere mich für die Nestle Aktie.“

Der Geschäftsführer : „Achso, natürlich sind wir auf diese Produkte angewiesen. Wir müssen sie führen, wir können gar nicht anders. Deutschland ist ein Markenland.

Unter dem Schlagwort „Consumer Communication“ als eine Säule der 4-Pfeiler-Strategie legt Nestle großen Wert auf die Produktverfügbarkeit. Das dazugehörige Motto „Whenever, Whereever, However“ dürfte damit eindeutig seine Gültigkeit haben.

6.Kann das Unternehmen noch genügend wachsen, hat es noch Wachstumsraum? Kann die Nachfrage noch gesteigert werden?
Ja, Nestle hat noch Wachstumsraum. Durch „Renovation und Innovation“ als weitere Säule der 4-Pfeiler-Strategie ist Nestle bemüht, sein Produktangebot zu erweitern und sein Markenportfolio zu stärken. Nestle hat dies in der Vergangenheit durch zahlreiche Aquisitionen bewerkstelligen können. Jüngst wurde die Heimtierfuttersparte als strategischer Wachstumsbereich durch die Übernahme von „Ralston Purina“ weiter ausgebaut. Auch im Segment Wasser *konnte Nestle seine führende Position durch zahlreiche Aquisitionen weiter ausbauen. Auch Speiseeis ist ein strategisches Wachstumssegment, das durch die Übernahme von Ice Cream Partners USA ausgebaut werden konnte. Nestle kontrolliert nun die Marke Häagen-Dazs in den USA und konnte auch in Europa durch die Übernahme von Schöller Holding mit der Marke Mövenpick seine Geschäftsbereich und das Markenportfolio ausdehnen.

7.Hat das Unternehmen eine weitgehende Gestaltungsfreiheit der Preise?
Nein, das nicht. Eine Anpassung der Preise an die Inflation müsste aber durchaus möglich sein.

QUALITÄTSKRITERIEN

1.Kapitalrendite/Verschuldungsgrad :
Die Eigenkapitalquote sollte min. 30%, und die Eigenkapitalrendite min. 25% betragen. Auch die durchschnittliche EK-Rendite der letzten 10 Jahre sollte über 25% liegen und wachsend verlaufen.
Nestle gehört zu den konservativen finanzierten Unternehmen. Auch nach der Übernahme *von Ralston Purina, die mit einem Gesamtvolumen von ca. 17. Mrd CHF bisher größte Aquisition in der Geschichte von Nestle, weist der Konzern eine Eigenkapitalquote von rund 36 % auf und behält sein AAA Kredit-Rating bei.
Die Eigenkapitalrendite für das Jahr 2001 *liegt bei 21 %. Die durchschnittliche Eigenkapitalrendite der letzten 9 Jahre liegt bei 20.76 %. Das VA-Kriterium ist somit nicht erfüllt. Ich persönlich finde die 20.8 % mehr als passabel. Vergleicht man beispielsweise die Eigenkapitalrendite mit dem Konkurrenten Unilever fällt auf, *dass Unilever eine Eigenkapitalrendite von durchschnittlich 31.2 % vorweisen kann. Auf den ersten Blick sieht dies danach aus, als würde Unilever das leistungsfähigere und profitablere Unternehmen sein. Bei genauerem Hinsehen komme ich allerdings zu einem anderen Schluss. Unilever hatte in den letzten Jahren eine deutlich geringere Eigenkapitalquote, hat zudem Aktienpakete zurückgekauft und schüttet fast 50 % der Gewinne aus. Damit sind die Renditen im Vergleich schon zum Teil relativiert. Viel wichtiger jedoch die Tatsache, dass Unilever ein viel erratischeres Gewinnwachstum in den letzten 10 Jahren vorweist. Dadurch fällt es doch erheblich leichter gute Eigenkapitalrenditen zu erzielen. Nestle hingegen hat in den letzten 10 Jahren Jahr ein Jahr aus nachhaltiges Gewinnwachstum generiert und seine Eigenkapitalrenditen von rund 20 % konstant aufrechterhalten können, und das bei dreifachem Umsatzvolumen gegenüber Unilever. Ich erachte dies eindeutig als die bessere Leistung. Ich möchte meine Haltung noch kurz anhand einer Stichprobe fundieren : Unilever hat eine durchschnittlliche Eigenkapitalrendite von 31,2 % und ca. 55% der Gewinne ausgeschüttet. Klingt natürlich verlockend, Gemäß Signal 3 würde man hier von einem Eigenkapitalwachstum von 17.2 % ausgehen (31.2 % x 0.55). Schaut man sich das reale Wachstum der vergangenen 10 Jahre für Unilever an, dann hat Unilever bei einer Eigenkapitalrendite von rund 31 % nicht etwa ein 17 %-iges Eigenkapitalwachstum generiert, sondern lediglich 7.5 %. Nestle hingegen hat bei einer durchschnittlichen Eigenkapiralrendite von rund 21 % und einer Auschüttungsquote von ca. 65 % in den letzten 9 Jahren ein reales Eigenkapitawachstum von 10.3 % generieren können, und das bei dreifachem Umsatzvolumen wohlgemerkt. Das bestätigt mich in meiner Vermutung, dass Nestle *im Vergleich zur Konkurrenz zu unrecht als schlechteres Unternehmen gelten sollte.
Ich möchte weißgott nicht Unilever schlecht machen. Ich möchte nur illustrieren, dass ich Nestle mit einer durchschnittlichen Eigenkapitalrendite von 21 % attraktiver finde, als ein gegebenenes Unternehmen mit 31 %.
Für mich ist diese Kriterium damit erfüllt.

2.Managementbeurteilung :
Die Gewinnwachstumsrate sollte über 10% liegen, auch im 10 Jahresdurchschnitt. Sie sollte möglichst kontinuierlich sein und der 5 Jahresschnitt darf nicht stark vom 10 Jahresdurchschnitt nach unten abweichen.
Die Wachstumsrate liegt aktuell bei 16 %. Das geometrische Gewinnwachstum der letzten 9 Jahre liegt bei 10.6 %, der letzten 6 Jahre bei 13.8 % und durchschnittlich bei 16.7 % für die letzten 3 Jahre. Die Gewinne weisen eine steigende Tendenz auf. Nestle hat ein sehr konstantes Gewinnwachstum; in den letzten 10 Jahren waren die Gewinne nur einmal rückläufig. Eine Gewinnprognose steht damit auf festerem Boden.

3.Das Unternehmen sollte möglichst viel Gewinn einbehalten, und nicht als Dividende ausschütten. Größenordnung > 50%.
Nestle hat in den vergangenen Jahren rund 65 % der Gewinne einbehalten.

4.Wie haben sich die einbehaltenen Gewinne verzinst?
Oder anders ausgedrückt: Was hat das Management, aus den einbehaltenen Gewinnen, an zusätzlichem Wert für die Aktionäre (Value) geschaffen? Hierbei sollte sich jede einbehaltene Einheit in den 10 Folgejahren mit durchschnittlich min. 15% verzinst haben.
Nestle hat in den vergangenen 9 Jahren Gewinne im Gesamtwert von 105.92 CHF je Aktie generiert und insgesamt 36.62 CHF ausgeschüttet. Somit wurden 1992 bis 2001 Gewinne im Gesamtwert von 69.3 CHF je Aktie einbehalten. Mit einem Gewinn je Aktie von 7.22 CHF in Jahre 1992 und einem Gewinn von 17.25 CHF je Aktie in 2001 hat Nestle in den vergangenen 9 Jahren einen Mehrwert von 10.03 CHF je Aktie für sein Aktionäre geschaffen.
Die Rendite einbehaltener Gewinne beträgt damit rund 14.5 %. Das Kriterium ist damit knapp erfüllt.

5.Finanzkraft:
Die Umsatzrendite sollte min. 10% betragen und anwachsen.
Die aktuelle Umsatzrendite liegt bei 7.9 %. Die Gewinnspannen lagen in den vergangenen Jahren deutlich unter 10 % und haben bis dato dieses Niveau nicht erreichen können. Das VA-Kriterium ist damit nicht erfüllt. Ich persönlich sehe dies allerdings branchenspezifisch – die Nahrungsmittelindustrie hat nun mal die kleinsten Gewinnspannen überhaupt.
Positiv ist zu werten, dass Nestle sein Gewinnspannen trotz gewaltigen Umsatzvolumens und stetigem Umsatzwachstums in den vergangenen Jahren halten und sogar von 5 % 1991 auf rund 8 % im Jahre 2001 steigern konnte. Das ist das Resultat von umfangreichen Rationalisierungs- und Kostensenkungsmaßnahmen, welche unter dem Stichwort operationale Effizienz den dritten Eckpfeiler in der 4-Säule-Strategie darstellen. So konnten beispielsweise durch das 1997 initiierte und 2001 erfolgreich abgeschlossene Kostensenkungsprogramm MH97 Einsparungen von insgesamt 4 Mrd. CHF realisiert werden. Aktuell läuft das Globe-Projekt, das durch nachhaltige Effizienzsteigerung mehr Schwungkraft beim Umsatzwachstum und höhere Margen unterm Strich beabsichtigt. * *

6.Die Cash Flow Marge sollte min. 15% - besser 20% - betragen, und ebenfalls anwachsend verlaufen:
Die Cash Flow Marge beträgt rund 10 %. Das VA-Kriterium ist nicht erfüllt.

7.Die Sachinvestitionen sollten höchstens 40 % vom Cash-Flow betragen.
Die Sachinvestitionen betragen derzeit 42 % vom Cash-Flow und betrugen in der Vergangenheit teils deutlich mehr. Das Kriterium ist damit nicht erfüllt.


QUANTITATIVE ANALYSE :

Bewertung des ersten Signals :

Diskont : 5.5 %
Jahr 1-4 : 10 % * * * *
Jahr 5-7 : 8 %
Jahr 8-10 : 6 %
- dann : 0%

Sicherheitsmarge ab 1990 bis 2002

1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002
29% 2% -21% -7% 5% 36% -33% 24% 130% 89% 87% 70% 86%

Die Sicherheitsmarge scheint mir historisch gesehen ganz gut zu sein. In der Mitte lag die Sicherheitsmarge von 1990 – 2001 bei 34 %. Die 2001-er Sicherheitsmarge liegt damit deutlich über dem Durchschnitt.

(p.s. ganz großes Lob an Dieter für die Zahlen!)

Signal 2 :

Prognostizierte Wachstumsrate der GpA : 12 %
Prognostiziertes KGV : 19
Prognostizierter Kurs nach 10 Jahren : 1017,97 CHF
Kumulierte Dividenden bei 35 % Ausschüttung : 118,66 CHF

Rendite beim akt. Kaufkurs von 365 CHF : 12 %

Signal 3 :

Durchsch. Eigenkapitalrendite der letzten 9 Jahre: 20.76 %
Durchschn. einbehaltene Gewinne : 65 %
Eigenkapitalwachstum : 13 %
Prognostiziertes KGV : 19
Prognostizierter Kurs nach zehn Jahren : 1163,28 CHF
Kumulierte Dividenden bei 35 % Ausschüttung : 131,4 CHF

Rendite beim akt. Kaufkurs von 365 CHF : 13,5 %

Signal 4 :

Durchsch. Eigenkapitalrendite der letzten 9 Jahre: 20.76 %
Durchschn. einbehaltene Gewinne : 65 %
Eigenkapitalwachstum : 13 %
Prognostiziertes KBV : 3,6
Prognostizierter Kurs nach zehn Jahren : 1061,71 CHF
Kumulierte Dividenden bei 35 % Ausschüttung : 131,4 CHF

Rendite beim akt. Kaufkurs von 365 CHF : 12,6 %

Ich habe hier die gleichen Parameter wie bei Signal 3 benutzt. Den GpA habe ich mit einem prognostiziertem Kurs/Buchwert-Verhätlnis an einen Zukunftswert für den Kurs angepasst.

Signal 5 :

Prognostiziertes Umsatzwachstum beim Umsatz : 5 %
Prognostizierte Gewinnspanne : 8 %
Prognostiziertes KGV : 19
Prognostizierter Kurs nach zehn Jahren : 541,98 CHF
Kumulierte Dividenden bei 35 % Ausschüttung : 81,01 CHF

Rendite beim akt. Kaufkurs von 365 CHF : 5,5 %

Hier habe ich das Umsatzwachstum je Aktie prognostiziert, um dann den GpA durch Multiplikation mit der Gewinnspanne zu ermitteln. Den Kurs habe ich dann durch Multiplikation mit dem KGV ermitteln. Das ist natürlich fraglich, inwieweit diese Methode sinnvoll ist. Aber nicht wenige Fundamentalanalysten verlassen sich mehr auf Umsatzdaten, als auf Gewinndaten. Sie monieren die Bewertungsspielräume und Sportlichkeit der Manager bei den Gewinnen, der Umsatz lasse sich dagegen nicht schönen. Nun ist die Analyse bei mir auch recht verhalten ausgefallen. Bei gleichbleibenden Gewinnspannen und einem Umsatzwachstum von 5 % kommt logischerweise auch ein Wachstum von 5 % beim GpA, was natürlich verhalten ausfällt. Nun hat Nestle in den vergangenen 10 Jahren seine Gewinn doppelt so schnell steigern können, wie den Umsatz und auch sein Gewinnspanne von 5 % 1991 auf 8 % 2001 ausbauen können. Ich möchte mich aber nun auch nicht irgendwelche höheren Gewinnspannen für die Zukunft festlegen; vielleicht könnte man sie hier an seine Prognose anpassen.

Fazit : Nach VA-Kriterien ist Nestle eine auf Sicht jetziger fundamentaler Daten eine Halteposition. Ich mache mir natürlich mein eigenes Bild und für mich ist Nestle ganz klar ein Kauf. Ich halte es wie B. Graham, der dazu riet, eine Aktie nur dann zu kaufen, wen man gleich das ganze Unternehme kaufen würde. Ich schätze dieses Kriterium ungemein. Dabei ist für mich besonders wichtig, inwieweit meine Gewinnprognose zuverlässig erscheint. Wenn ich ein Unternehmen kaufe, möchte ich die Geschäftsentwicklung natürlich einschätzen können. Und Nestle besticht meiner Meinung durch eine besonders konstante Geschäftsentwicklung, die aller Voraussicht nach auch Zukunft Bestand haben wird. Auch ich bin wie JuliaPapa ein Fan von Marken. Es ist einfach schön zu wissen, dass auch morgen und übermorgen noch die ganze Welt Nescafe trinkt, Schöller-Eis schlürft oder Maggi-Fertiggericht kauft!

prince of persia
13.06.2002, 20:19
...anregungen sind natürlich hocherwünscht!

filippina
13.06.2002, 23:36
Salam zade,

danke für die tolle Analyse. Sie ist super gemacht. Mir gefällt Nestle auch gut, schließlich wohne ich ja in der Schweiz und das Unternehmen ist einfach lecker. http://www.value-analyse.de/iB_html/non-cgi/emoticons/wink.gif

Ich warte nur auf einen günstigeren Einstiegspreis.

Schajad hamdigaro mibinim, asisam. http://www.value-analyse.de/iB_html/non-cgi/emoticons/wink.gif

filippina

prince of persia
14.06.2002, 01:12
salam filippina,

danke für die blumen ! *http://www.value-analyse.de/iB_html/non-cgi/emoticons/smile.gif

@Ich warte nur auf einen günstigeren Einstiegspreis.

ich persönlich finde 12 % rendite ein tolle sache, aber das muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden. ich werde zum nächstmöglichen zeitpunkt einsteigen und gegebenfalls meine anteilspreise verbilligen.

ta bad, asisam http://www.value-analyse.de/iB_html/non-cgi/emoticons/wink.gif

viele liebe grüße

filippina
14.06.2002, 01:30
Zade,

<ich persönlich finde 12 % rendite ein tolle sache, aber das muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden. ich werde zum nächstmöglichen zeitpunkt einsteigen und gegebenfalls meine anteilspreise verbilligen.>

Ja, Du hast Recht, 12% sind eine gute Rendite. Gut, dass Du die Analyse und mich aufmerksam gemacht hast.

filippina

prince of persia
14.06.2002, 01:39
salam, asisam

@danke für die tolle Analyse
@Gut, dass Du die Analyse und mich aufmerksam gemacht hast.

gerngeschehen und jederzeit wieder http://www.value-analyse.de/iB_html/non-cgi/emoticons/wink.gif

das beruht wohl auf gegenseitigkeit, denn du hast mich auf hugoboss aufmerksam gemacht. dazu später mehr, asisam

viele liebe grüße

Volker Gelfarth
14.06.2002, 15:36
Hallo Prince,

vielen Dank für die sehr gute Nestle-Analyse.

Die Value-Analyse Kriterien sollten als grobe Richtschnur verstanden werden. Dein weitergehendes Durchleuchten ist sehr sinnvoll.

Bei Signal 1 komme ich auf etwas andere Werte, aber in der Kernaussage zum gleichen Schluss.

Bei Signal 2 und 3 decken sich meine Berechnungen mit Deinen.
Über die letzten 10 Jahre betrachtet sind alle drei Signale auf hohem - teilweise sogar auf höchstem - Niveau.

Wenn Nestle, warum dann nicht jetzt!? Da Nestle zudem für mich ein monopolähnliches Unternehmen ist, würde ich die derzeitigen Signale als Kaufsignal werten.

Gruss
Volker

prince of persia
14.06.2002, 19:03
Hallo Volcker,

erst einmal danke für Deine netten Worte.

@ Bei Signal 2 und 3 decken sich meine Berechnungen mit Deinen. Über die letzten 10 Jahre betrachtet sind alle drei Signale auf hohem - teilweise sogar auf höchstem - Niveau.

Ich habe die Signale 2 und 3 nur absolut betrachtet. gut zu wissen, dass sie auch historisch gesehen attraktiv erscheinen.

Danke und viele Grüße

prince of persia
17.06.2002, 18:17
Das Unternehmen habe sein US-amerikanisches Eiskremsegment mit Dreyer´s in einer Fusion verbunden. Laut diesem Abkommen werde man diesen Bereich für 55 Mio. Aktien von Dreyer´s hergeben. Nach der Transaktion werde Nestlé 67% an dem Unternehmen halten. Bisher habe man schon 23% an Dreyer´s gehalten. Nach Presseberichten sei Dreyer´s der größte Hersteller und Lieferant von Eiskremprodukten in den USA. In 2001 habe das Unternehmen einen Umsatz von 1,4 Mrd. Dollar und ein EBIT von 60 Mio. Dollar erzielt.

