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Andreas Droege
01.06.2001, 20:36
Hallo,

ich habe bei Finanznachrichten.de einen interessanten Bericht zur Biotechnologiebranche gelesen.
Wie seht Ihr die Biotechnologie? Value von Morgen oder wird's eine Wiederholung der Interneteuphorie mit bitterem Ende?

Hier der Bericht:

US-Biotechs schreiben Geschichte: Investoren entdecken neue, brandheiße Wetten

Nach zwei spektakulären Forschungsdurchbrüchen herrscht Action im amerikanischen Biotechnologiegeschehen. Der Sektor beginnt eine neue Phase seiner schillernden Existenz.

Die Amerikanische Gesellschaft für Klinische Onkologie (American Society of Clinical Oncology, oder kurz ASCO) lud vor wenigen Tagen zur größten Veranstaltung seiner Art. Rund 25.000 Krebsforscher aus der ganzen Welt trafen sich vom 12. bis 16. Mai in San Francisco und besprachen die neuesten Ansätze der Branche im Kampf gegen die Menschheitsgeißel Krebs. In den US-Börsenmedien wurde die Veranstaltung schon im Vorfeld zu einem der Top-Themen. Das Treffen fiel in eine Zeit, in der der amerikanische Biotech-Sektor nach rund fünfmonatiger Baisse ein Comeback versucht. Die Aktien der Branche haben mittlerweile wieder ein halbwegs vernünftiges Bewertungsniveau erreicht. Das Handelsblatt zitierte vor einigen Wochen sogar schon Fachleute, die von einer überzogenen Korrektur nach unten durch die Märkte sprachen.

In den USA wird erwartet, dass nun die großen Pharma- und Biotechkonzerne zum Einkauf ausrücken. Dabei werden sie kleine Firmen mit interessanten Portfolios kaufen und diese Portfolios dann zur Marktreife durchfinanzieren. Ein erfolgreiches Beispiel findet man im Zusammenhang mit der „CAMPATH“-Story. Millennium Pharmaceuticals kaufte sich 1999 das Unternehmen Leukosite, das gemeinsam mit Ilex Oncology in einem Joint Venture „CAMPATH“ entwickelte. Angesichts des Durchbruchs des Präparates vor wenigen Tagen wohl ein gelungener Coup, denn nun wird Millennium an diesem Einkauf kräftig verdienen können. Doch auch der Krebsspezialist Ilex Oncology, dessen Aktienkurs seit einem Jahr recht schwankend seitwärts verläuft, könnte sich trotz seines gerade bekannt gegebenen Aufstiegs in den AMEX Biotech Index bald unter den Übernahmekandidaten finden.

Den vollständigen Bericht gibts unter:
http://www.finanznachrichten.de/bericht....=222781 (http://www.finanznachrichten.de/berichte/news.asp?s=berichte&id=222781)

jo
17.06.2001, 01:14
Hallo Andreas

Ob Biotechnologie oder Gentechnogie toll und gut ist weis ich genau so wenig wie bei den Pharmakonzernen. Da gibt es eine menge Moralisch nach Denk lichtes, bei einer Investition in ein solches Unternehmen leuchtet mir nicht ein warum ich Unterschitliche Maßstäbe anlegen sollte. Also zu nächst ein mal 5 bis 7 Jahre Wachstum und dann sehen wir mal weiter.

Gruß

Johannes

jo
04.09.2001, 20:42
Interesante Biotech Seite

http://www.biotech-world.de

Jovel
05.09.2001, 08:51
Hallo Jo,
wirklich interessante Seite, danke.
Nach den Value-Kriterien betrachtet, besonders "messbare Qualitätskriterien", zeigen Amgen und Biogen hervorragende Unternehmenszahlen, die kaum ein Unternehmen weltweit erreicht. Allerdings haben beide auch ihren Preis und sind von daher gute Haltepositionen.
Ansonsten ist die Biotechnologie eine der am schwersten zu beurteilnden Branchen. Liest man das ein oder andere Interview von Forschern in diesem Bereich, kann man das am besten zusammenfassen, dass man noch nicht sehr viel weiß. Trotz der Entschlüsselung von Gensequenzen, mehr oder weniger genau, ist die Frage der Zusammenarbeit von Gennen noch unklarer geworden. Ein Forscher sagte kürzlich, man wisse auch nicht mehr, was ein Embryo sei.
Welche lukrativen Anwendungen sich durchsetzten ist reine Spekulation. Aber spannende Spekulation.

jo
06.09.2001, 22:27
Hallo Wolfgang

Unter Value Kriterien sind Bio tech Firmen kaum zu beurteilen.

