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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Esprit Holdings



filippina
16.09.2004, 00:16
Hallo zusammen,

in der Modebranche ist was los!

Esprit ist unser High-Flyer! Das Unternehmen hat die Zahlen für das abgelaufende Geschäftsjahr(30.6.) bekannt gegeben.

Nettogewinn 2 Mrd HK$ - ein Zuwachs von 55,4%

Umsatzsteigerung - 32% auf über 16 Mrd HK$

Anstieg Gewinn pro Aktie - 54% auf 1,68 HK$

EK-Rendite über 40%

Das sind enorme Steierungen. Puh!

Die Mode ist wirklich super schön und in herrlichen Farben. Meiner Nichte habe ich ein paar zusammen harmonierende Shirts und Trägerhemdchen mit passenden Tüchern gekauft. Sie war hin und weg. Ja, Esprit kommt zurzeit ganz super an.

Grüsse
flippi

JanHendrik
16.09.2004, 20:44
Hey fillipina,
was haelst du vom Management von Esprit?

jan

filippina
17.09.2004, 00:13
Hey Jan,

das was das Management bis jetzt geleistet hat, ist doch ansehnlich. Ich kenne Esprit schon seit meiner Jugend. Es ist ja ein altes Mode-Label. War aber dann lange Zeit aus der Modeszene irgendwie weg. Ich kann mich noch erinnern, als der letzte Laden in Konstanz vor einigen Jahren schloss.

Jetzt gibt es einen Mega-Store in Konstanz

http://www.lago-konstanz.de/index.php?s=b01_esprit

und noch ein kleinen geschmackvollen Laden bei uns in der Schweiz. Beide laufen gut. In Konstanz auch dank der Schweizer Kunden. Und Benetton, welche Kogner überholen will, hat den Laden zugemacht.

Da scheint das Management nix falsch gemacht zu haben.

Grüsse
flippi

JanHendrik
17.09.2004, 18:59
Ohne Zweifel hat das Management einiges vollbracht!
Dennoch verlasse ich mich nie auf die Vergangenheit allein, sondern versuche auch "soft facts" herauszufinden.

Hast du zufaellig was "proxy- aenliches" oder biografien des Top- Managements?

Wenn ja wuerde ich mich riesig ueber nen link freuen http://www.value-analyse.de/iB_html/non-cgi/emoticons/smile.gif

Danke,

jan

ClausJ
20.09.2004, 10:45
Esprit ist zweifellos ein interessantes Unternehmen. Allerdings gebe ich zu bedenken, dass der Kurs 4,25 HKD nicht gerade ein Schnäppchen ist. Diese oder eine höhere Bewertung ist aber insofern berechtigt, wenn Esprit weiter so stark wächst.
Ich komme auf ein KUV von über 2,3. Das mittlere KUV aus den letzten 5 Jahren liegt bei ca. 1,45. Auch das KGV ist mittlerweile recht ansehnlich.
Ehrlich gesagt würde ich mich freuen, wenn die Aktie mal wieder ein bischen einbricht. Dann hätte ich die Möglichkeit meinen Bestand noch weiter zu erhöhen. Derzeit sehe ich Esprit als gute Halteposition.
Was ist Eure Meinung?

Gruß
Claus

filippina
21.09.2004, 16:12
Hallo Jan, hallo Claus,

@Jan, leider habe ich im Netz auch nicht viel gefunden. Ich bin jetzt auf der Suche in den Print-Medien.

@Claus,

Ich komme auf ein KUV von über 2,3. Das mittlere KUV aus den letzten 5 Jahren liegt bei ca. 1,45. Auch das KGV ist mittlerweile recht ansehnlich

Ja, das stimmt schon. Aber bei diesen Wachstumsraten ist für mich die Aktie immer noch einen Kauf wert. Eine Wachstums-Abflachung sehe ich noch nicht. Die Durchschnittswerte liegen nur deshalb niedriger, weil das Unternehmen in den vorhergehenden Jahren stagnierte. Die heutige Unternehmensführung hat Esprit wieder in Schwung gebracht und hat auch in Zukunft noch einiges vor.

Grüsse
flippi

notnormal
08.02.2005, 11:00
Hallo Leute,

zunächst grüße ich alle hier im forum, in dem ich bisher lediglich lesendes Mitglied war. Führe aber ab und an Diskussionen mit P.o.P. im Wallstreet-Online Forum...der Ansatz dieser Seite gefällt mir allerdings wesentlich besser.

Da sich Esprit-Aktien in meinem Depot befinden, kann ich vielleicht weiterhelfen bei Fragen:

Esprit wird mehr oder weniger von Ratingen aus geführt, auch wenn die Firma in Hongkong ansässig ist, dies beruht darauf, dass der Vorstandschef Heinz Krogner ein Deutscher ist. Er ist seit 1996 Europachef und seit 2002 CEO der Esprit-Holding. Der ehemalige CEO Michael Ying ist derzeit Aufsichtsratsvorsitzender. Heinz Krogner hat *den Laden seit 1996 umgekrempelt, nachdem es in Europa hervorragend lief, ist man auf ihn aufmerksam geworden und hat ihn gebeten, auch in Asien die Geschäte zuüberne´hmen. Seine Bedingung war, dass er absolute Handlungsfreiheit geniesst, daher der Wechsel von Ying in den Aufsichtsrat. Es hat sich gelohnt, die Aktie ist seit 1993 von 2 HK$ auf ca. 46 HK$ gestiegen, d.h. Herr Krogner hat Hernn Ying auf die Forbes-Liste der 500 reichsten Männer der Welt befördert. Da verzichtet man wohl gerne auf ein bißchen Macht *http://www.value-analyse.de/iB_html/non-cgi/emoticons/smile.gif

Mein fall ist Herr Krogner nicht unbedingt - er wirkt doch sehr selbstüberzeugt - aber er macht seinen Job hervorragend.

Nachzulesen ist dies im januar-Heft der Zeitschrift "Euro", ehemals Finanzen und DM-Euro.

Weiterhin gab es vor Monaten einen Artikel über Esprit und *Herrn Krogner in dem Wirtschaftsmagazin "Brand eins" (im Übrigen ein interessantes Heft!) - die Artikel der alten Hefte können auf der Homepage eingesehen werden.

Der direkte Link:
http://www.brand-eins.de/home....4425909 (http://www.brand-eins.de/home/inhalt_detail.asp?id=1384&MenuID=130&MagID=47&sid=su2171842431674425909)

ZUr Bewertung: Die Aktie ist nicht mehr billig, wenn man die Gewinne des vergangenen Jahres betrachtet, allerdings zählt bei ESH m.E. die Phantasie deutlich mehr. Immerhin wurde im letzten jahr ein Wachstum von 30% beim Umsatz und 50% beim geinn verzeichnet. Ein Ende ist nicht in Sicht, wie ich die LAge einschätze. Derzeit ist Deutschland der wichtigste Markt, aber es wird mehr und mehr in andere Länder expandiert (aktuell sind Großbritannien, Frankreich und Skandinavien darunter), die Wachstumsraten dort waren im letzten Jahr sehr gut. Asien soll in den nächsten JAhren ebenfalls wieder verstärkt zum Wachstum beitragen.

Das KGV beträgt auf Basis der letzjährigen Gewinn 27, es hängt also sehr stark von den Gewinnsteigerungen in den nächsten jahren ab, ob dieses gerechtfertigt ist. Ich bin absolut überzeugt davon und bleibe voll investiert. Hab sogar schon überlegt nachzukaufen, dann würde allerdings der Anteil in meinem Depot zu groß. Bei diesem KGV und der vergangenen Performance einzusteigen ist wohl "Glaubensfrage". Ich selber tue mich schwer, in stark gestiegene Wertezu investieren, andererseits gehe ich von weiter steigenden Kursen bei ESH aus. Der Umsatz sollte sich m.E. in den nächsten 3-4 Jahren nochmals verdoppeln können mit entsprechend höheren Gewinnsteigerungen. IN ein paar Jahren werden wir sehen, ob ich recht hatte..ich lasse die Gewinne laufen.

Zu beachten ist sicherlich auch, dass ESH schuldenfrei ist. Man kann das vorhandene Kapital zur Expansion verwenden und muss keine Rückzahlungne von Krediten leisten - ein nicht zu verachtenden Vorteil.

Die Gesellschaft findet nach und nach aauch hierzulande stärkere Beachtung bei Investoren. Als ich die Aktie 2002 gekauft habe, war der Umsatz doch noch recht mager - dies hat sich in der Zwischenzeit geändert, eine Order kann also gut in Deutschland platziert werden. Selbst in Börse Online war wohl letztlich ein Artikel über Modeaktien zu lesen, mit einer Kaufempfehlung für ESH. Nicht, dass ich darauf etwas geben würde, aber es zeigt das gestiegene Interesse.

Gruß n.n.

filippina
08.02.2005, 13:42
Hallo notnormal,

herzlich willkommen im Forum!

Auch für Deine ausführlich Beschreibung von Krogner und Deine Einschätzung der Aktie vielen Dank!

Bei diesem KGV und der vergangenen Performance einzusteigen ist wohl "Glaubensfrage". Ich selber tue mich schwer, in stark gestiegene Wertezu investieren, andererseits gehe ich von weiter steigenden Kursen bei ESH aus. Der Umsatz sollte sich m.E. in den nächsten 3-4 Jahren nochmals verdoppeln können mit entsprechend höheren Gewinnsteigerungen.

Das sehe ich ähnlich.

Grüße
flippi

notnormal
08.02.2005, 15:58
Hallo Filippina,

ich halte nach wie vor viel von der Aktie und auch von dem Management. Wie man das operative Geschäft bei Esprit in den Griff bekommen und hervorragende Perspektiven für die Firma geschaffen hat, ist schon erstaunlich. Nicht umsonst wird auch das Interesse hierzulande größer, einhergehend mit gestiegenen Kursen.

Für mich ist es derzeit einfach, nichts weiter zu tun, denn alleine die Dividendenrendite des letzten Jahres hat mir schon über 5% auf meinen Einsatz beschert - das sollte man auch nicht verachten! Ich lasse also den Kurs weiterlaufen und warte ab, ein Verkauf kommt für mich nur bei deutlich nachlassender Gewinndynamik in Frage, die ich aber derzeit nicht sehe.

Und im Gegensatz zu H&M ist Esprit in Angesicht der Wachstumsaussichten immer noch günstiger.

Gruß, n.n.

notnormal
23.02.2005, 11:00
Hallo,

ich hab im Vorfeld der Zahlen meine Esprit-Anteile nochmal deutlich aufgestockt - wie es scheint zurecht.


Starke vorläufige Zahlen, die eben rausgekommen sind:


Esprit Posts 76% Interim Profit Growth
and Record High Margins
Group turnover increased 31% to over HK$10 billion
Net profit exceeded HK$1.6 billion up 76%
Net profit margin expanded 4.1% pts to 15.8%
Basic earnings per share rose 75% to HK$1.38
Net cash position rose to over HK$2.0 billion
Interim dividend: HK$0.45 per share up 2.4x

HONG KONG, February 23, 2005 – Esprit Holdings Limited (SEHK: 330; LSE: EPT LI) today announced interim results for the six months ended December 31, 2004.
“It was a great first half for Esprit, with record high profits and margins,” commented Esprit Chairman Michael Ying, “these results reflected both the strength of the ESPRIT brand and our ability to execute our unique product and distribution strategies across geographical regions,”
“Esprit’s consistent performance has been the result of our commitment to enhance total shareholders return over the long-term,” added Mr. Ying, “second year in a roll, the Board has more than doubled the interim dividend to HK$0.45 per share, reflecting our robust profit growth and strong operating cash flow,”
Mr. Heinz Krogner, Deputy Chairman and Group CEO commented, “These results demonstrated the success of our geographically diversified growth strategy. Developing new markets including France and Scandinavia achieved remarkable growth of 59% and 49% respectively while we continued to enlarge our foothold in Germany and Benelux. Asia has also rebounded with over 30% growth,”
“Tighter control on costs of goods and initiative to enhance operating efficiency has led to higher profitability across distribution channels,” said Mr. Krogner, ”despite increased overhead costs associated with the expansion of the retail and wholesale operations, Group EBIT margin expanded to over 20% driven by improvements in wholesale EBIT margin to nearly 24% and retail EBIT margin to over 13%,”
Mr. John Poon, Deputy Chairman and Group CFO, stated, “our net profit margin grew to over 15% as a result of expanded operating margin and improved effective tax rate,” Mr. Poon added, ”with the overall margin improvements achieved and a group effective tax rate in the mid-twenties, we believe our net margin will bode us well against any of the best performing peers in our industry,”
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“Strong operating cash flow more than covered the HK$1.17 billion final and special dividend paid to our shareholders in December 2004, and the HK$362 million spent on retail expansion and upgrade of existing stores,” added Mr. Poon, “with net cash increased to over HK$2 billion, a debt-free balance sheet and enhanced profitability, the Company is in a solid financial position to capitalize on opportunities for further international growth,”
“With the first half of our fiscal year in the books, we remain confident that our business strategies and consistent execution will allow us to deliver long term profitable growth,” concluded Mr. Ying.
ESPRIT HOLDINGS LIMITED
UNAUDITED CONSOLIDATED FINANCIAL DATA
(in HK$ millions, except per share data)
For the six months ended
December 31 Year-on-year
growth
2004 2003
Turnover 10,452 8,006 30.6%
Operating Profit (EBIT) 2,152 1,419 51.6%
Profit attributable to Shareholders 1,651 937 76.2%
Gross Profit Margin 54.4% 50.6% 3.8% pts
Operating Profit Margin 20.6% 17.7% 2.9% pts
Net Profit Margin 15.8% 11.7% 4.1% pts
Basic EPS HK$1.38 HK$0.79 74.7%
Interim Dividend HK$0.45 HK$0.19 2.4 times

Sollte also weiter aufwärts gehen.

Gruß, n.n.

filippina
24.02.2005, 13:06
Hallo notnormal,

das hast Du ja prima gemacht. Gratulation! Die Dividende hat sich auch noch verdoppelt. Esprit ist einfach eine Perle.

Grüße
flippi




finanzen.net
Esprit: Kurssprung nach guten Ergebnissen
Donnerstag 24. Februar 2005, 10:41 Uhr


Der Bekleidungskonzern Esprit Holdings Ltd. konnte heute an der Börse Hongkong kräftige Kursgewinne verbuchen und auf einem Rekordniveau notieren.

Wie bereits berichtet, hatte das Unternehmen gestern nach Börsenschluss seine Ergebnisse des ersten Halbjahres bekannt gegeben. Esprit konnte hierbei sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn deutliche Verbesserungen veröffentlichen. Infolge dessen hatte das Unternehmen auch seine Dividendenzahlungen auf 45 HK-Cent mehr als verdoppelt. Verschiedene Analystenhäuser haben daraufhin ihre Prognosen deutlich angehoben.

Die Esprit-Aktie legte heute in Hongkong 17,6 Prozent auf 55,25 HK-Dollar zu.

notnormal
25.02.2005, 23:49
Hallo, Filippina

naja, ich hab schon mit guten Ergebnissen gerechnet, sonst hätte ich nicht im Voraus investiert, dass diese aber so gut ausfallen, dass die Aktie einen 17%-Satz macht, nennt man wohl eher Glück.

Für mich ist und bleibt Esprit eine der aussichtsreichsten Langfrist-Anlagen, daher werde ich eher weiter investieren, als Verkäufe vorzunehmen. Ich finde derzeit wenig Aktien, bei denen ich ähnliche Chancen/Risiko-Verhältnisse finde.

Mich überzeugt die Expansionsstrategie - ausgehend von den gut laufenden Märkten, die weiter ausgebaut werden, werden nach und nach Geschäfte in benachhbarten Ländern eröffnet -mit stetem Erfolg.

Man schreckt bei Esprit auch nicht vor ungewöhnlichen Ländern zurück, bei denen viele wohl weniger an Investitionen denken, wie z.B. Libanon, Iran, Marokko,Ägypten, Indonesien etc. wo erste Läden eröffnet worden sind. Dies birgt sicher ein gewisses Risiko, aber auch hohe Chancen, da man relativ früh auf noch wenig entwickelten Märkten (in Hinsicht auf westliche Marken) eine Basis aufbaut. WEr zuerst kommt, hat sicherlich einen Wettbewerbsvorteil, wenn andere nachziehen.

Zugegebenermaßen spielen diese Länder derzeit nur eine untergeordnete Rolle, aber mich interessieren insbesondere die langfristigen Perspektiven, und daher halte ich die Strategie für gut geeignet. Nach und nach neue Märkte zu erschließen, die vielleicht erst in einigen Jahren signifikant zum Umsatz beitragen werden...

Das Gesamtrisiko halte ich für gering, da ESH solide finanziert ist. Es bestehen keine längerfristigen Schulden (Long term debt / equity ratio: 0%), der Cash Flow steigt, man hat ein hohes Cash-Polster, steigende Margen, steigende Umsätze in allen Märkten - eigentlich alles, was man sich wünscht. Ich kann jedenfalls bisher keinen größeren Makel finden....die Expansion wird gezielt voran getrieben, ohne die Hauptmärkte zu vernachlässigen.

Die Strategie führt dazu, dass der Hauptmarkt Deutschland -wenn auch langsam - etwas an der erdrückenden Dominanz in den Bilanzen verliert. Das Wachstum in Deutschland verlangsamt sich naturgemäß etwas gegenüber den neu hinzukommenden Märkten. Insbesondere die Märkte in frankreich und Skandinavien laufen sehr gut (Gewinnwachstum nahe 60%), aber auch der Rest Europas.

Global gesehen ist der Umsatz in Europa um 32.7%, in Asien um 30.7%, in Nordamerika um 11.8% und in Australasien um 2.6% gewachsen. Erfreulich ist hier vor allem das anziehende Asien-Wachstum, als einer der Zukunftsmärkte. Nach schwierigen Jahren auf dem asiatischen MArkt wurden einige Restrukturierungen vorgenommen, die anscheinend Wirkung zeigen. Hier ist in Zukunft wieder mit steigenden Gewinnen zu rechnen.

Fokus ist nach wie vor Europa, in dem 85,1% des Gesamtumsatzes erzielt wurde, Asien 9,1%, Australasien 3,6% und Nordamerika 2,2%.

Die Zwischendividende wurde von 0,19 HK$ auf 0,45 HK$ erhöht. Letztes Jahr habe ich bezogen auf meinen Ersteinsatz (Kauf bei 2,17 €) bereits eine Dividende (Zwischen+Jahresend-Dividende) von über 5% kassiert.

Sollte die Dividende in Zukunft weiterhin deutlich erhöht werden (woran ich nicht zweifele), addieren sich alleine die Dividenden im Laufe der Jahre zu ordentlichen Beträgen.

Welche Wachstumsaktie bietet mir solche Dividenden bei gleichzeitig hervorragenden Wachstumsperspektiven?

Ich rechne für die nächsten 4-5 Jahre mit einem durchschnittlichen Umsatzwachstum von 15-20%, alles darüber ist im Rahmen meiner Betrachtung Bonus. Damit fühle ich mich wohl und es erscheint mir eher konservativ.

Weiter als 5-6 Jahre in die Zukunft wage ich mich nicht vor...

Ich wünsche allen ein schönes Wochenende,

Gruß, n.n.

notnormal
13.09.2005, 14:21
hier die neuesten ergbenisse von ESH - überzeugend auf der ganzen Linie:

Esprit Reports 67% Net Profit Growth
Record High Turnover, Margins and ROE ��
Group turnover increased 26% to over HK$20 billion ��
Earnings per share rose 66% to HK$2.79 ��
Net profit margin expanded to 16.2% ��
Return on Shareholders’ Equity over 53% ��
Proposed total dividend: HK$1.8 billion final: HK$0.66/share, special: HK$0.84/share HONG KONG, September 13, 2005 –

Esprit Holdings Limited (SEHK: 330; LSE: EPT LI) today announced final results for the fiscal year ended June 30, 2005. Commenting on the results, Mr. Michael Ying, Chairman of the Board, said, “FY2004/2005 results demonstrated that we are on our way in making Esprit the leading lifestyle brand name in the world. We continued fostering business growth while delivering solid results and setting new records,” Mr. Ying continued, “armed with a net cash inflow from operating activities of over HK$2.7 billion and a debt-free balance sheet, the Board proposes to distribute approximately HK$1.8 billion in total dividends to our shareholders,” Mr. Heinz Krogner, Deputy Chairman and Group CEO commented, “While our core markets remain in Germany and Benelux, strong growth
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is seen in France, Scandinavia and Austria. Furthermore, we have established a firm footing in new markets such as Spain, Italy and the Middle East. We have also reached a major milestone where the right strategic platform and a scalable business model are in place,” Mr. John Poon, Deputy Chairman and Group CFO, stated, “Global sales grew 26% and exceeded HK$20 billion, net profits rose 67% to HK$3.3 billion and to top it all, we have attained record breaking margins. The Group’s operating margin (EBIT margin) rose 2.8% points to over 20% and net profit margin expanded 4% points to over 16%,” Mr. Krogner added, “in the new financial year, we will continue with our strategic international expansion while maintaining a reasonable return. In addition to 1,400 wholesale points-of-sales planned, the Group has committed around HK$900 million to open over 110 new directly managed retail stores and renovate existing outlets worldwide,” “Though the achievements in FY2004/2005 were remarkable,” said Mr. Ying, “we will continue to strengthen our operations in anticipation of future challenges and pursue new initiatives to fuel sustainable growth in the long run,” concluded Mr. Ying.
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ESPRIT HOLDINGS LIMITED AUDITED CONSOLIDATED FINANCIAL DATA (in HK$ millions, except per share data) Year Ended June 30 2005 2004 Year-on-year growth Turnover 20,632 16,357 26.1% Operating Profit (EBIT) 4,202 2,872 46.3% Profit attributable to Shareholders 3,338 2,003 66.6% Operating Margin 20.4% 17.6% 2.8% pts Net Margin 16.2% 12.2% 4.0% pts Basic EPS HK$2.79 HK$1.68 66.0% Final Dividend HK$0.66 HK$0.48 37.5% Special Dividend HK$0.84 HK$0.50 68.0% Return on Equity (ROE) 53.6% 41.7% 11.9% pts Shareholders’ Funds 7,039 5,415 30.0% # # #

gruß n.n.

notnormal
06.10.2005, 15:00
Wahrscheinlich erklären mich einige hier für bescheuert, aber ich denke über einen erneuten Nachkauf bei Esprit nach (obwohl dies bereits mein größter Einzelwert ist!)…je länger ich darüber nachdenke, desto mehr Charme hat der Gedanke.

(1) Esprit ist gegenüber H&M immer noch recht günstig bewertet, obwohl die Wachstumsraten auf absehbare Zeit höher sein dürften. H&M dient mir als Vergleich, vielleicht könnte man Inditex noch hinzunehmen. H&M ist seit langer Zeit das Unternehmen, das Maßstäbe in der Rentabilität setzt.