Es sei kein Geheimnis, dass Nestlé sein Eisgeschäft mit Hilfe von Akquisitionen verstärken möchte. Der Weltmarkt in diesem Bereich wachse um etwa 3% jährlich. Der Marktanteil von Nestlé betrage nach der Akquisition von Schoeller und den restlichen Anteilen an Ice Cream Partner nun 12%, die Akquisition von Dreyer werde noch einmal 2% hinzufügen.

Nach Einschätzungen der Analysten mache diese Akquisition in strategischer Hinsicht Sinn für Nestlé. Das Unternehmen habe eine sehr starke Marktposition in den USA. Die Akquisition verschaffe Nestlé Zugang zum exzellenten Vertriebsnetzwerk von Dreyer´s. Der finanzielle Aspekt dieses Geschäftes sei jedoch schwer zu bewerten, da die Analysten keine detaillierten Zahlen bezüglich des US-Geschäftes von Nestlé im Eiskremsegment hätten.

Analyst: Sarasin Research
WKN der Aktie: 887208
KGV 03e: k.A.
Besprechungskurs: k.A.
Kursziel: k.A.
Rating des Analysten: Hold




Quelle: Aktien & Co 17.06.2002 15:01

diwi
07.08.2002, 22:41
Die Analysten von Pictet & Cie bewerten in ihrer Analyse die Aktie von
Nestle mit "Buy".

* * *Nestle werde Chef America, ein sich in Privatbesitz befindendes
Unternehmen für Tiefkühlnahrung mit Sitz in Colorado, für 2,6 Mrd. Dollar
kaufen. Besagtes Unternehmen sei der fünftgrößte Hersteller von
tiefgefrorener Fertignahrung in den USA und stelle die bekannten
Markenprodukte Hot Pockets, Croissant Pockets und Pizza Minis her. Zwischen
1996 und 2001 habe Chef America jährliche Umsatzzuwächse von 10% erreichen
können und sei in diesem Jahr auf dem Weg zur 15%-Marke. Der erwartete
Umsatz in diesem Jahr liege bei 720 Mio. Dollar, so dass Nestle faktisch
eine 2002E EV/Umsatzmultiple von 2,8x zahle.

* * *Nestle festige seine Position auf dem amerikanischen
Fertignahrungsmarkt und werde seine Expansion in den Staaten weiter
vorantreiben können. Das Unternehmen erwarte sich von dem Erwerb von Chef
America ein hohes Wachstum und hohe Gewinnmargen. Außerdem werde Nestle mit
diesem Kauf zum führenden Unternehmen auf dem größten Fertignahrungsmarkt
der Welt.

* * *Analyst: Pictet & Cie
* * *Rating des Analysten: Buy

* * *Quelle: Aktien und Co.

prince of persia
26.08.2002, 14:45
Nestle ist an Übernahme von Hershey interessiert
Finanzen.net

*
Der Schweizer Lebensmittelkonzern Nestle ist Zeitungsberichten zufolge an einer Übernahme des amerikanischen Süßwarenherstellers Hershey interessiert.
Demnach hätten die Schweizer bereits die Fabriken von Hershey besichtigt und sich die Bilanzen angesehen. Als Preis steht eine Summe von 11,5 Mrd. Dollar im Raum, was ca. 83 Dollar je Aktie wären.

Die Aktie des Hershey-Konzerns, an dem auch der Nestle Konkurrent Kraft interessiert ist, konnte die vergangene Handelswoche mit einem deutlichen Plus bei 75 Dollar beenden.
*

Quelle: Finanzen.net * 26.08.2002 08:25:00

filippina
04.12.2002, 22:45
Hallo Arman, hallo zusammen,

Nestlé fiel heute morgen unter die 300-Franken-Marke. Der Kurs lag bei 292,50 Franken, ist jetzt aber wieder 301 Franken. Ich denke, das sollte langsam einen guten Einstiegspreis geben. Es gibt angeblich Gerüchte über eine Gewinnwarnung.

Viele Grüße
flippi

prince of persia
05.12.2002, 04:09
Hallo Flippi-Schatzi,

für so eine Qualitätsaktie, wie Nestle sie ist, ist das schon ein guter Preis.

Wie Du sicher aus meiner letzten Mail entnommen hast, bin ich etwas preisfanater geworden. Phlipp Morris erscheint mir da zur Zeit attraktiver. Außerdem ist Mr. Market manchmal einfach unheimlich nett zu mir. Z.B. stellt er Behauptungen an, MO wäre heute 30% weniger Wert als vorgestern usw.

Nestle hätte ich gerne noch billiger. Ich warte einfach noch ab. Einen eventuellen Aufschwung zu verpassen ist immerhin besser, als einen eventuellen Abschwung mitzutragen. Deshalb kann ich ja eigentlich nur gewinnen.

Wo hast Du eigentlich von den Gerüchte über eine Gewinnwarnung gehört? Gewinnwarnungen machen Mr. Market immer sehr sympathisch!

Viele Grüße

Arman, der "Cash&Watch"-Stratege

filippina
05.12.2002, 11:57
Hallo "Cash&Watch"-Stratege, http://www.value-analyse.de/iB_html/non-cgi/emoticons/wink.gif

<Keine Stütze waren Novartis (-2,4%) und Nestle (-2,8%). Hier seien Verkäufe aus dem angelsächsischen Raum für die Abschläge mitverantwortlich, sagte ein Marktteilnehmer. Zudem hätten Gerüchte um eine bevorstehende Gewinnwarnung Nestles und um ein Gebot für die Kaugummis-Sparte von Pfizer (Adams) die Runde gemacht./cf/ASU/sh >

Ich lese die News bei Comdirect. Es war eine dpa-Meldung. Außerdem bekomme ich täglich von meinem Schweizer Discount-Broker, Swissquote, die Tagesnachrichten.

Viele Grüße
flippi

prince of persia
20.01.2003, 19:22
B Ö R S E N - N E W S
Nestle will Speiseeisgeschäft von Mövenpick übernehmen

Der weltgrößte Nahrungsmittelkonzern Nestle * verhandelt mit Mövenpick Holding über den Kauf ihres Speiseeisgeschäfts. Nestle habe mit dem Tochterunternehmen Schöller, das eine Lizenzallianz mit Mövenpick verbinde, bereits einen Fuß in der Tür, sagte Nestle-Sprecher Francois-Xavier Perroud der Neuen Züricher Zeitung am Sonntag.

Die Nahrungsmittelsparte von Mövenpick sei zu klein zum Überleben, schreibt die Zeitung. Allein verfüge das Unternehmen nicht über die Kapazitäten, um Mövenpick in Deutschland stark zu machen. Daher liege ein Zusammengang mit Nestle auf der Hand./FX/fn/as



19.01.2003 - 16:32
Quelle: dpa-AFX

Dieter
20.01.2003, 19:56
Hallo,

<Die Nahrungsmittelsparte von Mövenpick sei zu klein zum Überleben>

Wirklich? Die anderen Sparten sind auch nicht viel größer. Wie groß muß also der Umsatz sein?


Umsätze und EBIT zum 30.06.2002:

Nahrungsmittel: 135,3 Mio SFR, EBIT -0,9 Mio
Gastronomie: 197,7 Mio SFR, EBIT -8 Mio
Hotels: 188,3 Mio SFR, EBIT 3,4 Mio

Soll mit dem Erlös die Gastronomie gestützt werden?


Dieter

prince of persia
05.02.2003, 09:38
Netsle geht wieder shoppen:

Der schweizerische Nahrungsmittelkonzern Nestle S.A. gab am Montag bekannt, dass seine Sparte Nestle Waters mit A.S. Watson, einer Tochter der Hutchison Whampoa Ltd. aus Hongkong, ein Abkommen zur Übernahme des Unternehmens Powwow geschlossen hat.
Mit der Übernahme eines der führenden europäischen Mineralwasser-Unternehmens im Home & Office Delivery (HOD)-Markt stärkt Nestle Waters seine Position in Europa und erzielt darüber hinaus hohe Synergieeffekte. Der Kaufpreis für Powwow beläuft sich auf 560 Mio. Euro.

Quelle: Finanzen.Net

filippina
27.02.2003, 14:29
Hallo zusammen,

Artikel von:

http://information.bluewin.ch/de....0.html# (http://information.bluewin.ch/de/info/wirtschaft/article/0,2269,17631,00.html#)

Der weltgrösste Nahrungsmittelhersteller Nestlé hat trotz schlechter Konjunktur, Währungsbelastungen und politischer Unsicherheit ein Jahr der Rekorde hinter sich. Umsatz, Reingewinn, Betriebsgewinn und Cashflow stiegen 2002 auf neue Höchstwerte.
[sda/sda] - Der Reingewinn kletterte um 13,2 Prozent auf 7,564 Mrd. Franken, wie Nestlé mitteilte. Der Umsatz nahm um 5,3 Prozent auf 89,160 Mrd. Franken zu. Bei konstanten Wechselkursen stieg der Umsatz um 13 Prozent. Damit liegt Nestlé beim Reingewinn etwa in der Mitte der Analystenerwartungen, beim Umsatz am unteren Ende.

Der Betriebsgewinn (EBITA) erhöhte sich um 9,5 Prozent auf 10,94 Mrd. Franken, der Cashflow um 13 Prozent auf 10,248 Mrd. Franken. Die Dividende soll von 6,4 auf 7 Fr. erhöht werden.

Wie Nestlé weiter bekannt gab, wird sich Verwaltungsrat Stephan Schmidheiny bei der Generalversammlung vom 3. April nicht mehr zur Wiederwahl stellen. Er soll durch Bobst-Chef Andreas Nikolaus Koopmann ersetzt werden. Für das laufende Jahr gibt sich Nestlé vorsichtig: Das Unternehmen erwarte "unter Vorbehalt grösserer unvorhersehbarer Ereignisse, seine Performance zu verbessern".

-------------

Nestlé pendelt zurzeit zwischen 262 und 270 Sfr. Ich finde Nestlé ein sehr schönes Value-Unternehmen und das ist kein schlechter Einstiegspreis.


Grüße
flippi

filippina
28.02.2003, 08:42
Aus der FTD von heute:

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Nestlé


Mit den Nestlé-Zahlen erging es einem am Donnerstag wie mit einer Tasse Nescafé. Das Aroma stimmte noch einigermaßen. Immerhin steigerte der Lebensmittelriese den operativen Gewinn vor Goodwill (Ebita) um 9,5 Prozent, den Umsatz um 5,3 Prozent und den Nettogewinn um beachtliche 13,2 Prozent. Aber schon nach dem ersten Schluck war die Brühe den meisten Anlegern zu dünn.


Dabei hatten sich die Schweizer so viel Mühe mit der Verpackung gegeben. Die unerwartet hohen Restrukturierungskosten von 1,13 Mrd. Schweizer Franken werden neuerdings als sonstige Aufwendungen verbucht - und nicht mehr im operativen Gewinn berücksichtigt. So konnte Nestlé die Ebita-Umsatzmarge um 50 Basispunkte auf 12,3 Prozent "steigern". Und unterm Strich fielen die Sonderkosten von insgesamt 3,29 Mrd. Franken dann optisch kaum ins Gewicht, weil denen ja außerordentliche Erträge von 4,98 Mrd. Franken entgegenstanden - vor allem aus dem Börsengang von Alcon. Auf diese Weise bleibt die Erfolgsrechnung sauber, und der Nettogewinn geht trotz außerordentlicher Goodwillabschreibungen von 0,8 Mrd. Franken durch die Decke.


Aber das sind lässliche Sünden, wie man sie von der Konkurrenz schon lange gewohnt war. Und immerhin sollten die kostspieligen Sparprogramme der Marge schon bald helfen. Was der Börse dagegen wirklich fehlte, war RIG, also Umsatzwachstum vor Währungseinflüssen, Preisänderungen, Akquisitionen und Veräußerungen - eben das, was weniger kultivierte Firmen organisches Absatzwachstum nennen würden. Vier Prozent davon strebt Nestlé an, servierte aber auch im vierten Quartal nur 3,4 Prozent.


Schuld war vor allem der dramatische Einbruch der kleinen mexikanischen Töchter um Weihnachten. Auch hatte Nestlé deutlich höhere Vorgaben aus dem Vorjahr als Danone und Unilever. Doch die Aktie kostet ja nur noch den 14fachen laufenden Gewinn, deutlich weniger als die Konkurrenten. Mit einer Rendite von 2,7 Prozent ist inzwischen sogar die Dividende einigermaßen genießbar. Das kollektive Sodbrennen ließ jedenfalls bereits im Laufe des Nachmittags nach. Denn für bequeme, langfristige Anleger ist die Aktie langsam beinahe unwiderstehlich.


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Grüße
flippi

prince of persia
05.03.2003, 21:45
Hallo Fillipina,

hast Du Dir den Geschäftsbericht von Nestle mal angeschaut?

Mein Eindruck ist folgender:

Beim Umsatz hat Nestle um 5% zulegen können, was beim langfristigen und mittelfristigen Durchschnitt liegt. Das ist meines Erachtens eine gute Leistung und spricht für Nestle. Laut Analysten hätte sich Nestle dieses Wachstum erkauft. Natürlich, wodurch sonst wächst Nestle denn seit Jahrzehnten? Durch Zukäufe oder habe ich da was verpasst? Aber natürlich spielt auch das organische Wachstum keine geringe Rolle. Ein rückläufiges organisches Wachstum wäre ja geradezu eine tickende Zeitbombe für einen Aufkäufer wie Nestle. Nun die Vorgabe lag bei 4%. 2002 waren es aber real 3,4%. Analysten machen einen Riesentheater draus. Von wegen Schätzungen verfehlt und Erwartungen nicht erfüllt so - kannst Du das verstehen? Ein Glück, dass wir unsere eigenen Erwartungen haben.

Beim Gewinn sieht es natürlich schon etwas geschönt aus. Es fielen hohe Restrukturierungskosten und Goodwill-Abschreibungen im Zusammenhang mit Ralston Purina an. Ohne den Erträgen aus dem Börsengang von Alcon hätte Nestle wohl alt ausgesehen. Meiner Meinung nach ist das OK. Restrukturierungen und Goodwillabschreibungen in diesem Maße sind auch kein Dauerzustand, ebenso wie Erträge aus Börsengängen. Aber wenn man nicht zahlungswirksame Effekte oder Restrukturierungskosten als Misserfolg wertet, so muss man doch einen erfolgreichen Gang an die Börse ebenso als Erfolg werten. Insofern hat es für mich noch ein versöhnliches Ende, was ich akzeptieren kann.

Es fragt sich nur, wie viel Restrukturierungskosten oder Goodwillabschreibungen noch in diesem Jahr auf uns zu kommen. Weißt Du näheres dazu? Zu den *Restrukturierungen soll Nestle noch auf der nächsten Conference Call Auskunft geben. Ein weiterer Faktor ist der starke Franken, der für ein Allerweltsunternehmen wie Nestle auch nicht gerade hilfreich ist. Und Verbraucher scheinen zudem auch bei Markenprodukten zu sparen. An der Geiz-ist-Geil-Welle ist Nestle auch nicht spurlos vorbeigekommen. Und von Rohstoffpreisen brauch ich Rohstoff-Flippi ja nichts erzählen.

Was mich im Allgemeinen stört, ist, dass Analystenerwartungen in Berichten als Messlatte für Unternehmungen angesehen werden. Das finde ich irgendwie nicht angemessen. Dass Kurse darauf reagieren ist verständlich, aber nicht dass Unternehmensleistungen daran gemessen werden. Wie siehst Du das? Zum Unmut der Börsianer ist jetzt auch noch die Übernahme von Dreyer’s gescheitert. Die Aktie gab heute noch mal nach. Und wäre die Übernahme genehmigt worden hätte die Börse vermutlich einen anderen Grund gefunden.

Na ja, mein Fazit lautet, dass es bei Nestle nicht rund läuft. Der Manager sprach auch von „einem herausforderungsreichen Jahr 2003“. *Für meinen Geschmack und als Langfristinvestor finde ich die Geschäftsentwicklung aber noch zufriedenstellend. Bezogen auf die Frage, was noch an Abschreibungen und Restrukturierungskosten auf uns zukommt sei noch gesagt, dass Brabeck damit rechnet, den Reingewinn in diesem Geschäftsjahr noch mal zu steigern. So schlimm kann es also nicht aussehen, oder plant Nestle etwa einen weiteren Börsengang?

Liebe Grüße

filippina
08.03.2003, 23:26
Hallo Arman,

jetzt habe ich mal den GB überflogen. Allerdings bin ich noch nicht tiefer eingestiegen.

Die 3,4% Wachstum sind das interne Wachstum, oder?

Hier hat Nestlé ein strategisches Ziel von 4% RIG (Real internal growth/internes Realwachstum) definiert. Ab 1992 bis 1999 war dieses Wachstum unter 4%. Erst 2000 mit 4,4% und 2001 wurde diese Vorgabe erreicht. Nun sind sie während einer schwachen Konjunktur wieder unter der Vorgabe. Das finde ich nicht schlimm. Brabeck möchte 2003 wieder 4% erreichen.

Der Gewinn hat um 13.2% zugelegt. Der Umsatz wuchs in lokaler Währung um 13%. Das sind doch keine schlechten Zahlen, oder?

Klar müssen Verbraucher in schlechten Zeiten sparen. Nestlé-Produkte sind halt teuerer. Eine schwache Konjunktur wird an Nestlé nicht spurlos vorübergehen.

<Dass Kurse darauf reagieren ist verständlich, aber nicht dass Unternehmensleistungen daran gemessen werden.>

Naja, lass sie doch messen. http://www.value-analyse.de/iB_html/non-cgi/emoticons/wink.gif

Der Schweizer Franken ist natürlich sehr stark. Für die Exportwirtschaft in der Schweiz ist das ziemlich hart. Das dürfte Nestlé auch treffen.

Gegen steigende Rohstoffpreise gibt es ein Hedge-Programm. Wie effektiv es ist, kann ich nicht beurteilen. Weiter habe ich im GB gelesen, dass Nestlé die Rohstoffe möglichst im Land der Produktionsbetriebsstätte kauft.

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S. 12 GB

Rohstoffpreisrisiko entsteht bei Transaktionen auf den globalen Rohstoffmärkten, hauptsächlich bei und von grünen Kaffee- und Kakaobohnen, die für die Produktion gewisser Produkte der Gruppe notwendig sind.