Amgen macht über 90% seines Umsatzes mit zwei Medikamenten zwar haben sie Weitere Krebs- und Prostatmittel in der Pepeline , doch gerichtliche Streit fälle um Patente könnten die Gewinne Aussichten schmälern.

Bei Biogen Sieht es enlich aus Zwar haben sie ein top Medirament aber dahinter nur z. B. eins gegen Schuppenflechte in *Phase 2

In Phase 1 Zulassung wahrscheinlichkeit liegt bei 20%
In Phase 2 Zulassung wahrscheinlichkeit liegt bei 40%
In Phase 3 Zulassung wahrscheinlichkeit liegt bei 80%
Registrierung bei den Behörden *wahrscheinlichkeit liegt bei 90%

Grüße

Johannes

JuliaPapa
07.09.2001, 10:53
Ich finde, daß die Biotechnologie-Branche eigentlich keine "Value-Branche" ist. Viele Unternehmen machen noch Verlust, und die KGV's sind (oder waren?) sehr hoch. Also nicht wirklich das, was echte Value-Investoren suchen.

Die Zukunftsaussichten für die Branche sind sicherlich sehr gut. Aber gerade in diesem Bereich erinnere ich mich an Buffetts Aussage, er kaufe nur Firmen, deren Geschäft er verstehe. Ich weiß nämlich nicht, woran die Leute von Firma X gerade forschen. Ist das nun genau DAS Medikament, auf das die Welt wartet? Oder hat Firma Y etwas besseres in der Pipeline? Nicht umsonst beschäftigen Investment-Firmen für ihre Pharma-Fonds Ärzte.

Im Bereich Biotechnologie würde ich nur Fonds kaufen. Man hat gerade bei Bayer gesehen, wie schnell es nach unten geht, wenn nur ein Top-Medikament versagt.

Eine Alternative sind Generika-Hersteller. Diese haben das Risiko der Forschung nicht (oder fast nicht). Meine Lieblings-Aktie aus diesem Bereich, nämlich STADA, ist schon lange in menem Depot.

Dieter
07.09.2001, 17:29
Hallo JuliaPapa,

Du hast schon recht, dass sowohl MLP als auch die Biotechbranche nicht unbedingt als reines Valueinvestment a la Buffett zu sehen ist.

Aber dann würde ich es auch auf die Pharmabranche ausdehnen und und und, denn wer kann schon sagen, ob die Medikamente, die sich derzeit in deren Pipeline befinden auch wirklich jemals eine Zulassung erhalten und ob das Produkt der Konkurrenz möglicherweise wirkungsvoller ist.

Gut, wir sind und werden vermutlich keine kleinen Buffett's werden.
Aber aus meiner Sicht es macht Sinn, Unternehmen wie Amgen und Biogen, die beide schon seit langem profitabel arbeiten, entsprechend der Value-Analyse zu bewerten. Gleiches gilt auch für MLP, nur hast Du ja schon festgestellt, dass die maßlos überteuert sind. O.K., aber für die Watchlist ist es doch ganz in Ordnung oder?

Du hast Stada erwähnt, könntest Du zu diesem Unternehmen etwas mehr sagen und hast Du es mal mit Watson verglichen, die 50% ihres Umsatzes mit Generika erwirtschaften und die andere Hälfte mit eigenen Produkten.