(2) Ein KGV von knapp 20 auf Basis der diesjährigen Gewinne halte ich nicht für billig, aber aufgrund der Wachstumsraten für mehr als gerechtfertigt. Aufgrund des starken Wachstums sehe ich hier durchaus noch Luft nach oben…schaue ich mir dann noch die Analystenmeldungen an (die Aussagen interessieren mich, nicht die Analystenmeinung und das Kursziel!), ist m.E. weiterhin deutliches Wachstum absehbar:

(Infocast News) * * * * Esprit Holdings (0330) is looking for retail space addition of 40,000 square metres in financial year 2006, which represents a year-on-year increase of 20%, JPMorgan said in a research report, citing the management of the company. Therefore, even based on the current rates for the Euro, retail business should grow by 20% year on year in HK dollar terms.

Wholesale order book of the company till December 2005 is up 20% compared with the same period last year.

The brokerage firm has an Overweight rating on the company's stock with a target price of $66. The estimated net profit is $4.036 billion for 2006.

und:

Citigroup keeps Esprit (0330.HK [News / Quote]) rated buy; says business growth still strong, both in Europe and elsewhere, with more mature markets like Germany, Benelux enjoying 'very solid' retail margins (15-20%); adds, wholesale business has rich margins which should stay steady. 'Esprit offers a rare combination of high growth and good dividend yield. With over 20% earnings growth and 2.4% yield, excluding the special dividends, it remains one of our preferred picks in the sector.' Keeps target price at HK$73.00

Was mich interessiert ist zunächst das Umsatzwachstum. Solange das stimmt, wird auch das Ergebnis wachsen. Man sollte sich nur damit abfinden, dass es nicht so weiter gehen kann, wie in diesem Jahr (Gewinn +67%) – wer das erwartet, der wird sicherlich enttäuscht. Ich rechne in den nächsten 2-3 Jahren mit einem Ergebnisanstieg im Rahmen des Umsatzwachstums, sprich 15-20%. Risiko bleibt sicherlich der Wechselkurs, der großen Einfluss auf das Ergebnis hat. Aber Wechselkurse vorauszusagen setze ich gleich mit „in die Glaskugel schauen“ http://www.value-analyse.de/iB_html/non-cgi/emoticons/cool.gif

(3) ESH hat keine Schulden, gute Margen, ein gutes Management und jede Menge Wachstumspotential. Die Expansionsstrategie scheint sich auszuzahlen und kann aufgrund der liquiden Mittel solide finanziert werden. Das nachlassende Wachstum im Hauptabsatzmarkt Deutschland sollte dadurch abgefedert werden. Nachlassendes Wachstum bedeutete im letzten Jahr aber immer noch Umsatzsteigerungen von über 20% in Deutschland. Da würden sich andere sicher auch drüber freuen.

Was mich bzgl. der Expansion und des Wachstums positiv stimmt sind vor allem positive Zeichen aus Asien und Nordamerika – dort lief es vor zwei Jahren noch nicht so rund wie in Europa, aber auch dort scheint man sich wieder auf dem Wachstumspfad zu befinden. Auch die Expansion in neue Länder, wie z.B. Indien, Thailand und Dubai erscheint viel versprechend. Gemäß des Mottos: „Der frühe Vogel fängt den Wurm“ denke ich, dass ein international tätiges Unternehmen im Modebereich einen Standortvorteil alleine dadurch schaffen kann, dass es frühzeitig in wenig ausgereifte Märkte expandiert. Natürlich muss auch der Geschmack und das richtige Preis-Leistungs-Verhältnis gefunden werden.

Länder im mittleren Osten erscheinen mir ohnehin recht attraktiv, denn dort schwimmt man aufgrund des Ölreichtums doch nur so im Geld…vielleicht sollte man sich mal nach Firmen umschauen, die dort ihre Hauptumsatzquelle haben???

(4) Die Margen steigen weiter an, obwohl inzwischen ein hohes Niveau erreicht wurde. Die Umsatzrendite lag in diesem Geschäftsjahr bei 20.4% und die Netto-Gewinnmarge bei 16.2%. Die Eigenkapitalrendite wurde abermals auf 53.6% gesteigert.

(5) Auch wenn es Stimmen gibt, die gegen hohe Dividendenausschüttungen sind – ich halte diese für äußerst wünschenswert und durchaus mit Wachstum kombinierbar, wie man bei ESH sehen kann. Wünschenswert halte ich die Ausschüttung von Dividenden unter der Voraussetzung, dass das Unternehmen schuldenfrei ist und zusätzlich genug Geld für die Expansion vorhanden ist, wie bei ESH.

Inklusive Sonderdividende (und Halbjahresdividende) ergibt sich für das abgelaufenen Jahr auf Basis des aktuellen Kurses von 55.5 HK$ eine Dividendenrendite von ca. 3.5%. Nicht alltäglich für ein Wachstumsunternehmen. Da die Dividenden in den letzten drei Jahren stark angestiegen sind, summieren sie sich auf Basis meines Einstands- bzw. Nachkaufkurses inzwischen zu einem erklecklichen Sümmchen…


Ich finde keine Haken an der Bilanz und an der Wachstumsgeschichte von Esprit. Ich hoffe, ich bin nicht zu geblendet von dem Unternehmen, weil es in den letzten 2-3 Jahren überragend lief – ich habe eigentlich versucht, recht nüchtern das Zahlenwerk zu interpretieren.

Hat sich noch jemand die Zahlen näher angeschaut und eventuelle Makel entdeckt?

Über Rückmeldungen würde ich mich freuen…

Gruß, n.n.

prince of persia
11.10.2005, 15:00
Hallo n.n.,

irgendwie klappte das mit dem Beitrag gerade nicht, ich versuche es nochmal zusammenzufassen.

Ich finde Deinen Gedanken an sich gar nicht abwegig, geschweige denn bescheuert *http://www.value-analyse.de/iB_html/non-cgi/emoticons/biggrin.gif *Deinem letzten Beitrag im Observatorium zufolge musste Esprit nicht mehr als 9% von Deinem Gesamtdepot machen, das ist i.A. nicht übermäßig viel.

Die Aktie mit einem KGV von 20 zu betrachten, halte ich für falsch. Das KGV bezieht sich auf das bereits abgelaufene Geschäftsjahr. Wenn wir das KGV als Wertmaßstab betrachten, dann können wir es auch als Gewinnrendte sehen und eine Rendite bezieht sich auf das, was Dir in einem Jahr zufließt. Wichtiger ist also das KGV 2006. Gerade bei Wachstumsaktien macht das einen großen Unterschied. Und dann zählen natürlich die Folgejahre. Ein KGV von 16,7 kann günstig sein, wenn nur genügend Wachstum drin ist.

Grüße
PoP

notnormal
11.10.2005, 22:15
Sorry PoP

da hast DU leider was falsch verstanden, sorry, die darstellung der zahlen auf w:o ist immer etwas schwierig...

Die 14,4% Anteil haben sich bereits auf das gesamte Depot bezogen, d.h. ich bin schon recht stark vertreten mit dem Wert (für meine Verhältnisse)!

Das mit dem KGV für dieses Jahr sollte nur als Hinweis dienen, dass ich es angesichts der Wachstumsraten für nicht allzu hoch halte...immerhin ist das 06er KGV von H&M immer noch höher, als das von Esprit auf Basis der diesjährigen Gewinne!!!

Ich rechne bei Esprit auf absehbare Zeit weiter mit raten von 15-10% (beim Gewinn) und denke, dass ich damit eher konservativ agiere...selbst wenn ich ESH derzeit als etwa fair bewertet empfinde (wenn sich die Wachstumsraten entsprechend verringern sollten!), gehe ich von einer zukünftigen Steigerung des Kurses in der Größenordnung der Gewinnsteigerung aus...hinzu kommt eine Div-Rendite, die auf Basis meines Einstiegskurses (inkl. Nachkauf) von über 7%. Beim aktuellen kUrs immerhin noch über 3%...

Trotzdem bin ich aufgrund des Anteils etwas zögerlich, auch wenn ich überzeugt bleibe.

Gruß, n.n.

prince of persia
11.10.2005, 22:31
mmmh, verstehe!

In der Aktien-Analyse sind wir übrigens optimistischer. Prognostiziert werden Wachstumsraten von >20% p.a. sowie Kurszuwächse im ähnlichen Bereich. Die Aktie wird seit langen mit 5 Sternen gerated, ist auch eine der Lieblingsaktien von Volker Gelfarth.

prince of persia
12.10.2005, 21:07
Die aktuelle Aktien-Analyse zu Esprit steht auf der neuen HP zum kostenlosen Download bereit.

Klick Mich! (http://www.aktien-analyse.de/)

notnormal
13.10.2005, 11:27
Hallo PoP

es sollte im übrigen Gewinnwachstum von 15-20% heissen, nicht 15-10%.

Aber wie gesagt, dies ist eine konservative Annahme - sozusagen "mein Sicherheitspuffer".

Meine Meinung zu ESH kennt ihr ja zur Genüge, daher habe ich zu 5.82 € noch mal nachgelegt und den Anteil von Esprit am Gesamtdepot auf gut 18% ausgebaut.

Mein Einstandskurs wird dadurch weiter erhöht auf durchschnittlich 3.45 €.

Div.rendite bezogen auf den Einstandskurs ca. 6.1%.

Gruß, n.n.

notnormal
13.10.2005, 13:16
Der Grund für meinen Nachkauf:

Das ich operativ alles im grünen Bereich sehe, habe ich bereits ausführlich erwähnt…der Aktienkurs passt m.E. so gar nicht zu dieser Entwicklung. Ich habe zwar keinen Freudensprung erwartet, wie bei den Halbjahreszahlen, da die Erwartungen doch sehr hoch waren, aber auch nicht mit einem stark nachgebenden Kurs.

Das man emotional dazu neigt, nach einem derartigen Anstieg innerhalb von zwei bis drei Jahren einen Wert zu (teil-)verkaufen kann ich nachvollziehen, aber betrachte ich die Situation nüchtern, erkenne ich keinen Grund.

Die Ergebnisse waren sehr gut und die Expansion wird sich fortsetzen. Der größte Risikofaktor ist im Moment wohl der Wechselkurs zum Euro, da im Euroraum ein Großteil der Gewinne erzielt wird.

Ein Nachgeben des Kurses von 63 HK$ auf 54 HK$ kann ich auf Basis der reinen Datenlage nicht nachvollziehen, zumal ich auch die Bewertung nicht für zu hoch erachte.

Ergo: Für mich stellt sich die derzeitige Situation als gute Einstiegs- bzw. Nachkaufchance dar.

Gruß, n.n

thomtrader
26.11.2005, 10:48
"Die Marke bleibt"
Heinz Krogner will das Textilunternehmen Esprit in die Luxusklasse heben
von Carsten Dierig;Hagen Seidel

DIE WELT: Herr Krogner, mit dem Textilgeschäft haben Sie sich ja so ziemlich die schwierigste Sparte im Handel ausgesucht...

Heinz Krogner (lacht): Es ist einfacher als Sie denken. Sie müssen nur den Zeitgeist treffen. Es ist doch so: Die Leute wollen immer schön und neu angezogen sein. Der Bedarf ist also da. Jetzt brauchen Sie nur noch den richtigen Designer, Stoffe in ansprechender Qualität und dazu den richtigen Preis.

DIE WELT: Das klingt in der Theorie einfach. Fakt ist aber, daß es in der Textilbranche kriselt und sowohl die Hersteller als auch die Modehändler über schlechte Zahlen klagen...

Krogner: Ich kann das Klagen nicht mehr hören. Es muß nur jeder seine Hausaufgaben machen. Das war bei uns ja auch nicht anders. Als ich vor zehn Jahren zu Esprit gekommen bin, war das Unternehmen massiv heruntergewirtschaftet und es drohte der Fall ins Bodenlose. Heute verdienen wir mit einer Nettogewinnmarge von 16 Prozent so gut wie kein anderes Unternehmen im Modegeschäft. Aber dazu mußten wir vorher einiges verändern.

DIE WELT: Was genau haben Sie verändert?

Krogner: Ich habe aus einem Walfisch viele schnelle Barrakudas gemacht. Je größer ein Konzern ist, desto größer ist auch die Trägheit. Also habe ich damals die Unternehmensstrukturen komplett umgekrempelt und die Verantwortlichkeiten neu geordnet. Was wir hatten, waren starre Strukturen und sechs Manager, die sich nur im Weg gestanden und gegenseitig die Schuld an Mißerfolgen in die Schuhe geschoben haben. Also habe ich alle entlassen.

DIE WELT: Nicht sehr freundlich ...

Krogner: Eine harte Reparatur, aber notwendig. Jetzt sind junge Leute in der Pflicht, die damals in der zweiten Reihe standen. Jeder unserer elf Produktbereiche wie etwa Schuhe, Women Casual oder Kinder hat jetzt seinen eigenen Chef. Überschneidungen bei den Verantwortlichkeiten gibt es nicht. Seither kann sich niemand mehr auf Kosten des anderen herausreden.

DIE WELT: Und das hat schon gereicht?

Krogner: Darüber hinaus gab es Veränderungen auf der Modeseite. Die Kollektionen mußten komplett überarbeitet werden. Da haben sich damals viel zu viele Designer schlichtweg ausgetobt. Wir müssen aber ergebnisorientiert denken. Der Designer muß so entwerfen, daß sein Chef Geld verdient. Inzwischen gibt es zwölf Kollektionen im Jahr mit insgesamt 140 Mio. Teilen.

DIE WELT: Wie hat sich die neue Struktur in den Zahlen niedergeschlagen?

Krogner: Wir wachsen jedes Jahr im deutlich zweistelligen Bereich. Vor zehn Jahren haben wir 300 Mio. Euro Umsatz gemacht, heute sind es mehr als zwei Mrd. Und wir sind noch längst nicht am Ende. Die Marke Esprit hat in meinen Augen ein Umsatzpotential von fünf bis sieben Mrd. Euro. Wir sind auf der Überholspur und wollen so schnell wie möglich noch weiter zu den globalen Marktführern aufschließen. Benetton haben wir mittlerweile hinter uns gelassen. Damit sind wir weltweit die Nummer vier hinter GAP, H&M und Zara. Aber in zehn Jahren haben wir auch die überholt.

DIE WELT: Was macht Sie so sicher?

Krogner: Die Tatsache, daß wir der einzige wirkliche Global Player in unserer Branche sind. Wir sind in Europa zu Hause, wir sind in Asien zu Hause, wir sind in Australien zu Hause und wir sind in Amerika zu Hause. Das macht uns unanfällig gegen regionale Krisen. Gap hat vielleicht deutlich mehr Läden als wir. Aber 85 Prozent dieser Läden sind in den USA.

DIE WELT: Und Esprit verdient 85 Prozent seines Umsatzes in Europa...

Krogner: Das ist richtig. Wir arbeiten daran, das Geschäft auf breitere Beine zu stellen. Vor allem das US-Geschäft klappt noch nicht so, wie ich mir das vorstelle. Wir haben in Amerika einfach zu wenig Kunden in unseren Läden. Aber es ist ja auch nicht so, daß die Amerikaner nur auf uns gewartet haben. Klamottenhändler gibt es dort wie Sand am Meer. Da sind wir anfangs - und wir stehen dort noch am Anfang - nur einer unter vielen.

DIE WELT: Bis wann wollen sie es dort geschafft haben?

Krogner: Ich denke, daß es noch fünf bis sieben Jahre dauert, bis sich Esprit in den USA als Marke etabliert hat. Dann werden wir dort auch Geld verdienen. Aber diesen langen Atem haben wir. Esprit zieht sich aus keinem Land zurück, in das wir gehen. In England und Frankreich hat es auch seine Zeit gedauert. Und inzwischen sind wir dort die am schnellsten wachsende Marke.

DIE WELT: Warum tut sich Esprit in Amerika so schwer? Immerhin wurde das Unternehmen dort gegründet...

Krogner: Das schon. Aber mit dem Gründungsunternehmen hat Esprit Amerika heute nicht mehr viel gemeinsam. Die Gründer haben sich damals mit dem US-Geschäft schon früh vom Konzern abgespalten. Nach der Wiedervereinigung vor drei Jahren waren wir quasi zu einem Neustart gezwungen. Und am Anfang macht man Fehler. Sehen Sie, der US-Markt ist völlig anders als der europäische. Das mußten wir erst lernen.

DIE WELT: Was ist da anders?

Krogner: Die Mode ist dort wesentlich dekorativer als in Europa. Normalerweise entwickeln wir im Stammhaus in Ratingen unsere Mode, die wir dann weltweit weitgehend einheitlich verkaufen. In Amerika wird das Angebot jetzt modifiziert und stärker auf den dortigen Markt zugeschnitten. Dazu haben wir in Marktforschungen herausgefunden, was die Durchschnittsamerikanerin trägt. Denn sie ist dort unsere vorrangige Zielperson.

DIE WELT: Esprit investiert zur Zeit viel Geld in den Aufbau eines weltweiten Laden-Netzes. Wollen Sie raus aus den Warenhäusern?

Krogner: Wir müssen da sein, wo unsere Kunden sind. Dafür sind die Läden unverzichtbar. Außerdem sehen Sie an der Ladenkasse schnell, was läuft und was nicht. Die Läden sind für uns also eine Art Testlabor. Das bedeutet aber nicht automatisch, daß die Warenhäuser uninteressant geworden sind. Wir wollen gerne weiter mit ihnen zusammenarbeiten. Aber dazu muß sich dort grundlegend etwas ändern. Es kann nicht sein, daß wir mit jeweils 30 Quadratmetern an sieben verschiedenen Stellen im Haus verteilt sind.

DIE WELT: Warum nicht?

Das entspricht nicht dem Stellenwert unserer Marke. Die Warenhäuser müssen eindeutige Kompetenzzentren schaffen. Sollen sie auch gerne drumherum ihre Eigenmarken plazieren. Aber sie können nicht gleichzeitig Experte sein für Mode, Weiße Ware und Schmuck. Es muß in den Warenhäusern eine Sortimentsbereinigung geben.

DIE WELT: Esprit ist ein Repräsentant jener unkomfortablen Marktmitte, die gewaltig unter Druck steht - genau zwischen Luxusanbietern und Discountern. Wie will sich Esprit da bewähren?

Krogner: Durch das stimmige Preis-Leistungsverhältnis. Andere sind vielleicht zehn Prozent besser, aber dann auch gleich 30 Prozent teurer. Wieder andere sind zehn Prozent billiger, aber dann 30 Prozent schlechter in der Qualität. Aber so geht es heute nicht mehr. Der Kunde hat das Bedürfnis nach Qualität zu einem bezahlbaren Preis. Er will einen Gegenwert für sein Geld. Der Billigwahn ist in meinen Augen vorbei. Und wer kauft noch von oben bis unten Luxusmarken? Heute haben wir den Smart Shopper, der alles mixt. Und das ist mit Esprit besser möglich als mit jeder anderen Marke. Ich zum Beispiel bin ein Sakko-Fan. Dieses hier (zeigt auf sein Jackett) ist von Brioni. Dazu trage ich ein Esprit-Hemd und eine Esprit-Hose. Und das fällt gar nicht auf, denn es gibt kaum einen Unterschied gegenüber den Luxusteilen.

DIE WELT: Esprit soll zu Jahresbeginn dennoch an einer Übernahme der Luxusmarke Jil Sander interessiert gewesen sein...

Krogner: Wir gucken zur Zeit in alle Richtungen. Und wenn sich eine gute Gelegenheit ergibt, dann wird es auch Akquisitionen geben. Die Diskussion um Jil Sander war da gar nicht so falsch. Denn ich kann mir durchaus vorstellen, in den Luxusbereich reinzugehen. In Frage kommt aber nur eine Marke, die bereits sehr bekannt ist. Damit würden wir unser Angebot verbreitern. Und darauf kommt es mir an.

DIE WELT: Um Geld geht es nicht?

Krogner: Neuen Umsatz muß ich nicht dazu kaufen. Wir wachsen ja schon von alleine ohne große Anstrengungen. Es macht in meinen Augen auch keinen Sinn, Konkurrenten aus dem gleichen Marktsegment zu kaufen. Deshalb verstehe ich den Adidas-Reebok-Deal auch nicht. Da werden einfach zwei Marken übereinandergelegt. Das führt letztlich nur zu einer gegenseitigen Kannibalisierung.

DIE WELT: Wenn Sie Ihren Luxusanbieter gefunden und gekauft haben: Bleibt diese Marke dann erhalten oder wird er in das Esprit-Sortiment eingegliedert?

Krogner: Die Marke bleibt erhalten. Das müssen wir trennen. Sehen Sie, Esprit hat mittlerweile seine Position im Markt gefunden. In meinen Augen ist ein Label wie Esprit ein Versprechen an den Kunden: Wer zu uns kommt, kauft qualitativ hochwertige Mode zu fairen Preisen. Der Kunde soll wissen, was ihn bei uns im Laden erwartet. Ich will gar nicht der Fashion-Führer sein. Denn wer heute in ist, ist morgen schon wieder out.

DIE WELT: Wie dürfen wir das verstehen?

Nehmen sie H&M oder Zara. Die sind absolut angesagt bei den Kids zwischen zwölf und 18 Jahren. Und dann? Soll ich etwa alle sechs Jahre meine Zielgruppe zu 100 Prozent austauschen? Esprit begleitet einen Kunden 25 Jahre und länger. Wir machen Mode nicht nur für junge Leute, sondern auch für junggebliebene Leute.

Das Gespräch führten Carsten Dierig und Hagen Seidel.


Artikel erschienen am Sa, 26. November 2005
http://www.welt.de/data/2005/11/26/808871.html

Forticus
22.02.2006, 11:20
Versuche gerade mir ein Bild von den heute veröffentlichen Zahlen zu machen. Wenn ich die Pressemitteilung richtig lese, bezieht sich der net profit von 1,9 Mrd HKD auf das abgelaufene halbe Jahr, die Dividende von 0,50 HKD jedoch "nur" auf das letzte Quartal. Wenn ich das aufs volle Jahr hochrechne, werden demnach rund 60% des Gewinns ausgeschüttet.
Das deckt sich in etwa mit den 30%, die ich mir aus dem Jahresbericht des am 30.06.05 beendeten GJ rausgezogen habe.
Früher waren die einbehaltenen Gewinne um 60-70%.

Aus meiner Tabelle ergibt sich für mich eine Halteposition, wenn da nicht die Sache mit den einbehaltenen Gewinnen wäre. Signal 3 zieht mir das ganze runter.

Könnte jemand von euch die einbehaltenen Gewinne der letzten 4 Jahre mal nachprüfen?

Gruß
Martin

notnormal
22.02.2006, 12:34
@ Forticus

Die Jahren beziehen sich auf das 1. HJ 2005/2006.