S. 13 GB

Bezüglich Rohstoffpreisexponierung definiert die Konzernleitung
die Sicherungsrichtlinien für die Tochtergesellschaften. Diese
Richtlinien lassen dem Management genügend Flexibilität, um ihre Sicherungsinstrumente bei möglichen Änderungen ihrer Rohstoffbedürfnisse schnell anpassen zu können.
---------

Also, ich finde so im schnellen Überblick noch nichts schlechtes. Aber vielleicht sehe ich die Tücken noch nicht.

Viele Grüße
flippi

prince of persia
19.03.2003, 13:19
19/03/2003 09:22 *
Nestle möchte 20003 RIG-Ziel von vier Prozent ereichen~ *

Vevey, 19. Mär (Reuters) - Der Nahrungsmittelkonzern
Nestle möchte im laufenden Jahr das interne
Wachstumsziel von vier Prozent erreichen. "Nestle hat sich das
Ziel eines internen Wachstums von vier Prozent gesetzt und
während der vergangenen drei Jahre lag es über diesem Niveau.
Wir hoffen, wir sind in der Lage, dieses Ziel in 2003 zu
erreichen. Wir werden aber nicht unsere Gewinnmarge dafür
opfern", hiess es in dem am Mittwoch veröffentlichten
Managementreport von Nestle.
Das interne Wachstum von vier Prozent wird als Massstab
streng beobachtet. Darin widerspiegeln sich die Einflüsse von
Akquisitionen, Devestitionen und Preisänderungen.
"Wir werden damit fortfahren, uns auf die Verbesserung der
Margen und des Cash Flows zu fokussieren und hoffen
diesbezüglich zum Jahresende mit positiven Nachrichten aufwarten
zu können", hiess es weiter.
Weiter hiess es, im europäischen Geschäft dürften sich die
EBITA-Margen verbessern. Das hohe Wachstum im Geschäft mit
abgefülltem Mineralwasser dürfte weitergehen und im Geschäft mit
löslichem Kaffee ein über dem Markt liegendes Wachstum erzielt
werden.

filippina
24.04.2003, 19:53
Hallo zusammen,

gestern hat Nestlé Zahlen für das 1. Quartal bekanntgegeben:

-----Anfang

Swissquote - 23. April 2003:

Der Nahrungsmittelkonzern Nestlé hat Umsatzzahlen für das erste Quartal 2003 veröffentlicht. Aufgrund der negativen Wechselkurseinflüsse in der Grössenordnung von 13.8% resultierte ein Umsatzrückgang gegenüber der Vorjahresperiode von 7.5% auf 19'713 Mio CHF.

Wechselkursbereinigt stieg der Umsatz um 6.3%. Das interne
Realwachstum betrug 2.5%. Nestlé gibt sich zuversichtlich, die bisherige Prognose für das laufende Jahr, die Performance der Gruppe in Lokalwährungen zu steigern, zu erreichen.

------Ende

Der starke Schweizer Franken befindet sich seit Wochen gegenüber dem Euro im Abwärtstrend. Für die Schweizer Exportwirtschaft ein lang ersehnter Trend. Also keine schlechten Nachrichten für Nestlé.

Der Dollar hat sich gegenüber dem Schweizer Franken abgeschwächt. Rohstoffe werden in Dollar gehandelt und können damit billiger eingekauft werden. Der Kakaopreis ist zurzeit gefallen (natürlich mein Tracking-Zertifikat auf den Kakao auch). Doch für die Einkaufsabteilung bei Nestlé ist es gut. Allerdings kenne ich jetzt die Absicherung gegenüber dem Kakaopreis nicht.

Einfluss auf das Quartalsergebnis hat auch Ostern. Dieses Jahr fiel das Osterfest auf den Monat April. Wird also erst im nächsten Quartal zum Tragen kommen.

Grüße
flippi

Dieter
24.04.2003, 20:43
Hallo Flippi,

<natürlich mein Tracking-Zertifikat auf den Kakao auch>

Was ist das denn für ein Derivat?

Übrigens hat Nestle das Speiseeis-Geschäft von Mövenpick (Marktvolumen 300 Mio Eur) gekauft. Damit ist Nestle seinem Ziel näher gekommen, die weltweite Marktführerschaft im Eisgeschäft zu übernehmen. Über den Kaufpreis habe ich nichts erfahren, steht vielleicht dann im GB.

Gruß
Dieter

filippina
24.04.2003, 21:36
Dieter, das ist das Zertifikat auf den Kakao-Future:

Macquarie Bk Ltd. (London Br.)Tra.ZT03/08.03.04 Cocoa Future

ISIN: AU000MQBOMW5 WKN: 163162 Börse: Stuttgart Symbol: MZKL.STU

flippi

Dieter
24.04.2003, 22:00
Sorry Flippi,

aber für mich ist das Zocken. Das kannst du bei uns in Päfftowncity sehr viel einfacher haben. Gehst mit mir auf unsere Trabrennbahn, schaust dir einen eleganten Gaul aus, setzt deine Kohle darauf und nach dem Rennen ist sie dann auch schon meistens weg. Das geht ratz fatz und du weißt genau woran du bist. Danach, wenn noch etwas Geld übrig sein sollte, gönnen wir uns eine 1/2 Kalbhaxe, die ist dort ausgesprochen lecker und eine kühle Maß Bier, mmhhh. Als Aperitif empfehle ich ein Danziger Goldwasser und als ultimativen Absinker einen Kakao mit Cognac.

Denk mal drüber nach

Dieter

filippina
24.04.2003, 22:18
Dieter, mmmmh, mir läuft das Wasser im Mund zusammen. Ich habe heute wenig gegessen. Ich will doch die Wette gewinnen. http://www.value-analyse.de/iB_html/non-cgi/emoticons/biggrin.gif

In Pfäfftowncity ist ja ganz schön was los. Gehen wir dann mit Hut auf die Trabrennbahn?

flippi

filippina
26.06.2003, 12:24
Hallo zusammen,

Nestlé darf den US-Speiseeis-Hersteller Dreyer's Grand Ice Cream übernehmen. Die US-Wettbewerbsbehörde (FTC) hat dem Deal zugestimmt. Damit wird Nestlé in den USA zum Marktführer im Bereich Speiseeis.

http://information.bluewin.ch/de....00.html (http://information.bluewin.ch/de/info/wirtschaft/article/0,2269,25340,00.html)

----------Anfang

Die FTC hat das Geschäft unter der Bedingung abgesegnet, dass die Fusionspartner einzelne Eiscreme-Marken sowie Vertriebsanlagen veräussern, wie die FTC in Washington mitteilte.

So muss die fusionierte Gesellschaft die Superpremium-Eismarken Dreamery und Godiva von Dreyer's sowie die Sorbet-Marke Whole Fruit und Vertriebsaktiva von Nestlé USA an kanadische CoolBrands verkaufen.

Die Transaktion sieht im Einzelnen vor, dass der Nestlé-Konzern die von seiner US-Tochter Nestlé Ice Cream Company betriebenen Aktivitäten an Dreyer's abtritt und im Gegenzug 55 Mio. B-Aktien der grössten US-Glace-Herstellerin erhält.

Bisher hielt Nestlé 23 Prozent der Dreyer's Aktien. Nach Abschluss der Transaktion werden es 67 Prozent der fusionierten Gesellschaft Dreyer's Grand Ice Cream Holdings sein. Die 55 Mio. Dreyer's-Aktien sollen durch Dreyer's vollumfänglich neu geschaffen werden.

Die restlichen Dreyer's-Aktien werden weiterhin an der US-Technologiebörse Nasdaq gehandelt. Bis Mitte 2007 sollen die Minderheitsaktionäre jedoch schrittweise ausbezahlt werden. Mittelfristig könnte Nestlé das gesamte Aktienkapital kaufen. Das würde der Philosophie des Konzerns entsprechen, überall wo möglich, der einzige Eigentümer zu sein.

"Nach den Akquisitionen von Häagen-Dazs, Schöller und Mövenpick haben wir jetzt unser Ziel erreicht, in den USA, auf dem weltweit grössten Markt für Speiseeis und demjenigen mit dem höchsten Pro-Kopf-Verbrauch, zum Leader aufzusteigen", wird Nestlé-Konzernchef Peter Brabeck im Communiqué. Laut FTC geben die US-Bürger jährlich etwa 600 Mio. Dollar für Superpremium-Eiscreme aus.

--------------Ende


Grüße
flippi

Fabule
29.06.2003, 19:27
Hallo, zusammen!

Jeff Fischer und Rick Munarriz streiten darüber, welches Unternehmen die bessere Eiscreme herstellt: Haagen Dazs (Nestlé) oder Ben & Jerry´s (Unilever).

http://www.fool.com/specials/2003/03062700ice.htm?source=mppromo

Gruß,

Torsten

Fabule
05.07.2003, 13:00
Hallo, zusammen!

Hier noch zwei andere Artikel aus dem Fool´s-Board, in denen Produkte von Nestlé mit anderen verglichen werden:

Nestea
http://www.fool.com/specials/2003/03070300sp.htm?source=mppromo

und Wasser
http://www.fool.com/news....ce=EDSP (http://www.fool.com/news/commentary/2003/commentary030310bb.htm?source=EDSP)

Gruß,

Torsten

prince of persia
09.07.2003, 18:14
Nestle sees strong growth in Asia

BY M. HAFIDZ MAHPAR
IN VEVEY, SWITZERLAND
NESTLE S.A, the world’s largest food company, sees strong growth potential in the Asia, Oceania and Africa (AOA) zone, according to its assistant regional manager for the zone, Dominique Peterhans.

“Despite AOA accounting for only 16% (or 14.9 billion Swiss francs) of Nestle’s global turnover, we have 72% of the world population there, which means we expect a lot of growth coming from the zone in the future,” he told Malaysian journalists at Nestle’s headquaters here on Monday.

Nestle chief executive officer Peter Brabeck-Letmathe expected AOA to lead in terms of real internal growth (RIG), said Peterhans. *

Nestle’s geographical operations are divided into three zones – AOA, Americas and Europe. *

And RIG measures the like-for-like volume growth from one year to the next, excluding the impact of selling price increases and acquisitions.

Nestle targets an average annual RIG growth of 4%, but only managed 3.4% last year due to difficult market conditions, particularly in Latin America and Japan. AOA recorded RIG of 3.6%,,Europe 1.7%, and the Americas 2.3%. (The Japan operation recorded RIG of –1.5%; former Nestle Malaysia managing director Jose Lopez Y. Vargas, who had attained success in Malaysia, has been re-assigned to Japan.)

This year, the AOA zone was projected to hit at least 4% RIG, Peterhans told StarBiz, although the first half-year results were expected to show a lower figure.

“We hope that next year, we can achieve 6% (the growth that Brabeck-Letmathe wants to see from AOA),” he added.

Peterhans said Nestle was looking at expanding in China, had just entered the Algerian market this year with powdered milk and was currently watching the situation in Iraq to see whether an opportunity exists to be a pioneer in the food industry there.

Peterhans said the AOA zone comprised 146 countries, and in about 80% of the markets Nestle was in, the company started operations before the 1950s. In Malaysia, Nestle began in 1905. In Vietnam, it was among the first foreign investors.

“The company is very pioneering,” he said, “If you are early enough in the countries, you get to establish standards and consumer habits, and you gain your market share very, very quickly, which is also a lot easier to maintain. *

“I’ve seen this in Cambodia, where I was the first man to head the Nestle operations. In two years, we managed to get about 80% market share in all the key (product) segments, and those who came in after that would have a very tough time to following.”

Agio
16.08.2003, 22:01
Hallo zusammen,

am Mittwoch 20.8.2003 gibt es Zahlen.

Hier schon mal eine erste Meinung:

Die Analystin Dr. Silke Stegemann von der LRP Landesbank Rheinland-Pfalz stuft die Aktie von Nestlé (ISIN CH0012056047/ WKN 887208) weiterhin mit "Marketperformer" ein.

Die aktuelle Hitzewelle in Europa breche alle Rekorde. Wer der seit Wochen andauernden Sommerhitze entfliehen wolle, dem bleibe nur der Weg in klimatisierte Räume oder ins Freibad. Die hitzegepeinigten Europäer würden nach Erfrischung und Kühlung lechzen. Während die schweißtreibenden Temperaturen deshalb zunehmend als Belastung empfunden würden, könnten sich einige wenige unverändert daran erfreuen.

Man sehe einen positiven Effekt durch den erhöhten Eiskonsum für Nestlé und Unilever im dritten Quartal, der allerdings nicht überbewertet werden sollte. Die Hitze unterstütze die Erfolgsstory des Mineralwasserabsatzes von Nestlé. Das Unternehmen habe damit den richtigen Lifestyle Trend erkannt. Es müsse allerdings berücksichtigt werden, dass die Sparten nicht die Haupttreiber für die Ergebnisentwicklung darstellen würden.

So generiere die Sparte Eiscreme und Tiefkühlkost nur 15% des Umsatzes und 12% des EBIT bei Unilever. Bei Nestlé sei die Relation noch ausgewogener, da die Eissparte 6% und die Wassersparte 9% des Umsatzes ausmache. Ende Juni habe Unilever die Anleger mit einer Warnung überrascht, das Wachstum der 400 Topmarken werde dieses Jahr nur 4% betragen. Im ersten Halbjahr habe das Wachstum dieser Marken bei 3,1 Prozent gelegen. Unilever setze nach der Bekanntgabe der Zahlen für das zweite Quartal auf das zweite Halbjahr. Das Unternehmen rechne nun mit einer niedrigen zweistelligen Gewinnwachstum sowie mit einem Umsatzwachstum von 4%.

Nestlé werde am 20.8.2003 die Zahlen für das zweite Quartal veröffentlichen. Die Veröffentlichung der Q1-Zahlen habe für Nestlé Aktionäre einen zartbitteren Beigeschmack gegeben. Der Umsatz habe um 7,5% auf 19,7 Mrd. nachgegeben. Enttäuscht habe vor allem das interne Realwachstum, bei dem Währungseffekte und Akquisitionen herausgerechnet würden. Nestlé habe dabei mit 2,6% die eigene Zielmarke von 4% verfehlt. Auch für das erste Halbjahr gehe man nur von einer internen Wachstumsrate von 2,8% aus. Nach den bis jetzt enttäuschend ausgefallenen Quartalsergebnissen und Ausblicken brauche die Branche letztlich keine Sonne, sondern eine Aufhellung der konjunkturellen Lage.

Die Analysten der LRP bestätigen ihr "Marketperformer"-Rating für Nestlé.




Gruß Agio

prince of persia
20.08.2003, 17:16
Die Nestlé-Gruppe im ersten Halbjahr 2003 : Starkes organisches Wachstum und höhere Margen

¨ Umsatz steigt bei konstanten Wechselkursen um 6,3 Prozent, beflügelt durch ein starkes orga*nisches Wachstum von 5,5 Prozent
¨ Umsatz in Schweizer Franken beläuft sich auf CHF 41,4 Milliarden, ein Rückgang von 6,3 Prozent wegen eines negativen Wechselkurseinflusses von 12,6 Prozent
¨ EBITA-Marge steigt um 30 Basispunkte auf 12,2 Prozent (um 70 Basispunkte auf 12,6 Prozent bei konstanten Wechselkursen), mit einer verbesserten Leistung in allen geografischen Regionen sowie bei Nestlé Waters
¨ Mittelfluss aus Geschäftstätigkeit steigt um 11,7 Prozent und freier Mittelfluss um 24,6 Prozent in Schweizer Franken
¨ Reingewinn von CHF 2`780 Millionen und Nettomarge von 6,7 Prozent
¨ Reingewinn (nach Abzug von einmaligen Erträgen und Aufwendungen) steigt um 4,9 Prozent in Schweizer Franken und um 19,1 Prozent bei konstanten Wechselkursen


Peter Brabeck, Vize-Präsident und Delegierter des Verwaltungsrates der Nestlé AG: "Nestlé beweist, dass sie selbst in einem sehr herausforderungsreichen Umfeld und mit einem weiterhin starken Schwei*zer Franken in der Lage ist, zu wachsen und ihre Leistung zu verbessern. Im Jahre 2003 konzentriert sich die Geschäftsleitung auf die operationelle Effizienz, und wir sind über die Resultate bei Jahresmitte erfreut. Die Verbesserungen der Margen und des Mittelflusses sowie das starke organische Wachstum zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wir sehen auch einem etwas günstigeren wirtschaftlichen Umfeld während der zweiten Jahreshälfte entgegen. Die Gruppe ist zuversichtlich, dass die höheren Margen und der höhere Mittelfluss keine einmaligen Ereignisse sind, sondern dass sie einen Trend auf*zeichnen, und dass ein organisches Wachstum zwischen 5 und 6 Prozent für das volle Jahr machbar ist."

Vevey, den 20. August 2003 - Während des ersten Halbjahres 2003 belief sich der konsolidierte Umsatz der Nestlé-Gruppe auf CHF 41`437 Millionen, der sich in einem Reingewinn von CHF 2`780 Millionen und einer Nettomarge von 6,7 Prozent niederschlug. Die EBITA-Marge verbesserte sich um 30 Basispunkte auf 12,2 Prozent (11,9 Prozent 2002) und der Mittelfluss aus Geschäftstätigkeit stieg um fast 12 Prozent von CHF 2`757 Millio*nen auf CHF 3`080 Millionen. Diese Ergebnisse wurden in einem ungünstigen wirtschaftlichen und politischen Umfeld erzielt sowie gegen eine markant negative Währungsentwicklung für die in Schweizer Franken konsoli*dierende Gruppe.