Viele Grüße

Dieter

jo
09.09.2001, 14:58
Warum in Biotechnologie-Werte investieren ?
Biotechnologie ist die Anwendung und Verwendung von biologischen Prozessen und Organismen für die Entwicklung und Herstellung von Medikamentensowie Therapeutika und Umweltprodukten. Seit 1970 erzielen Wissenschaftler beeindruckende Erfolge in der Veränderung genetischen Materials. Diese Fortschritte erlauben die Herstellung neuer Produkte für die Humanmedizin und die Agrarwirtschaft sowie die Massenproduktion von Substanzen, die die Natur in nur geringen Mengen liefern kann.

Margen
Anders als noch zu Beginn der Neunziger Jahre verfügen große *Biotech-Unternehmen heute über mehrere Produktlinien und profitieren von hohen Mittelzuflüssen und Tantiemen aus Lizenzen und Patenten. Mit rund 70% weisen sie eine wesentlich höhere durchschnittliche Gewinnmarge aus als klassische Pharma-Unternehmen.

Verbesserung der Produkt-Pipeline
Immer mehr Produkte gelangen in den Markt und generieren Cashflow für die Unternehmen. In den nächsten Jahren wird eine ganze Reihe von Produkteinführungen erwartet, die dem Biotechnologie-Sektor zusätzlich Auftrieb geben dürften. Um diese Entwicklung zuillustrieren: Während die US-amerikanische Pharmaindustrie im Februar 2000 für jede Milliarde US-Dollar Marktkapitalisierung durchschnittlich über ca. 0,3 Produkte in der Pipeline verfügte, betrug diese Zahl für die US-Biotechnologie in etwa das Dreifache.

Kooperationen zwischen Biotechnologie- und Pharma- Unternehmen
Pharma- Unternehmen sind häufig mit auslaufenden Patenten, wenigen Produkten in der Pipeline und aufgrund des verstärkten Aufkommens konkurrierender Generika mit schrumpfenden Margen konfrontiert. Folglichsuchen sie die Kooperation mit Biotechnologie-Unternehmen, denen sie Tantiemen für Produktentwicklungen zahlen. Dieser Trend dürfte sich in Zukunft noch verstärken – und den Biotech-Unternehmen steigende Erträge und Cashflows bescheren.

Demographische Entwicklung
Die steigende Lebenserwartung und die abnehmenden Geburtenraten in den Industrieländern lässt den Anteil der Älteren in der Bevölkerung, der Medikamente nachfragt, überproportionalanwachsen. Das gibt der Biotechnologie-Branche mit ihren Produktentwicklungsfähigkeiten zusätzliche Impulse.


Grüße

Johannes

JuliaPapa
09.09.2001, 21:07
Hallo, Dieter,

Stada ist ein Generika-Hersteller. Der 2000er Umsatz lag knapp unter 1 Mrd. DM. Den Großteil des Umsatzes machen Generika aus, aber Stada vertreibt auch eigene Medikamente (weltbekannt dabei Grippostad C, das mir immer bei Erkältungen hilft). Kooperationen bestehen mit Biotechnologie-Firmen, um auch in diesem Bereich Generika anzubieten.

Die Aktie ist in den letzten Monaten stark gekommen, in den letzten Tagen aber etwas gefallen. Kein Wunder bei dem Crash.

Phantasie (eigentlich ein Wort, das ein Value-Investor nicht kennen sollte) ergeben sich aus dem Umtausch der Vorzüge in Stämme und aus der Finanzsituation der Krankenkassen.

Das KGV liegt bei rund 20. Damit ist die Aktie nicht mehr wirklich billig, aber die Gesellschaft wächst seit langem mit zweistelligen Werten bei Ertrag und Umsatz und ist in jedem Fall mal einen Blick wert.

Den von Dir genannten Wert kenne ich nicht. Bei meinen Recherchen (boah, hört sich das gut an) konzentriere ich mich auf deutsche Werte, weil man da einfacher an die Zahlen kommt. Den USA-Markt überlasse ich Fonds. Dort werde ich demnächst einen Sparplan starten.

Gruß,

Julia-Papa

Dieter
10.09.2001, 11:28
Hallo JuliaPapa,

vielen Dank für Deine Stellungnahme zu Stada.