Das GJ ist bei in HK ansässigen Firmen i.d.R. verschoben, d.h. bei Esprit dauert das GJ von Juli 2005 bis Ende Juni 2006.

Die Zahlen beziehen sich auf den Zeitraum vom 1.7.05 bis 31.12.05.

Die Ausschüttung einer Dividende erfolgt bei ESH zweimal jährlich, d.h. die Ausschüttungsquote muss auf das HJ bezogen werden.

Gruß, n.n.

P.S.: Zahlen zeigen solides Wachstum. Im Rahmen der Erwartungen. +13.1% Umsatzwachstum, +15.7% Gewinnwachstum. Margen wie immer gut.

prince of persia
22.02.2006, 22:47
Hallo Forticus,

Zum Signal 3: Ich würde noch die erwarteten Dividenden zu Deiner Kursprojektion hinzuzählen, sonst wäre eine Aktie bei Vollausschüttung vermutlich wertlos ;-)

Grüße
PoP

notnormal
23.02.2006, 11:31
Also:

Die Zahlen sind nicht überragend, sondern eher solide. Dies scheint aber – wie fast immer – keinem mehr zu reichen, der bei Esprit investiert ist, denn ein Teil der übertriebenen Erwartungen ist sicher schon im Kurs enthalten. Entsprechend der vergangenen Ergebnisse und Vorschusslorbeeren war hier wohl mit deutlich mehr gerechnet worden.

Entsprechend der Erwartungshaltung hat es Downgrades gehagelt und die Aktie ist - ja, man muss es so deutlich sagen – abgestürzt. In HK heute -9%, was nicht gerade alltäglich ist bei soliden Unternehmen…dies zeigt m.E. aber mal wieder wie übertrieben die Erwartungshaltung inzwischen geworden ist und wie kurzfristig am Kapitalmarkt gedacht wird.

ESH ist nicht mehr billig, wie vor ein, zwei Jahren. Trotzdem halte ich die Finanzlage, die Aussichten und das Wachstum für sehr solide und den Kurs für angemessen. Kurssprünge habe ich sicherlich nicht erwartet, aber fast 10% runter halte ich für übertrieben.

Dennoch: auch nach den Downgrades liegen die Kursziele für ESHh immer noch im Bereich von 65-66 HK$. Dies entspricht in etwa dem Stand vor dem 10%igen Absturz.

Langfristig zeigt der Pfad bei ESH eindeutig nach oben und ich ändere zunächst nichts an meiner Gewichtung, auch wenn ich gestern kurz drüber nachgedacht hatte, einen ersten Teilverkauf vorzunehmen – habe vorausgesehen, wie man heute auf die Zahlen reagiert und bei einer Gewichtung von fast 25% im Depot denkt man dann doch kurz drüber nach. Sehe aber den langfristigen Trend ungebrochen.

Wichtig ist auch zu sehen, dass in lokaler Währung der Umsatz immerhin um 18% angezogen hat und sich die „Schwäche“ zum Teil mit Währungsverlusten erklären lässt.

Vorteil dieser Zahlen: man ist auf den Boden der Tatsachen zurückgekehrt und die Erwartungen nähern sich wieder mehr der Realität an.

Mich erinnert die Geschichte stark an PUMA im letzten Jahr, als angekündigt wurde, das die Aussichten zwar weiterhin gut sind, amn aber die Steigerungsraten der Vergangenheit nicht mehr zu halten vermag – und schon ging es auf Talfahrt.

Man beachte: wo steht die Aktie jetzt?

Wie seht Ihr die Zahlen? Andere Meinungen?

Gruß, n.n.


Hier noch ein kurzer Ausschnitt der Lage:

Esprit Hld. bricht nach Zahlen ein, "downgrading" JPM und ML
Thursday, 23. Feb 2006, 07:19
Unternehmen: ESPRIT

Hongkong 23.02.06 (www.emfis.com)

Gestern veröffentlichte die Esprit Hld. seine Zahlen für das 1. Halbjahr und wies einen Nettogewinnanstieg von 15,7 % auf 1,87 Mrd. HKD, wir berichteten.

JPMorgen teilte heute mit, dass der Nettogewinn um 5 % unter der Schätzung lag. Auch die Aussicht wird zurückhaltend betrachtet und die Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr um 5 % auf 3,864 Mrd. HKD reduziert und für das Jahr 2007 um 6 % auf 4,655 Mrd. HKD. Die Aktie wird von bisher "outperform" auf "neutral" zurückgestuft und der Richtpreis bei 66 HKD angesetzt.

Auch Merrill Lynch war nicht von den Zahlen begeistert und stufte die Aktie von "buy" auf "neutral" zurück.

Bis zur Mittagspause brach die Aktie von Esprit um 7,4 % auf 59,80 HKD ein.

prince of persia
23.02.2006, 12:39
Hallo n.n.

@ESH ist nicht mehr billig, wie vor ein, zwei Jahren. Trotzdem halte ich die Finanzlage, die Aussichten und das Wachstum für sehr solide und den Kurs für angemessen. Kurssprünge habe ich sicherlich nicht erwartet, aber fast 10% runter halte ich für übertrieben.

Wie kannst Du den Kurssturz einerseits für übertrieben halten, andererseits aber den Kurs für angemessen halten?

Nach dem Kursanstieg der letzten Monate wurde die Aktie in der Spitze mit einem KGV von 23 gehandelt. Ich denke da ist es ganz normal, wie der Markt reagiert hat. Ein KGV von 23 ist nur soweit zu halten, wie auch die Wachstumsraten in diesem Bereich liegen.

Ich habe die Zahlen positiv aufgenommen. Für mich hat es den Anschein, als wären in der Tat die Währungsverluste für den Rückgang der Bruttomarge veranwortlich, das waren ja immerhin rund 500 Mio HK$. Aber das ist ja nichts, was für irgendwelche Probleme spricht. Die Währungsverluste würde ich daher nicht überbewerten. Langfristig dürften die Margen wieder steigen. Im Wholesalebereich liegen die Auftragseingänge um 18% über dem Vorjahr und im Retailbereich steigt die Fläche in diesem GJ um 19%. Der Trend stimmt und ein KGV von 19 kann man dafür auf jeden Fall zahlen, zumal die Wachstumsstory eine langfristige ist.


Grüße
PoP

Forticus
23.02.2006, 14:46
danke notnormal und PoP für eure antworten.

Ich habe mich gestern Nachmittag dann doch entschieden, Esprit erstmal rauszuwerfen. Bekam noch 6,95 dafür, mit +51% in 13 Monaten. Und nochmal ca 2% für 1 Monat, für jeweils 5% meines Depots.

Genau weil mir das gestern durch den Kopf ging:
"nicht überragend, sondern eher solide. Dies scheint aber – wie fast immer – keinem mehr zu reichen, der bei Esprit investiert ist"
Und sowas habe ich in den letzten Jahren immer wieder erlebt und dabei verloren bzw mein Depot ausgebremst (2004 Harley mit 20% Depotanteil).

Meine Signale sagen mir, daß man unter 65HKD kaufen kann,
aber wenn ich nun lese:
- "Kursziele für ESHh immer noch im Bereich von 65-66 HK$. Dies entspricht in etwa dem Stand vor dem 10%igen Absturz."
und
- "der Trend stimmt und ein KGV von 19 kann man dafür auf jeden Fall zahlen, zumal die Wachstumsstory eine langfristige ist."

dann denke ich, die Aktie ist jetzt nach dem Absturz von 10% "fair" bewertet, aber nicht deutlich unterbewertet, wie ich das von einer "Value-Aktie" erwarte. Vielleicht knallt es morgen bis Montag (nachdem die "Werktätigen" am Wochenende die downgrades gelesen haben) nochmal 10% runter. Dann könnte auch ich mir wieder vorstellen, auf Jahressicht ein Kursziel von 65 HKD aufs Korn zu nehmen.

Gruß
Forticus

prince of persia
23.02.2006, 15:46
@Mich erinnert die Geschichte stark an PUMA im letzten Jahr, als angekündigt wurde, das die Aussichten zwar weiterhin gut sind, amn aber die Steigerungsraten der Vergangenheit nicht mehr zu halten vermag – und schon ging es auf Talfahrt.
Man beachte: wo steht die Aktie jetzt?

Ich glaube ein Vergleich ist hier nur begrenzt möglich. Puma wurde mit einem KGV von 11 gehandelt, obwohl es dynamisch wächst, ein Markenbusiness betreibt, keine Schulden hat und fast der komplette Gewinn ausgeschüttet werden kann. Der Grund für diesen Bewertungsabschlag lag auf der Hand. Puma ist eine Lifestylemarke geworden und hat sich v.a. die junge Klientel geangelt. Was eine Marke aber erst richtig stark macht ist die Kundenloyalität. Diese ist bei Lifystylemarken und speziell bei dieser Kundengruppe nicht gerade ausgeprägt. Ich glaube jedoch, dass viele Lifestylemarken, die mit der Zeit untergetaucht sind, Fehler im Marketing gemacht haben, indem sie z.B. ihre Kundengruppen aus den Augen verloren haben oder eine schlechte Distributionsstrategie gefahren sind. Tommy Hilfiger z.B. war eine sehr starke Marke. Es wurde vorwiegend von gut betuchten Studenten aus den USA nachgefragt. Dann trugen Snoop Doggy Dog und Notorius BIG und wie sie alle heißen die Teile, MTV lässt grüßen. Das Management hatte sich auf die neue Zielgruppe eingeschossen. Dass es da Konflikte mit der alten Zielgruppe gab, war vorprogrammiert. Als die Rapper die Teile nicht mehr tragen wollten, hatte man die ursprüngliche Klientel vergreult, die sich herzlich wenig damit identifizieren konnte. Und dann hat man noch den Fehler gemacht, die Klamotten bei Walmart zu Schnäppchenpreisen zu verschleudern. Die Marke wurde verramscht und das Unternehmen ist in eine schwere Krise gestürzt. Die Finanzinvestoren haben das erkannt und korrigieren jetzt diese Fehler. Und Jochen Zeitz weiß ganz genau um diese Sachen. Neben der Produktentwicklung konzentriert sich Puma ohnehin nur auf das Marketing und das haben die drauf. Ich glaube, dass sie Puma mit dieser Strategie nachhaltig positionieren können. Ein höheres Risiko als bei anderen Marken wie z.B. eine Polo Ralph Lauren wird wohl aber immer bestehen. Naja, wie es scheint hat die Aktie disen Bewertungsabschlag jetzt abgebaut.

Grüße
PoP

notnormal
24.02.2006, 23:45
@ Forticus

Schade, das Du raus bist. Kann nachvollziehen, dass Du Deine Gewinne lieber absichern willst, zumal Du nicht gerade überzeugt klingst von dem Unternehmen und seinen Aussichten.

Das kurzfritsige "Rein und Raus"-Spiel habe ich mir eigentlich komplett abgewöhnt - es kostet meist mehr, als es bringt. Vor allem Zeit und die ist mir heilig http://www.value-analyse.de/iB_html/non-cgi/emoticons/smile.gif


@PoP

Ok. War nicht ganz so klar ausgedrückt.

Ich halte einen Wert von 64-66 HK$ für angemessen bei Esprit im Moment, d.h. ich fand sie vor dem „Absturz“ angemessen bewertet und halte die 10% Kursverlust für übertrieben...wobei mich der Kursrutsch nicht wirklich beunruhigen kann. Dafür ist mein Vertrauen in das Unternehmen und dessen Wachstumspotential sowie das Management zu groß.

Natürlich sind viele enttäuscht, die wieder ein Wachstum von 20% oder gar mehr erwartet haben – aber wie realistisch ist dies auf Dauer? Zumal letztes Jahr einfach alle Rahmenbedingungen gestimmt haben. Das Super-Jahr 04/05 (bzw. das 1.HJ) um 15.7% im Gewinn zu toppen bei schlechteren Wechselkursverhältnissen ist für mich ein gutes Ergebnis (auch im Hinblick auf das Umsatzwachstum in lokaler Währung von 18%).

Schaue ich mir Wettbewerber wie H&M oder Inditex an, so halte ich Esprit bei unter 60 HK$ für moderat bewertet.

Wäre ich nicht schon mit über 20% meines Depots investiert, würde ich auf dem aktuellen Niveau eher weitere Positionen aufbauen, als zu verkaufen...ich erwarte von ESH stabiles Wachstum auf recht hohem Niveau für die nächste Zeit.

Über die Währungseinflüsse zu spekulieren halte ich hingegen für Zeitverschwendung.

Der Kölner an sich würde jetz wohl sagen "et kütt wie et kütt".

In diesem Sinne schönes WE,

n.n.

prince of persia
22.03.2006, 12:13
Moin,

ich frage mich langsam, ob Esprit nicht wieder interessant wird. Ein KGVe von 15-16 für ein wachstumsstarkes Unternehmen vom Schlage Esprit erscheint mir nicht schlecht. Ist die Frage "wie" wachstumsstark es denn in Zukunft ist. Beim Blick auf die Aktien-Analyse fällt mir auf, dass 85% der Umsätze aus Europa stammen. Die Kernfrage scheint mir daher zu sein, ob das Geschäftsmodell ähnlich erfolgreich auf die anderen Märkte übertragen werden kann!?

Grüße
PoP

notnormal
22.03.2006, 16:53
Hallo PoP

Es ist richtig, dass derzeit ein Großteil der Umsätze in Europa generiert wird, allerdings lohnt es sich m.E., die Erträge genauer zu betrachten.

Dabei fällt auf, dass

(1) Europa innerhalb der letzten Jahren das Kernziel der Expansion von Esprit war. Daher verwundert es nicht, wenn Europa fast 85% des Umsatzes ausmacht. Dennoch herrscht innerhalb Europas eine viel breitere Streuung der Umsätze, als noch vor drei Jahren. Die „neuen“ Märkte innerhalb Europas, sprich Frankreich, Skandinavien, Italien, UK und Spanien haben z.T. deutlich höhere Wachstumsraten als Deutschland. Deutschland dominiert die Bilanzen nach wie vor, die „Vormachstellung“ wird aber allmählich abgebaut, da sich gleichzeitig das Wachstum in Deutschland verlangsamt und das der übrigen neuen Märkte stark ansteigt.

(2) Asien generiert wieder gesundes Wachstum, was vor zwei bis drei Jahren noch nicht wirklich rosig aussah. Hier hat man sicher noch deutlichen Nachholbedarf, aber ich bin recht zuversichtlich, dass man sich langfristig einen Teil vom Kuchen abschneidet. Insbesondere in China ist der Umsatz zuletzt deutlich gestiegen, nachdem das dortige Joint Venture einer beschleunigten Expansion zugestimmt hat.

(3) USA/Kanada sind bisher recht unbedeutend, generieren aber auch endlich Wachstum -allerdings von sehr geringem Niveau aus. Mal sehen, was sich dort machen lässt, ist der amerikanische Markt doch traditionell ein schwieriges Pflaster für Unternehmen aus Übersee. Hier haben sich schon einige blaue Flecken geholt…

Insgesamt sehe ich gute Wachstumsperspektiven von Esprit für die nächsten Jahre, allerdings sollte man sich von Wahnsinnssteigerungen à la 2004/2005 verabschieden. Diese sind zukünftig wohl nur möglich, wenn sich die Wechselkurse entsprechend verändern – und das ist m.E. eher Kaffeesatz-Lesen.

Im Verhältnis zu den Konkurrenten H&M und Inditex, die ich persönlich noch am ehesten als Vergleichsgruppe ansehe, auch wenn das Konzept unterschiedlich ist, halte ich Esprit angesichts der Finanzstärke und Wachstumsperspektiven für derzeit am attraktivsten bewertet.

Ich persönlich halte Esprit auf diesem Niveau für attraktiv, sonst hätte ich meinen Bestand zuletzt reduziert.

gruß, n.n.

prince of persia
22.03.2006, 18:25
Sieht interessant aus. Ich glaub' ich werde mir die Geschäftsberichte mal ganz genau reinziehen. Wäre doch gelacht, wenn mir keine neuen Erkentnisse aufkommen.

notnormal
24.03.2006, 23:14
Hallo PoP

glaub ich gerne, dass Du neue Erkenntnisse aus der Lektüre ziehen wirst...

Ich freu mich drauf ;-)

BIn weiterhin voll investiert in Esprit (Depotanteil ca. 25%) und bleibe vorerst auch drin...ich erwarte, dass das Jahresergebnis in etwa dass Halbjahresergebnis bestätigen wird - derzeit solides Wachstum im Bereich von 18% (Umsatzwachstum auf Basis lokaler Währungen). Dies sollte zu einer deutlichen Ergebnissteigerung (Jahresüberschuss) gegenüber dem letzten Jahr von 15-17% führen...

Ich sehe die derzeitige Schwäche wieder als Nachkaufgelegenheit, tue mich aber schwer aufrgund meiner großen Position in dem Wert...

gruß, n.n.

prince of persia
25.03.2006, 16:44
Moin n.n.

macht ja auch richtig Spaß mit Dir hier. Bist ne echte Bereicherung für das Forum. Mit EganaGoldpfeil hast Du uns auch ein Superinvestment vorgestellt, danke.

Auf Esprit komme ich zu sprechen.

Vorab folgendes:

BIn weiterhin voll investiert in Esprit (Depotanteil ca. 25%)...Ich sehe die derzeitige Schwäche wieder als Nachkaufgelegenheit, tue mich aber schwer aufrgund meiner großen Position in dem Wert...

Wobei sich die 25% nur auf Dein Aktiendepot beziehen, das rund die Hälfte Deines Gesamtesdepots ausmacht, richtig?

Die Frage nach der rechten Depotgröße entscheidet sich für mich an der Sicherheitsmarge und ich kann das nur dreimal unterstreichen!

Bei einem KGVe von 16 für Esprit würde ich keine allzugroße Sicherheitsmarge erwarten.

Der Gedanke bei der Sicherheitsmarge als Orientierungsgröße ist einfach folgender:

There are two Rules of Investing:

Rule No 1: Never loose money!
Rule No 2: Never forget rule No 1!!

Man muss glaube ich gar nicht so viele Gewinne machen, wenn sich die Gewinne in der Schlussbilanz nicht wieder gegen Verluste aufwiegen, was Zocker am besten oder wenigsten wissen.

Je höher der Depotanteil ist, desto höher muss die Sicherheitsmarge sein. Das geile daran ist ja, dass eine höhere Sicherheitsmarge mit besseren Renditeperspektiven nicht negativ korreliert, sondern positiv.

Nehmen wir mal ein paar Beispiele.

Zuletzt *investierte ich z.B. in PC-Spezialist. Mein Kalkül war: 50% Sicherheitsmarge. Depotanteil 25%. Die fundamentale Entwicklung war seither miserabel, was nicht zuletzt am Manament lag. Wie dem auch sei, ich konnte mit -7% verkaufen. Auswirkung aufs Gesamtdepot also < - 2%. Was wäre geschehen, wenn ich sie für 14 Eur gekauft hätte? Sie wären sie früher oder später bei 7 Eur gewesen, wo sie jetzt auch sind. Verlust des Gesamtdepots also 0,25*50%= - 12,5%.

Nehmen wir mal Hugo Boss als anderes Beispiel. Die kaufte ich damals für roundabout 9 Euro. Ich ging damals auch von einer Sicherheitsmarge von 40-50% aus. Die Aktie habe ich mit + 73% verkauft. Leider hatte ich damals aber nur geringe Depotanteile, vermutlich weil ich noch etwas unsicher war und nicht fokussiert investieren wollte. Dadurch sind mir natürlich einige %-te durch die Lappen gegangen. Aber was wäre passiert, wenn Boss Woman gefloppt wäre? Ich bin sicher, dass sie jetzt nicht bei unter 9 Eur liegen würde, zumal Boss Woman ja Verluste schrieb. Das Verlustrisiko hielt sich doch ziemlich in Grenzen. By the way: Die Aktie steht jetzt bei 36 Eur.

Deswegen macht es für mich einen Riesenunterschied, ob ich Esprit für ein KGVe von 16 oder 10 kaufen kann, weil dann die Depotanteile entsprechend größer wären. Bei einem 10-er KGV hätte ich viel bessere Renditeperspektiven bei viel geringeren Verlustrisiken und würde entsprechend auch viel mehr investieren wollen.

Grüße
PoP ;-)

prince of persia
25.03.2006, 19:44
Zu Esprit:

Zunächst einmal muss man doch festhalten, dass Esprit ein tolles Unternehmen ist. Sie haben ein Supergeschäftsmodell und ein hervorragendes Management, das es versteht Kapital daraus zu schlagen. Die Eigenkapitalrendite liegt bei 50%. Schulden? Fremdwort. Das Management konzentriert sich auf den Ausbau des Kerngeschäfts und alles, was dafür nicht benötigt wird, wird auch ausgeschüttet - das sieht man doch gerne. Esprit wächst sehr dynamisch und hat viel Potenzial, wenn man bedenkt, dass 85% der Umsätze aus Europa und fast die Hälfte aus Deutschland stammen. Ich habe einen sehr guten Eindruck von dem Unternehmen.