Umsatzleistung

Bei konstanten Wechselkursen verbesserte sich der Umsatz um 6,3 Prozent klar über der Wachstumsrate des Marktes. Das starke organische Wachstum von 5,5 Prozent, das ein internes Realwachstum von 2,1 Prozent und Preisanpassungen von 3,4 Prozent umfasst, beschleunigte sich gegenüber dem ersten Quartal, konnte aber den negativen Wechselkurseinfluss von 12,6 Prozent nicht kompensieren und ergab einen allgemeinen Rückgang des in Schweizer Franken ausgewiesenen Umsatzes um 6,3 Prozent. Das bedeutende organische Wachstum zeigt einerseits die Stärke der Marken der Gruppe auf einer globalen Basis und andererseits die speziellen Massnahmen, die in Ländern mit hoher Inflation getroffen wurden, um die Margen zu schützen.
Osteuropa, Lateinamerika und die Karibik sowie Afrika lagen klar über dem gruppenweiten Durchschnitt des organischen Wachstums. Die meisten Produktegruppen, mit Ausnahme von Schokolade und Süsswaren sowie Produkten für Heimtiere, trugen zu dieser positiven Entwicklung bei, und löslicher Kaffee, gekühlte kulinarische Produkte sowie Wasser zeigten ausgezeichnete Fortschritte. Dies trifft auch für Beverage Partners Worldwide und Alcon zu.
Die Stärke des Schweizer Frankens gegenüber den meisten anderen Währungen, mit Ausnahme des Euro, verringerte den konsolidierten Umsatz der Gruppe um 12,6 Prozent, während um Veräusserungen bereinigte Akquisitionen einen positiven Einfluss von 0,8 Prozent hatten. Mit einem Umsatzwachstum von 6,3 Prozent bei konstanten Wechselkursen wächst die Gruppe weiterhin rascher als die Nahrungsmittelindustrie.

Gewinnleistung

Mit einer um 30 Basispunkte auf 12,2 Prozent gestiegenen EBITA-Marge zeigte die Gruppe ihre Fähigkeit, die operationelle Effizienz sogar unter schwierigen Bedingungen und in einem ungünstigen Währungsumfeld zu verbessern. Nestlé bewies ihre Fähigkeit, ihre Margen zu halten oder zu verbessern, indem sie gestiegene Rohmaterialkosten oder Inflationsdruck weitergab. Bei konstanten Wechselkursen zeigt die EBITA-Marge eine Verbesserung um 70 Basispunkte auf 12,6 Prozent. Der Fortschritt ist in allen geografischen Regionen sowie bei Nestlé Waters festzustellen, wobei die Zone Europa eine bedeutende Verbesserung um 80 Basispunkte an den Tag legte. In Lateinamerika konzentrierten sich die Gesellschaften der Gruppe darauf, ihre Margen zu schützen und trugen zu einer Verbesserung der EBITA-Marge der Zone Nord- und Südamerika um 30 Basis*punkte bei. Auf der Grundlage der guten Leistung von 2002 gelang es der Zone Asien, Ozeanien und Afrika, ihre Marge um 40 Basispunkte zu verbessern.
Die Produktekategorien zeigten eine gute Leistung mit verbesserten EBITA-Margen bei Milchprodukten, Ernäh*rung und Speiseeis, Fertiggerichten und Produkten für die Küche sowie Produkten für Heimtiere. Die EBITA- Marge bei den Getränken gab leicht nach. Die Margen bei Schokolade, Süsswaren und Biscuits wiederum wider*spiegeln den saisonalen Charakter dieses Geschäfts.
Die Gestehungskosten fielen um 100 Basispunkte auf 42,4 Umsatzprozente. Kosten für Vertrieb und Verwaltung stiegen um 70 Basispunkte und widerspiegeln damit die andauernden Investitionen in die Marken der Gruppe. Die Verwaltungskosten als solche hingegen fielen um 10 Basispunkte.
Die andauernd niedrigen Zinssätze und eine effiziente Bewirtschaftung der Schulden und der Liquidität sind der Grund für den markanten Rückgang der Nettofinanzierungskosten auf CHF 191 Millionen (CHF 427 Millionen von Januar-Juni 2002). Die Stärke des Schweizer Frankens verringerte die Schuldenlast, da die Schulden vor*wiegend in US-Dollars anfallen.
Der Vergleich von Reingewinn und Gewinn pro Aktie zwischen 2002 und 2003 muss im Lichte der einmaligen Gewinne von 2002 gesehen werden, die sich aus dem Börsengang von Alcon und dem Verkauf von FIS erga*ben und insgesamt mehr als CHF 4,5 Milliarden betrugen, sowie im Lichte der ausserordentlichen Restrukturie*rungskosten und Wertbeeinträchtigungen auf Goodwill und Sachanlagen im Jahr 2002, die zusammen CHF 2,1 Milliarden betrugen. Der Reingewinn (nach Abzug dieser einmaligen Erträge und Aufwendungen) erhöhte sich um 4,9 Prozent und sogar um 19,1 Prozent bei konstanten Wechselkursen.


Mittelfluss und Bilanz

Nestlé profitiert nach wie vor von einer ausserordentlich gesunden Finanzlage. Der Mittelfluss aus Geschäfts*tätigkeit wuchs mit einem Anstieg von fast 12 Prozent bedeutend schneller als EBITA, und dies trotz der ungünstigen Wechselkurse. Investitionen in Sachanlagen blieben in Umsatzprozenten auf dem Niveau des ersten Halbjahres 2002 und unterstrichen damit den seit mehreren Jahren rückläufigen Trend. Die Netto*verschuldung stieg von CHF 15,0 Milliarden Ende 2002 auf CHF 21,1 Milliarden, vor allem wegen der Entschei*dung der Gruppe, den geplanten Rückkauf der ausstehenden Aktien von Dreyer`s als langfristige Verbindlichkeit zu betrachten. Das Verhältnis Nettoschulden zu Eigenkapital steht nun bei 59 Prozent.
Die Gruppe setzte die Straffung ihrer Produktegruppen aktiv fort, wobei sie sich auf Geschäftsbereiche kon*zentriert, die profitable Wachstumsmöglichkeiten unter Beweis gestellt haben. Ende Juni wurde der Zusammen*schluss mit Dreyer`s, dem führenden Unternehmen für Premium-Speiseeis in den USA, erfolgreich abgeschlos*sen. Diesem vorangegangen waren die wichtige Akquisition von Powwow, des europäischen Home- and-Office-Delivery-Wassergeschäfts, und der Erwerb des Speiseeis-Geschäfts von Mövenpick in Europa. Während des gleichen Zeitraumes trennte sich Nestlé von einigen Geschäftszweigen wie Ortega (Essen im mexikanischen Stil, USA), Mont Blanc (Desserts auf Milchbasis, Frankreich) sowie gekühlte Milchprodukte und gesüsste Kon*densmilch in Deutschland. Die Gruppe reduzierte ausserdem ihre Beteiligung am deutschen Hersteller von geröstetem und gemahlenem Spezialitätenkaffee Dallmayr auf 25 Prozent.

Ausblick

Nach einem herausforderungsreichen ersten Halbjahr sieht die Gruppe einem günstigeren geschäftlichen Um*feld entgegen. Sie erwartet, dass die bereits unternommenen Initiativen die Wettbewerbsfähigkeit der Gruppe in den verbleibenden Monaten des Jahres und darüber hinaus sichern werden. Die breit angelegte Präsenz von Nestlé, sowohl geografisch als auch produktemässig, versetzt das Unternehmen in die Lage, von jeder Verbes*serung des wirtschaftlichen Klimas zu profitieren. Die Gruppe hat den Beweis erbracht, dass es möglich ist, selbst in einem schwierigen geschäftlichen Umfeld ein gutes organisches Wachstum sowie Verbes*serungen der EBITA-Marge und des Mittelflusses zu erreichen und erwartet, dass es ihr gelingen wird, diese Verbesserungen für 2003 als Ganzes zu erreichen.


Kontaktpersonen:
Medien: François-Xavier Perroud Tel.: +41-21-924 2596
Investoren: Roddy Child-Villiers Tel.: +41-21-924 3622

Nestlé S.A. Corporate Communications Vevey, Switzerland Telephone: +41 21 924 2596

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reuse3
24.08.2003, 15:14
Hallo liebe Valuegemeinde!
Hier 2 Milchmädchenrechnungen zum derzeitigen Aktienkurs von Nestle und ihrem Halbjahresbericht:
Der Reingewinn für das Geschäftsjahr 2002 betrug 7 564 Mio CHF. In diesem Reingewinn von 2002 war der Verkaufserlös aus dem teilweisen Börsengang von Alcon von +4500 Mio CHF enthalten.
Milchmädchenrechnung 1: *
* * * * * * * * * * * * * *7 564 Mio CHF * Reingewinn 2002
* * * * * * * * * * * * - *4 500 Mio CHF * Verkaufserlös Alcon
* * * * * * * * * * * * *= 3 064 Mio CHF *Reingewinn ohne Verkaufserlös

Das ergäbe laut Milchmädchen ca. 8 CHF Gewinn pro Aktie und entspräche einem KGV von ca. 38 bei einem Kurs von 300 CHF pro Aktie.
Jetzt werden einige von euch wahrscheinlich die Stirn runzeln oder milde zu lächeln beginnen (wenn sie überhaupt weitergelesen haben).
Die Steuer für den Verkaufserlös ist ja nicht berücksichtigt. Außerdem hatte Nestle im Jahr 2002 *-2100 Mio CHF an Wertbeeinträchtigungen an Goodwill und Sachanlagen und Restrukturierungskosten. Und wer weiß, was ich sonst noch nicht berücksichtigt habe.(Ich hoffe auf Rückmeldungen)

Lassen wir die Milchflaschen weiter klirren:

Der voll verwässerte Gewinn für das Halbjahr Januar/Juni 2002 betrug 14,30 CHF pro Aktie. Für das Gesamtjahr 2002 betrug er dann 19,51 CHF pro Aktie. (+5,21 CHF pro Aktie für die Quartale 3 und 4)
Für dieses Halbjahr beträgt der voll verwässerte Gewinn 7,11 CHF pro Aktie.
Milchmädchenrechnung 2: *
* * * * * * * * * * * * * * *7,11 * * 1.+2. Quartal 2003
* * * * * * * * * * * * * + 5,21 * * *3.+4. Quartal 2002
* * * * * * * * * * * = *12,32 *CHF pro Aktie
Das entspräche einem KGV von ca 24,4 pro Aktie.

So gehts naürlich nicht.

Ich weiß zum Beispiel nicht ob die Restrukturierungskosten nur in einem oder in beiden Halbjahren 2002 berücksichtigt waren.
Ich weiß auch nicht, ob und in welcher Höhe Restrukturierungskosten in diesem Halbjahr anfallen.
Die Produkte von Nestle scheinen mir von guter Qualität zu sein.
Das Eisgeschäft und Nestle Waters werden aller Wahrscheinlichkeit nach im 2. Halbjahr besser sein als letztes Jahr. Zeitungen schreiben, dass Schöller Eis in Deutschland Überstunden bei voller Kapazitätsauslastung fahren muss.

Trotzdem 2 Fragen an die Value Gemeinde:

Wäre Nestle bei einem KGV von 24 überbewertet?

Im ersten Halbjahr gab Nestle einen Reingewinn von 2 780 Mio CHF an.
Wie ist ein solcher Reingewinn zu beurteilen, wenn gleichzeitig die Nettoverschuldung von 15 000 Mio CHF auf 21 100 Mio CHF anstieg ?

Viele Grüße!
reuse3

Dieter
24.08.2003, 18:42
Hallo Reuse3,

Nestle befindet sich nicht in meinem engeren Fokus, aber ich habe mal in meine Value-Analyse geschaut.

Vorweg - die Sache mit den Gewinnen und was man nun raus-oder reinrechnen soll, bleibt eigentlich jedem selbst überlassen. Valueline erläutert so etwas in den Fußnoten und die Aktien Analyse verwendet den Nettogewinn geteilt durch die Anzahl der verwässerten Aktien.

Für meine Betrachtungen verwende ich den Cash Flow, Sachinvestitionen und den Enterprisevalue (EV). Daraus berechne ich anstelle des KGV den EV / FCF, der bei Nestle Ende 2002 bei rund 18 lag.

Annahmen zur Berechnung des fairen Wert:

Diskontzins: 11 %
FCF: 6.671 Mio SFr
Wachstumsraten :
Jahr 1 bis 4: 9%; 12%
Jahr 5 bis 7: 8%; 10%
Jahr 8 bis 10: 7%; 8%

Damit liegt der innere Wert bei rund 260 SFr. Beim 2. Szenario (12, 10, 8) liegt Nestle's fairer Wert bei 305 SFr.

Zu bedenken ist, das Nestle in 2002 einen überpropotionalen Zuwachs beim FCF hatte. Für meine persönlichen Berechnungen nehme ich den mittleren Wert der letzten 3 Jahre. Dann sieht es allerdings noch trüber aus.

Gruß
Dieter

filippina
24.08.2003, 20:25
Hallo Reuse3,

<(Ich hoffe auf Rückmeldungen)>

Ja, ich sehe das etwas anders. *Im GB 2002, S. 51 kannst du eine andere Rechnung aufstellen.Beispiel: Punkt 28. Erwerbungen: Mittelabfluss aus Erwerbungen 5395 Mio CHF und Punkt 29. Veräusserungen: Mittelzufluss aus Veräusserungen: 4684 Mio CHF.

5395 Mio CHF
-4684 Mio CHF
= 711 Mio CHF mehr an Mittelabfluss, wenn man Erwerbungen und Veräusserungen gegenüberstellt.

Wichtig ist für mich nun, was hinter den Zahlen steckt. *Erwerbungen, wie Powwow fürs Wassergeschäft und Dreyer's und Mövenpick für Speiseeisgeschäft, sind positiv, auch wenn es vorübergehend zur Erhöhung der Nettoschulden kommt. Bis 2006 oder 2007 will Nestle dann die Aktien, die für Dreyer's bezahlt wurden, zurückkaufen. Das Wassergeschäft ist der stärkste Umsatzträger. Mit Powwow kann das Wassergeschäft erheblich gesteigert werden. Das Augenheilgeschäft, an dem Nestle immer noch mit 75% beteiligt ist, könnte meiner Meinung nach ganz verkauft werden.

Zum 1. Halbjahr 2003 wurden nun voll konsolidiert:
Zugang:
Dreyer’s, USA, Speiseeis, 100% (Juni)
Powwow, Europa, Home-and-Office Delivery-
Wassergeschäft, 100% (Juni)
Mövenpick, Schweiz, Speiseeis, 100% (März).

Damit wird das 2. Halbjahr nicht weiter belastet und der Reingewinn für 1. Halbjahr schaut damit nicht schlecht aus. Der Baraufwand für die Erwerbungen betrug 1,3 Mrd CHF. 3,4 Mrd CHF wurden in die langfristigen Verbindlichkeiten aufgenommen

Aus dem Halbjahresbericht, Seite 10:

<Die Investitionen in Sachanlagen blieben in
Prozenten des Umsatzes ungefähr auf demselben
Stand wie in der Vergleichsperiode von 2002.
Der Baraufwand für Erwerbungen betrug
CHF 1,3 Milliarden und umfasste Powwow, die
im europäischen Home-and-Office-Delivery-
Wassergeschäft tätige Gruppe, sowie das Speiseeisgeschäft
von Mövenpick, ebenfalls in Europa.
Die Nettoverschuldung stieg von CHF 15,0 Milliarden
per Ende 2002 auf CHF 21,1 Milliarden. Diese
Zunahme ist vor allem auf den Ende Juni vollzogenen
Zusammenschluss mit Dreyer’s sowie auf den
Erwerb von Powwow zurückzuführen, die sich zusammen
auf CHF 4,0 Milliarden beliefen. Im Falle
von Dreyer’s betrachten wir das Options-Schema
mit dem Ziel des Rückkaufs aller im Umlauf befindlicher
Aktien 2006 oder 2007 als langfristige finanzielle
Verbindlichkeiten. Das Verhältnis zwischen
Nettoverschuldung und Eigenkapital nahm daher
von 42% per Ende 2002 auf 59% zu.>

Noch aus dem Bericht:

<Nestlé hatte sich in ihrem Brief an die Aktionäre
2002 für das laufende Jahr zum Ziel gesetzt, weiterhin
schneller als die Nahrungsmittelindustrie zu
wachsen und gleichzeitig auch ihre Margen und
Mittelflüsse zu verbessern. Das erzielte organische
Wachstum von 5,5% deutet, zusammen mit der
Verbesserung der Margen und des Mittelflusses,
darauf hin, dass die Gruppe die Hälfte des Weges
erreicht hat, um dieses Ziel für 2003 zu realisieren.>

Grüsse
flippi

reuse3
28.08.2003, 23:30
Hallo filippina! Hallo Dieter!

Vielen Dank für Eure Antworten!

Kurz gefasst wollte ich mit meinen ungenauen Rechnungen zum Ausdruck bringen, dass Nestle in diesem Jahr eingekauft hat ohne, wie im letzten Jahr, in annähernd gleichem Wert zu verkaufen.
Das sollte sich negativ auf Gewinn oder Verschuldung auswirken.
Vielleicht ist der Kurs deswegen gefallen.

Der Anstieg der Nettoverschuldung um 6 000 Mio CHF bewirkt bei einem Zinssatz von 2% einen zusätzlichen Abzug von ca. 120 Mio CHF vom EBIT. 120 Mio CHF sind ungefähr 1% vom EBIT im Jahr 2002 und wieder ungefähr 1% vom Reingewinn.

Die Nettoverschuldung scheint so ungefähr die Differenz von Eigen- und Fremdkapital zu sein.(Falls ich mich hier irren sollte wäre ich für Korrekturen dankbar)

Bei dem Anteil von Fremdkapital von Nestle sollte man meiner Meinung nach auch immer das aktuelle Zinsniveau im Auge behalten, da Nestle viele Obligationen auf variablen Zinssatz umgestellt hat.

Falls Nestle die Schulden nicht weiter erhöht und sich zu weiteren Verkäufen durchringt bin ich persönlich optimistisch für das Unternehmen.

Viele Grüße! *reuse3

prince of persia
10.10.2003, 17:50
Published: 07:35 10.10.2003 GMT+2 /HUGIN /Source: Nestlé S.A. /SWX:
NESN /ISIN: CH0002137682

Nestlé verkauft ihre Mehrheitsbeteiligung an der deutschen
Logistik-Gruppe Trinks



Vevey, den 10. Oktober 2003 *- *Die Nestlé-Gruppe hat eine
Vereinbarung mit einer Gruppe deutscher Brauereien erzielt, nach
welcher Nestlé 51 Prozent der Trinks GmbH Goslar und der Trinks Süd
GmbH München, zweier bisher voll konsolidierter Tochtergesellschaften
von Nestlé Waters Deutschland, verkauft. Trinks ist das grösste
Unternehmen der Getränkelogistik in Deutschland und erzielt bereits
fast 50 Prozent ihres Umsatzes mit dem Vertrieb von Bier, während 40
Prozent des Umsatzes auf den Vertrieb von Mineralwasser entfallen.