Bei mir ist es genau umgekehrt, ich konzentriere mich auf US Unternehmen, weil ich da viel einfacher an alle Daten komme, z.B. SEC, Market Guide, Quicken und kostenpflichtig Valueline (die 30 DOW Werte sind kostenlos).

Viele Grüße

Dieter

Volker Gelfarth
10.09.2001, 16:46
Hallo Julia Papa,

mir geht es wie Dieter.

Zu fast allen US-Unternehmen bekommt man fast alle Zahlen. Bei den Europäern oder deutschen Unternehmen ist es viel schwieriger. Besonders Zahlenmaterial über einen längeren Zeitraum, wie in unserer Datenbank, ist fast unmöglich zu bekommen

Vielleicht hast Du Quellen die wir noch nicht kennen. Wo bekommst Du Dein Zahlenmaterial her?

herzliche Grüße

Volker

JuliaPapa
10.09.2001, 21:30
Hallo, Volker,

ich informiere mich über die Geschäftsberichte der Unternehmen. Die kann man sich entweder per Post zuschicken lassen (trotz Internet immer noch mein Favorit), was die meisten Unternehmen auch innerhalb einer Woche erledigen. Ansonsten arbeite ich in einer Bank in der Wertpapier-Abteilung. Dort haben wir fast alle Geschäftsberichte vorrätig. Und sonst geht halt das Runterladen immer noch.

Einige Unternehmen bringen die wichtigsten Zahlen der letzten 10 Jahre im Bericht, so daß man auch eine längere Übersicht bekommt. Ansonsten konzentriere ich mich eher auf aktuelle Zahlen (bin halt noch nicht so lange als Value-Investor dabei).

Über www.aktiencheck.de kann man sich Analysen zu den Unternehmen angucken. Natürlich weiß ich auch, daß Analysten nicht die Weisheit mit Löffeln gefressen haben, aber Ideen oder Hinweise kann man immer mal bekommen.

Eine regelrechte Homepage oder Datenbank mit Zahlen über deutsche Unternehmen kenne ich allerdings auch nicht.

Schönen Abend noch,

JuliaPapa

kurt kiermaier
11.09.2001, 09:06
Hallo Juliapapa,

da auch mir der Bereich Biotech unter Value-Gesichtspunkten zu heiß
ist (mit Ausnahme Amgen) habe ich mir mal entsprechende Fonds
betrachtet. Da ich auch bei Fonds nach Qualität suche, kamen nur
solche in Betracht, die über einen 5-Jahreszeitraum gute Ergebnisse
lieferten. Die beiden Top-Fonds waren der Pictet GSBIOTECH P(988 562)
und der Pharma/wHealth (973039) die eine Wertentwicklung von 32,7
bzw 28,5% in 5 Jahren zeigten. Meine Wahl wäre der Pharma, da er
aufgrund seiner Anlagestrategie mit einem wesentlich geringeren
Risiko ähnlich gute Werte erbrachte.
Viele Grüße
Kurt

jo
02.10.2001, 19:43
Hallo


Zur Bewertung von Biotech Unternehmen habe ich einen Interessanten Artikel in der biotech-world.de gelesen

Nur mit dem Verfahren Mittels Realoptionen kann ich nichts anfangen vielleicht kann mir das mal jemand erklären