Zu den Halbjahreszahlen. Der Umsatz stieg in Hj1 um 13% (18% vor Währungseffekten) und der operative Gewinn um 14%. Der Währungseffekt trifft Esprit gleich doppelt. Einmal werden die Umsätze in HK$ umgerechnet, wodurch sich ein schwächer werdender Euro in weniger HK$ umrechnet. Und zudem fallen ja auch die Kosten größtenteils in Euro an, weil die europäischen Tochtergesellschaften von Zulieferern aus hauptsächlich Asien ordern. Ein schwächelnder Euro erhöht so die Beschaffungskosten. Auf der anderen Seite war der Euro die letzten zwei Geschäftsjahr stark. Die positven Effekte auf der Beschaffungsseite wurden dabei sogar teilweise durch Preissenkungen an die Endverbaucher weitergegeben, um die Wettbewerbsposition als Anbieter hochwertiger mid-to-high-end-Mode mit Preisen, die man sich leisten kann, zu festigen. Das hat mir sehr gefallen, weil es zeigt wie das Management denkt. Die langfristige Wettbewerbsposition hat Priorität vor kurzfristigem Profitstreben. Auf der anderen Seite kann man das ja ganz flexibel angehen lassen. Notfalls, so das Management, werde man die Preise eben an die Währungssituation anpassen, wenn man die Gefahren nicht genügend abfedern kann. Letztendlich denke ich, dass die Währungsfrage sowieso nur untergeordneter Rolle ist. Viel wichtiger ist die Frage, ob die Investmentstory noch stimmt und die hat weiter Gültigkeit: „the right strategic platform and a sclalable busines modell are now in place to accomodate sustainable growth for years to come“. Die Multiplizierbarkeit und Skalierbarkeit des Geschäftsmodells überwiegen die Währungseffekte doch bei weitem. Weitere negative Effekte in Hj1 waren z.B. die erstmalige Verbuchung von Aktienoptionen als Kosten. Schaut man sich die Entwicklung nach Sparten an, kommen einem zusätzliche Erkenntnisse. So hat der Einzelhandelsbereich ertragsseitig enttäuscht, während der Wholesalebereich weiter sehr stark ist. Das verwundert mich nicht besonders. So wurde die Verkaufsfläche um 14% erhöht, also jeweils so viel wie in den vergangenen zwei vollen Geschäftsjahren, und darunter waren auch viele Regionen, in denen Esprit noch keine so gute Marktposition erlangt hat. Außerdem handelt es sich noch um recht große Stores, die Anzahl der Stores selbst ist nur moderat gewachsen. Das erinnert mich ein wenig an die Entwicklung bei Monsoon. Da ist aber noch heftiger. Bei Monsoon hat die Verkaufsfläche im Heimatmarkt in Hj1 um 49% zugenommen, ebenfalls durch vergleichsweise große neue Stores. Es versteht sich von selbst, dass die erst einmal Verluste schreiben. Die operativen Kosten sind dort viel höher und bis sich da ein vernünftiger Aberverkauf einstellt dauert das seine Zeit. Bei Esprit hat sowieso der Wholesalebereich viel mehr Bedeutung. Der Retailbereich steuert nur 24% zum Gewinn bei, was auch einleuchtet, da die Shop-in-Shop-Stores einfach profitabler "betrieben" werden können. In Gj 2001/2002 und 2003/2004 hat der Retailbereich so gut wie gar nichts zum Gewinn beigetragen. Ich denke er hat zunächst auch strategischen Charakter um die Wahrnehmung der Marke zu stärken. Dann werden die Märkte stärker durch den Wholesalebereich erschlossen und erst wenn die Marktakzeptanz gestiegen ist und ein besserer Abverkauf stattfindet, auch durch eine Optimierung des Produktmixes, werden die Stores profitabel. So konnten die SameStoreSales in Europa im Gj 2003/2004 um 11% gesteigert werden und in 2004/2005 dann konzernweit nochmal um 8,5%, was die Marge des Retailbereichs nach oben gepusht hat. Derzeit scheint mir insbesondere Australasien ein Problemkind zu sein (SSSales - 11% in Hj1).

Aber fest steht natürlich auch, dass die anderen neuen Märkte nichts zum Gewinn beitragen, wenn überhaupt. Das gilt selbst für Asien, die für 10% des Umsatzes stehen. Der Break Even wurde hier gerade erst erreicht. Die hohen Margensteigerungen, die Esprit in den vergangenen Jahren erzielt hat, sind auf eine konsequente Erschließung der Kernmärkte zurückzuführen. Das Management erntet jetzt die Früchte seiner Arbeit in Form von Skaleneffekten. Davon sind die neuen Märkte aber noch weit entfernt. Langfristig bleibt das Geschäftsmodell aber intakt: „the right strategic platform and a sclalable busines modell are now in place to accomodate sustainable growth for years to come“.

Die Auslandsexpansion ist natürlich eine Riesenwachstumsoption. Asien/Pazifik und Nordamerika werden sicher etwas schwerer. Naja, notfalls zieht man sich eben ganz aus den Märkten zurück. Selbst wenn sich Esprit nur auf Europa konzentriert, haben sie noch genügend Wachstumsraum, um ein KGVe von 16 zu rechtfertigen. Die Entwicklung ist sehr ermutigend und selbst der Hauptmarkt Deutschland entwickelt sich sehr gut und scheint noch Potenzial haben. Insofern denke ich, dass 60 HK$ ein guter Preis sind für ein GARP-Investment a la Esprit. Ein wenig Geduld dürfte sich hier früher oder später auszahlen.

notnormal
25.03.2006, 22:16
Hallo PoP

die "Blumen" kann ich nur zurück geben...was ich hier von Euch lerne, könnte ich mir so schnell nicht selber beibringen.

Die Analyse von Bilanzen fällt mir im Gegensatz zu einigen Leuten hier immer noch etwas schwer, aber ich lerne auch in diesem Bereich. Sollte aber meine Erkenntnisse in diesem bereich vielleicht noch mal vertiefen.

Meine besten Investments entstehen nach wie vor oft durch Zufälle - man liest einen Artikel, der einen interessiert, guckt sich mal auf der Internetseite um und hat auf einmal Feuer gefangen...wenn dann noch Geschäftsmodell, Management und Perspektiven stimmen (z.B. Egana) kann man sich glücklich schätzen.

>>>>Man muss glaube ich gar nicht so viele Gewinne machen, wenn sich die Gewinne in der Schlussbilanz nicht wieder gegen Verluste aufwiegen, was Zocker am besten oder wenigsten wissen.<<<<<

Stimme Dir zu. Solange ich mit meinem Gesamtdepot recht stetigen Gewinn mache und Fehlinvestitionen immer schnell eliminiere, reichen mir eigentlich eine handvoll hervorragende Unternehmen im Leben, um richtigen Mehrwert zu schaffen...mir ist allerdings auch klar geworden, wie wenig Sinn es macht, an Aktienpositionen auf jeden Fall festhalten zu wollen...zumindest bei Wachstumsunternehmen, die relativ hoch bewertet sind, setze ich mir im kopf SL-Limits um die Verluste zu begrenzen. Totalabstürze wie noch vor ein paar Jahren würde es somit jedenfalls nicht mehr geben.

Im Zweifelsfall würde ich einen Wert ausstoppen, den ich besser gehalten hätte - Pech.

Deine Analyse trifft den Nagel mal wieder so ziemlich auf den Kopf. ZU der Schwäche in Australasien kann ich nur Folgendes sagen: dies waren die einzigen Esprit-Läden (allerdings sind diese Erfahrungen auch schon 6 Jahre alt!) die ich gesehen habe, die richtig ramschig aussahen. Kein Vergleich mit den Läden von Esprit in Europa von heute - vielleicht liegt hier der Hund begraben. Man konnte dadurch nicht ein so gutes Image aufbauen wie bei uns...dies zu korrigieren ist im nachhinein immer schwierig - mal sehen, ob man auch dort die Kurve kriegt.

Würd mich freune, Dich demnächst "an Bord" begrüßen zu können!

Gruß, n.n.

prince of persia
26.03.2006, 19:47
Hallo,

@Die Analyse von Bilanzen fällt mir im Gegensatz zu einigen Leuten hier immer noch etwas schwer, aber ich lerne auch in diesem Bereich. Sollte aber meine Erkenntnisse in diesem bereich vielleicht noch mal vertiefen.

Meinst Du hier wirklich nur die Bilanzen, also die Rechnungslegung, oder meinst Du das Analysieren von Geschäftsberichten?

@ZU der Schwäche in Australasien kann ich nur Folgendes sagen: dies waren die einzigen Esprit-Läden (allerdings sind diese Erfahrungen auch schon 6 Jahre alt!) die ich gesehen habe, die richtig ramschig aussahen. Kein Vergleich mit den Läden von Esprit in Europa von heute - vielleicht liegt hier der Hund begraben.

Interessant. Das hätte bestimmt einen ganz wesentlichen Faktor, keine Frage.
Warst Du nich erst kürzlich in Australien?

@Würd mich freune, Dich demnächst "an Bord" begrüßen zu können!

Ich fürchte, ich verstehe nicht ganz.

Beste Grüße
PoP

notnormal
28.03.2006, 07:23
Hallo PoP

ich tue mich immer noch etwas schwer bzw. es dauert bei mir recht lange, bis ich das reine Zahlenwerk studiert und analysiert habe…überlege daher, mir mal ein vernünftiges Buch über die Bilanzanalyse anzuschaffen, welches mir den „trockenen Teil“ der Analyse vielleicht etwas erleichtert.

@Warst Du nich erst kürzlich in Australien?

Ja. Ich war Ende letzten Jahres in Australien, allerdings hatte ich da andere Sachen im Kopf. Hochzeit am Strand…war das schön ;-). Nur mit einer Hand voll Freunden. Traumhaft. Danach haben wir Campervan-Flitterwochen in Neuseeland gemacht.

Ich habe also keinen Esprit-Laden von innen gesehen und kann Dir nicht sagen, inwiefern sie diese an das hohe Niveau hier angepasst haben.

@Würd mich freuen, Dich demnächst "an Bord" begrüßen zu können! >>Ich fürchte, ich verstehe nicht ganz.<<

Mit „an Bord“ meinte ich, dass Du vielleicht doch noch dem illustren Kreis der Esprit-Aktionäre beitreten könntest. Das würde mich freuen.

Gruß, Jochen

prince of persia
28.03.2006, 13:11
@Mit „an Bord“ meinte ich, dass Du vielleicht doch noch dem illustren Kreis der Esprit-Aktionäre beitreten könntest. Das würde mich freuen.

Achso, schon geschehen ;-) Allerdings muss man sehen, dass Esprit ein GARP-Investment ist. Ein geschätztes KGV von 16 gibt keine besonders große Sicherheitsmarge her, deswegen habe ich mit Depotanteilen eher gegeizt, als dass ich hier im großen Stil rein bin.

@ich tue mich immer noch etwas schwer bzw. es dauert bei mir recht lange, bis ich das reine Zahlenwerk studiert und analysiert habe…überlege daher, mir mal ein vernünftiges Buch über die Bilanzanalyse anzuschaffen, welches mir den „trockenen Teil“ der Analyse vielleicht etwas erleichtert.

Ich würde mich grundsätzlich nicht so lange mit Zahlen aufhalten. Ich beschränke es auf das Nötigste, indem ich einmal die GuV überfliege, um zu schauen ob die Ertragslage bereinigt werden sollte, schaue noch einen Blick auf die Bilanz wie hoch die Veschuldung ist und die Kapitalrendite und dann schaue ich mir in Cf-Rechung noch an wie das Unternehmen sein Geld einnimmt und ausgibt. Die endlosen Exceltabellen mache ich schon lange nicht mehr, weil ich nicht glaube, dass der Zeitwaufand in einem vernünftigen Verhältnis zum Erkentnissgewinn steht. Vielmehr sollte man Zeit ung Mühe aufwenden, das Geschäftsmodell und die langfristige Stellung des Unternehmens im Wettbewerb richtig zu verstehen und zu beurteilen. Allerdings gehört zu einem echten Verständnis des Geschäftsmodell auch ein Verständnis der Rechnungslegung, was z.B. bei Banken und Versicherungen sehr eigen ist.
Zum richtigen Verständnis von Bilanzen würde ich auf die gängige Literatur a la "Einführung in die Bilanzen" etc. verichten und mir stattdessen gleich etwas umfassendes und vernünftiges anschauen. Ich habe bereits die deutsche Rechnungslegung nach HGB studiert. Zwar bilanzieren die meisten Aktiengesellschaften heute nach internationalem Rechnungslegungsstandard, aber als Einstieg ist es doch sehr gut. Als Lehrbuch ist "Bilanzen" von Baetge/Kirsch/Thiele Link (http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3802112067/qid=1143543836/sr=8-1/ref=sr_8_xs_ap_i1_xgl/028-7546788-5953304) ein hervorragendes Lehrbuch, hat allerdings mehr als 900 Seiten. Zu Deiner Beruhigung kann ich aber sagen, dass ich das Wichtigste auf 25 Seiten zusammengefasst habe. Wenn Du Interesse hast, dann stelle ich es hier ins Netz. Du kannst es dann durcharbeiten und Fragen stellen, wenn Du was nicht verstehst. Vielleicht interessieren sich auch andere User dafür. Dann machen wir einen kleinen Online-Workshop.

@Ja. Ich war Ende letzten Jahres in Australien, allerdings hatte ich da andere Sachen im Kopf. Hochzeit am Strand…war das schön ;-). Nur mit einer Hand voll Freunden. Traumhaft. Danach haben wir Campervan-Flitterwochen in Neuseeland gemacht.

Geil.

Gratuliere!

notnormal
28.03.2006, 14:26
Hallo

na denn, kann ich uns ja nur beiden viel Erfolg bei der weiteren Entwicklung von Esprit wünschen…ich bleibe voll investiert und lasse die Gewinne laufen (weil’s so schön ist).

Wäre nett, wenn Du mir die 25-seitige Zusammenfassung hier reinstellen oder an mich schicken könntest (hast Du meine e-Mail Adresse noch?!?).

Australien war toll, da hast Du Recht. Vor allem sieht man seine Freunde dort unten nicht allzu oft – dementsprechend entzückt waren sie von unserem Vorschlag unsere Hochzeit dort zu feiern…kann ich nur jedem empfehlen. Auch die Organisation war kein Problem und der Verwaltungsaufwand war recht gering. Ein Standesamt braucht man nicht, man kann sich genauso gut einen beliebigen Ort selber wählen, sofern man einen „Friedensrichter“ für die Zeremonie organisiert. Falls Du Interesse hast, helfe ich Dir gerne weiter
http://www.value-analyse.de/iB_html/non-cgi/emoticons/biggrin.gif

Gruß, Jochen

Artmut
28.03.2006, 20:35
Hallo n.n.,

um ehrlich zu sein, könnte ich auch noch eine Portion Nachhilfe im Lesen von Bilanzen etc. gebrauchen. Es wäre toll, wenn Du Deine Zusammenfassung allgemein zugänglich machen könntest.

Vielen Dank und herzlichen Gruß

Artmut

diwi
30.03.2006, 00:07
Hallo

ich bin seit 2003 in H&M investiert und noch voll auf dem "Excel-Sheet Tripp". Aufgrund der Diskussion hier habe ich mir nun mal die Mühe gemacht und auch die ganzen Esprit Kennzahlen in ein zweites Excel-Sheet geworfen.

Da beide Geschäftsmodelle ähneln, sollten bei beiden Unternehmen ähnliche Zahlen rauskommen.
Hier nun mein Ergebnis

Kriterium | Esprit | H&M
-----------------------------------------------------------
Langzeitverschuldung in % Eigenkapital (<30%) | 0% | 0%
Current Ratio: UV / kurzfr. Verbindlichkeiten > 1,5 | 2,0 | 3,9
EK-Quote (>30%) | 70% | 78%
Anlagendeckung > 100% | 152% | 321%
Goodwill/IV % vom EK | 29% | 0%
EK-Rendite Aktuell (>25%, wachsend) | 47% | 36%
- durchschnittliche EK-Rendite (5 J) | 34% | 31%
- durchschnittliche EK-Rendite (10 J) | 29% | 29%
Umsatzwachstum Aktuell | 26% | 14%
- geo Umsatzwachstum (10 J) | 30% | 17%
EK-Wachstum (10 J) = Umsatzwachstum (10 J) | 23% | 20%
Cash Conversion Cycle (CCC) << | 9 | 84
- Wachstumsrate GpA Aktuell (>10% ) | 64% | 27%
- geo. Wachstumsdurchschnitt (10 J) | 31% | 25%
- geo. Wachstumsdurchschnitt (5 J) | 46% | 29%
- Gewinnwachstum (10J) nach B. Graham > 7% | 24% | 19%
- Gewinnstabilität nach B. Graham > 90% | 100% | 100%
- geo Wachstum Aktienanzahl (10 J) | 5% | 0%
Flow Ratio < 1,4 | 1,38 | 1,27
Umsatz / Mitarbeiter
- normiert auf Euro | 287 | 189
- geo. Wachstumsdurchschnitt (Alle Jahre) | 15% | 4%
- Dividendenrendite (5 J) | 4,1% | 3,1%
Einbehaltene Gewinne in % v. GpA | 29% | 15%
- Durchschnitt der Einb. Gewinne (10 J) | 50% | 43%
Rendite der einb. Gewinne über 10 Jahre ( >15%) | 83% | 59%
Erfüllung der 1$ Prämisse | 23$ | 28$
Umsatzrendite (>10%, wachsend) | 16% | 15%
- Umsatzrendite (10 J) | 9% | 11%
Cash-King-Marge (>10%, wachsend) | 9% | 14%
- Cash-King-Marge (10 J) | 6% | 9%
Cash Flow Marge (>15%, wachsend) | 18% | 18%
- Cash Flow Marge (10 J) | 12% | 13%
Bruttomarge (>20%) | 54% | 59%
EBIT-Marge | 20% | 22%
ROA | 33% | 28%
Sachinvest. in % vom Cash Flow (<40%) | 38% | 21%
- Sachinvest. In % vom Cash Flow (10J) | 43% | 35%
Geo. Wachstumdurchschnitt NCF/Aktie (10 J) | 22% | 31%
WR = RoE * (1 – POR/100) | 14% | 5%

Bewertungskennziffern aktuelles Jahr
Dividende | 3,3% | 3,3%
KGV | 20 | 23
KBV | 10 | 8
KUV | 3,3 | 3,5
KCV | 17 | 20
KBV * KGV <22,5 nach Graham | 197 | 184
EV / NCF | 39 | 23

Bewertungsmodelle

Sicherheit gem. diskontiertem Cash Flow Inkl.Cash-Position
Wachstumsrate 1-4 Jahr 16
Wachstumsrate 5-7 Jahr 14
Wachstumsrate 8-10 Jahr 12
Wachstumsrate ab 11. Jahr 6
30 Jährige US - Rendite 8
Ergebnis Esprit => 18%
Ergebnis H&M => 82%

Sicherheit gem Wachstumsrate GpA (10J Historie), KGV mittel 10J Historie
Ergebnis Esprit => 17%
Ergebnis H&M => 23%

Sicherheit gem Wachstumsrate GpA (10%), KGV = 12
Ergebnis Esprit => 15%
Ergebnis H&M => 14%

Sicherheit gem EK - Rendite "Eigenkapitalanleihe", 10J Historie
Ergebnis Esprit => 17%
Ergebnis H&M => 25%

Mein Fazit
Beide Unternehmen sind qualitativ sehr gute Unternehmen
Esprit hat eindeutig die bessere Wachstumdynamik.
H&M hat u.a. die besseren NCFs

In Bezug auf die Bewertung halte ich beide Unternehmen auch im Hinblick auf die
eigenen historischen Bewertungen für fair bewertet.
In Bezug auf viele andere Unternehmen sind sie vielleicht sogar beide aktuell unterbewertet.
Aber als risikoscheuer Mensch ist mir die Sicherheitsmarge nicht hoch genug.
Also beide auf Halten.

Gruß
Diwi

notnormal
13.09.2006, 13:27
Das hört sich doch sehr gut an. Auch die Aussichten sind weiterhin gut und überzeugen. Überraschend stark gestaltet sich in meinen Augen immer noch das Deutschland-Geschäft..

Der Rücktritt von Ying erscheint mir eher nebensächlich, da dieser kaum Einfluß auf das operative Geschäft genommen hat.


13.09.2006 12:55
Hong Kong's Esprit Holdings yr to June net rises 16.4 pct on Europe sales growth
HONG KONG (XFN-ASIA) - Esprit Holdings (Nachrichten) said its year to June net profit rose 16.4 pct to 3.74 bln hkd on the back of sales growth in Europe.

Total sales for the year amounted to 23.35 bln hkd, up from 20.63 bln a year earlier. Revenue from German operations rose 11.8 pct year-on-year while revenue from rest of Europe grew 14.6 pct.

Deputy chairman Heinz Krogner told a video conference that the company is looking for 20 pct growth in overall sales in the current financial year to June 2007.

For the year ended June 2006, Esprit's EBIT (earnings before interest and taxes) margin increased by 0.6 percentage points to 20.4 pct and its net profit margin increased by 0.4 percentage points to 16.0 pct. The company expects to maintain its EBIT margin at 20 pct in the current financial year.

Same-store sales growth stood at 9 pct during the year ended June 2006, deputy chairman John Poon said, adding that the growth is expected to be more than 5 pct in the current financial year.

Krogner said the company's US business incurred losses of about 20 mln usd in the year ended June, but it is expected to break even in three years.

The company declared a final dividend of 73 hk cents share, up from 66 hk cents a year earlier, and a special dividend of 1.08 hkd.

Esprit said it plans to spend one bln hkd to open more than 1,500 controlled-space wholesale point-of-sales and over 80 directly-managed retail stores in the current financial year to June 2007.

'We will work meticulously to enhance our product assortments and accommodate new trends into our product lines,' said company president Thomas Grote.

Krogner said the company is confident it will again achieve its double-digit percentage growth target in the current year and continue to deliver excellent returns in the years ahead.

Separately, Esprit said that chairman Michael Ying will step down at the end of 2006, to be replaced by Krogner.

Gruß, n.n.

prince of persia
13.09.2006, 14:09
Superzahlen, v.a. vor dem Hintergrund der negativen Währungseffekte. Esprit bilanziert ja bekanntlich in HK$, macht aber einen Großteil der Erlöse in Euro und die Kosten fallen ja auch größtenteils in Fremdwährung aus Europa an. Ein schwächerer Euro trifft Esprit doppelt. Performance: 18% organisches Umsatzwachstum (ohne Währungseffekte) und dies bei steigenden Margen (trotz negativer Währungseffekte), nicht zuletzt aufgrund toller SSSales (+9%). Bei diesem Wachstum noch 75% des EPS auszuschütten (2,31 HK$) zeugt von der Rentabilität (46% RoE) und starken Bilanz (Nettoliquidität statt Schulden in den Büchern). Das Wachstumspotenzial bleibt immens. Fast die Hälfte stammen immer noch aus Deutschland, aber auch hier wächst Esprit noch zweistellig. Die anderen, zahlreichen Märkte entwickeln sich hervorragend, was künftig auch zunehmend zu einer besseren Marge in diesen Märkten beitragen dürfte. Ausblick für das laufende Geschäftsjahr: 20% Umsatzwachstum (ohne Währungseffekte) bei gleichbleibenden Margen. Dies dürfte eher die Untergrenze sein, wenn der Euro nicht noch schwächer wird, zumal die SSSales in den ersten beiden Monaten des laufenden GJ um weitere 10% zulegen konnten und die Orders ebenfalls zweistellig gestiegen sind. Mit einem KGVe von 17 ist die Aktie zwar weiterhin kein Schnäppchen, aber doch sehr preiswert.

JuliaPapa
19.09.2006, 13:27
Hallo, Esprit-Freunde,

in einer nicht mehr ganz frischen Ausgabe von Capital gab es zwei Berichte zu Esprit. Vielleicht ist das ja etwas für Euch:

http://www.capital.de/unternehmen/management/100004259.html

http://www.capital.de/unternehmen/management/100004261.html

Bis dann,
JuliaPapa

lekcin
19.09.2006, 15:57
Hallo,

ich möchte mir Esprit mal genauer anschauen und wollte nachfragen, ob mir jemand bitte historische Daten (bis 2001 Bilanz GuV Cashflow) in einem Excelblatt zukommen lassen könnte ?

Herzlichen Dank !!!

Bitte an cashfloh@web.de

Viele Grüße http://www.value-analyse.de/iB_html/non-cgi/emoticons/smile.gif

notnormal
07.02.2007, 14:27
Einfach schön, wenn Ihr mich fragt....