Die Brauereien beabsichtigen, das gegenwärtige Geschäftsmodell von
Trinks weiterzuführen, welches mehrere hundert Getränkehersteller
bedient. Im Jahr 2002 erzielte Trinks einen Umsatz von ungefähr einer
Milliarde Euro und verteilte 1,3 Milliarden Liter Getränke. Die
Transaktion unterliegt der behördlichen Genehmigung und wird keine
Auswirkungen auf die Arbeitsplätze haben.

Nestlé erwartet, dass der definitive Vertrag noch im Oktober 2003
unterzeichnet wird. Die neue Besitzstruktur wird ab Januar 2004
operationell sein. Von diesem Zeitpunkt an wird Trinks nicht mehr in
der Konzernrechnung von Nestlé konsolidiert und es wurde mit den
neuen Mehrheitsaktionären vereinbart, dass der Anteil von Nestlé in
den kommenden Jahren noch weiter reduziert wird. Dieser Entscheid
unterstreicht den Willen der Nestlé-Gruppe, sich auf ihre
Kernaktivitäten mit höherem Ertrag zu konzentrieren und der
Verbesserung der Margen gegenüber dem Umsatzwachstum den Vorzug zu
geben.


Kontaktpersonen:

Medien: *Hans-Jörg Renk Tel.: *+41-21-924 3726
Investoren: *Roddy Child-Villiers Tel.: *+41-21-924 3622




Nestlé S.A. * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * *
Corporate Communications * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * *
Vevey, Switzerland * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * *
Telephone: +41 21 924 2596

filippina
21.10.2003, 19:53
Reuters
Nestle übernimmt Westschweizer Wasserspender-Vertrieb
Dienstag 21. Oktober 2003, 19:35 Uhr


Zürich, 21. Okt (Reuters) - Der Nahrungsmittelkonzern Nestle (Virt-X: NESZn.VX - Nachrichten) hat per 1. Oktober 2003 die in der Westschweiz in der Installation und im Vertrieb von Wasserspendern und Wasserbehältern tätige Opalia Schweiz - Water Tower SA gekauft. Die operativen Tätigkeiten von Opalia Schweiz blieben unabhängig, während die Direktion von Nestle Waters Schweiz übernommen werde, teilte Nestle am Dienstag mit.
Opalia Schweiz hat sieben Mitarbeiter und ist gegenwärtig in Genf und Lausanne aktiv. Ab 2004 will das Unternehmen in diesem laut der Mitteilung "stark expandierenden Markt" gesamtschweizerisch tätig werden.

Über einen Verkaufspreis wurden keine Angaben gemacht.

prince of persia
23.10.2003, 15:41
Hallo,

die 9-Monatszahlen von Nestle sind ja ganz ordentlich. Organisches Wachstum: 5,4 %, davon RIG=2,3% und Preissteigerungen=3,1%; + 1,4 % aus Akquisitionen macht 6,8 % Umsatzwachstum bei konstanten Währungs-Relationen. Die Währungsverluste schlugen mit - 9,2 % zu Buche - macht 2,4 % Umsatzeinbußen in drei Quartalen.

Angaben zum Gewinn sehe ich keine! * http://www.value-analyse.de/iB_html/non-cgi/emoticons/confused.gif

Was macht der Franken? Das Managment erwartet eine Stabilisierung des Wechselkurse zum 4. Quartal. Credit SUisse sieht den Euro auf 12-Monatssicht bei 1,53 Sfr - aktuell 1,55.


Grüße
PoP

prince of persia
08.01.2004, 12:42
Wolfgang Reichenberger, Finanzchef von Nestlé, über die «wahre» Bewertung des Nahrungsmittelherstellers
«Wir müssen aus der Grösse mehr Vorteile gewinnen» *

Mitte März 2001, als Mario Corti unvermittelt als Finanzchef von Nestlé zurücktrat, um die Leitung der Swissair zu übernehmen, wurde Wolfgang Reichenberger quasi über Nacht zu seinem Nachfolger berufen. Noch war Reichenberger operativer Gesamtverantwortlicher der japanischen Tochter. Schon einen Monat später leitete er die erste Telefonkonferenz, um das Quartal von Nestlé zu kommentieren. Was darf der Anleger in den kommenden Jahren erwarten? «Finanz und Wirtschaft» sprach mit dem Finanzchef über die «richtige» Bewertung dieser Aktien.

—— Herr Reichenberger, die Performance der Nestlé-Aktien war 2003 unterdurchschnittlich. Wieso?
Wir messen uns nicht mehr am SPI oder am SMI, sondern an unseren Konkurrenten aus der Nahrungsmittelbranche. In diesem Vergleich schneiden wir gut ab, auch über die letzten Jahre. In einem Jahr, in dem die zyklischen Werte einen Teil ihrer früheren Verluste wettmachen, ist es klar, dass ein defensiver Titel wie Nestlé nicht die gleiche Dynamik entwickelt.

—— Sie treffen auf Road shows viele grosse Investoren. Sehen die das auch so?
Die Investoren, zu denen wir Kontakt haben, sind langfristig engagiert. Sie verstehen unsere Strategie und hoffen wie wir, dass der Aktienkurs sich auf ein Niveau verbessert, das ungefähr unserer langfristigen Bewertung entspricht. Analysten setzen ein Kursziel von 360 bis 400 Fr. Darin sind alle Faktoren berücksichtigt, die der Markt kennt, also die erwartete Gewinnentwicklung, die Wirkung der Sparprogramme und das projizierte Wachstum. Es wäre unser Ziel, den Kurs in dieser höheren Spanne zu sehen, aber das hängt nicht von uns allein ab.

—— Verkennt der Markt den inneren Wert von Nestlé?
Im Gegensatz zur Börse kennen wir unsere internen Pläne und können daher den wirklichen inneren Wert der Aktie einschätzen. Das ist nach unser Auffassung noch mehr als der Wert, den die Analysten berechnen. Zwischen dem, was die Analysten sehen, und dem, was wir sehen, besteht eine Wahrnehmungslücke. Die müssen wir schliessen durch bessere Kommunikation und durch Tatbeweise, etwa dass die Sparprogramme funktionieren. Ausserdem gibt es die Lücke zwischen dem heutigen Börsenkurs und den 360 bis 400 Fr., die die Finanzanalysten als angemessen beurteilen. Das Bestehen dieser Lücke hängt damit zusammen, dass im Moment defensive Werte nicht in Mode sind. Aber unsere Zeit wird wieder kommen. Ich traue diesem grossen Aufschwung der Börsen noch nicht ganz.

—— Nestlé versucht seit zwei, drei Jahren, diese Bewertungslücke aufzuzeigen. Angenommen, die Börse hat immer Recht: Woran liegt es dann?
Die Börse hat Recht, weil in Zeiten, in denen die Börsenteilnehmer an einen schnellen wirtschaftlichen Aufschwung glauben, in denen die Zinsen niedrig sind und viel Liquidität in den Markt kommt, zyklische Werte einen Vorsprung haben. Solche Zeiten sind schwierig für uns.

—— Wie beurteilen Sie die Börsenaussichten für 2004?
Ich bin ein bisschen vorsichtig. Ich glaube nicht, dass wir die goldenen Zeiten der Neunzigerjahre wiedererleben werden. Dieses Jahr könnte es einige Enttäuschungen geben.

—— Nestlé hat eine Menge Geld anzulegen. Welche Strategie verfolgen Sie?
Wir schlagen schon seit vielen Jahren eine konservative Linie ein. Einen Teil unserer Pensionsfonds richten wir auf das Erzielen einer absoluten Rendite aus und sind damit gut gefahren. Dieses Jahr haben wir eine sehr gute Rendite auf den Pensionsfonds, weil wir stark in Aktien investiert sind, auch wenn wir konservativer sind als andere. Ein anständiger Ertrag hilft den Pensionsfonds und zu einem gewissen Grad Nestlé selbst, wegen der niedrigeren Pensionskosten.

—— Welchen Dollarkurs kalkulieren Sie für nächstes Jahr?
Den Dollarkurs setzen wir jeweils fest, wenn wir unser Budget ausarbeiten. Das war im Oktober, als er zwischen 1.35 und 1.40 notierte. Wir versuchen also nicht, Vorhersagen zu treffen. Ich glaube immer noch, dass wir es bei Kursen um 1.25 mit einer Untertreibung zu tun haben.

—— Die Umstellung der Rechnungslegung auf Dollar – noch kein Thema?
Nein. Warum jetzt umstellen, wenn der Dollar 1.23 notiert, und dann ein zweites Mal bestraft werden, wenn er steigt? Die Buchhaltungswährung sollte keine Spekulation sein. Sie hat für unsere Investoren an Bedeutung verloren. Wichtig ist, dass wir unsere Resultate nicht nur in Franken zeigen, sondern auch in konstanter Währung. *

—— Hat die Unterbewertung nicht doch etwas zu tun mit dem Bild, das die Nestlé-Ergebnisse in Franken zeichnen?
Das hängt von der Perspektive ab. Etwa ein Viertel unserer Anleger sind Amerikaner, dazu kommen etliche Kanadier. Die sind höchst beglückt über den Frankenkurs! Amerikanische Investoren, die uns gut kennen, betrachten Nestlé nicht als eine Frankenanlage, sondern wissen, dass wir ein Währungskorb sind. Wir verkaufen in über hundert verschiedenen Währungen, die sich untereinander in allen möglichen Richtungen bewegen. Ausser dem Euro haben sich 2003 zum Franken allerdings alle abgewertet.

—— Die teilweise Publikumsöffnung von Alcon hatte nicht zuletzt zum Zweck, dadurch den Wert des Kerngeschäfts quantifizierbarer zu machen. Wir haben jedoch den Eindruck, das Wahrnehmungsdefizit sei nicht beseitigt.
An dem Tag im Oktober 2001, als wir die Publikumsöffnung bekannt gaben, und in der Woche, als Alcon an die Börse ging, im März 2002, gab es einen positiven Schub für die Nestlé-Aktien. Wir glauben, dass das Teil-IPO eine Neueinschätzung von Nestlé gebracht hat, wenn vielleicht auch nicht in dem Mass, wie wir es erwartet hatten. Was der Markt meiner Ansicht nach nicht reflektiert, ist, dass Alcon sich kräftig aufgewertet hat. Seit dem Börsengang zu 33$ haben sich Alcon in Dollar fast verdoppelt. Das ist noch nicht vollkommen im Nestlé-Kurs absorbiert.

—— Haben Sie Alcon zu günstig unters Publikum gebracht?
Im Nachhinein lässt sich das immer einfach feststellen. Wir hatten damals sehr hart verhandelt. Wenige Monate nach dem Börsengang sank der Kurs auf 27$. Man hätte uns damals vorwerfen können, dass Nestlé den Preis zu hoch angesetzt habe. Das Unternehmen konnte sich zwanzig Jahre lang wie in einem Inkubator sehr schön entwickeln, ohne den kurzfristigen Druck des Marktes zu spüren. Innerhalb von Alcon staute sich ein enormes Potenzial auf, das nun langsam realisiert wird.

—— Ist eine Reduktion des Nestlé-Anteils an Alcon vorgesehen?
Das ist im Moment kein Thema. Wir sind sehr zufrieden mit dieser Investition und glauben, dass das Potenzial noch nicht ausgeschöpft ist.

—— Nochmals zur Wirkung des Spin-off: Wir haben den Eindruck, dass der Markt den Wert des Nahrungsmittelgeschäfts trotz der Offenlegung des Werts von Alcon nicht ganz erkennt.
Das glaube ich auch. Daran lässt sich ablesen, dass der Nahrungsmittel- und Getränketeil noch mehr unterbewertet ist als Nestlé insgesamt. Wenn Sie die Anteile von Alcon und L’Oréal abziehen und dann das Gewinnverhältnis mit demjenigen anderer Nahrungsmittelaktien vergleichen, sehen Sie, dass etwas nicht stimmt. *

—— Wie wird sich eine Übernahme der Mehrheit an L’Oréal auf den Kurs von Nestlé auswirken?
Da nehmen Sie etwas an, das in keiner Weise unseren Erwartungen entspricht. Die Situation ist dieselbe wie seit dreissig Jahren, und wir werden weiterhin den Willen von Frau Bettencourt respektieren, die zu ihren Lebzeiten *
Mehrheitsaktionärin bleiben will.

—— Und wenn im nächsten März die Vereinbarungen zwischen Nestlé und der Familie Bettencourt, den beiden Grossaktionären von L’Oréal, auslaufen?
Was ausläuft, ist die Verpflichtung für Nestlé, einen Teil oder die Gesamtheit der von der Familie Bettencourt gehaltenen Aktien der Zwischenholding Gesparal zu erwerben, falls die Familie eine solche Forderung ausspricht. *

—— Würde es die Wahrnehmung von Nestlé verändern, wenn der Konzern die Mehrheit übernehmen und L’Oréal konsolidieren würde?
Das Konzernergebnis von L’Oréal verbuchen wir anteilmässig auf der Zeile Minderheiten. Das ist ein Betrag, der über die Jahre ständig gestiegen ist und den Konzerngewinn sowie den Gewinn pro Aktie günstig beeinflusst. Mit dieser Situation sind wir recht zufrieden.

—— Ab 2005 entfallen wegen der neuen Normen zur Rechnungslegung die regelmässigen Goodwillabschreibungen in Milliardenhöhe. Kann das dem Kurs einen Impuls verleihen, oder ist dieser Effekt bereits in den Preis eingebaut?
Diese Veränderung ist rein kosmetisch und hat keinen Einfluss auf wirklich wichtige Messgrössen wie Cash-flow oder Rendite auf dem investierten Kapital. Die Änderung bezweckt, dass wir mit den Amerikanern auf einen gemeinsamen Standard kommen. Ich begrüsse die Konvergenz der europäischen und der amerikanischen Vorschriften. Wichtig ist, dass amerikanische Investoren künftig unsere Jahresberichte besser verstehen als jetzt.

—— Kann es sein, dass die vielen Übernahmen der jüngeren Vergangenheit die Investoren etwas skeptisch gestimmt haben?
Wenn ich mit Investoren spreche, wird oft gesagt, Nestlé sollte sich zurückhalten mit Übernahmen. Wir haben nur dann Übernahmen durchgeführt, wenn sie strategisch ausgesprochen wichtig waren für uns, wenn sie finanziell sinnvoll waren und wenn wir sie als gut integrierbar betrachteten. Wir haben viel öfter Nein gesagt als Ja, doch das sieht der Markt gar nicht. Zudem gibt es nur wenige grosse Objekte, und wo es sie noch gibt, würden oft wettbewerbsrechtliche Probleme auftauchen. Die Luft wird ziemlich dünn. Dennoch sind wir weiterhin aktiv, um die eine oder andere Akquisition zu vollziehen. Vor allem ist es uns wichtig, über jede grössere Transaktion in der Branche Bescheid zu wissen, denn das ist ein Teil unserer Informationsbeschaffung.

—— Das Portfolio vermittelt den Eindruck, die angestrebten Positionen seien erreicht. Wo kann und will Nestlé denn noch wachsen?
Wo wir klar wachsen wollen, ist der Bereich Nutrition, Nahrungsmittel, die zusätzlich gesundheitsfördernde Wirkung haben. Wir verfügen über ein breites Portfolio von Produkten im Kindernahrungsbereich über Sportlerprodukte bis hin zu klinischer Nahrung. Das ist ein verhältnismässig kleines, aber sehr schnell wachsendes und rentables Geschäft. Wir streben nicht primär Akquisitionen an. Im Bereich Mundpflege etwa arbeiten wir mit Marktführer Colgate zusammen. Im Nutrition-Geschäft sind solche Partnerschaften ein interessantes Modell. Wir haben bereits verschiedene, zum Teil langjährige solche Partnerschaften, etwa mit General Mills im Cerealiengeschäft oder mit Coca-Cola im Bereich Eistee. Auch haben wir mit L’Oréal ein Joint venture für dermatologische Produkte, die man einnimmt. Solche Schnittstellen gibt es einige, und wir werden eine nach der andern prüfen.

—— Nestlé erwirtschaftet 5 Mrd. Fr. freien Cash-flow pro Jahr, im Kerngeschäft sind grosse Akquisitionen kaum noch möglich, und das Prozessoptimierungsprogramm Globe bereitet Nestlé auf einen Umsatz von 150 bis 200 Mrd. Fr. vor. Muss der Konzern diversifizieren? *
Es ist nicht zwingend, dass wir ausserhalb unseres Kernbereichs diversifizieren. Wo wir uns ausdehnen wollen, ist wie gesagt im Nutrition-Bereich.

—— Ist der gross genug?
Das heisst nicht, das wir dort Riesenakquisitionen machen müssen. Wenn Sie Nestlé mit anderen Gesellschaften vergleichen, sind wir bereits eine recht diversifizierte Gruppe. Wichtig ist, dass wir aus unserer Komplexität und Grösse mehr Vorteile herausschlagen als bisher. Das Projekt Globe wird uns ermöglichen, von dieser Grösse zu profitieren, ohne nur die Nachteile der Komplexität in Kauf nehmen zu müssen. Globe ist im Übrigen kein Einsparungsprogramm per se, sondern soll den Kostensenkungsprogrammen ermöglichen, ihr Potenzial auszuschöpfen, indem die Prozesse und die Datencodes standardisiert werden. *

—— Welchen Effekt haben Globe und die Kostensenkungsprogramme Target 2004 und FitNes auf die Margen?
Wir erwarten aus allen Sparprogrammen zusammen Kostensenkungen von mindestens 6 Mrd. Fr. bis 2006. Alle Programme sind auf Kurs, und wir sind sehr zuversichtlich, die Ziele zu erreichen.

—— Die Branchenkonkurrenten erwirtschaften operative Margen auf Stufe Ebita von 15 bis 20%, Nestlé kommt auf 11 bis 12%. Wo liegt Ihre Messlatte?
Unsere Ebita-Margen haben Verbesserungsspielraum im Vergleich zu unseren Konkurrenten, das ist klar. Wir wollen die Margen verbessern, geben aber keine Zielgrösse in Zahlen an. Manche Mitbewerber, die höhere Margen erarbeiten, sind ein Mehrfaches kleiner als wir. Wir haben noch nicht das Potenzial ausgeschöpft, das in unserer Grösse liegt. Globe und die Sparprogramme werden uns dabei helfen. *

—— Müsste sich die Gewinnentwicklung also beschleunigen?
Wenn Sie unsere Sparprogramme 2005 und 2006 betrachten, sehen Sie eine Akzeleration.