Grüß

Johannes





Die richtige Bewertung

Wer sein Geld in Biotechnologie-Aktien investiert, kommt nicht umhin vor jeder Kaufentscheidung
eine Bewertung des jeweiligen Unternehmens aus finanztechnischer Sicht vorzunehmen. Im
Gegensatz zu anderen Branchen ist die Bewertung von Biotechnologie-Unternehmen allerdings
äußerst komplex. Kennzeichnet doch die Biotechnologie lange Entwicklungsphasen, in denen
vielfach keine Umsätze und Gewinne erzielt werden. Stattdessen sind es "innere Werte" wie Patente
und der Vorsprung in gewissen wissenschaftlichen Bereichen, die den Wert eines Unternehmens
ausmachen. Diese besonderen Umstände erschweren die Bewertung enorm. Besonders für den
Privatanleger ist es ohne eine entsprechende wissenschaftliche Vorbildung fast unmöglich, den Grad
des wissenschaftlichen Know-hows eines Unternehmens einzuordnen bzw. zu verstehen. Zudem ist
der Rechercheaufwand bei jeder einzelnen Bewertung enorm.
Dennoch gibt es einige Möglichkeiten, den Wert eines Biotech-Unternehmens zu ermitteln. Hilfreich
ist in der Regel ein "Methoden-Mix" unter Berücksichtigung der Marktentwicklung.
Eine Möglichkeit stellen die quantitativen Bewertungsmethoden (DCF-Verfahren und Peer-Group-Vergleiche)
dar. Die Discount-Cash-Methode basiert auf der Annahme, dass der Wert eines
Unternehmens direkt aus dem durch dieses Unternehmen generierten Cash Flow abgeleitet werden
kann. Es werden hierbei die Zeitpunkte und die Quellen der Zahlungsströme (Risiken) unterschieden
und durch Abzinsungsfaktoren bewertet. Die DCF-Methode erfolgt in drei Schritten, wobei
nachfolgende Werte vorliegen müssen: a) der erwartete freie Cash Flow eines Unternehmens
innerhalb eines abgeschlossenen Zeithorizonts; b) der Wert eines Unternehmens am Ende dieses
Betrachtungshorizonts; c) der entsprechende Abzinsungsfaktor. Die Nachteile des DCF-Verfahrens
sind, dass zukünftige Zahlungsüberschüsse geschätzt werden müssen und dass die Wahl des
Diskontierungssatzes dem Kalkulator eine erheblichen Ermessensspielraum lässt. Je nachdem
welchen Satz man prognostiziert, kommt man zu stark abweichenden Ergebnissen. und ein hoher
Anteil des Unternehmenswertes resultiert aus dem Residualwert. Zudem ist der Ansatz ist kaum in
der Lage, die dynamische Situation von Biotech-Unternehmen abzubilden.
Eine andere Möglichkeit bietet die noch junge Methode der Unternehmensbewertung mittels
Realoptionen. Real Optionen erschließen sich, wenn durch eine erste Investitionen das Recht, jedoch
nicht die Pflicht geschaffen wird, zu einem zukünftigen Zeitpunkt mittels einer Anschlussinvestition
neue vom Betrachtungszeitpunkt aus jedoch noch weitgehend ungewisse Cash Flows zu erschließen.
Im Real Option Approach ist der Realoptionswert dem Unternehmenswert (z.B. auf Basis abgezinster
Cash-Flows) hinzuzurechnen. Hierbei beschreibt der Realoptionswert die Wertpotentiale, die sich aus
der Anpassung der Handlungsstrategien an nicht antizipierbare Veränderungen der wirtschaftlichen
Umwelt ergeben. Der ReOpt-Approach erlaubt es somit, die Handlungsflexibilität des Managements
quantitativ zu erfassen. Probleme ergeben sich jedoch bei der längerfristigen Quantifizierungen
dieser Managemententscheidungen. Die Anwendung der Realoptionsmethode in der Biotech-Branche
wird durch eine Reihe von industriespezifischen Charakteristika erschwert und die Aussagekraft des
Bewertungsergebnisses dadurch eingeschränkt. Der Investitionserfolg wird zum einen durch eine
Vielzahl von technischen, regulatorischen und ökonomischen Unsicherheitsfaktoren beeinflusst,
deren explizite Abbildung die Komplexität des Optionsbewertungsverfahrens erheblich erhöhen kann.
In diesem Zusammenhang kann sich auch die mangelnde Verfügbarkeit finanzwirtschaftlicher