ESPRIT INTERIM PROFIT ROSE 28.1% TO HK$2.4 BILLION
• Group turnover grew 23.4% to HK$14.6 billion
• Basic EPS increased 25.6% to HK$1.96 per share
• Net profit margin expanded 0.6% point to 16.4%
• Net cash increased to HK$3.6 billion
• Interim dividend: HK$0.70 per share, payable on April 11, 2007


ESPRIT HOLDINGS LIMITED
(Incorporated in Bermuda with limited liability)
(Stock Code: 330)
INTERIM RESULTS ANNOUNCEMENT FOR THE SIX MONTHS ENDED
DECEMBER 31, 2006


INTERIM RESULTS

The Board of Directors of Esprit Holdings Limited (the “Company”) is pleased to present the unaudited condensed consolidated financial statements, along with selected explanatory notes, of the Company and its subsidiaries (the “Group”) for the six months ended December 31, 2006 as follows:

CONDENSED CONSOLIDATED INCOME STATEMENTS (UNAUDITED)

For the 6 months ended
December 31,
2006 2005
Notes HK$’000 HK$’000

Turnover 2 14,589,994 11,825,576
Cost of goods sold (6,985,738) (5,654,921)


Gross profit 7,604,256 6,170,655
Staff costs (1,680,574) (1,440,367)
Operating lease charges (1,101,563) (924,388)
Depreciation (288,167) (252,684)
Other operating costs (1,472,873) (1,144,573)


Operating profit 3 3,061,079 2,408,643
Interest income 48,692 17,424
Finance costs 4 (147) (1,043)
Share of results of associates 61,580 40,716


Profit before taxation 2 3,171,204 2,465,740
Taxation 5 (771,597) (592,775)


Profit attributable to shareholders 2,399,607 1,872,965

Interim dividend 6 861,469 607,139


Earnings per share
– Basic 7 HK$1.96 HK$1.56
– Diluted 7 HK$1.94 HK$1.53

Gruß, n.n.

prince of persia
09.02.2007, 12:50
Die Zahlen sind klasse.

Mir ist folgendes aufgefallen: Das EBIT-Wachstum resultierte ausschließlich aus dem Retail-Bereich, während im Wholesale-Bereich nichts passiert ist. @nn Erinnerst Du Dich an unsere Gespräch vor einem jahr anlässlich der damaligen Halbjahreszahlen? Da war es genau andersherum. Ich habe mal ein bißchen rumgeblättert und füge mal in Auszügen ein, was ich damals schrieb:

"Schaut man sich die Entwicklung nach Sparten an, kommen einem zusätzliche Erkenntnisse. So hat der Einzelhandelsbereich ertragsseitig enttäuscht, während der Wholesalebereich weiter sehr stark ist. Das verwundert mich nicht besonders. So wurde die Verkaufsfläche um 14% erhöht, also jeweils so viel wie in den vergangenen zwei vollen Geschäftsjahren, und darunter waren auch viele Regionen, in denen Esprit noch keine so gute Marktposition erlangt hat. Außerdem handelt es sich noch um recht große Stores, die Anzahl der Stores selbst ist nur moderat gewachsen. Das erinnert mich ein wenig an die Entwicklung bei Monsoon. Da ist aber noch heftiger. Bei Monsoon hat die Verkaufsfläche im Heimatmarkt in Hj1 um 49% zugenommen, ebenfalls durch vergleichsweise große neue Stores. Es versteht sich von selbst, dass die erst einmal Verluste schreiben. Die operativen Kosten sind dort viel höher und bis sich da ein vernünftiger Aberverkauf einstellt dauert das seine Zeit. Bei Esprit hat sowieso der Wholesalebereich viel mehr Bedeutung. Der Retailbereich steuert nur 24% zum Gewinn bei, was auch einleuchtet, da die Shop-in-Shop-Stores einfach profitabler "betrieben" werden können. In Gj 2001/2002 und 2003/2004 hat der Retailbereich so gut wie gar nichts zum Gewinn beigetragen. Ich denke er hat zunächst auch strategischen Charakter um die Wahrnehmung der Marke zu stärken. Dann werden die Märkte stärker durch den Wholesalebereich erschlossen und erst wenn die Marktakzeptanz gestiegen ist und ein besserer Abverkauf stattfindet, auch durch eine Optimierung des Produktmixes, werden die Stores profitabel. So konnten die SameStoreSales in Europa im Gj 2003/2004 um 11% gesteigert werden und in 2004/2005 dann konzernweit nochmal um 8,5%, was die Marge des Retailbereichs nach oben gepusht hat."

Jetzt trägt die Retail-Sparte bereits die Hälfte zum EBIT bei, wozu ein sensationelles SSSales-Wachstum von 20% beigetragen hat. Ich vermute, dass die Stores die letztes Jahr erst eröffnet wurden und noch niedrige SSSales hatten bzw. Verluste schrieben, einen großen Anteil daran gehabt haben. Die starke Ertragsentwicklung hat das Management dazu veranlasst, die Expansion zu beschleunigen. So sollen in den kommenden drei Jahren 400 Stores eröffnet werden. Dann wird sich die Entwicklung wieder umkehren. Der Retail-Bereich wird wieder nach unten gezogen werden. Und der Wholesalebereich steigt wieder, weil sich die Marktstellung in einigen neueren Märkten verbessert hat. Die Wahrnehmung der Marke ist gestiegen und Esprit kann sich bei den Händlern auf seine Erfolge berufen. Die haben dann ein geringeres Absatzrisiko und höheren Anreiz Esprit-Produkte zu führen. Das Wholesalewachstum beschleunigt sich dann wieder und trägt zu steigenden Gewinnen bei.

thomasboensch
22.02.2007, 10:39
Hallo Freunde von Esprit,

seid paar Tagen habe ich mich auch eingekauft. Einstandskurs inklusive Nebenkosten 8,58 €. Fast auf dem Hoch gekauft, habe aber Cash zum Nachkaufen. Wobei ich nach diesen guten Zahlen eher von steigenden Kursen ausgehe.

Gruß Thomas

thomasboensch
02.03.2007, 08:04
Guten Morgen,

so Kursrutsch genutzt und "nachgelegt" - denke das diese kleine Übertreibung schnell überwunden ist. An Esprit selbst hat sich nichts geändert. Die panische Angst, dass die MWST Erhöhung auf die Gewinne und Umsätze drückt halte ich für nicht begründet.

Gruß Thomas

notnormal
05.03.2007, 10:38
Was verpasst?

Seit 2 Tagen findet kein Handel in Frankfurt bzw. ganz D statt?

Gibt es Gründe dafür???

In HK normaler Handel möglich.

Ich warte nochmal ab und schiele auf Zukäufe bei diversen Werten in den nächsten Tagen...Esprit ist ganz oben. Egana würde sich auch lohnen angesichts der BEwertung, aber hier bin ich schon ordentlich vertreten. mal sehen, vielleicht stocke ich dennoch auf ;)

Gruß, n.n.

JuliaPapa
05.03.2007, 12:21
Hallo, n.n.,

erstmal zu Deiner eigentlichen Frage: Esprit hat eine neue WKN bekommen. Die neue WKN (leider eine dieser unbeschreiblich schlechten alphanumerischen Kennnummern) lautet: A0M L39. Keine Ahnung, warum das gemacht wurde, denn die ISIN ist unverändert. :confused:

Esprit ist derzeit bei 8 Euro. Ich finde, da muß noch mehr nach unten gehen, ehe es interessant wird.

Ansonsten locken natürlich Kurse von 46 Cent bei Egana. Allerdings macht Egana aufgrund meiner besonderen Situation rund 80 % des Depots aus (was bis letzten Montag fantastisch war). Deswegen möchte ich trotz des massiven Verfalls hier nicht mehr tätig werden.

Gruß,
JuliaPapa

notnormal
05.03.2007, 12:39
Vielen Dank. Das erklärt einiges. Hab ich wohl wirklich verpennt.

Sehe ich im übrigen ähnlich wie DU: bei Esprit würde ich gerne Kurse um die 7 € sehen. In der nähe werde ich mich mal positionieren....

Egana könnte durchaus auchnoch bis 40-42 Ct runtergehen, aber die Bewertung ist jetzt schon wieder sehr interessant.

Bei mir machen sie "nur 20" % des Dpeots aus, aber auch das langt in Anbetracht der Absolutbeträge.

Meine diesjährigen Gewinne sind jedenfalls schon fast wieder aufgezehrt, sprich: Einbruch um ca. 12% in wenigen Tagen - das ist schon ordentlich. Naja, ein bisschen Schaukeln macht ja auch Spaß...

Gruß, n.n.

thomasboensch
05.03.2007, 14:58
Hallo,

was mich ein wenig verwirrt: bei Consors wird immer noch die alte WKN in meinem Depot geführt - nur mit dem Kurs vom 01.03.. Hat einer eine Idee, wie so etwas umgebucht / geändert wird?

Gruß Thomas

JuliaPapa
05.03.2007, 18:31
Hallo, Thomas,

ich vermute, daß diese Umstellung der WKN sehr kurzfristig veröffentlicht wurde. Und dann geht halt der übliche Gang los (wir Banker sprechen von der "Verwahrkette"), das heißt:

die Gesellschaft stellt ihre Aktien um, dann

stellen die Banken in Hong Kong ihre Kundendepots um. Eines davon gehört Clearstream Banking (dem deutschen Zentralabwickler). Dann erst

bucht Clearstream die Bestände ihrer Kunden (das sind die Depotbanken und WP-Abwickler).

Und erst wenn das durch ist, dann wird auch Consors umbuchen. Das alles dauert ein paar Tage.

Gruß,
JuliaPapa

thomasboensch
05.03.2007, 22:12
Danke für die Info - dachte mir schon das es ein paar Tage Verzögerung gibt. Nur ist Geduld eine Tugend, die ich nicht gerade reichlich verteilt bekommen habe :-)

lomoeel
06.03.2007, 11:18
es sind keine käufe/ verkäufe festzustellen in frankfurt etc.

JuliaPapa
06.03.2007, 16:13
Hallo, lomoeel,

laut Consors sieht es aktuell so aus:


ESPRIT HOLDINGS LTD. REGISTERED SHARES HD -,10 (A0ML39) Kurs vom 06.03. | 14:48
8,10 EUR
+0,00 | +0,00%
Frankfurt Xetra München Bid 7,95
10.000
Ask 8,10
105.000

BMG3122U1457 | Aktie
Bekleidungsartikel | Bermuda

Details
Eröffnung 7,91
Höchstkurs 8,10
Tiefstkurs 7,91
Vortag 8,10
Umsatz (in Stück) 28.860
Umsatz (in EUR) 230.143,50
Preisfeststellungen 6
letzte Umsätze
14:48:58 300 8,10
14:06:11 700 8,01
13:13:36 365 8,10
12:46:54 495 8,00
10:57:31 27.000 7,97
09:19:14 0 7,91


Zwar etwas unübersichtlich in dieser Darstellung, aber Stücke gehen doch um.

Gruß,
JuliaPapa

Andreas Droege
06.03.2007, 18:06
Hier gibts noch ne Meldung über das Delisting an der Official List of the UK Listing Authority ("UKLA"):


ESPRIT HOLDINGS LD: Intention to Cancel the Secondary Listing

ESPRIT HOLDINGS LIMITED (Nachrichten (http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-aktien/esprit-holdings.asp))

5 March 2007

Esprit Holdings Limited (the "Company") hereby announces that the Company has
decided to request for the cancellation of the secondary listing of its shares
from the Official List of the UK Listing Authority ("UKLA"). Trading of the
Company's shares will continue on the London Stock Exchange on the
International Bulletin Board ("ITBB").

The Company has maintained a secondary listing on the UKLA since 1998, but
trading activity in its shares on the London Stock Exchange ("LSE") has been
low. In view of the forthcoming increased compliance requirements of the EU
Transparency Directive and of the continued availability of a cost-effective
trading platform in the UK (the LSE's ITBB), the Company now intends to request
the UK Financial Services Authority to cancel the secondary listing of the
Company's shares on the Official List with effect from the open of business on
April 4 2007.

The Company believes that such delisting from the UKLA will have very little
effect on its shareholders and investors, since its shares will continue to be
traded on the Hong Kong Stock Exchange and on the LSE's ITBB in the UK. The
delisting does not imply that the Company has a change of strategy for the UK
market going forward.

Contact:

Bella Chhoa, Vice President - Group Legal&Compliance
Tel: (852) 2765 4486
Email: bella.chhoa@esprit.com


END

http://www.finanznachrichten.de/images/news8.gif

thomasboensch
09.03.2007, 07:47
Guten Morgen,

unten eine Meldung aus der Presse bzgl Expansion H&M - es wird mehr Wettbewerb in Asien geben. Ich sehe das Thema nicht unbedingt als bedrohlich für unsere Esprit an - in Deutschland haben wir die gleiche Situation.


H&M: Kampfansage an Esprit und Zara
08.03.2007 | 13:07 | (DiePresse.com)

Nach der Expansion in Nordamerika hat H&M Lust auf mehr. Die schwedische Modekette will Esprit und Zara in Asien Konkurrenz machen.

Nach seiner Expansion in Nordamerika will die führende Modekette Hennes & Mauritz zügig den asiatischen Markt erobern und dort seinen Konkurrenten Esprit und Zara Paroli bieten.

2008 erster H&M in Tokio

Die Eröffnung der ersten asiatischen Filiale am Samstag in Hongkong sei nur der Anfang, sagte der Vorsitzender des Verwaltungsrats des schwedischen Konzerns, Stefan Persson, am Donnerstag. Im kommenden Monat würden noch zwei Geschäfte in Shanghai aufmachen, im Laufe des Jahres drei weitere in Hongkong. 2008 werde zudem der erste H&M-Laden in der japanischen Hauptstadt Tokio eröffnet.

H&M bisher in Asien nicht präsent

Der Konzern habe in China ähnliche Möglichkeiten wie in den USA, sagte Persson. "Möglicherweise werden wir hier recht schnell expandieren." H&M ging vor sechs Jahren auf den nordamerikanischen Markt und hat dort mittlerweile mehr als 100 Filialen. In Asien war das Unternehmen bisher nicht präsent, obwohl Erz-Rivale Zara von Europas größtem Modekonzern Inditex dort bereits rund 60 Filialen hat.

Kein überstürztes Expandieren

Bei der Expansion auf dem wachstumsstarken Kontinent will Persson aber nichts überstürzen, sondern einen eigenen Rhythmus finden. "Wir haben viele Firmen, auch große Firmen gesehen, die sehr schnell expandiert und nur an Größe gedacht haben. Jetzt stecken sie in Schwierigkeiten", sagte er.

Gleichzeitig mit der Filialen-Eröffnung in Hongkong hat der Konzern seine neue "M by Madonna"-Kollektion des US-Popstars präsentiert. H&M betreibt in 26 Ländern 1.300 Geschäfte, die meisten davon in West-Europa. (Ag.)


--------------------------------------------------------------------------------

© DiePresse.com

thomasboensch
29.03.2007, 16:14
Wirtschaftsnews - 28.03.07

Esprit: Umsatz zieht um 20 Prozent an

Hongkong 28.03.07 (emfis.com) Die Modekette Esprit Holdings hat ihren Umsatz in den Monaten Januar und Februar um 20 Prozent steigern können. Dabei haben sich die Großhandelsumsätze im Vergleich zum Vorjahr um 15 Prozent verbessert. Die Erlöse in den eigenen Filialen zogen um 25 Prozent an. Die flächenbereinigten Umsätze stiegen hier um satte 20 Prozent. Absolute Umsatz-Zahlen wurden nicht bekannt gegeben.

Der Konzern kündigte zudem an, das eigene Filialnetz weiter auszubauen. Weltweit sollen in den kommenden drei Jahren rund 400 Niederlassungen neu eröffnet werden.





Quelle: EMFIS.COM, Autor: (gh)

thomasboensch
30.08.2007, 09:50
30.08.2007
06:43 Esprit hervorragendes Ergebnis, Aktie auf Allzeithoch

EMFIS.COM - RTE
Hongkong 30.08.07 ( www.emfis.com )  Das Hongkonger Unternehmen Esprit Holdings Ltd präsentierte gestern ein sehr gutes Jahresergebnis. Im abgelaufenen Geschäftsjahr ( 30. Juni) erwirtschaftete Esprit einen Nettogewinn von 5,2 Mrd. HKD, was um 38,6 Prozent über dem des Vorjahres lag. Der operative Gewinn legte um 21,4 Prozent auf 6,26 Mrd. HKD zu. Der Umsatz stieg von 26,90 Mrd. HKD auf 29,64 Mrd. HKD, was einem Plus von 26,9 Prozent entspricht. Das EPS stieg von 3,09 HKD auf 4,22 HKD. Esprit wird eine Dividende von 1 HKD sowie eine Spezialdividende von 1,48 HKD zahlen. Die größten Zuwächse wurden dabei in Europa verzeichnet und resultieren aus einem gesunden organischen Wachstum des Unternehmens. Innerhalb Europas lag der größte Zugewinn mit 33 Prozent in Skandinavien. Es folgt mit 25,6 Prozent Frankreich, mit 21,2 Prozent Deutschland und mit 17,4 Prozent die Benelux. Neben Europa als Hauptsäule können auch die Asien Pazifik Region und der nordamerikanische Markt Zugewinne verbuchen. Die Gewinnspanne war um 1,5 Prozent auf durchschnittlich 17,5 Prozent gestiegen. Die Aktie von Esprit erreichte im Morgenhandel mit 116,50 HKD ein neues Allzeithoch.


Schöne Zahlen, bin froh das ich seinerzeit eingestiegen bin :-)

lomoeel
11.09.2007, 09:55
hat das jemand ohne nachzuschlagen präsent?
danke

thomasboensch
11.09.2007, 10:52
Moin Lomeel,

soweit ich den letzten Geschäftsbericht in Erinnerung habe ist es PwC. Wobei ich hier von der Arbeit aus nicht nachsehen kann (bin aber zu 95% sicher ;-))

Gruß Thomas

prince of persia
18.09.2007, 17:10
Die Zahlen waren mal wieder klasse. 86% der Umsätze stammen noch aus Europa und knapp die Hälfte aus Deutschland. Das unterstreicht das Potenzial des Unternehmens. Alleine in Deutschland stiegen die Umsätze dank der besseren Abdeckung im Wholesalebereich (+18% Verkaufsfläche durch neue POS), neuen Filialen (+11% Verkaufsfläche) und 22% SSSales-Wachstum um imsgesamt 27%. Danach kommen die Benelux-Länder als zweitwichtigster Markt mit 28% Umsatzwachstum, gefolgt von Frankreich (+35%), Großbritannien (+27%, Italien (+49%) und Spanien (+72%). Asien-Pazifik (+17%) und USA (+16%) entwickeln sich ebenfalls dynamisch. Die Wachstumsstrategie lautet: Weitere Marktdurchdringung bestehender Märkte, Expansion in neue Märkte und Ausweitung des Produkt-und Markenportfolios. Die operative Gewinnmarge ist auf 21% gestiegen und die Eigenkapitalrendite liegt bei 42%. Schulden –> Fehlanzeige. Ausschüttungsquote 75%.

prince of persia
08.10.2007, 16:58
Immer wieder schön zu sehen, was für ein fähiger Manager hinter Esprit steht. Der folgende Artikel zeigt wunderbar, wie ein Markenwert und der eines ganzen Unternehmens gesteigert wird - durch die richtige Positionierung, eine viel bessere Abschöpfung der Kunden und durch die Senkung des Risikos sowie durch globale Skaleneffekte vereint mit einer lokal angepassten Strategie und Dezentralisierung.

Schnitt mit Esprit

Esprit-Chef Krogner hat aus einer heruntergekommenen Klamottenfirma aus Ratingen einen der profitabelsten Textilkonzerne der Welt gemacht. Jetzt wünscht er sich mehr Luxus.

Ratingen - Ein Blick auf das Ortsschild verrät viel über den viertgrößten Textilhändler der Welt, der hier seinen Sitz hat: Ratingen. Man muss dazu sagen, dass Ratingen zum Kreis Mettmann gehört, der wiederum dem Regierungsbezirk Düsseldorf unterstellt ist. Nach dieser Einführung ist es einfacher zu verstehen, was Esprit-Chef Heinz Krogner über das sagt, was er täglich millionenfach verkauft. „Mode?“, sagt der 66-Jährige, „diesen Begriff gibt es bei Esprit nicht.“ Zum Beweis deutet der lebhafte, kleine Mann an sich herunter. Schwarzer Blazer, schwarzes Polohemd, Jeans und Turnschuhe. Eher lässig-cool als modisch, soll das heißen, für einen Mann seines Alters sowieso. Das passt zum Firmengebäude aus Glas und Stahl, der Herrschaftszentrale von König Krogner. Ob das, was er anhat, im eigenen Haus geschneidert worden ist, verrät der Mann, der in den vergangenen elf Jahren aus einer heruntergekommenen Klamottenfirma einen der weltweit profitabelsten Textilkonzerne mit Börsennotierung in Hongkong gemacht hat, nicht.

Esprit ist in Europa heute die Nummer drei nach Zara und H & M. Seit Jahren meldet das Unternehmen zweistelliges Umsatzwachstum. Zuletzt nahm Esprit 2,8 Milliarden Euro ein, knapp die Hälfte davon in Deutschland. Mit der von dem Hippie-Pärchen Susie und Doug Tomkins 1968 in den USA gegründeten Firma hat das Unternehmen heute nichts mehr zu tun. Die Gründer haben sich scheiden lassen und sind längst ausgestiegen. Doug Tomkins ist mittlerweile hauptberuflicher Umweltschützer. Seine Ex-Frau Susie hat Esprit-Chef Krogner in seiner Anfangszeit noch am Führungstisch erlebt. Zu emotional sei sie gewesen, sagt der energiegeladene Mann. Zu wenig Konzept, darf man sich wohl dazudenken.

Das Konzept hat der frühere Unternehmensberater Krogner mitgebracht. „Wir haben eine klare Zielgruppe“, sagt er. „Die Frau ab 28, die kein Fashion Victim ist, die aber einen bestimmten Lifestyle hat und die beste Qualität für ihr Geld will.“ Man muss die Sprache übersetzen. Sie ist so modisch, dass sie nicht so recht zum Konzept passen will. Die Ideal-Kundin ist nicht mehr ganz jung und berufstätig, hat also wenig Zeit, jedem Trend hinterherzulaufen, und genug Geld, um etwas mehr für solide Qualität und klassische Schnitte auszugeben, denn zu den Billigmarken zählt Esprit nicht. Kein Paris-Hilton-Typ, sondern eher die Anne-Will-Artige.