—— Zur Verwendung der freien Mittel: Was steht im Vordergrund?
Im Moment ist es der Schuldenabbau. Mitte Jahr hatten wir 21 Mrd. Fr. Schulden. Wir haben das höchste Kreditrating, das so genannte Triple-A, behalten. Das ist gut für Nestlé. Wenn Sie unsere Nettofinanzierungskosten mit denjenigen unserer Konkurrenten vergleichen, werden Sie sehen, dass ein ziemlicher Unterschied besteht. Es sind nicht nur die 40 Basispunkte, die ein Triple-A-Emittent günstiger Bonds ausgeben kann als ein Double-A-Emittent. Ein Triple-A erlaubt auch mehr Flexibilität in der Aufnahme kurzfristiger Schulden. Daher ist uns das Triple-A wichtig. Wir haben den Ratingagenturen signalisiert, dass wir die Schulden reduzieren und auch technisch wieder ein Triple-A erreichen möchten, denn die Bilanz vom Juni und die Verhältnisse entsprachen nicht unbedingt der Qualität der Höchstnote. Daher führt kein Weg am Schuldenabbau vorbei.

—— Was bleibt für die Aktionäre übrig?
In den vergangenen Jahren haben wir die Ausschüttungsquote ständig erhöht. *

—— Geht es so weiter?
Das ist unsere Absicht.

—— Denken Sie auch an Aktienrückkauf oder Nennwertrückzahlung?
Das ist im Moment kein Thema.

Interview: Arno Schmocker
und Manfred Rösch


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prince of persia
27.09.2004, 19:35
Nach den schwachen Quartalszahlen und deutlichen Kursverlusten habe ich mir mal überlegt, ob bzw. wann Nestle wieder attrativ bewertet ist.

Meine Annahmen:

FCF-Annahme in 2004: 14,5 SFr je Aktie

Wachstusmsannahme 04-10: 8%
Wachstusmsannahme 10-16: 4%
Wachstusmsannahme ewig: 2%

Diskontierungsfaktor: 9%

Barwert der Gewinne je Aktie: 305 SFr

- Finanzverbindlichkeiten: 75 SFr je Aktie
+ Liquide Mittel: 37 SFr je Aktie
+ 26,4% der Marktkapitalisierung von Loreal: 36 SFr je Aktie
+ 75% der Marktkapitalisierung von Alcon: 76 SFr je Aktie
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Innerer Wert: Rund 380 SFr je Aktie.

prince of persia
07.12.2004, 15:38
Published: 13:14 07.12.2004 GMT+1 /HUGIN /Source: Nestlé S.A. /SWX: NESN /ISIN: CH0012056047

Wachstum mit Pizza : Nestlé steigt bei Wagner ein

Frankfurt/Nonnweiler-Braunshausen, 7. Dezember 2004 - Die Nestlé Deutschland AG, Frankfurt am Main, beteiligt sich mit einem Anteil in Höhe von 49 Prozent an der Wagner Tiefkühlprodukte GmbH, Nonnweiler-Braunshausen. Die Transaktion erfolgt - vorbehaltlich einer Genehmigung durch die zuständigen Behörden - zum 1. Januar 2005.

Mit einem Marktanteil von rund 33 Prozent und einem Umsatz von rund 200 Millionen Euro ist Wagner eine starke Nummer zwei im wachsenden deutschen Tiefkühl-Pizza-Markt. Das Sortiment reicht von dem Erfolgsprodukt "Steinofen-Pizza" über Premiummarken *wie *"La Pizza" bis hin zu tiefgekühlten Snackprodukten.

"Wir freuen uns, künftig zusammen mit Wagner die einzigartige Erfolgsgeschichte *fortzuschreiben. Mit Marken wie Maggi, Thomy und Buitoni verfügt Nestlé bereits über eine langjährige und umfassende Expertise im kulinarischen Bereich. Wir sehen deshalb vielversprechende Möglichkeiten, das Geschäft auszubauen, indem wir das erfolgreiche Management, den Markenwert und die exzellente Produktqualität von Wagner mit dem weltweiten Vertriebsnetz, sowie dem Marketing-Know-how und der Forschungs- und Entwicklungskompetenz der Nestlé-Gruppe vereinen", sagte Patrice Bula, Vorstandsvorsitzender der Nestlé Deutschland AG. *

"Nestlé ist der ideale Partner, das Geschäft in Europa weiter zu entwickeln und um neue Märkte zu erschließen. Die Konzentration auf Handels- und Industrieseite verlangt nach zukunftsorientierten *Strategien, um den langfristigen Erfolg zu garantieren. Die Qualitäts- und Markenphilosophie beider Unternehmen, die die Produktqualität an oberste Stelle stellt, ist dafür eine gute Basis. Die Belegschaft von Wagner begrüßt die zukunftsweisende Weichenstellung, da diese neue Impulse für das Geschäft und die Sicherheit der Arbeitsplätze geben werde", *sagte Gottfried Hares, Sprecher der Geschäftsführung bei Wagner.

Die geschäftsführenden Gesellschafter von Wagner werden wie bisher das operative Geschäft führen. Die strategische Ausrichtung steuert ein paritätisch besetzter Gesellschafterausschuss unter Vorsitz des Vorstandsvorsitzenden der Nestlé Deutschland AG.

Pizzen sind bei den deutschen Verbrauchern das beliebteste Tiefkühlprodukt. Durch Innovationen mit hoher Marktakzeptanz und eine konsequente Qualitäts- und Markenpolitik hat Wagner einen wesentlichen Anteil an der anhaltend positiven Entwicklung des Tiefkühlpizzamarktes in Deutschland. Das Marktvolumen für Tiefkühlpizzen lag 2003 in Deutschland bei über 700 Millionen Euro (Vorjahr: rund 670 Millionen Euro) und wuchs in den letzten fünf Jahren mit durchschnittlichen Steigerungsraten von sieben Prozent. Neben dem heimischen Markt beliefert Wagner bereits einige westeuropäische Länder, darunter Österreich mit einem Marktanteil von rund 25 Prozent.

Presseanfragen:
Nestlé Deutschland AG
Hartmut Gahmann
Tel. (069) 6671 - 2366
Fax (069) 6671 - 3190
e-mail: hartmut.gahmann@de.nestle.com

Wagner Tiefkühlprodukte GmbH
Anke Barge
Tel. (06873) 665 - 219
Fax (06873) 665 329 - 219
e-mail: anke.barge@wagner-pizza.de

prince of persia
07.02.2005, 17:37
Tchibo greift Nespresso an

"Caffita" soll Nestle-Tochter Kunden abjagen - Produktion der Kaffeemaschinen ist angelaufen

OLIVER STOCK HANDELSBLATT, 7.2.2005 ZÜRICH.

Der Hamburger Kaffee- und Kosmetikkonzern Tchibo greift das Espressosystem "Nespresso" des Schweizer Lebensmittelriesen Nestlé an. Wie eine Tchibo-Sprecherin dem Handelsblatt bestätigte, wollen die Hamburger in Kürze ein eigenes System auf den Markt bringen: Kunden sollen bei Tchibo portionierten Espressokaffee inklusive spezieller Espressoautomaten kaufen können. Die neue Produktlinie soll den Namen "Caffita" tragen. Die Espressokapseln werden bereits abgefüllt. Tchibo wird einen zweistelligen Millionenbetrag aufwenden müssen, um das System einzuführen. Konzernchef Dieter Ammer hatte bereits angekündigt, mit Hilfe neuer Produkte und Vertriebsschienen organisch zu wachsen.

Nestlé ist mit seiner Tochterfirma Nespresso Marktführer im Bereich der Espressosysteme mit vorportioniertem Kaffee. Das Geschäft läuft gut: Im Jahr 2003 erzielte Nespresso einen Umsatz von 295 Mill. Euro. Seit Firmengründung 1988 hat die Schweizer Nestlé-Tochter ein jährliches Wachstum von 25 Prozent erreicht. Nestlé-Kenner rechnen beim Espressogeschäft mit einer Betriebsgewinnmarge an die 30 Prozent. Tchibo dürfte mit weniger kalkulieren. Die Hamburger wollen Nespresso-Trinker durch günstige Preise zum Umsteigen bewegen.

In der Vergangenheit hatten bereits Konzerne wie Melitta und Lavazza ähnliche Systeme auf den Markt gebracht, konnten jedoch Nespresso kaum Marktanteile abnehmen. Marc-Alain Dubois, Direktor von Nespresso im Heimatmarkt Schweiz, reagiert deswegen betont gelassen auf Tchibos Pläne: "Neue Anbieter beleben den Markt."

Nespresso setzt auf einen festen Kundenstamm innerhalb eines Clubsystems. Nur Clubmitglieder können den Nespresso-Kaffee schriftlich, telefonisch oder im Internet bestellen. Darüber hinaus gibt es den Kaffee, den die Schweizer "Gran Cru" getauft haben, und der in zwölf verschiedenen Geschmackssorten zu haben ist, in weltweit 24 exklusiven Nespresso-Boutiquen. Bei Geschmackstestern erhält Nespresso-Kaffee regelmäßig gute Noten. Für die 1,2 Millionen Clubmitglieder ist es nicht sonderlich attraktiv, den Anbieter zu wechseln, weil sie sich für 150 Euro aufwärts extra einen Nespresso-tauglichen Kaffeeautomaten gekauft haben.

Dennoch ist Tchibo zuversichtlich, dass dieser Markt noch Möglichkeiten bietet. Im Kaffeegeschäft hatte Tchibo 2003 rund 3,3 Mrd. Euro umgesetzt. Das von Nestlé kopierte System passt gut in die Strategie der Hamburger, mit Kaffee und Zubehör Geld zu verdienen.

Tchibo nennt offiziell zwar noch keinen Termin für den Verkaufsstart, hat die Vorbereitungen jedoch schon weitgehend abgeschlossen. Der Kaffee wird bereits in Norditalien abgefüllt. Auch die Brühmaschinen lassen die Hamburger bereits fertigen. Sowohl bei den Maschinen sowie den Espressokapseln werden sie preisaggressiv vorgehen. Die Maschinen sollen mit 99 Euro ein Drittel billiger als die günstigsten Nespresso-Automaten sein. Das System soll über die Filialen des Hamburger Kaffeerösters vertrieben werden.

Umkämpfter Markt.

Nestlé ist mit Nespresso im Bereich hochwertiger Espressosysteme Marktführer.

Sara Lee erzielt mit seinem Senseo-System hohe Marktanteile bei Privathaushalten.

Illy ist mit dem Easy Serving Espresso vorwiegend im Gastronomiebereich vertreten.

Lavazza drängt mit seinem Bürosystem Espresso-Point inzwischen auch in die Haushalte.

Procter & Gamble versorgt mit seinem Home-Café den US-Markt.

Melitta hat gerade MyCup in Deutschland eingeführt.

Kraft ist vor allem in Frankreich mit "Tassimo" präsent.

Stock, Oliver


07. Februar 2005


[I]Nespresso setzt auf einen festen Kundenstamm innerhalb eines Clubsystems [...] Für die 1,2 Millionen Clubmitglieder ist es nicht sonderlich attraktiv, den Anbieter zu wechseln, weil sie sich für 150 Euro aufwärts extra einen Nespresso-tauglichen Kaffeeautomaten gekauft haben.[I]

Nettes Beispiel wie Wettbewerbsvorteile durch Umstiegskosten entstehen. Ich denke daher, dass Tschibo höchstens eine Nische bedienen wird. Dafür spricht wohl auch, dass bei höherpreisigen Espresso mehr für den Handel hängen bleibt. Somit würde sich das neue Modell für Händler "lohnen", die auf die Geiz-ist-Geiz-Welle aufgesprungen sind und die, um ihre Strategie nicht zu verwässern, trotz Umstiegskosten und niedrigerer Marge auf Tschibo umstellen würden.

prince of persia
08.03.2005, 00:35
Aktionäre planen Putsch gegen Nestlé-Chef
Stiftung sieht Verstoß gegen Corporate Governance

OLIVER STOCK, HANDELSBLATT, 7.3.2005, ZÜRICH.

Der bevorstehende Wahl von Nestlé-Chef Peter Brabeck an die Spitze des Verwaltungsrats des weltgrößten Lebensmittelherstellers, stößt bei Aktionären auf Widerstand. Sie haben sich deswegen jetzt zu einem Bündnis zusammengeschlossen mit dem Ziel, Brabecks Wahl an die Spitze des Aufsichtsgremiums bei der nächsten Hauptversammlung zu verhindern.

Angeführt wird der Widerstand von der schweizerischen Anlagestiftung Ethos, die im Auftrag zahlreicher Pensionskassen Nestlé-Aktien verwaltet. Sie hat sich mit weiteren Aktionären zusammengeschlossen. Gemeinsam halten die Gegner von Brabecks Vorhaben Aktien im Börsenwert von 400 Mill. Schweizer Franken (260 Mill. Euro) an dem Lebensmittelhersteller und erfüllen damit eine Voraussetzung, um bei der anstehenden Generalversammlung überhaupt gehört zu werden: Bei Nestlé ist anders als etwa bei skandinavischen Unternehmen, wo Aktionäre nur eine Aktie besitzen müssen, um einen Antrag stellen zu dürfen, ein Aktiendepot mit einem Börsenwert von 320 Mill. Franken erforderlich, um gehört zu werden. Auch diese Vorschrift ist den Kritikern um Ethos ein Dorn im Auge.

Ethos-Direktor Dominique Biedermann hält die Kontrollmöglichkeiten eines Verwaltungsrates über ein Unternehmen für begrenzt, wenn Unternehmenschef und Verwaltungsratsvorsitzender identisch sind. Stiftungsratsvizepräsident Kaspar Müller attestiert Nestlé zwar ein „brillantes Unternehmen“ zu sein, als langfristig orientierter Aktionär sei es jedoch seine Pflicht, falsche Entwicklungen rechtzeitig anzuprangern. Deswegen plant Ethos den Putschversuch auf der Hauptversammlung. Neben der Verhinderung des Doppelmandats hat die Stiftung ein weiteres Anliegen: Sie fordert den Konzern auf, die Verwaltungsratsmitglieder nur noch für drei, statt wie bisher für fünf Jahre wählen zu lassen.

Nestlé dagegen beharrt auf seinen Statuten: Der Präsident des Verwaltungsrats muss das Geschäft des Unternehmens kennen, die Chemie mit den anderen Mitgliedern des Gremiums müsse stimmen und ein langfristiges Engagement sicher sein, erklärt ein Unternehmenssprecher und nennt damit die Gründe für Brabecks Kandidatur. „Wir sehen mit Vertrauen der Entscheidung unserer Aktionäre entgegen.“

Dass er dieses Vertrauen haben kann, liegt an einer weitere Nestlé-Spezialität: Anträge wie der zur Amtsdauer des Verwaltungsrats können überhaupt nur behandelt werden, wenn bei der Hauptversammlung Zweidrittel des gesamten Aktienkapitals vertreten ist. Da nur eingetragene Aktionäre stimmberechtigt sind, bei Nestlé aber nach Ethos-Schätzung etwa ein Drittel der Aktionäre nicht im Aktienregister notiert ist, kann die notwendige Präsenz kaum zu Stande kommen. Mehr als einen Achtungserfolg wird Ethos also voraussichtlich nicht für sich verbuchen können. Immerhin: Gleich lautende Anträge, die Ethos bei der Großbank Credit Suisse und dem Versicherer Zurich Financial Services vor drei Jahren gestellt hatte, führten zwar auch nicht unmittelbar zu einem Erfolg. Heute jedoch herrscht in diesen beiden Unternehmen eine strikte Ämtertrennung.

prince of persia
18.04.2005, 14:25
Lausanner Theater: David unterliegt Goliath

Lebensmittelriese Nestlé hebt Ämtertrennung trotz Aktionärskritik auf

OLIVER STOCK, LAUSANNE HANDELSBLATT, 15.4.2005

Es gibt Geschichten, die lassen sich einfach gut erzählen, weil sich jeder in die Figuren der Handlung hineindenken kann. Die Geschichte von David und Goliath gehört dazu. Sie wurde gestern in Lausanne aufgeführt, da wo der größte Lebensmittelkonzern der Welt seine Generalversammlung abgehalten hat: Nestlé. Das Unternehmen will die Führung seines Verwaltungsrates und die Konzernspitze in die Hände einer Person legen. Der jetzige Konzernchef Peter Brabeck ist vom Verwaltungsrat für diese Doppelfunktion ausersehen. Eine Gruppe aufmüpfiger Aktionäre ist dagegen.

Nestlé, das sind 250 000 Mitarbeiter in 500 Fabriken, in mehr als 80 Ländern. Nestlé, das sind 6,7 Mrd. Franken Reingewinn. Maggi, Mövenpickeis und San Pellegrino, Babynahrung, Hundefutter und Kosmetikartikel - es ist schwierig im Alltag um Marken aus dem Hause Nestlé herumzukommen. Kurzum: Nestlé ist Goliath.

Sein Gegenspieler ist die Anlagestiftung Ethos. Keine Spinner, sondern Leute wie Dominique Biedermann: "Das Schlimmste", sagt der schmächtige Ethos-Direktor, "ist nicht der Machtmissbrauch, sondern dem Machtmissbrauch keinen Einhalt zu gebieten." Nestlé habe Druck ausgeübt, um die Abstimmung heute zu Gunsten des Verwaltungsrats ausgehen zu lassen. "Ich hoffe, sie erliegen diesem Druck nicht", rief Biedermann. Er hat in den vergangenen Wochen um Unterstützung für seine Forderung gerungen, eine Bündelung der Funktionen bei Nestlé in den Händen Brabecks nicht zuzulassen. Mindestens fünf Pensionskassen hat er überzeugen können. Sie halten Nestlé-Aktien mit einem Börsenwert von rund 400 Mill. Franken. Doch gemessen an 130 Mrd. Franken Nestlé-Marktkapitalisierung ist Ethos mit ihren Unterstützern ein Zwerg, ein David.