Zu behaupten, Esprit habe immer genau gewusst, was sich gut verkauft und was nicht, wäre allerdings nicht ganz richtig. Auch Esprit hat im vergangenen Herbst in der wichtigsten Sparte „women casual“ Jeans mit Löchern statt klassischer Mode verkauft, die dem Anne-Will-Typ gar nicht gefiel. Weil die Paris Hiltons schon bei H&M waren, blieb Esprit auf seiner Mode sitzen. Ähnliche Erfahrungen hatte es vorher immer mal wieder gegeben. Was war da los? Krogner schnaubt verächtlich. „Das ist das Problem, wenn neue Manager ins Haus kommen, die trendy sein wollen“, sagt er. „So was geht immer schief.“ Er hat es wieder zurechtgerückt. „Wir konzentrieren uns wieder auf Qualität“, sagt Krogner.

Die neue Kollektion, die in drei Monaten weltweit verkauft wird, können die Einkäufer schon in der Eingangshalle des gläsernen Konzernsitzes in Ratingen in Augenschein nehmen. Was auffällt, ist ihre Unauffälligkeit, auch bei den Farben. Mehr als Schwarz, Weiß, Grau, Blau und Beige gibt es nicht. „Die ganz simple Weisheit ist, dass man nur mit fünf Farben Geld verdienen kann“, sagt Krogner. „Die meisten Frauen wollen nun mal keine orangefarbene Hose.“ Auch sonst versucht das Unternehmen, den größten globalen Nenner zu finden. In Deutschland, Frankreich und Indien wird mehr oder weniger die gleiche Ware angeboten. „Wir können nicht in jedem Land andere Ware anbieten, das kann keiner bezahlen“, sagt der Esprit-Chef. „Wir haben zwar andere Schnitte, aber das gleiche Design, die gleichen Stoffe.“ In den USA zum Beispiel seien die Unterteile größer, weil die Damen um die Hüfte herum rein statistisch gesehen stärker gebaut seien als Europäerinnen.

Die Produktion dagegen versucht Esprit immer mehr zu streuen. Rund 40 Prozent der 150 Millionen Teile pro Jahr werden in Asien genäht – davon circa 30 Prozent in China. Doch der Anteil geht zurück, weil Krogner befürchtet, in absehbarer Zeit vor leeren Werkbänken zu stehen. „Wir müssen damit rechnen, dass wir in zehn bis 15 Jahren einen Arbeitskräftemangel in China haben werden“, sagt er. Ein Grund dafür sei die Ein-Kind-Politik der chinesischen Regierung. „Darum müssen wir das Risiko streuen.“ Hinzu kommt die Unsicherheit über die Produktionsbedingungen. Jeder Produzent in China müsse zwar unterschreiben, dass er sich an soziale Standards hält. Aber, sagt Krogner: „Ich kann nicht garantieren, dass dort keine Kinder beschäftigt werden. Wir sind dagegen nicht gefeit.“ Jeder, der das Gegenteil behaupte, sei scheinheilig.

Für die europäischen Abnehmer wird bereits in der Türkei, im italienischen Süden und Portugal produziert. Einen Teil hat Esprit nach Indien verlagert, und auch in Südamerika sollen Hosen und Mäntel künftig genäht werden, um näher am US-Markt zu sein. Gegen Lokalmatadoren wie Banana Republic oder Gap hat sich Esprit in seinem Stammland bisher nicht durchsetzen können. „Wir verlieren in den USA noch Geld“, gibt Krogner zu. Drei Prozent Marktanteil will er hier einmal erreichen, wie weit er davon noch entfernt ist, sagt er nicht – nur, dass das Projekt Geduld erfordert. An einen Zukauf zur Beschleunigung denkt Krogner nicht. „Wenn Esprit etwas kauft, dann eine Luxusmarke.“ Kroger hat das in den vergangenen Monaten immer mal wieder gesagt. Er will dadurch Zugriff zu den besten Designern der Welt bekommen. Ein Star-Designer, sagt der Sohn eines Textilfabrikanten, würde normalerweise nie für eine Marke wie Esprit arbeiten. „Wenn wir eine Luxus-Marke kaufen würden, würde er kommen.“

Gucci hätte Krogner gern gehabt, daraus ist nichts geworden. Doch es gibt europäische Alternativen: „Ich bin mit drei oder vier Unternehmen im Gespräch, aber der Kauf darf uns nicht überfordern.“ Wegen der internationalen Finanzkrise rechnet er sich nun bessere Chancen aus. „ Nach der US-Hypothekenkrise werden die Preise runtergehen, weil es für die Unternehmen schwieriger wird, an Kredite zu kommen.“ Er ist allerdings skeptisch, ob Esprit das noch bis 2008 hinbekommt. Vorrang hat derzeit ohnehin die Jugendmarke edc, die gerade ausgegliedert wird. Bis 2008 soll es 100 eigenständige Läden der „frechen Esprit-Schwester“ geben, wie Krogner ankündigt. Schon heute hat edc einen Umsatzanteil von rund 20 Prozent. Hinter der Firmenzentrale in Ratingen wird bereits angebaut, hier soll bald das edc-Management sitzen. Wer weiß, wer noch, denn Krogner denkt bereits über weitere Abspaltungen nach. „Es wird weitere Zellteilungen geben“, sagt er, ohne Details zu nennen. „Ich will keinen großen Wal, sondern viele kleine Barrakudas.“

Als Vorstandschef wird er diesen Prozess aber wahrscheinlich nicht mehr begleiten. Im Laufe des kommenden Jahres will sich „Mr. Esprit“ aus der operativen Geschäftsführung verabschieden und als Chairman in den Aufsichtsrat zurückziehen. In Esprit-Markenchef Thomas Grothe hat er bereits einen Nachfolger gefunden.

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 07.10.2007)

thomtrader
10.10.2007, 19:09
Immer wieder schön zu sehen, was für ein fähiger Manager hinter Esprit steht. Der folgende Artikel zeigt wunderbar, wie ein Markenwert und der eines ganzen Unternehmens gesteigert wird - durch die richtige Positionierung, eine viel bessere Abschöpfung der Kunden und durch die Senkung des Risikos sowie durch globale Skaleneffekte vereint mit einer lokal angepassten Strategie und Dezentralisierung.



Dann spiele ich mal einen provokativen Ketzer und behaupte, Krogner, oder auch ein Zeitz (Puma) sind nicht wirklich bessere Manager, als die Manager von weniger erfolgreichen Konkurrenzunternehmen. Der Erfolg von Esprit oder auch von Puma beruht größtenteils auf Glück. Glück das die Nachfrage der Konsumenten nach den Marken für einige Jahre lang, jedes Jahr stark zugelegt hat.

Ich war in den letzten Jahren viel zu lange Aktionär von Köhler&Krenzer. Kann mir jemand erklären was das K&K-Managment die letzten Jahre konkret falsch gemacht hat (im Vergleich zu Esprit)?

Ganz ketzerisch behaupte ich weiter, es gelingt hier niemanden, durch seine Stockpickingfähigkeiten, ein Depot aus "Markenaktien" zusammenzustellen, das ein zufällig oder auch nicht zufälligzusammengestelltes Portfolio aus Marken-Aktien, über mehrere Jahre hinweg, signifikant schlägt.


Gruß tt

JuliaPapa
11.10.2007, 18:09
Hallo, tt,

natürlich spielt Glück irgendwo eine Rolle, aber den Erfolg von Esprit oder Puma ausschließlich darauf zu gründen, wird den Managern nicht gerecht. Mit Glück kann man schlechte Zeiten überstehen oder auch mal ein oder zwei Jahre gut arbeiten. Zu langfristigem Erfolg über ein Jahrzehnt oder länger (noch dazu mit einem Turn-Around wie bei Puma) braucht es schon eine gute Strategie und fähige Leute.

Und daß es möglich ist, mit einem guten Markendepot Erfolg zu haben, macht Buffett seit Jahren vor. Ob das jemandem hier im Forum gelingt, weiß ich nicht, da kann ich nur von mir reden. Und das wiederum interessiert mich nicht, da ich nur von echter Performance leben kann und von einer Outperformance gegenüber PoP oder anderen im Forum nichts habe.

Gruß,
JuliaPapa

prince of persia
12.10.2007, 22:33
Dann spiele ich mal einen provokativen Ketzer und behaupte, Krogner, oder auch ein Zeitz (Puma) sind nicht wirklich bessere Manager, als die Manager von weniger erfolgreichen Konkurrenzunternehmen. Der Erfolg von Esprit oder auch von Puma beruht größtenteils auf Glück. Glück das die Nachfrage der Konsumenten nach den Marken für einige Jahre lang, jedes Jahr stark zugelegt hat. Gruß tt

Der Erfolg von Esprit ist klar auf Krogner zurückzuführen. Das Unternehmen lag brach, weil es schlecht geführt wurde. Oder war das nur Pech? Das gleiche trifft auf Puma zu, wo gravierende Marketingfehler begangen wurden. Der Erfolg von Puma ist das Ergebnis von Zeitzs Arbeit. Die gleiche Geschichte auch bei Tommy Hilfiger, wo es wieder aufwärts geht, seitdem Finanzinvestoren das Unternehmen übernommen und ein neues Management eingesetzt haben. Die Marke Berentzen ist ebenfalls aufgrund von Marketingfehlern untergegangen, und nicht wegen Trends. Viele Marken halten sich über Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte. Wie viel Glück haben die nach deiner Theorie? M.E. machen die ein gutes und konsistentes Marketing und schaffen die organisatorischen Voraussetzungen, dass die Mitarbeiter, die Marke und das Unternehmen aufblühen können. Einige andere verstehen das leider nicht. Und dass ein Trend eine Multipliaktorwirkung hat, trifft doch auf alle anderen Unternehmen auch zu. Aber sie haben etwas getan, um diesen in Gang zu bringen, und die Marke gesund zu halten. Deshalb ist das Management, gerade im Markenbusiness, das A&O.

Ob Krogner besser ist als der Manager von K&K sei dahin gestellt. Man kann eben nur im Rahmen seiner Möglichkeiten arbeiten. Wenn Ottmar Hitzfeld Trainer von Energie Cottbus wird, kommen sie trotzdem nicht in die Championsnleague, bzw. steigen wahrscheinlich ab.


Ganz ketzerisch behaupte ich weiter, es gelingt hier niemanden, durch seine Stockpickingfähigkeiten, ein Depot aus "Markenaktien" zusammenzustellen, das ein zufällig oder auch nicht zufälligzusammengestelltes Portfolio aus Marken-Aktien, über mehrere Jahre hinweg, signifikant schlägt.

Tschuldigung, aber das ist doch Quatsch. Unabhängig von den Fähigkeiten der Forumsteilnehmer soll das wohl unterstellen:

Für den Erfolg oder Misserfolg einer Investition ist es völlig egal...

- welche Marke das Unternehmen hat. Marke = Marke.
- wie das Unternehmen bewertet ist.
- ob es ein gutes oder schlechtes Management hat.

..weil der Erfolg einer Marke nur Glückssache ist und damit auch die Investition in ein Markenunternehmen.

thomtrader
13.10.2007, 13:48
Sicherlich hat Krogner Esprit viel viel besser geführt als es die Gründer von Esprit getan hätten. Zeitz hat auch sehr vieles sehr richtig gemacht in den letzten Jahren. Nur was nützen mir diese Erkenntnisse jetzt?

Jetzt tritt eine Puma gegen Adidas an. Beide haben wieder eine ähnliche Größenordnung, ebenfalls haben sie wieder eine ähnliche KGV-Bewertung, und ich glaube sie haben auch ähnlich fähige Manager. Ich kann mit meinem Wissen über die Unternehmen, unmöglich sagen, welches der beiden Unternehmen, und welche der beiden Aktien sich in den nächsten Jahren besser entwickeln wird. Hat dazu jemand eine andere Meinung?

PoP,
Da du Berentzen erwähnt hast: Mich würde interessieren, was Berentzen deiner Meinung nach konkret falsch gemacht hat?

JuliaPapa,
Wenn du von Outperformance nichts hast, wieso betreibst du dann Stockpicking?

Gruß tt

JuliaPapa
13.10.2007, 21:31
JuliaPapa,
Wenn du von Outperformance nichts hast, wieso betreibst du dann Stockpicking?

Hallo, tt,

ich habe für mein Depot einen Absolute-Return-Ansatz. Mein Ziel (das ich in diesem Jahr nicht erreichen werde) ist eine Rendite von 10 % im Jahr. Die absolute Rendite, die ich erreiche, ist letztlich mein Ergebnis und die Größe, an der ich meinen Erfolg messe.

Mit einer Benchmark kann ich nichts anfangen. Wenn der DAX um 20 % fällt, mein Depot aber "nur" um 15 %, dann kann ich diese Outperformance nicht als Erfolg werten. Im umgekehrten Fall (DAX legt 30 % zu, mein Depot 20 %) ist das für mich keinesfalls ein Mißerfolg.

Und unabhängig von allen Zahlen macht Stockpicking einfach viel mehr Spaß als sich einen Fonds oder ein Zertifikat ins Depot zu legen.

Gruß,
JuliaPapa

thomtrader
14.10.2007, 16:01
Hallo,

Wenn der DAX innerhalb eines Jahr um 20% fällt und mein Depot nur um 15%, dann ist das für mich weder Erfolg oder Misserfolg, sondern einfach nur ein viel zu kurzer und nicht aussagekräftiger Betrachtungszeitraum. Wenn ich meinen Erfolg messen wil, muss ich deutlich längere Zeiträume betrachten, um den Zufall aus den Ergebnissen einigermaßen zu eliminieren.

Stockpicking macht mir zwar auch Spass, aber nur wenn mir der Erfolg (das Schlagen einer Benchmark, mit einer solchen Signifikanz, die wahrscheinlich kein Glück mehr ist) recht gibt. Wenn der Erfolg mir nicht recht gibt, dann bin ich nur einen der vielen Narren des Zufalls, die in den Aktienmärkten tätig sind, und ich werde mir dann eine Beschäftigung suchen mit der ich billiger und noch besser Spass haben kann, als mit Stockpicking.

Absolut Return hört sich schön und gut an, aber wenn du dein Depot mit börsengehandelten Wertpapieren bestückst, dann sind vorübergehende Kursverluste unvermeidlich.

Gruß tt

JuliaPapa
15.10.2007, 18:40
Hallo, tt,

wir sind uns völlig einig. Natürlich kann ich aus der Performance eines Jahres nicht ableiten, ob meine Strategie gut oder schlecht ist. Trotzdem muß es erlaubt sein, auch mal zu schauen, wie sich mein Depot entwickelt hat.

Wenn ich nun 15 % in einem Jahr verliere, heißt das "nur", daß 15 % des am Jahresanfang vorhandenen Kapitals weg sind. An meiner grundsätzlichen Ausrichtung als Value-Investor würde das definitiv nichts ändern.

Gruß,
JuliaPapa

prince of persia
15.10.2007, 21:14
Berentzen sind zwei Kardinalfehler des Marketing unterlaufen:

1) Sie habe erstmal einige Jahre gar nichts mehr mit der Marke gemacht. Es gibt sehr wenige Marken, bei denen man nichts mehr investieren muss, um das in die Marke investierte Kapital aufrecht zu erhalten. Im Optimum wäre das natürlich so, aber das würde man immer erst austesten. "Der Weiße Riese" ist z.B. so eine Marke. Tja, und ohne eine Markenpflege rostet gaube ich fast jede Marke oder sogar jede Marke der Welt ein. So kam es, dass Berentzen Jahr für Jahr Marktanteile verloren hat.

2) Was danach kam, war noch schlimmer, nämlich ein HickHack in der Markenpolitik. Berentzen wollte z.B. auf den Trend von Bacardi und Co aufspringen und die Marke als etwas völlig neues verkaufen (trendy, sexy, jung etc.). Damit haben sie den Markenkern von Berentzen unergraben und das ist wohl der Totschag für jede Marke. Die Marktanteile sind dann nochmal deutlicher in den Keller gegangen. Begleitet wurde dieses Missmanagement durch häufige Wechsel in der Führungsetage. Das ist Gift für ein Unternehmen, denn jeder will sich neu beweisen und etwas anderes machen. Und wenn das dann nochn in die Markenpolitik geht - gute Nacht.

Die Devise bei Berentzen heißt jetzt deshalb: back to the roots. Sie haben jetzt wieder eine neue Werbekampagne gestartet ("Knackiger Spaß im Glas..."), bei der die Marke wieder als das verkauft wird, was es immer war. Ich glaube da steckt noch viel Potenzial drin, genau so wie bei Pushkin Vodka, das einen sehr hohen Bekanntheitsgrad hat, aber ebenfalls nicht gefplegt wurde. Leider verdient das Unternehmen nichts und lässt sich damit kaum bewerten.

PS. Ein kleiner, aber feiner Fehler ist Berentzen bei der neuen Werbekampagne m.E. unterlaufen. Dass sie ein Paar mit dem Thema "verliebt sein" bewerben, finde ich gut, aber wenn ich ein Date habe, trinke wir wohl kaum zu zweit einen Liter Apfelkorn. Ich glaube die sollten noch mal die Verpackungsstrategie überdenken, sonst gibt es bald Schadensersatzklagen :o

thomtrader
16.10.2007, 14:41
Danke für deine Meinung zu Berentzen.

Ich würde nicht sagen daß sie reinGar nichts mit der Marke gemacht haben, denn auf 0 € haben sie das Werbebudegt nicht abgesenkt.

Ich habe ehrlich gesagt nicht die Fähigkeit eindeutig beurteilen zu können, ob etwas, und was genau im Marketing von Berentzen falsch gelaufen ist. Folglich habe ich auch nicht die Fähigkeit einigermaßen beurteilen zu können ob deine Analyse zu Berentzen korrekt ist.

Hast du irgendetwas in Richtung Marketing studiert?

Gruß tt

prince of persia
17.10.2007, 15:22
Halllo tt,

ich studiere Betriebswirtschaft und konzentriere mich dabei vorwiegend auf die Bereiche Marketing, Rechnungswesen und Finanzwirtschaft. Ich glaube ein Value-Investor, der etwas von Marketing versteht, wird viel erfolgreicher sein, als einer, der viel von Finanzwirtschaft und/oder Rechnungswesen versteht, aber wenig von Marketing, weil man sonst kein unternehmerisches Urteilsvermögen lernt. Ich dachte früher - wie die meisten anderen heute so denken - dass Marketing so etwas wie Werbung sei, aber Marketing ist im Grunde fast alles: von der Unternehmensstrategie, der Wettbewerbsanalyse über die Vertriebspolitik, Produktpolitik, Preispolitik bis zur Kommunikations- und Markenpolitik - also das Herz eines jeden Unternehmens. Und es ist unglaublich, was man da alles lernen kann. Wie verhalten sich die Verbraucher, wodurch kommt Kundenbindung zu Stande, warum sind einige Marken schwach, andere stark, was sind Wettbewerbsvorteile, und und und und ...ich wüsste gar nicht, wo ich aufhören soll. Im Rahmen einer Marketing-Vorlesung habe ich auch einen Vortrag von Berentzen gehört. Die Informationen über die verfehlte Markenpolitik stammen also vom Unternehmen selbst.

Grüße
PoP

stefan_albrecht2000
17.10.2007, 15:37
Halllo tt,

ich studiere Betriebswirtschaft und konzentriere mich dabei vorwiegend auf die Bereiche Marketing, Rechnungswesen und Finanzwirtschaft. Ich glaube ein Value-Investor, der etwas von Marketing versteht, wird viel erfolgreicher sein, als einer, der viel von Finanzwirtschaft und/oder Rechnungswesen versteht, aber wenig von Marketing, weil man sonst kein unternehmerisches Urteilsvermögen lernt. Ich dachte früher - wie die meisten anderen heute so denken - dass Marketing so etwas wie Werbung sei, aber Marketing ist im Grunde fast alles: von der Unternehmensstrategie, der Wettbewerbsanalyse über die Vertriebspolitik, Produktpolitik, Preispolitik bis zur Kommunikations- und Markenpolitik - also das Herz eines jeden Unternehmens. Und es ist unglaublich, was man da alles lernen kann. Wie verhalten sich die Verbraucher, wodurch kommt Kundenbindung zu Stande, warum sind einige Marken schwach, andere stark, was sind Wettbewerbsvorteile, und und und und ...ich wüsste gar nicht, wo ich aufhören soll. Im Rahmen einer Marketing-Vorlesung habe ich auch einen Vortrag von Berentzen gehört. Die Informationen über die verfehlte Markenpolitik stammen also vom Unternehmen selbst.

Grüße
PoP

Hallo PoP,

als "alter VWLer" würde ich mal- ohne es empirisch belegen zu können ;-)- entschieden widersprechen, daß man ein im Ergebnis "schlechterer Valueinvestor" ist, wenn man mit Marketing nicht allzu viel am Hut hat.

Sicherlich, wenn man Modeaktien wie Esprit, Egana, Adidas und ähnliche analysiert, so kann einem das unter Umständen was bringen. Ich bin jedoch der Überzeugung, daß sich das erfolgreiche Marketing auf kurz oder lang in den Bilanzen niederschlagen muss, und dafür brauche ich keine Marketingausbildung.

Híer möchte ich lieber Warren Buffett sinngemäß zitieren:

"....Man sollte Unternehmen auswählen, die auch von Affen geleitet werden können..... Denn irgendwann wird jede Firma von einem Affen (schlechten Vorstand) geleitet...."

Gruss,

Stefan Albrecht

thomtrader
17.10.2007, 20:57
@PoP: Danke für die Infos.

Gruß tt

prince of persia
18.10.2007, 09:51
@stefan_albrecht2000

So war das auch nicht gemeint. Es war ein Ruf in Richtung AKtienwissenschaft a la Markowitz, Risiko = Volatilität usw. Marketing ist es nicht zu verstehen, wie man etas verkauft (so dachte ich früher), sondern zu verstehen wie ein Unternehmen funktioniert. Und nichts anderes tue ich als Value-Investor: Unternehmen verstehen und beurteilen. Deshalb ist das Marketing ein großer Gewinn für mich.

"....Man sollte Unternehmen auswählen, die auch von Affen geleitet werden können..... Denn irgendwann wird jede Firma von einem Affen (schlechten Vorstand) geleitet...."

Wer Buffett kennt, weiß dass das Management einer der wichtigsten Kriterien für ihn ist. Folglich ist das nicht so zu verstehen, dass das Management keine Rolle spielt, sondern dass das Unternhemen im Idealfall so gut sein sollte, dass es nicht alleine am Management liegt.

prince of persia
18.10.2007, 20:51
Um das Thema wieder auf Esprit zu lenken. Der Kauf einer Luxusmarke erscheint mir hier besonders aussichtsreich zu sein. Schaut man sich die Akquisitions-Historie an den Börsen an, muss man doch unmißverständlich feststellen, dass die allermeisten scheitern. Wo liegen die Gründe? Hauptsächlich darin, dass entweder a) die Zukaufobjekte nicht zum Kompetenzbereich des Managements gehören und/oder b) sich das Objekt nicht wie erhofft entwickelt und/oder c) ein zu hoher Preis bezahlt wird. Ein schönes Beispiel wie man tatsächlich a, b, und c verfehlen kann, ist der Kauf von AOl seitens Time Warner. Selbst wenn a) und b) zutreffen beobachtet man doch bei den meisten, selbst angesehensten Unternehmen, dass zumindest c) verfehlt wird. Das ist logisch, wenn man bedenkt, dass die erfolgreichen Objekte selten unterbewertet sind. Wachstum zu kaufen ist einfach, aber dabei den Shareholder-Value zu steigern nicht. Nimmt man an, dass die Märkte oftmals effizient sind, dann sind Aufschläge von 30% auf den Marktpreis für eine Akquisition fast ein Garant dafür, dass man zu viel bezahlt und damit den Shareholder-Value senkt. Ich denke da z.B. an den Kauf Gilette seitens Procter & Gamble. Der Aktienmarkt hat darauf prompt mit einem Kursrutsch bei PG reagiert und die Antwort war damit klar: dass der Zukauf den inneren Wert der PG-Aktie senkt. Das einzige, was einen Aufschlag dann rechtfertigen kann, sind Synergien. Wenn 1 + 1 = 3 ist, sind die Unternehmen als Paar mehr wert, als alleine, und das könnte einen höheren Kaufpreis rechtfertigen. Aber häufig sind die Synergien nicht sehr hoch oder sogar gar nicht vorhanden und deshalb nur eine Floskel. Keine Floskel sind die etwa im Biergeschäft, weil dieser durch Skaleneffekte getrieben (aktuell: Coors und Miller fusionieren in den USA, um mit Anheuser Busch mithalten zu können). Und dennoch: Ich erinnere mich an den Kauf von Bavaria seitens SABMiller, wo in der Präsentation damit geworben wurde, dass man durch die Akquisition zumindest die Kapitalkosten verdienen will – immerhin ehrlich, aber vor allem mal wieder ein Zeichen dafür, dass es nicht einfach ist, auch werterhöhende Zukäufe zu tätigen. Bei Esprit liegt das Risiko v.a. im Bereich b) (…bei Quiksilver mit dem Kauf von Rossignol ging das schief, obwohl a) und c) gut waren), aber wenn a) und c) stimmen ist das m.E. schon die halbe Miete. A) versteht sich ja von selbst und b)? Was Esprit in den Deal bringt ist seine geballte Vertriebsmacht. Eine halbwegs unterentwickelte Luxusmarke ist mit Esprit in jedem Fall mehr wert als alleine. Und Esprit? Ist dann mehr wert als alleine, wenn der Preis stimmt. Wenn ich daran denke, dass Finanzinvestoren mehr zahlen als Esprit – und diese Finanzinvestoren bringen weit weniger Synergien, wenn überhaupt, dann macht dies das Potenzial klar. Und das zeigt für mich vor allem auch: Der Krogner weiß mal wieder genau, was er tut! :-)

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"Esprit will in neue Modemarken investieren"

Größter deutscher Modekonzern will junges Label EDC verselbstständigen und Luxusmarke kaufen - Gespräch mit dem Vorstandsvorsitzenden Heinz Krogner

TANJA KEWES | RATINGEN Der Modekonzern Esprit will sich zum Mehrmarkenkonzern wandeln. Zum einen soll die junge Submarke EDC mit eigenem Managementteam, Geschäftssitz und Filialnetz zur zweiten starken Marke des Konzerns ausgebaut werden. Zum anderen soll bis Ende dieses Jahres die Entscheidung über den Kauf einer Luxusmarke getroffen werden. "Für uns ist es kein Problem, eine Milliarde Dollar in eine Luxusmarke zu investieren, da wir die Summe aus Kasse und Cash Flow bestreiten könnten", sagte Heinz Krogner, Vorstandschef der Esprit Holding dem Handelsblatt.

Nach Informationen des Handelsblatts war Krogner sowohl am Kauf von Jil Sander als auch Escada interessiert und stand auch mit Puma-Vorstandschef Jochen Zeitz in Kontakt. Die Verhandlungen scheiterten jedoch. Jil Sander ging an den Finanzinvestor Change Capital, Puma an die Luxusgütergruppe PPR und bei Escada setzte sich ein russischer Investor durch. Der Esprit-Chef wollte weder Namen noch Verhandlungsinhalte kommentieren, noch bestätigen, dass ihm ein Angebot des italienischen Luxusschneiders Roberto Cavalli vorliegt, Krogner sagte aber: "Ich führe Gespräche. Das Problem waren und sind aber Finanzinvestoren, die die Preise treiben."

Mit mehreren eigenständigen Marken sowie einer Luxusmarke würde sich der aus Ratingen am Niederrhein geführte Konzern für mittelpreisige Mode neu aufstellen. Zu Esprit gehören neben den Modemarken Esprit und EDC noch die Kosmetikmarke Red Earth. "Zwei oder mehr eigenständige Marken eröffnen uns selbst in gesättigten Märkten wie Deutschland neue Wachstumschancen. Und eine Luxusmarke würde den anderen Marken als Leitlinie dienen und die Holding somit qualitativ absichern", sagte Krogner. Über die Zukunft von Red Earth, die seit 1998 zum Konzern gehört und seitdem rote Zahlen geschrieben hat, will Krogner erst Mitte 2008 entscheiden. "Die Märkte für Mode und Kosmetik sind ähnlich, die Herstellungsprozesse aber sehr verschieden", sagte Krogner.

Vorbilder für den Mehrmarkenkonzern sind auf der einen Seite der spanische Modekonzern Inditex, zu dem neben der Hauptmarke Zara noch weitere Modemarken wie Massimo Dutti, Polar&Bear und Bershka gehören sowie auf der anderen Seite die weltgrößten Luxusgütergruppen LVMH, PPR aus Frankreich sowie Richemont aus der Schweiz. Ihr Markenportfolio erstreckt sich über verschiedene Produktgruppen wie Kosmetik, Uhren und Schmuck sowie Mode. Einen ähnlichen Weg wie Esprit - wenn auch mit der selbstgegründeten Premiummarke Collection of Style, kurz COS - geht seit 2006 auch der schwedische Modekonzern Hennes & Mauritz.

Branchenbeobachter sehen die Mehrmarkenstrategie von Esprit positiv. "Esprit hat die Vertriebsmacht und die internationalen Kontakte. EDC zu verselbstständigen ist deshalb richtig. Mit ihr gibt Esprit den Teenies und Twens eine eigene Marke", sagt Ulrich Eggert. Der auf Handel und Konsumgüter spezialisierte selbständige Berater traut Esprit-Chef Krogner auch die Restrukturierung und Führung einer Luxusmarke zu. "Das vertikale System von Esprit könnte einer nach wie vor auf Entwurf und Produktion konzentrierten Luxusmarke den nötigen Schub geben, um international mit eigenen Flagschiffen durchzustarten."

Esprit gehört zu den am schnellsten wachsenden und profitabelsten Modekonzernen der Welt. Im Ende Juni abgelaufenen Geschäftsjahr 2006/2007 wuchs der Umsatz um knapp 27 Prozent auf rund 2,7 Mrd. Euro. Die operative Gewinnmarge lag bei 36,6 Prozent. Eine Wachstumsdynamik, die nur noch der größte europäische Modekonzern Inditex toppt und weiter über der der weltweiten Nummer eins Gap aus den USA liegt (siehe Grafik).

Der an der Börse in Hongkong gelistete Konzern Esprit ist vertikal integriert. Die Wertschöpfungskette wird vom Entwurf bis zur Ladentheke beherrscht, die Kapitalbindung aber ist sehr gering. Die Produktion übernehmen Lieferanten aus Asien und die Expansion treibt Esprit nur zur Erschließung neuer Märkte mit eigenen Mitteln voran. Ist eine gewisse Größe und Relevanz erreicht, setzt Esprit auf Franchise-nehmer.

Aktuelles Beispiel sind die USA. Seit dem Jahr 2003 hat Esprit nach dem Erwerb der Markenrechte rund 100 Mill. Dollar investiert. Bis dato gibt es 22 Läden an der Ostküste. 100 sollen es mittelfristig sein. "Wir werden erst Partnerschaften eingehen, wenn wir schwarze Zahlen schreiben - und das wird voraussichtlich erst in fünf bis sechs Jahren der Fall sein", sagte Krogner.

Kewes, Tanja



10. Oktober 2007

thomtrader
20.10.2007, 09:25
Deine Ausführungen zu Übernahmen stimme ich fast allen zu.

Oft werden Übernahmen auch als Fusionen unter gleichen dargestellt, was sie in Wirklichkeit aber selten sind. Bei einer Fusion sollte man sich immer sehr genau Gedanken machen wer zu viel bezahlt.

Marktpreise sind natürlich nicht immer fair. Auch der deutlich höhere Preis der nach der Ankündigung einer Übernahme, für eine Aktie bezahlt wird, ist ein Marktpreis. Aus steuerlichen Gründen werden größere Aktienpositionen oft auch dann gehalten wenn man glaubt das eine Aktie überbewertet ist. Warren Buffett kam laut eigenem Bekunden, der Tausch Gillette- gegen PG-Aktien deshalb gerade recht.

Ob die EDC-Übernahme ein Erfolg wird, wie du glaubst, weis ich nicht. Die Geschichte anderer Übernahmen, spricht eher dagegen, wie du dargelegt hast. Irgendwie erinnerst du mich an jemanden der sich hinstellt und sagt: "Diemal ist alles anders". Ich würde dir den Rat geben mit Firmen die andere Firmen und Marken übernehmen und sanieren eher vorsichtig zu sein. Ich weiß zwar nicht ob ich dir diesen Rat auch gegeben hätte, wenn ich nicht erst vor kurzem mit einer dieser Firmen auf die Schnauze gefallen wäre. Du weißt welche Firma ich meine. ;)

Esprit fällt natürlich auch nach der EDC-Übernahme noch nicht in die Kategorie "Sanierer". Dazu ist EDC im Verhältnis zu Gesamt-Esprit noch zu klein.


Gruß tt

prince of persia
23.10.2007, 17:25
tt,

danke für deinen Rat, aber ich werde bei meiner Einschätzung bleiben, dass die Übernahme einer Luxusmarke eine vielversprechende Wachstumsoption für Esprit ist, und das aunabhängig davon, ob es sich bei EganaGoldpfeil um einen Betrugsfall gehandelt hat. Ich denke einfach, dass eine attraktive Luxusmarke einen guten Fit zu Esprit hat. Es reicht, wenn die Umsätze mit der Luxusmarke deutlich angekurbelt werden können. Man braucht also kein gewifter Sanierer dafür zu sein oder gar ein Sanierungsunternehmen. Und wer sagt denn, dass die Marke überhaupt defizitär sein muss. Ich denke man sollte die Vertriebskraft von Esprit nicht unterschätzen. Das Potenzial zeigt z.B. auch folgender Artikel, den ich kürzlich im Handelsblatt gelesen habe:

Obst bieten, Burger verkaufen

MATTHIAS EBERLE | NEW YORK Eine Restaurantkette, die jährlich mehr als 50 000 Tonnen Pommes Frites verarbeitet, kommt nur schwer als Lifestyle-Marke durch. Dennoch stehen die Kunden von Alaska bis Asien mehr denn je auf McDonald's. Der Wandel des amerikanischen Fast-Food-Riesen vom Dickmacher der Nation zum Konkurrenten der Trendmarke Starbucks vollzieht sich schleichend, aber sichtbar: Das grelle gelb-rote Plastik-Design verschwindet, stattdessen gewinnen wärmere Töne in den Restaurants die Oberhand. Sie sollen den Strategieschwenk vom billigen Buletten-Bräter zum Wohlfühl-Café nach außen hin sichtbar machen.

Dabei hat sich drinnen in der Küche kaum Weltbewegendes verändert: Noch immer verkauft McDonald's in erster Linie Hamburger, obwohl die Speisekarte längst auch Salate und Obst anpreist. Auf Herzhaftes will jedoch weder der Konzern noch die treue Kundschaft verzichten: Im Heimatmarkt USA testet der Konzern gerade einen Riesen-Burger namens "Angus Third Pounder" - ein Drittel Pfund Rindfleisch, verpackt in ein 860-Kalorien-Sandwich. Dass die Gesundheitswelle McDonald's irgendwann den Garaus machen werde, ist in der Vergangenheit mehrfach prophezeit worden. Bisher lagen die Auguren grundfalsch, denn mitten im Bio-Boom geht es ausgerechnet dem Fast-Food-Spezialisten aus Illinois so gut wie nie. Der Nettogewinn 2006 lag mit 3,5 Milliarden Dollar viermal höher als 2002 und wird diesen Rekord im laufenden Geschäftsjahr locker toppen.

Trotz deutlich gestiegener Lebensmittelkosten legte McDonald's in der Vorwoche ein saftiges Ergebnisplus von 27 Prozent für das dritte Quartal vor. Selbst in scheinbar gesättigten Märkten wie USA und Westeuropa klettern die Umsätze weiter, die Wachstumsraten in Asien/Pazifik, Afrika und dem Mittleren Osten sind prozentual zweistellig. Entsprechend euphorisch sind die Aktionäre: Ihre Jahresdividende wurde gerade um 50 Prozent erhöht, die Aktie erreichte bei 57,53 Dollar ein neues Allzeithoch.

Vor fünf Jahren sah das ganz anders aus. Ende 2002 musste McDonald's erstmals in seiner gut 50-jährigen Firmengeschichte einen Quartalsverlust ausweisen. Jim Cantalupo übernahm den Chefsessel und kassierte die hastige Expansionspolitik seines Vorgängers Peter Greenberg ein. Seitdem investiert der Konzern in bestehende Filialen, poliert sie gemeinsam mit Franchise-Nehmern auf und hält die Restaurants möglichst rund um die Uhr offen. Zwar verstarb Cantalupo 2004, doch seine Strategie wird bei McDonald's bis heute beherzigt: Die Restaurants müssen sauber sein, die Produkte einfach und der Service schnell. Das ist alles andere als Nouvelle Cuisine, trifft aber millionenfach den Geschmack der Kundschaft, insbesondere im größten Markt USA: Dort werden mehr als die Hälfte aller Mahlzeiten durch Drive-Through-Fenster direkt ins Auto gereicht. Der heutige Konzernchef Jim Skinner predigt, dass McDonald's-Produkte in eine Hand passen müssen (damit die zweite das Steuer halten kann).

Als Fitnesskur für die Margen setzt McDonald's stärker denn je auf Kaffee. Dabei orientiert sich der Fast-Food-Riese aus gutem Grund am Rivalen Starbucks, gegen den er eigene Filialen namens McCafé positioniert. Im Bereich der Gastronomie fährt kaum eine Firma höhere Gewinnmargen ein als Starbucks mit seinen hochpreisigen Kaffeeangeboten. Wenn der Burger-König das heiße Wasser mit Bohne nur halb so teuer anbietet wie Starbucks, bleibt noch immer ein netter Gewinn hängen. Auch deshalb will McDonald's bald stärker nach Kaffee duften, nicht mehr nach Frittierfett. eberle@handelsblatt.com

Eberle, Matthias

22. Oktober 2007

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Das bemerkenswerte daran ist: Wofür andere Unternehmen Jahrzehnte gebraucht hätten, nämlich ein Gegengewicht zu Starbucks aufzubauen, indem man die richtigen Standorte findet, die richtige Kundschaft anzieht und eine hohe Kundenferquenz erreicht und dies mehr als 30.000 mal, hat McDonalds geschafft in Nullkommanix.

PoP

thomtrader
23.10.2007, 17:44
Hallo PoP,

McDonalds hat in den letzten Jahren mit der eigenen "Sanierung" sehr vieles richtig gemacht. Weiterhin muss man jetzt attestieren das die McDonalds-Aktie 2003 deutlich unterbewertet war (die starke Marktstellung wurde damals offenbar deutlich unterschätzt. Es wurde nicht erkannt was ein wenig Wandlung bei McDonalds bewirken kann).

Du vergleichst doch aber nicht ernsthaft Esprit mit McDonalds? Esprit ist auch heute noch, eine Modemarke unter vielen. McDonalds ist seit vielen, vielen Jahren die unangefochtene Nr.1 unter den internationalen Restaurantketten.

Gruß tt

prince of persia
23.10.2007, 17:55
Lieber tt,

da wir nun offenbar aneinander vorbeireden - mein Beitrag hatte weder etwas mit der Kursentwicklung vo MCD zu tun noch mit dem Vergleich von Burgern und Modemarken - ist es wohl das beste, wenn wir die Diskussion an dieser Stelle beenden.

PoP

thomtrader
23.10.2007, 18:56
Einverstanden:rolleyes:

thomasboensch
30.01.2008, 15:58
30.01.2008 12:46
Hong Kong's Esprit H1 net profit up 37 pct on strong European sales - UPDATE
HONG KONG (Thomson Financial) - Esprit Holdings Ltd, (News) one of the world's largest fashion retailers, said Wednesday its net profit rose 37 percent in the first half from a year earlier, helped by a strong euro and robust sales in Germany.

First-half net profit climbed to 3.3 billion Hong Kong dollars, up from 2.4 billion a year ago. The result beat analysts' forecasts for 20-31 percent net profit growth.

Esprit, which sells fashion products including shoes, clothes and accessories, said sales grew 27 percent to 18.5 billion dollars in the six months to December. About 16 billion dollars or 86 percent of the sales amount came from Europe. Germany alone accounted for 50 percent of sales.

'The group's turnover increased to 18.5 billion dollars, mainly due to the continued strong performance of all major operating markets, and partly benefited from the appreciation of the euro,' Esprit said in statement.

The retailer declared an interim dividend of 95 cents a share.


Impact of global slowdown


Esprit, which competes with companies like Inditex's Zara, Benetton Group and Gap Inc, is working to expand its global market share from 0.3 percent currently and investing about 1.5-2.0 billion Hong Kong dollars yearly to boost its presence worldwide.

In the fiscal second half, Esprit plans to open 60 more stores at a cost of over 500 million dollars.

But slowing global consumption, a fragile European market and a faltering US economy are casting a shadow on Esprit's earnings outlook, although its management said it expects the company to achieve strong growth in the coming quarters.

'Although the first-half results were better than expected, investors have little to cheer about because the second half will prove to be challenging for Esprit,' said Castor Pang, strategist at Sun Hung Kai Financial.

'Escalating credit problems in the US continue to erode consumer confidence and this is spreading to Europe. I won't be surprised if the company cuts spending if sales there fail to pick up,' he said.

Wholesale orders booked between January 2008 and April 2008 show 'low double-digit percentage year-on-year growth in local currency terms, as compared to a high base for the second half of the last financial year,' according to Esprit's statement. The company did not elaborate.


Expansion plans set


Despite the slowdown, Esprit is determined to expand in Europe, where it plans to add over 500 new wholesale point-of-sales in the six months to June.

'We foresee the sales contribution from Eastern Europe will become increasingly significant, leveraging on their continual growth of consumption power, particularly Russia and Poland,' it said.

Esprit is opening over 40 point-of-sales for its wholesale business in Asia Pacific, where it currently yields 11 percent of its sales.

'China, India and other emerging markets in Asia Pacific possess huge market potential and therefore, we will continue to focus on these markets to realize their long-term growth potential,' it said.

The retailer plans to launch its smart casual clothing line, de.corp Esprit Urban Casual, in March in over 40 stores in Europe.

Esprit is also expecting steady sales contribution in the six months to June after it opened several new stores in the first half, costing the company nearly 600 million dollars.

Sun Hung Kai's Pang forecast second-half net profit growth to slow to below 20 percent as global credit problems deepen, hurting consumer sentiment.

'It can go higher or lower depending on how fast the US can recover from the credit turmoil,' he said.

Shares of Esprit, one of the best performing stocks on Hong Kong's Hang Seng index, jumped 34 percent last year, in step with the broader market's rise of 39 percent.

The stock closed 4.85 dollars or 4.9 percent lower at 93.15 on Wednesday amid profit-taking and in line with the market's overall losses. The HSI dropped 2.6 percent to 23,653.69 points on caution ahead of the Federal Reserve's decision on interest rates later in the day.

(1 US dollar = 7.8. Hong Kong dollars)

leonora.walet@thomson.com

--- By Leonora Walet ---

lw/nt/jg


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prince of persia
09.03.2008, 13:21
Esprit hat es mir mal wieder angetan. Folgende Notizen habe ich mir zum Zwischenbericht gemacht:

Umsatz +27% auf 18,5 Mrd HK$
EBIT: +31% auf 4 Mrd HK$
Gewinn: + 37% auf 3,3 Mrd HK$

Free Cashflow: 2,7 Mrd HK$

Finanzverbindlichkeiten: Fehlanzeige
Net cash 5,5 Mrd HK$

3,1 Mrd HK$ als Dividende ausgeschüttet

Umschlagshäufigkeit des Lagers: 48 Tage

Umsatzanteil edc 21%

Umsatzanteile geographisch:

Deutschland 47% (+26%)
Rest of Europe 40% (+30%)
Europa insgesamt 86% (+28%)
Entwicklung: Benelux +27%, Spanien +53%, Frankreich +37% (Großteil Wholesale, Retail-Expansion gerade erst begonnen), Skandinavien +37% (Finnland Retail-Expansion begonnen), UK & Ireland Wholesale +25%, Osteuropa Wholesale +75%)

Asien Pazifik 11% (+21%)
Entwicklung: Australien Neuseeland + 27%, deutliche Ergebnisverbesserung, China Wholesale +41%, Indien und Vietnam je > 200%)

USA Sonstige 3% (+30%)

Zweistelliges Wachstum in allen Kernmärkten und Produktbereichen.

Wholesale:

Ebit-Marge Wholesale: 26,9%
Umsatzwachstum 30% (+10% verkaufsfläche, Orders steigen zweistellig bei konstanten Währungen)
-> Wachstumstreiber Franchisekonzept: 1.318 Partnershipstores (+18%), weitere 700 in den kommenden zwei Jahren erwartet

Retail:

Ebit-Marge Retail: 16,6%
Umsatzwachstum 24% (8% SSSales (soll anhalten), 8% selling space)

658 eigene Stores (+9% in den vergangenen sechs Monaten, weitere 60 Stores bzw. +9% in Hj2 geplant, weitere 300 Stores in den kommen zwei bis drei Jahren.

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Auf zwei Aspekte möchte ich noch kurz eingehen:

1) Was ich hin und wieder über Esprit höre, ist dass es sich hier um einem Modetrend handelt. Ich glaube nicht einmal, dass Jemand bei Esprit einkauft, um zu zeigen, dass er mit Esprit rumläuft - das ist im Grunde ein Geschäftsmodell wie bei H&M. Esprit ist nur insoweit Mode, als sich der Verbraucher modisch kleiden will - ein Bedürfnis, das sich nie verflüchtigen wird. Esprit bedient dieses Bedürfnis mit 12 Kollektionen pro Jahr und überzeugt hier mit guten Produkten. Was den Markenwert ausmacht bzw. die Marke so wertvoll macht, ist das starke Geschäftsmodell von Esprit. Nicht die "Angesagtheit" der Marke macht das Geschäftsmodell stark bzw. die Marke wertvoll. Esprit ist vielmehr als "Retail-Brand" angesagt. Ein modischer Trend ist Esprit also im allerweitesten Sinne und das nachhaltig.