Dennoch ist Ethos gut munitioniert. 400 Mill. Franken reichen knapp, um immerhin die Tagesordnung der Generalversammlung zu ändern. Drei Anträge hat die Anlagestiftung ins Programm aufnehmen lassen: Neben der Ämtertrennung verlangen Biedermann und seine Getreuen, die Amtsdauer der Verwaltungsratsmitglieder wie etwa beim Industriekonzern ABB oder beim Luxusgüterhersteller Richemont auf ein Jahr zu begrenzen. Bei Nestlé sind es fünf. Sie wollen außerdem durchsetzen, dass die Kapitalschwelle herabgesetzt wird, von der an Aktionäre bei einer Generalversammlung einen Antrag stellen dürfen. Auch hierfür gibt es Beispiele: Aktionäre der Banken Credit Suisse und UBS müssen weniger Kapital vereinigen als die Anteilseigner von Nestlé, um Einfluss auf das Programm der Aktionärsversammlung nehmen zu können.

Allein die Tatsache, dass die Schleuder Davids damit geladen war, genügte, um der gestrigen Versammlung weltweite Aufmerksamkeit zu bescheren. Der bislang amtierende Verwaltungsratspräsident Rainer E. Gut, sein designierter Nachfolger Brabeck und die rund 2 500 erschienenen Aktionäre mussten sich an Satellitenschüsseln und Übertragungswagen vorbeischlängeln, um in den Veranstaltungssaal zu gelangen. Sie wurden mit der erwarteten Schau bedient: Nicht ohne Ironie appellierte eine weißhaarige Aktionärin an Brabeck, sich die Doppelbelastung gut zu überlegen. Schließlich ruiniere so etwas ganz schnell die Gesundheit. Ein anderer im grauen Anzug trat ans Mikrofon und fragte: "Herr Brabeck, sind Sie lernfähig? Oder sind Sie arrogant?" Ein Dritter redete gar von "Absolutismus" und erhielt rauschenden Beifall.

"Da kann ich nur lachen", entgegnete der scheidende Verwaltungsratspräsident Gut. Doch ganz so gelassen, wie sich der ehemaliger Chef der Credit Suisse gab, war er nicht. "Ich will nicht verhehlen", sagte Gut, "dass mich die Tatsache enttäuscht, dass verschiedene Pensionskassen" den Empfehlungen von Ethos folgen. Dieses Misstrauen habe Nestlé nicht verdient. Der Verwaltungsrat sei an sich der Meinung, dass eine Trennung der Ämter vorzuziehen sei. "Aber wir weigern uns, uns Fesseln anzulegen, indem wir freiwillig Bestimmungen einführen, die über das Gesetz hinausgehen." Der Vorschlag untergrabe die unternehmerische Flexibilität Nestlés.

Guts Unruhe war berechtigt. Ethos erhielt bei der Abstimmung knapp 36 Prozent der Stimmen. Mehr als 13 Prozent der anwesenden Aktionäre waren zudem unentschlossen. Damit sind die Anträge der Stiftung zwar gescheitert. Der Angriff hat aber dem Image des Unternehmens einen Kratzer zugefügt. Den doppelten Brabeck wird es dennoch geben. Die vielen Stimmen gegen ihn, räumte er gestern ungewohnt selbstkritisch ein, seien aber eine "Enttäuschung".

prince of persia
17.06.2005, 12:57
Ein DCF-Update von mir:

FCF: 17 SFr/Aktie
Wachstum 1-6 Jahre: 6%
Wachstum 6-12 Jahre: 4%
Wachstum ewig: 2,5%
Diskontierungsfaktor: 9%

Barwert: rund 340 SFr/Aktie

Nettoverschuldung: rund 30 SFr/Aktie
Beteiligungen: rund 120 SFr/Aktie

Fairer Wert: rund 430 SFr/Aktie

(Anzahl der Aktien: 403,52 Mio)

Wesentliche Änderung im Vergleich zu meiner Prognose vom 27.09.2004:

- der freie Cashflow wurde höher angesetzt. Berechnung über den operativen Gewinn for Goodwill und Restrukturierungen, abzüglich Steuern, zuzüglich Abschreibungen auf Sachanlagen, abzüglich Sachinvestitionen.

- aufgrund der Wachstumsschwäche wurde das Wachstum am kurzen Ende reduziert. Dahingegen wurde das Wachstum auf der langen Seite aufgrund der vorherrschenden Preismacht angehoben.

- die Nettoverschuldung ist gesunken

- der Wert der Beteiligungen, 26,9 % an L'Oreal und 75% an Alcon, ist gestiegen.

Wie man sieht finden die Beteiligungen immer noch keinen Ausdruck im Börsenkurs von Nestle. Sie stellen jedoch einen Wert dar und wenn es so weiter geht, seigt der Druck auf das Managament etwas damit anzustellen, um den Börsenwert dieses Gebildes nicht zu verwässern.

Fazit: Nestle ist immer noch einen Kauf wert. Ein defensiver Valuewert mit 20% Sicherheitsmarge bzw. mit Aussicht auf leicht zweistellige Rendite ist nicht übel. Damit läßt's sich ruhig schlafen.

notnormal
17.08.2005, 07:37
Nestlé: Strong 2005 First-Half Performance – Organic Growth, EBITA Margins and Net Profit All Up

Vevey, August 17, 2005

Strong organic growth of 5.2% (RIG 3.4%, pricing 1.8%)
Sales in Swiss francs up 2.4%, despite negative currency impact of -1.8% and divestitures of -1.0%
EBITA margin improvement of 10 bps, 30 bps on an underlying constant currency base
Net profit up 32.4% (underlying EPS up 11.2%)
Net debt fell to CHF 12.4 billion and a net debt-equity ratio of 27%, allowing start of the share buy-back program in July 2005
Peter Brabeck-Letmathe, Chairman and Chief Executive Officer of Nestlé S.A.: "Nestlé's results for the first half of 2005 are in line with our forecasts and underscore the Nestlé Model of combining a good level of organic growth with a sustainable improvement in operating performance. These results have been achieved despite continuing input cost pressures and difficult trading environments in a number of markets. As such, they demonstrate the strength and depth of Nestlé's brand portfolio around the world, as well as the effectiveness of our long-term strategy. The first half results allow us to be confident in achieving our organic growth target in 2005 as well as improving our margins in constant currencies."

Half-year figures at a glance Margins
January-June
2005 January-June
2004 January-June
2005 January-June
2004
Sales CHF 43 474m CHF 42 454m
EBITA(a) CHF 5 212m CHF 5 042m 12.0% 11.9%
Net profit (a)(b) CHF 3 683m CHF 2 782m 8.5% 6.6%
EPS (a)© CHF 9.48 CHF 7.16
Operating cash flow CHF 3 369m CHF 3 347
Real Internal growth 3.4% 2.8%
Organic growth 5.2% 4.6%


(a) 2004 restated following first application of IFRS 2 Share-based Payments
(b) Profit for the period attributable to the Group
© Based on the profit for the period attributable to the Group

During the first half of 2005, the Nestlé Group's consolidated sales grew to CHF 43 474 million, an increase of 2.4% over January-June 2004, despite the negative impacts of currencies of -1.8% and divestitures, net of acquisitions, of -1%. The key growth driver was organic growth of 5.2%. This was within the Nestlé long-term trend target of 5-6% and comprised 3.4% real internal growth (RIG) and 1.8% pricing.

The trading environment has continued to be challenging throughout the first half of the year. Raw and packaging material costs have remained volatile, with some reaching recent highs, and consumer demand has remained fragile in some European countries.

Sales performance
Zone Europe achieved an improvement in organic growth to 1.5%, compared to the corresponding period in 2004. That improvement was the result of a better performance in Western Europe and, in particular, from the European PetCare business, Great Britain, the Iberian region and a number of the smaller markets. France, Germany as well as Italy remained difficult, even though there were signs of improvement. Organic growth in Eastern Europe amounted to 6.2%. The EBITA margin for the Zone decreased from 11.3% to 10.8%, as the Zone continued to focus on defending or improving its market share positions.

Zone Americas had a very good start to the year, with organic growth of 7.2%. There were excellent performances across North America, especially in the Nestlé Prepared Foods Company, as well as in the recently acquired businesses such as Nestlé Purina PetCare Company and Dreyer’s Grand Ice Cream Holdings. Canada and the two key Latin American markets, Brazil and Mexico, delivered strong real internal growth. The EBITA margin for the Zone increased from 12.8% to 13.6%, with the USA particularly strong

Zone Asia, Oceania and Africa achieved organic growth of 6.0% in the first half of the year. Growth in Greater China was held back by a large-scale product exchange due to a local regulatory compliance issue, which reduced consumer demand across all Nestlé-branded product categories in that market. The situation has been addressed and a recovery plan implemented to rebuild consumer confidence and demand during the second half. Japan, Africa and the Philippines, which started the year slowly, are accelerating. There were good performances from a number of Asian markets, as well as the Middle East. The EBITA margin for the Zone fell from 17.8% to 15.9%, reflecting the costs of the product exchange in China, a tough competitive environment for soluble coffee in Japan and higher raw material costs, especially milk.

Nestlé Waters achieved organic growth of 5.9%. The North American business continued its recent trend of very strong growth, whilst the European business recovered from the poor growth levels in 2004. There was good growth also in the emerging market businesses. The EBITA margin for Nestlé Waters decreased from 9.4% to 8.2%, as a result of a substantial increase in the price of PET and a very competitive global trading environment.

In "Other activities", there were excellent performances from Alcon and Nespresso in particular. Organic growth was 10.2%, whilst the EBITA margin increased 410 basis points to 26.8%.

Among the product categories Beverages grew organically 6.4%, Milk products, Nutrition and Ice cream 5.2% and PetCare 5.3%. Pharmaceutical products delivered 9.2% organic growth. Prepared dishes and cooking aids was slightly slower at 3.8%, whilst the Chocolate, confectionery and biscuits product group did well in general, but is still suffering in Russia. Both the Prepared dishes and cooking aids and Chocolate, confectionery and biscuits product groups improved their margins by over 100 basis points, whilst Pharmaceutical products increased by 190 basis points. PetCare achieved a 30 basis point improvement, whilst the margins of the Beverages and Milk products, Nutrition and Ice cream product groups decreased by over 100 basis points, reflecting higher input costs in particular PET and milk, as well as the product exchange in China.

Sales and EBITA margins by management responsibilities and geographic areas Jan.-June
2005 Jan.-June
2004 Jan.-June
2005 Jan.-June
2005 Jan.-June
2004(a)
Sales
in CHF millions Organic
growth (%) EBITA
margins (%) EBITA
margins (%)
Group Totals 43 474 42 454 + 5.2 12.0 11.9
Food
- Europe 14 349 13 999 + 1.5 10.8 11.3
- Americas 13 447 13 058 + 7.2 13.6 12.8
- Asia, Oceania and Africa 7 387 7 181 +6.0 15.9 17.8
Nestlé Waters 4 280 4 128 + 5.9 8.2 9.4
Other activities (b) 4 011 4 088 + 10.2 26.8 22.7


(a) 2004 restated following first application of IFRS 2 Share-based Payments
(b) Mainly Pharmaceutical products and Joint Ventures managed on a worldwide basis. 2004 comparatives include Eismann
All calculations based on non-rounded figures

Sales and EBITA margins by product groups Jan.-June
2005 Jan.-June
2004 Jan.-June
2005 Jan.-June
2005 Jan.-June
2004 (a)
Sales
in CHF millions Organic
growth (%) EBITA
margins (%) EBITA
margins (%)
Group Totals 43 474 42 454 + 5.2 12.0 11.9
Beverages 11 299 10 847 + 6.4 17.0 18.4
Milk Products, Nutrition and Ice Cream 12 023 11 647 + 5.2 9.6 10.7
Prepared Dishes and Cooking Aids 7 737 7 863 + 3.8 12.4 10.9
Chocolate, Confectionery and Biscuits 4 511 4 486 + 2.0 7.8 6.6
PetCare 4 982 4 865 + 5.3 14.1 13.8
Pharmaceutical Products 2 922 2 746 + 9.2 30.4 28.5


(a) 2004 restated following first application of IFRS 2 Share-based Payments
All calculations based on non-rounded figures

Profit performance
The Group's EBITA (Earnings Before Interest, Taxes and Amortization of Goodwill) increased 3.4% to CHF 5.2 billion, whilst the reported EBITA margin improved 10 basis points to 12.0% of sales. The EBITA figure has been restated for 2004 following the retrospective application of new International Financial Reporting Standards (IFRS) adopted as from January 1, 2005. On a comparable share-based payment cost, EBITA increased 4.2%, and the EBITA margin improved by 30 basis points in constant currencies.

Net profit (Profit for the period attributable to the Group) increased 32.4% to CHF 3.7 billion to give a net profit margin of 8.5% of sales, an increase of 190 basis points. Earnings per share grew 32.4% to CHF 9.48. The 2005 net profit is not comparable to 2004 mainly due to the new accounting treatment of goodwill as from January 1, 2005 following the adoption of IFRS 3 (business combinations). The underlying earnings per share increased 11.2% to CHF 9.95.

Financial position
Nestlé delivered strong cash flow from operations of CHF 3.4 billion, an increase of 0.7% over the first half of 2004, whilst free cash flow increased 5.3%. Net indebtedness fell from CHF 15.4 billion at the end of June 2004 to CHF 12.4 billion at the end of June 2005. The ratio of net debt to equity fell from 40% at the end of June 2004 to 27% at the end of June 2005.

The Share buy-back program, announced in February, began in July, with the intention to buy back shares to a value of up to one billion Swiss francs during the second half of the year. By early August, Nestlé had acquired 585,000 shares at a cost of CHF 196 million.

Outlook
Trading conditions will continue to be challenging in a number of markets, whilst commodity costs and currencies are likely to remain volatile. Despite this difficult environment, the Group’s operating efficiency plans, "Operation Excellence 2007" and "FitNes" are on track to deliver their combined gross savings target of CHF1.2 billion for the year, necessary to offset the input cost pressures. Nestlé is therefore well placed to achieve its organic growth target and a further margin improvement in constant currencies.

prince of persia
23.09.2005, 10:42
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@n.n.

Wie ist denn Dein Eindruck von den Zahlen? Ich kann mir den Kursanstieg in den letzten Wochen nicht so recht erklären. Das organische Wachstum in Höhe von 3% (Absatz) + 2% (Preise) = 5% fand ich zufriedenstellend. Allerdings werden die Preissteigerungen und Kostensenkungen weiterhin durch die hohen Rohstoffpreise und die Währungsdifferenzen belastet. So stieg das operative Ergebnis vor Goodwill nur um 3%. Insgesamt ist das Wachstum weiterhin schwach. Das dürfte wohl auch nicht zuletzt damit zusammenhängen, dass die Wettbewerbsbedingungen schwieriger geworden sind. In Deutschland etwa haben die Discounter, wenn ich mir recht erinnere, einen Marktanteil von deutlich mehr als 50% am Lebensmitteleinzelhandel. Wie dem auch sei, denke ich, dass höhere Kurse fundamental durchaus gerechtfertigt sind. In diesem Jahr könnte ein Gewinn je Aktie in Höhe von rund 21 SFr anfallen. Dabei sind die Sachinvestitionen ca. so hoch wie die Abschreibungen auf Sachanlagen, so dass man nährungsweise sagen kann: Gewinn = Freier Cashflow. Und nach Abzug der Marktwerte der Beteiligungen und Hinzuzählung der Nettoverschuldung, also EV-mäßig, betrüge die Multiple auf den FCF rund 13. Dabei habe ich die Zinsen aus dem FCF nicht mal ausgeklammert. Wie ich ja bereits mal vorgerechnet habe, halte ich eine Multiple von rund 16 für einen Wert wie Nestle für nicht zu hoch. Einen echten Katalysator für steigende Kurse kann ich aber nicht erkennen - habe ich da etwas übersehen? Vielleicht einfach nur der Herdentrieb oder eben richtig gerechnet.

P.S. Rohstoff- und währungstechnisch bleibt wohl weiterhin nur Beten. Das kann auch mal andersherum gehen, ist sicher keine Einbahnstraße.

notnormal
26.09.2005, 11:25
Hallo Arman

ich sehe die DInge ähnlich wie Du. Es gibt keinen wirklichen Grund für einen nachhaltigen, deutlichen Kursanstieg. Ich denke jedoch, dass vier Dinge hierzu beigetragen haben:

(1) Man fokussiert sich wieder etwas stärker darauf, was Nestlé und vor allem auch seine Beteiligungen für eine Marktstellung haben. Diese wurden m.E. lange Zeit unter Wert gehandelt.

(2) Die Zahlen waren nicht überragend, haben aber immerhin gezeigt, dass (a) die Margen wieder etwas ansteigen und (b) es anscheinend gelingt, die steigenden Rohstoffkosten auf die Verbraucher abzuwälzen.

(3) Die Aktie hatte Nachholbedarf, wenn man sich die Entwicklung der letzten zwei Jahre anschaut. Nach den gut gelaufenen Börsen sucht man wieder werthaltige Aktien, die im langjährigen Vergleich "niedrig" bewertet sind...

(4) Ich weiß nicht, wieviel Einfluß es hat, aber auch charttechnisch sieht der Wert wieder deutlich besser aus, als zuletzt. Wenn man das Bild im Großen betrachtet, so kann man eine große W-Formation (Doppelboden in 2003 und 2004)erkennen, die als klassische Umkehrformation gilt. Auch der Widerstand bei € 220 wurde damit geknackt.

Dieser Mix aus positiven Faktoren hat m.E. zu dem Anstieg geführt. Billig ist Nestlé sicher nicht, aber aufgrund der Beteiligungen auch nicht ausgesprochen teuer...die langfristigen Perspektiven sind nach wie vor gut.

Gruß, Jochen

prince of persia
27.09.2005, 20:57
Neue Strategien für Europa

Nestlé wechselt den Finanzvorstand aus

OLIVER STOCK, ZÜRICH HANDELSBLATT, 27.9.2005
Da hat Nestlé schon andere Zeiten erlebt: Damals, vor gut vier Jahren, als Wolfgang Reichenberger, ein Veteran bei dem Schweizer Lebensmittelgiganten, zum Finanzchef ernannt wurde, löste er Mario Corti ab. Corti startete darauf eine kurze, aber intensive Karriere bei der Swissair, die bekanntlich mit einer Bruchlandung endete.

Reichenberger funktionierte geräuschloser. Er startete das Sparprogramm FitNes, leitete den Börsengang der Nestlé-Tochter Alcon ein, der größten Herstellerin von Augenprodukten, und lancierte das erste Aktienrückkaufprogramm in der Geschichte des Konzerns. Gestern nun kündigte das Unternehmen an, dass Reichenberger seine Aufgabe mit Beginn des neuen Jahres abgibt.