2) Was ich sehr häufig höre, ist dass Esprit teuer ist. Darüber zu streiten soll nicht das Thema sein, aber der Blickwinkel ist erwähnenswert. Wenn ich Esprit mit dem KGV bewerte, fängt die Rechnung mit der Einstandsrendite an, also Preis heute, Gewinn je Aktie in t=1. Demnach liegt das KGVe bei 15. Wenn Esprit den Gewinn je Aktie um 20% p.a. in den darauffolgenden zwei Jahren steigert, hat das sich KGV bereits auf 10 verringert, d.h. dass Esprit nach drei Jahren bereits wie eine Aktie bewertet wird, die kein Wachstum mehr bringt. Zum Vergleich: H&M hat im vergangenen Jahr etwa 8 Mrd € (15%) umgesetzt und ein KGVe von 17. Wenn nun der Blickwinkel auf das KGV des vergangenen Jahres gerichtet ist, wird man den Wert eines Unternehmens vom Schlage Esprit oder H&M nicht erkennen.

JuliaPapa
09.03.2008, 19:38
Wenn ich Esprit mit dem KGV bewerte, fängt die Rechnung mit der Einstandsrendite an, also Preis heute, Gewinn je Aktie in t=1. Demnach liegt das KGVe bei 15. Wenn Esprit den Gewinn je Aktie um 20% p.a. in den darauffolgenden zwei Jahren steigert, hat das sich KGV bereits auf 10 verringert, d.h. dass Esprit nach drei Jahren bereits wie eine Aktie bewertet wird, die kein Wachstum mehr bringt.

Hallo, PoP,

Ich weiß natürlich, daß dieser Vergleich hinkt, aber trotzdem: Mit dem gleichen Argument kann ich eine Google mit einem KGV von 100 kaufen, weil ich ein entsprechendes Wachstum erwarte. Zu den heißen Zeiten des Neuen Marktes war das ja übrigens ein sehr beliebtes Kaufargument:

Wir machen heute zwar ohne Ende Verlust, werden aber in drei Jahren den Break-Even erreichen und in sieben Jahren ein KGV von 8 haben.


Mit solchen Rechnungen tue ich mich schwer, weil ich letztlich Wachstum mitbezahle, von dem noch nicht sicher ist, dass es auch tatsächlich eintreffen wird. Daß es bei Esprit wohl so kommen wird, ist eine andere Frage.

Ich denke, gerade im Moment gibt es jede Menge guter Werte (von ähnlicher unternehmerischer Qualität wie Esprit) mit KGVs z.T. deutlich unter 10. Da fällt mir ein Kauf leichter.

Gruß,
JuliaPapa

prince of persia
09.03.2008, 20:34
Hallo JuliaPapa,

Esprit's Bewertung besteht mit einem KGVe von 15 und 9% Kapitalkosten nur zu etwa 30% aus Wachstumsannahmen, während 70% auf die bereits erwirtschafteten Erträge beruhen. Bei einem KGV von 100 würden ungefähr 90% der Bewertung auf Wachstumsannahmen beruhen und nur 10% auf den status quo. Wenn man das bedenkt, läuft man auch nicht Gefahr, Luftschlösser zu kaufen.

Ich denke, gerade im Moment gibt es jede Menge guter Werte (von ähnlicher unternehmerischer Qualität wie Esprit) mit KGVs z.T. deutlich unter 10. Da fällt mir ein Kauf leichter.

Ich bin ganz Ohr, denn mir ist kein einziges bekannt!

PoP

JuliaPapa
10.03.2008, 17:58
Wie wäre es z.B. mit der Renk AG?

notnormal
11.03.2008, 11:03
Hallo JuliaPapa und PoP

Hinsichtlich Esprit gehe ich konform mit PoP. Sehe nicht, warum ESH nicht weiter wachsen sollte, im Gegenteil - ich halte den makroökonomischen EInfluß bei der Bewertung einzelner Unternehmen für unbedeutend. Dies wird m.E. in der öffentlichen Diskussion masslos überbewertet...ich glaube einfach nciht, dass eine Rezession in Amerika einen solch großen Einfluss auf das Kaufverhalten in Europa und Asien hat, zumal es sich bei Esprit-Waren nicht um Luxusbedarf handelt, sondern um alltägliche Gebrauchsgegenstände.

Habt Ihr Euer Kaufverhalten geändert, wiel es in den USA die Bankenkrise mit den daraus resultierenden ökonomischen Risiken gibt. Persönlich verhalte ich mich genauso wie immer, kaufe ein wie immer und gehe aus wie immer...

Esprit hat auch in den Jahren 2000 bis 2003 den Umsatz und Gewinn sowie den Aktienkurs deutlich gesteigert, obwohl das nicht gerade ein optimales Umfeld war. Die Bewertung ist zudem so günstig wie lange nicht mehr...

Was andere Werte angeht - Beispiel Renk AG.
Interessanter Wert aufgrund der stetigen Gewinnverbesserungen, leider gefällt mir persönlich aber nicht, dass man u.a. Getriebe und Antriebe für Panzer und ähnliche Gefährte baut. Ist einfach ein Bereich, in den ich ungern investiere...aus diesem Grund überdenke ich auch mein Engagement bei OHB - neben der zivilen Raumfahrt baut man auch Überwachungssatelliten für die Bundeswehr. Je nach Nutzung kann die Nutzung durchaus positiv sein, aber im Zweifelsfall für alle möglichen Zwecke (also auch zum Ausspionieren im Kriegsfall etc.) genutzt werden.

Ansonsten ist Renk sicher interessant, zumal sich damit auch indirekt am Bereich "neue Energien" (Getriebe für Windenergieanlagen) beteiligt...

Die Entscheidung, in welche Firmen man überhaupt investiert, kann aber nur jeder nach eigenem Gewissen treffen...


Hinsichtlich der Bewertung sollte m.E. aber auch beachtet werden, dass es sich bei Renk um ein recht unbekanntes UNternehmen handelt (was nicht schlecht sein muss), während Esprit global bekannt ist - bereits dies führt in aller Regel zu einem gewissen Bewertungsaufschlag.

Gruß, n.n.

prince of persia
11.03.2008, 14:22
Hallo, zusammen

Renk ist in jedem Fall ein aussichtsreicher Small-Cap, keine Frage. Haben wir übrigens auch in SI zum Kauf empfohlen.

@JuliaPapa

Esprit gefällt mir da besser, sowohl von der Unternehmensqualität her, als auch von der Bewertung. So hat Esprit beispielsweise keine Schulden und eine Eigenkapitalrendite von >40%. Renk hatte in den vergangenen Jahren RoICs von etwa 15% - das ist ganz ordentlich. Finanzverbindlichkeiten sucht man bei Renk eher vergebens, aber auffällig ist, dass fast die Hälfte der Bilanzsumme aus erhaltenen Anzahlungen und Pensionsrückstellungen bestehen. Die wurden bei der Berechnung des RoICs übrigens nicht mit einberechnet. Die 80 Mio € erhaltenen Anzahlungen würde ich als kurzfristige Verbindlichkeiten ebenso berücksichtigen wie die 72 Mio € Unterdeckung bei den Pensionen. Ohne die erhaltenen Anzahlungen wäre der Cashflow auch nicht so gut gewesen, er wird in den kommenden Jahren dementsprechend schwächer sein. Das Eigenkapital wird an der Börse mit rund 400 Mio € bewertet. Mit den 150 Mio € ergibt sich ein Unternehmenswert von 550 Mio €, bei einem geschätzten Gewinn von 38 Mio €. Das ist eine Multiple von 14,5 und enstpricht in etwa dem Wert vom Esprit. Renk ist den vergangenen 5 Jahren um 7% p.a. gewachsen und in einem zyklischen Geschäft tätig. Der Maschinenbau erlebt einen regelrechten Boom, die Mengen und Preise steigen und die Kapazitäten werden viel besser ausgelastet. Die Wachstumsraten und das Margennivau von 2007 würde ich nicht fortschreiben, sondern eher von langfristigen Durchschnitten ausgehen. Esprit wächst da nachhaltiger und mehr als doppelt so schnell. Conclusio: Wenn ich die Unternehmensbewertung, die ceteris paribus in etwa gleich ist, vor dem Hintergrund des Risikos und der langfristigen Ertragskraft betrachte, komme ich zu dem Schluss, dass Esprit hier im Vorteil ist.

@n.n.

Ich glaube auch, dass der Einfluss auf Esprit nicht hoch sein wird. Bedenkt man noch die denkbar günstige Währungssituation, könnte man sogar durchaus davon ausgehen, dass Esprit unterm Strich mehr profitiert.

PoP

thomasboensch
11.03.2008, 17:59
Hallo,

ich kann mich ebenfalls nur PoP und nn anschließen. Esprit habe ich bei optisch höheren Kursen gekauft und wie im 50er Forum geschrieben auch nachgekauft. Im Moment bin ich sogar am Überlegen, meine verbleibenden drei MicroCaps und SamllCaps komplett zu veräußern (mit leichtem und größerem Verlust) um den Rest in Esprit zu stecken. Damit wären dann 25% in Esprit, Rest Depot ist für das Stillhaltergeschäft geblockt.

Bei W:O hatten wir vor kurzem eine interessante Diskussion. Meine Fragen, die ähnlich denen von nn waren, konnte mir dort keiner beantworten. Weder das Geschäftsmodell noch andere Dinge (Wachstumsraten, Modebewusstsein etc) hat sich geändert. Also warum sollte Esprit nicht mehr erfolgreich sein. Thema Alternativen... Renk ist interessant und sicher auch ein Qualitätswert, ist aber aus meiner Sicht nicht so gut wie Esprit. EK Rendite, Verschuldungsgrad etc sind bei Esprit besser.

Gruß Thomas

JuliaPapa
06.07.2008, 17:32
Hallo, Valueisten,

gestern war mal wieder Scuttlebutt-Research angesagt. Wir waren in der Nähe von Stuttgart zu einer Familienfeier und haben die Gelegenheit für einen Abstecher nach Metzingen genutzt, der Outlet-Stadt, in der nahezu jede Marke einen Laden hat.

Ich war dabei mit meinem Kleinen auch bei Esprit. Dort haben sich die Leute gestapelt, es war richtig voll. Allerdings war das Angebot an Sachen für Kinder sehr übersichtlich (ist das bei einem Outlet-Store nun ein gutes oder ein schlechtes Zeichen??). Wir haben uns die Dinge dort angeschaut und sind dann förmlich geflüchtet. Bei Tommy Hilfiger sind wir dann fündig geworden.

Na ja, besonders toll fand ich es dort nicht, aber die Schlangen an den Kassen sprachen für sich...

Gruß,
JuliaPapa

prince of persia
10.07.2008, 14:23
Moin JuliaPapa,

und mir haben die Männer-Sachen bei Esprit nie richtig gefallen. Die Kernkompetenz liegt ja auch klar bei Frauenkleidung - wenn ich mich recht erinnere, sind dies mehr als 80% der Umsätze. Das durchschnittliche Alter der Frauen (ca. 20 bis 30 Jahre) erklärt womöglich auch das eher spärliche Angebot an Kinderklamotten.

Grüße
PoP

JuliaPapa
10.07.2008, 16:01
Hallo, Pop,

um ehrlich zu sein - ich wußte noch nicht einmal, daß Esprit überhaupt Männersachen hat. Ich habe es immer als Label für Frauen und Kinder gesehen.

Der Grund des Besuches bei Esprit war in der Tat auch der, etwas für meinen Kleinen zu finden. Für mich gibt es in Metzingen (und auch anderswo) andere Geschäfte, etwa Tommy Hilfiger, Lloyds Schuhe und so.

Wir waren schon mal im letzten Herbst in Metzingen (Verwandte bei Stuttgart zu haben ist manchmal echt praktisch). Damals war die Auswahl an Kindersachen deutlich größer, und wir sind auch fündig geworden.

>>Das durchschnittliche Alter der Frauen (ca. 20 bis 30 Jahre) erklärt womöglich auch das eher spärliche Angebot an Kinderklamotten.<<

Nach meiner gefühlten Schätzung laufen mindestens 20 % aller Kinder bis 8 Jahre oder so mit Esprit-Klamotten rum. Das ist mit Sicherheit einer großer Absatzmarkt.

Gruß,
JuliaPapa

JuliaPapa
29.08.2008, 11:36
Hallo, zusammen,

von Esprit gibt es ungewohnte Nachrichten. So meldet handelsblatt.com etwa:

Die weltweit fünftgrößte Modekette Esprit bekommt die Rezessionsangst in Deutschland zu spüren. Der Konzern, der fast 90 Prozent seines Umsatzes in Europa erwirtschaftet, verdiente weniger als erwartet.

HB HONGKONG. Angesichts der hiesigen Konsumflaute blies der Konzern am Mittwoch die bislang geplante Übernahme einer hochwertigen Marke ab. Die Konjunkturflaute in Europa machte zudem im ersten Halbjahr das starke Wachstum von Esprit in anderen Weltregionen fast zunichte, so dass sich der Hongkonger Konzern mit einem unerwartet geringen Gewinnanstieg von 12,5 Prozent auf umgerechnet 270 Millionen Euro zufrieden geben musste.

Esprit erwirtschaftet fast 90 Prozent seines Umsatzes in Europa, allein die Hälfte in Deutschland. Hauptkonkurrenten sind Hennes & Mauritz, Benetton und Gap. Der Modekonzern kämpft derzeit um größere Anteile auf dem boomenden asiatischen Modemarkt - Hierzu ging der Konzern in China ein Joint Venture mit dem Handelskonzern China Resources Enterprise ein. Außerdem investiert Esprit jedes Jahr bis zu 40 Millionen Dollar in die Expansion in Nordamerika.

Angesichts der Konjunkturflaute sind Esprit-Aktien im ersten Halbjahr um mehr als 30 Prozent gefallen.

Prompt ist auch der Aktienkurs in die Tiefe gesaust, aktuell liegen wir etwa bei 5,70 Euro. Die Nachricht, daß die Luxusmarke nicht gekauft werden soll, finde ich positiv.

Alles in allem sehe ich diesen Aktienkurs als durchaus attraktiv an.

Wie seht Ihr das?

Gruß,
JuliaPapa

prince of persia
29.08.2008, 12:18
Hallo JuliaPapa,

imho ist Esprit eine tolle Einzelhandelsmarke, die noch viel Potenzial hat. Viele haben das noch nicht begriffen und sehen Esprit als eine Art Trendmarke. Dass es auch mal schwächere Jahre geben kann und wird, war zu erwarten. Am Ende werden immer die Unternehmen prosperieren, die Wettbewerbsvorteile haben und Mehrwerte schaffen, siehe H&M, Marks & Spencer, Wal-Mart, Ikea, Aldi und Co - alles starke Einzelhandelsmarken, die der Konkurrenz voraus sind und ein multiplizierbares Geschäftsmodell haben. Naja, und Investments sind nicht nur eine Funktion des Unternehmens und der Gewinnperspektiven, sondern auch des Preises, den man dafür zahlt.

Interessant finde ich auch, dass Esprit angefangen hat, eigene Aktien zurückzukaufen. Das Management sollte das Geschäft kennen und von Heinz Krogner habe ich nicht nur als Manager, sondern auch als Person eine hohe Meinung. Er will mit Rückkauf keine Spekulanten anziehen, vielmehr ist er der Meinung, dass Esprit viel mehr wert ist, als es der gegenwärtige Aktienkurs wiederspiegelt. Der logische Schritt wäre eigentlich, die Dividende komplett einzustellen und mit dem Geld, eigene Aktien zurückzukaufen. Das würde den inneren Wert der Aktie erhöhen und ich könnte mir die Steuern sparen, die anfallen, wenn ich stattdessen die Dividende in Esprit-Aktien investiere.

Kurzum: Ich werde wohl noch lange investiert bleiben.

Arman

thomasboensch
29.08.2008, 15:26
Hallo,

ich bleibe auch am Ball. Eventuell kaufe ich noch mal nach, wobei Esprit einen sehr sehr hohen Anteil im Portfolio hat. Der Ausblick ist für mich nur eine Bestätigung dessen, was ich vermutet habe. Schwarzmaler haben noch schlechtere Zahlen vorhergesagt. Grundsätzlich halte ich das Rückkaufprogramm für den einzig sinnvollen Schritt. Eine Luxusmarke wäre sicher kurzfristig für den Kurs gut, langfristig aber evenutell für das Unternehmen schlecht. Für mich ist entscheidend, wie die nächsten Monate / Quartale aussehen. Schafft es Espirt weiterhin sehr gute Margen zu erwirtschaften (und dazu zähle ich auch 12,5 Prozent in der derzeitigen wirtschaftlichen Lage) oder steigert die Marge wieder auf 15%, wird das Rückkaufprogramm einen großen Effekt bringen. Auf die Dividende zu verzichten wäre ein Traum...

Gruß Thomas

prince of persia
04.09.2008, 14:12
Die ganze Investmentstory von Esprit ist ja bekannt. Eins muss man sich daher klarmachen: Entweder ist die Aktie signifikant unterbewertet. Oder es steht ein Gewinneinbruch bevor. Bei einem KGV von 10 hat der Markt das zweite Szenario eingepreist. Meinungen?

JuliaPapa
05.09.2008, 11:50
Es ist natürlich möglich, daß die Gewinne bei Esprit zurückgehen. Bei der derzeitigen konjunkturellen Lage wäre das auch nicht wirklich überraschend, und - wie ich finde - auch nicht dramatisch.

Ob man von einem echten Gewinneinbruch reden kann, weiß ich nicht.

Die Esprit-Aktie hat ja bereits auf den Rückgang der Wachstumsraten reagiert. Mit einem KGV von 10 ist die Aktie definitiv nicht mehr wie ein stark wachsendes Unternehmen bewertet, und das sollte das langfristige Investment-Risiko minimieren, zumal sich an der "Story" von Esprit ja nichts geändert hat.

Ich bin gestern nochmal mit einem Abstauberlimit von 5,10 Euro zum Zuge gekommen und fühle mich dabei auf jeden Fall wohl.

lomoeel
24.09.2008, 10:58
esprit wird ebenso in diversen "einfachen" einzelhandelsgeschäften wie zb hertie feilgeboten. will nicht von ramschen sprechen, jedoch unterminiert das nicht das markenlabel?

wie groß mag das abwärtspotenzial der aktie noch sein?

prince of persia
29.09.2008, 13:16
Das wäre ein Problem für Marken, die stark emotional aufgeladen sind und sich im Bereich Premium/Luxus befinden. Trifft das auf Esprit zu? Du musst dir Esprit mehr als eine Einzelhandelsmarke vorstellen, bei der die Präferenz des Verbrauchers nicht darauf ausgerichtet ist, ein Markenlabel auf den Klamotten zur Schau zu tragen, sondern vielmehr darauf seine Klamotten, bei einem bestimmten Einzelhändler zu kaufen, und zwar immer und immer wieder. Ich glaube nicht, dass es eine loyale Esprit-Kundin sonderlich interessieren würde, woher das Kleidungsstück des anderen Espritträgers kommt, ob von einem Kaufhaus oder einem Espritstore. Die Kunden, die das interessieren würde, findet man nicht bei Esprit. Dennoch steht Esprit oder ein Espritstore immer für Individualität, bei 12 Kollektionen pro Jahr und der viel größeren Auswahl in den Stores. Einzelhandel auf der einen sowie Großhandel und Shop-in-Shops auf der anderen Seite ist die Strategie von Esprit seit der Geburtsstunde - genau damit ist das Unternehmen erfolgreich.

wie groß mag das abwärtspotenzial der aktie noch sein?

Das weiß wohl nur der liebe Börsengott. Viel wichtiger ist doch die Frage, ob die Aktie eine "margin of safety" hat.

dev2
17.11.2008, 09:33
Wer von euch hat Epritaktien und kann mir verraten, wieviel Dividende pro Aktie nach Steuer auf eurem Konto angekommen ist?
Ein genauer Schlüssel, wer was bekommen hat wäre sehr nett.

Danke.

diwi
24.11.2008, 21:40
Hallo

ich bin seit Anfang Oktober in Esprit investiert.
Aktien in Honk Kong zahlen typisch 2 x pro Jahr
Der erste Zahltag (Interim) war bei Esprit am 25.03.3008.
Die Interim Dividene betrug 0,95 HK$ pro Aktie.
Die finale Dividene kommt bei Esprit Ende November.
Letztes Jahr war der Ex-Tag der 26.11.2007.
Für den Zeitraum zwischen dem Ex-Tag und der
tatsächlichen Auszahlung in Deutschland kann ich nur
Vermutungen anstellen. Ich habe mal China Mobile
gehabt und dort hat der Zeitraum ca. 2 Wochen betragen.
Ich schätze also das die Kohle für die Finale Dividene
ca. Mitte Dezember 2008 überwiesen wird.
Der Dividenvorschlag für die Finale Dividende beträgt
1,15 HK$ plus einen Bonus von 2,1 HK$
Zusammen also für die finale Dividende 3,25 HK$
Die Hauptversammlung ist am 11.12.2008.
Hier wird die Dividende offiziell beschlossen.
Für das Gesamtgeschäftsjahr wird Esprit 4,20 HK$ pro
Aktie ausschütten. Bei einem aktuellen Kurs
von 37,2 HK$ beträgt die Dividenrendite > 10%
Bei meiner letzten ausgezahlten Dividene aus HK (Beispiel
China Mobile) ist die Brutto = Netto-Dividende.
Es wird also keine Quellensteuer abgeführt.
Der aktuelle Umrechnungskurs des HK$ zum Euro
beträgt 9,75. D.h. final sollten Mitte Dezember
bei Esprit ca. 3,25 / 9,75 ca. 0,33 Euro pro
Aktie zur Auszahlung kommen. Die Währung HK$ ist
übrigens 1:1 an den US$ gekoppelt.
Mehr Infos habe ich nicht.
Ich hoffe das hilft weiter.

Gruß
diwi

dev2
25.11.2008, 10:53
Ja, Danke.

diwi
20.12.2008, 12:29
Hallo

die Schlussdividende von Esprit ist bei mir mit Valutadatum 16.12.2008 zur Auszahlung gekommen: Es sind 0,29 Euro je Aktie geworden.

Gruß
diwi

olli
14.06.2012, 12:40
Wie sieht die Zukunft von Esprit aus. Der Aufsichtsrat hat auf Grund von vielen Internen Machspielen seinen Job gekündigt. Anfang Jahres sah die Situation noch sehr gut aus. Ich bin mal neugierig wie sich das noch entwickeln wird.