Der gebürtige Münchener Hobbypilot und Violinist soll künftig den Wachstumsfonds Nestlé Growth Fund leiten und damit nur noch mittelbar für den Schweizer Konzern arbeiten. An seine Stelle tritt der Holländer Paul Polman, der bis zum Juni als Europa-Chef des US-Konsumgüterherstellers Procter & Gamble dafür sorgte, dass sich beispielsweise Pampers-Windeln gut verkauften.

Dem Mann mit der hohen Stirn und der markanten Nase dürfte der Wechsel leicht fallen. Immerhin steht die neue Konzernzentrale allenfalls eine halbe Autostunde entfernt von der alten am Genfer See. 26 Jahre stand Polman im Dienst der Amerikaner und gilt als einer, der das Europa-Geschäft aus dem Effeff beherrscht.

Die Nachricht, die Nestlé gestern nach einer Sitzung des Verwaltungsrats veröffentlichte, hat zwei strategische Folgen für den Konzern. Polman, der Europa-Experte, dürfte seine Kenntnisse bei Nestlé nicht nur im Finanzbereich einbringen. Die Schweizer suchen derzeit vor allem in Europa nach neuen Taktiken.

Denn der europäische Umsatz von Nestlé ist im ersten Halbjahr 2005 weniger stark gestiegen als anderswo. Die Betriebsgewinnmarge ist sogar gesunken. Schuld sind die Discounter, die die Margen drücken, und die Käufer, die lieber sparen, als ihr Geld für Essen auszugeben. Satte und darüber hinaus noch geizige Europäer sorgen damit in der sonnigen Zentrale des Schweizer Nahrungsmittelriesen in Vevey für die Schattenseiten beim Ergebnis. Polmans spezielle Kenntnisse "werden es ihm erlauben, auch in Zukunft Umsatzwachstum mit nachhaltiger Margenverbesserung und einem höheren Kapitalertrag zu kombinieren", hieß es deswegen gestern von Nestlé-Chef Peter Brabeck.

Die zweite strategische Entscheidung deutet in die gleiche Richtung. Wolfgang Reichenberger leitet künftig einen Fonds, für den der Nestlé- Verwaltungsrat am vergangenen Freitag eine komfortable Grundausstattung von einer halben Milliarde Euro bewilligt hat. Das Geld soll unter Reichenbergers Ägide in Firmen investiert werden, die gesundheitsfördernde Lebensmittel entwickeln. "Nutrition" nennt Nestlé diesen Konzernbereich, der seit Jahren zum Heilsbringer der Branche ausgerufen wird.

"Irgendwann im nächsten Jahr werden wir erste Investitionen machen", sagte Reichenberger gestern. "Dieser Bereich kleinerer oder mittlerer Firmen, die auf andere Weise Produkte entwickeln und vermarkten können, hat uns gefehlt." Nestlé wolle diese Unternehmen bis zu gewisser Größe und Markterfolg aufbauen und dann möglicherweise in den eigenen Konzern eingliedern.

Analysten sahen den Wechsel gestern gelassen. Immerhin, lobte die Bank ING, sei es gut, "dass sich das Unternehmen endlich nach außen hin öffnet". Der Konzern hatte im Frühjahr für abfällige Schlagzeilen gesorgt, als Nestlé-Chef Peter Brabeck auch Verwaltungsratspräsident wurde, weil sich angeblich kein geeigneter Bewerber von außen für den Posten gefunden hatte.
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Aha.

Nutrition ist in der Tat interessant. Das könnte DIE Antwort auf die Geiz-ist-Geil-Welle sein, da sie nicht nur in Hinblick auf einen präventiven Schutz vor Krankheiten Zukunftspotenzial hat, sondern v.a. auch deshalb weil sich sich die Nahrungsmittelhersteller damit gut im Markt ggü. No-Name-Anbietern differenzieren können. Die Produkte bieten einen Mehrwert und dafür sind die Kunden bereit, mehr zu zahlen. Was glaube ich noch wichtiger ist: Die No-Name-Anbieter werden weder das nötige Know-How und damit verbunden das nötige Image, noch werden sie die nötigen Werbeetats haben, um ihnen diesen Markt streitig zu machen. Und die Nahrungsmittelfutzies geben sich wirklich Mühe damit ... Ich habe mal einen Artikel über diesen Markt im Technology Review gelesen, den ich bei Gelegenheit hier reinstelle, habe leider noch keine Archiv-CD. In ein paar Jahren gibt es dann womöglich Nestle-Produkte in der Apotheke. Nach der Gesundheitsreform haben rezeptfreie Medikamente wohl ohnehin Konsumgütercharakter. Die gescholtenen Apotheker dürfte das doch freuen, wenn sie als Absatzkanal für neue Produkte entdeckt werden.

Grüße
PoP

prince of persia
20.10.2005, 12:26
estlé: Nine-Month Organic Sales Up 5.8 % Full-Year Outlook Reconfirmed

Vevey, October 20, 2005

* ** Strong real internal growth of 3.8% and price increases of 2% result in organic growth of 5.8%
* ** Core food and beverage business accelerates to real internal growth of 3.5% and organic growth of 5.6%
* ** Reported sales in Swiss francs up 4.8% to CHF 67.7 billion
* ** Savings programs are on track and play – together with price increases – a key role in compensating for the continuing rise of input costs
* ** 2005 share buy-back over 80% completed; a new program to be implemented subject to Board approval
* ** Nestlé reconfirms its full-year forecast for 5-6% organic growth and for a constant currency EBITA margin improvement.

Other Information and Outlook

The GLOBE program remains within time frame and budget, with systems implementations to be slightly ahead of the 30% target for the full year. The savings programs, Operation Excellence 2007 and Project FitNes, are on track and will, together with price increases, play a key role in compensating for the continuing rise of input costs in many of the affected categories and markets.

The share buy-back program is now over 80% complete and is likely to be brought to a close in the coming weeks. In line with the Group's policy to manage its capital structure in an optimal manner, a second program will be proposed to the Board of Directors.

Turning to the outlook for the full year 2005, the Nestlé model of strong organic growth combined with sustainable margin improvement remains secure. Nestlé is confident of achieving its target of between 5 and 6% organic growth for 2005 as a whole, combined with an improvement in constant currency margins.
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Sieht doch gut aus, das Wachstum ist solide und beschleunigt sich. Sobald die Preissteigerungen und Kostensenkungen nicht weiter so stark durch höhere Rohstoffkosten kompensiert werden, dürfte auch das Gewinnwachstum wieder attraktiv werden und das würde der Aktie sicher Auftrieb geben.

prince of persia
30.12.2005, 08:10
"Diabetes wird so selten sein wie Vitaminmangel"

Die Metabolomik analysiert nicht Erbanlagen oder
Proteine, sondern die Gesamtheit aller Stoffwechselprodukte
zu einem bestimmten Zeitpunkt
im Organismus. Es geht darum, dynamische Veränderungen
in normalen Lebensprozessen oder im
Verlauf von Krankheiten zu identifizieren.
Das Metabolom kann selbst bei zwei Personen mit dem
gleichen Genom (eineiigen Zwillingen) sehr unterschiedlich
aussehen. Insofern ist es ein Spiegel für verschiedene
Umwelteinwirkungen auf den Organismus,
von Ernährung über Chemikalien bis hin zu psychischem
Stress. Entsprechend können Interventionen von außen
auch den metabolischen Status beeinflussen – für Pharmaindustrie
und Nahrungsmittelhersteller ein riesiges
Betätigungsfeld. Denn nicht jeder Stoff wirkt bei jedem Menschen
gleich. Entscheidend ist vielmehr die Suche nach
individuellen Unterschieden und Interventionsmöglichkeiten.
Personalisierte Medizin oder personalisierte Ernährung
heißen die zugehörigen Schlagwörter.
Nestlé beispielsweise investiert derzeit beträchtliche
Mittel in die Metabolomik. Der Biochemiker Bruce German
(54) ist leitender wissenschaftlicher Berater der Ernährungsforschung
des Nahrungsmittelkonzerns und Professor
am Department of Food Science and Technology
an der University of California. Mit seinen Arbeiten zur Metabolomik
verfolgt er ein ehrgeiziges Ziel: Er will dafür sorgen,
dass den Lebensmittelkonsumenten der Zukunft
viele der heutigen Zivilisationskrankheiten erspart bleiben,
etwa Diabetes, Bluthochdruck oder Osteoporose.
Technology Review: Professor German, Nestlé engagiert
sich wie kein anderer Lebensmittelkonzern
auf dem Feld der Metabolomik. Welche Visionen
verbindet das Unternehmen damit für die Zukunft?
Bruce German: Gesundheitsvorsorge und Medizin
werden in den nächsten Jahrzehnten sehr viel
genauer, persönlicher, vorausschauender werden. Wir
werden mehr über unsere individuelle Konstitution
wissen und auch darüber, wie jeder von uns essen
und wie er sich bei Arbeit und Freizeitaktivitäten
verhalten sollte, um Krankheiten vorzubeugen und die
Lebensqualität zu verbessern. Wir bewegen uns auf
ein gesundheitsbezogenes System zu, weg von dem
bisherigen, eher krankheitsbezogenen.
Ein Vorbeugen-statt-heilen-System ist das Beste,
was der Nahrungsmittelindustrie passieren kann –
vorausgesetzt, sie hat Produkte anzubieten, die
tatsächlich helfen, Krankheiten zu verhindern.
Nahrungsmittel werden auf jeden Fall eine aktive Rolle
spielen können. In 25 Jahren sollten Krankheiten wie
Diabetes oder Arteriosklerose so selten sein wie Vitaminmangel
heute. Aber es geht nicht nur um Krankheitsvorsorge.
Wir werden insgesamt in der Lage sein,
mehr Kontrolle über unseren Stoffwechsel auszuüben.
Wenn ich die Woche über viel und intellektuell
anspruchsvoll arbeite, mich am Wochenende aber
sportlich verausgaben will, dann wird es sicher
Lebensmittel geben, die mir dabei helfen können.
Um Individuen auf ihren Stoffwechsel zugeschnittene
Produkte anbieten zu können, ist zunächst
Diagnostik nötig. Wer soll die Diagnose stellen,
Ärzte oder jeder selber zu Hause?
In der ersten Generation eines breiteren metabolischen
Assessments werden das Ärzte tun. Später wird es
dann Geräte geben, die das preiswerter machen.
Sind die biochemischen Analysemethoden und die
Datenverarbeitung weit genug entwickelt?
Dass wir überhaupt solche Möglichkeiten im Bereich
„personal health“ diskutieren können, liegt an den
riesigen Fortschritten im rechnergestützten Datenmanagement
in den letzten Jahren. Wenn wir in dem
metabolischen „Bild“ eines Individuums nach einem
eventuellen Unterschied zu dem von anderen Menschen
suchen, brauchen wir auch wieder computerisiertes
Datenmanagement. Die Technologie dafür ist bereits
vorhanden, und weil sie mit der Zeit billiger wird, wird
sie auch für immer mehr Menschen zugänglich sein.
Die Datenverarbeitungs- und Diagnosetechniken
müssten zugleich praktikabel und profitabel sein.
Das ist bei einem Szenario mit einer Riesenpalette
individueller Nahrungsmittel kaum vorstellbar.
Es gibt heute schon eine ausreichende Auswahl
verschiedener Nahrungsmittel, um praktisch alle denkbaren
metabolischen Bedürfnisse zu befriedigen. Der
Schlüssel ist zu wissen, was drin ist in den Nahrungsmitteln
und wie das die metabolische Gesundheit der
einzelnen Person beeinflusst. Wir brauchen keine
neue Generation von Nahrungsmitteln, sondern eine
neue Generation von Wissen. y Interview: Richard Friebe

Quelle: Technology-Review

Ansgar
16.06.2008, 13:51
Hi Leute,

Ich habe vor kurzem Nestle Aktien gekauft und nun möchte ich noch Unilever Aktien kaufen.
Naja ihr wisst vielleicht, dass bei Unilever die Umsätze drastisch zurück gegangen sind. Angeblich soll dies daran liegen, dass immer mehr Discounter Eigenmarken benutzen und diese die großen Konzerne aus den Regalen vertreiben, da diese Eigenmarkenrodukte günstiger sind.
Wie schätzt ihr diese Gefahr für Nestle und für den gesamten Nahrungsmittelsektor ein?

Gruß

prince of persia
18.06.2008, 20:55
Gute Frage, ich bin kein Handels- oder Lebensmitteleinzelhandelsexperte (LEH), aber ein bißchen was verstehe ich davon schon. Es gibt wohl weltweit keinen wirklich erfolgreichen Einzelhändler ohne Eigenmarkenstrategie und kann es auch per se gar nicht geben. Der Trend in Richtung Eigenmarken wird überall weitergehen. Ist für den LEH aber nichts Neues, bei den Discountern sind marktanteilsmäßig schon Sättigungsgrenzen erreicht und die Nahrungsmittelmultis haben gelernt, damit zu leben.

Bei Unilever bin ich nicht uptodate, aber deine Beobachtungen decken sich nicht mit der aktuellen "Aktien-Analyse" zu Unilever. Bist du Abonnent der Aktien-Analyse?

Ansgar
19.06.2008, 11:29
Hi,

nein ich bin kein Abonnent der Aktien Analyse. Ich habe nur letztens Unilever analysiert und gelesen, dass die Umsätze aufgrund der Eigenmarken der Discounter in der Vergangenheit stark zurückgingen. Nun hatte ich halt meine Bedenken ob das auch bei Nestle passieren kann.
Meiner Meinung nach gibt es keine Gründe warum man Markenprodukte kaufen soll da die Eigenmarken der Discounter oft billiger sind und genauso gute Qualität haben. Immerhin haben die Leute durch hohe Energiepreise usw. weniger Geld.
Natürlich kann man Marken wie Maggie und Thomy nicht verdrängen. Nur diese Marken machen halt nur einen ganz kleinen Teil des Nestle Produktportfolios aus.


Viele Grüße

prince of persia
20.06.2008, 00:27
Meines Wissens hat es bei Unilever eine Bereinigung des Markenportfolios gegeben. Unilever hatte mal mehr als 100 Marken und wollte sich stärker auf die Topmarken fokussieren. Ich weiß nicht wie viele Marken sie jetzt haben, aber es müssen deutlich weniger sein.

Willst du die Aktien-Analyse zu Unilever haben?

thomasboensch
20.06.2008, 16:27
Hallo,

ich habe mein ganzes Leben lang mit Lebensmittel zu tun, arbeite seit 15 Jahren in der Lebensmittelindustrie. Da ich sowohl mit Nestle als auch mit Unilever beruflich seit langer Zeit zu tun habe, kann ich eventuell ein paar Dinge sagen.

Unilever hat über Jahre Marken gekauft und seit längerer Zeit eine Portfoliobereinigung durchgeführt. Für mich persönlich ein guter und logischer Schritt. Auch ist es sehr sehr häufig so, dass Markenartikler im private label Bereich sehr erfolgreich sind. Früher dachte man, dass man sich durch private label seine eigene Marke kannibalisiert – aber genau das Gegenteil ist der Fall. Unilver ist nicht nur im LEH sondern auch im GV Bereich sehr gut aufgestellt. Gerde Bereiche wie Unilever Food Solutions sind in der Lebensmittelindustrie sehr gut aufgestellt. Das gilt alles sicher nicht nur für die Lebensmittelmarken. Chemiemarken sollten ähnlich gehandelt werden. Kleiner Tipp: googled einfach nach den EU Zulassungsnummern im Internet. Teilweise erkennt man bei Eigenmarken im LEH häufig gleiche Firmenanschriften wie bei den Markenartikeln.

Nestle ist mit seinen Marken aus meiner Sicht besonders dadurch gut positioniert, dass neben Süß und Sauer auch Alt und Jung angesprochen wird. Dazu der nicht zu unterschätzende Bereich Health care, der Dank Zukauf von Novartis Medical Nutrition gestörkt wurde.

Ich persönlich könnte mich bei einem Invest im Food Bereich nicht festlegen, welches Unternehmen besser aufgestellt ist. Eventuell würde ich Unilever aufgrund längerer Geschäftsbeziehung und sehr guten Kontakten im Salesbereich den Fortritt lassen ;-) Das wäre dann aber eher Subjektiv.

Gruß Thomas

Ansgar
21.06.2008, 11:43
Hi,

danke für die hilfreichen Antworten. Ich werde Unilever im Auge behalten und dann vielleicht doch kaufen, da sie meiner Meinung nach aktuell schon günstig zu haben ist.

@ thomasboensch: Was ist denn der GV-Bereich?

@ prince of persia: Ja, die Aktien-Analyse zu Unilever würde mich schon interessieren.
Wo bekomme ich die denn her?


Viele Grüße und nochmals Danke
Ansgar

Edit: Hat sich erledigt. Ich brauche die Aktien-Analyse doch nicht. Trotzdem Danke.

prince of persia
21.06.2008, 12:29
Von mir, wenn du mir deine e-Mail-Adresse gibst.

thomasboensch
21.06.2008, 13:25
Hallo,

als GV Bereich bezeichnet man den Großverbraucher (GV) Bereich des Lebensmittelhandels. Also Großhändler oder auch große Verbraucher. Hier kauft der Großhandel für den Weiterverkauf ein. Kunden davon sind wieder kleien Industriebetriebe, Küchen, andere Händler sowie im Bezug auf Lebensmittel der gesamte Restaurations und Hotelleriebereich.

Wenn du weitergehende Fragen zum Thema Lebensmittelindustrie / Handel etc hast, kannst du einfach ne Nachricht schicken oder wir machen hier irgendwo einen Lebensmittelbereich auf ;-)

Gruß Thomas

robocop
16.05.2012, 17:22
Ein paar Neuigkeiten zu dem letzen Quartal.

Das Geschäft mit den Kaffeekapseln haben Nestlé im ersten Quartal 2012 zu Wachstum verholfen.
Der Umsatz wurde um 5,6 Prozent auf 21,4 Milliarden Franken gesteigert.
Nestlés organischer Wachstum stieg um 7,2 Prozent, davon machten 4,4 Prozent Preiserhöhungen aus. Dies teilte der Konzern am Freitag.
Die Erwartungen der Marktbeobachter wurden leicht übertroffen. Diese hatten im Durchschnitt mit einem Wachstum um 6,9 Prozent gerechnet. Die Aktien verloren trotzdem 0,6 Prozent, bei einem konstanten Gesamtmarkt.
Was könnt ihr mir sonst noch darüber sagen. Ich wäre an einem Austausch sehr interessiert.