Managementkompetenz als entscheidender Engpass erweisen. Die optimale Ausübung und die
Laufzeit der projektinhärenten Optionsrechte wird zum anderen durch das Wettbewerbsumfeld
beeinflusst. Die strategische Interdependenz im Rahmen von so genannten Patentwettläufen kann
zwar spieltheoretisch modelliert werden, deren Akzeptanz ist jedoch bei Marktteilnehmern
(Kapitalgeber, Finanzanalysten) nur sehr eingeschränkt gegeben..Interessant ist für den sich gut vorbereitenden Anleger auch die Betrachtung der Cash Burn Rate.
Hiermit ermittelt man, wie lange ein defizitär arbeitendes Unternehmen, d.h. mit operativ negativem
Netto-cashflow, mit den zur Verfügung stehenden liquiden Mitteln überleben kann. Hier kann man
wie folgt vorgehen: Zunächst ermittelt man also die liquiden Mittel, indem man aus der Bilanz
(Balance Sheet) des Unternehmens die Position "cash und cash equivalents" entnimmt , was der
Position "Flüssige Mittel" entspricht. Hinzunehmen sollte man noch die Positionen" Short Term
Investments" bzw. "Marketable Securities." , was der Position "kurzfristige marktfähige Wertpapiere"
entspricht. Diese Positionen weisen eine hohe Geldnähe auf, d.h. sie sind relativ schnell und leicht
liquidisierbar. Die Addition der Positionen führt zum (1)gesamten cash-Bestand des Unternehmens.)
Jetzt muss der Anleger noch den negativen Netto-cashflow ermitteln. Hierzu geht man in das cash
Flow Statement (Kapitalflußrechnung), das jeder Abschluß nach US-Gaap enthalten muß. Von der
Position Netto-Cashflow (Net cash provided by operating activities ) subtrahiert man die
Sachinvestitionen (Capital Expenditures) und gelangt dann zum für die Berechnung wichtigen (2)
endgültigen Netto cash Flow. Dann muss man nur noch den gesamten cash Bestand (1) durch den
endgültigen Netto-cashflow (2)dividieren und erhält die rechnerische Überlebensdauer des
Unternehmens in Jahren. Natürlich bedeutet eine niedrige cash burn rate nicht zwangsläufig eine
nahende Illiquidität. Es besteht zum einen die Möglichkeit freie Kreditlinien auszuschöpfen oder
zusätzliche Kreditmittel in Anspruch zu nehmen. Ebenso kann sich das Unternehmen durch
Kapitalerhöhungen fresh money am Kapitalmarkt beschaffen. Bei diesen weiteren Möglichkeiten
muss jedoch beachtet werden, dass externe Kapitalgeber nur in begrenztem Maße bereit sind,
einem verlustreichen Unternehmen mit immer neuen Mitteln zur Verfügung zu stehen. Die Ermittlung
der cash Burn Rate ist somit ein wichtiges Untersuchungsinstrument sowohl absolut als auch relativ
zur Branche.
Eine weitere interessante, weil einfach zu handhabende, Berechnung ist das Price Earnings to
Growth-Verfahren. Diese Methode ist nur sinnvoll anwendbar bei Unternehmen, die bereits den
break-even geschafft haben, wovon es bei den Big-Playern der Biotechnologiebranche inzwischen mit
zunehmender Tendenz einige Unternehmen gibt. Man setzt dabei das KGV ins Verhältnis zur
jährlichen Gewinnsteigerung. Ist der errechnete Wert gleich 1 ist das Unternehmen absolut fair
bewertet. Ist der Wert kleiner 1 ist das Unternehmen als "günstig" einzuschätzen und bei einem Wert
über 1 "zu teuer". Natürlich kann auch diese Berechnung nur einen Anhaltspunkt liefern, wobei die
Anwendung zum direkten Vergleich von Biotechnologieunternehmen durchaus sinnvoll erscheint, da
alle Biotechnologieunternehmen absolut ein Verhältnis deutlich über 1 aufweisen und man somit
nach der Modelltheorie nicht investieren dürfte.
Ebenfalls möglich ist die Bewertung über die qualitativen Faktoren, sprich über eine Einschätzung
der Technologie oder der R & D-Pipeline, des Geschäftsmodells, des Marktpotenzials sowie der
Wettbewerbs- und Patentsituation, um dann Rahmen einer SWOT-Analyse die
unternehmensspezifische Prämie (Abschlag) zu ermitteln. Gleichzeitig sollten Biotech-Investoren
auch auf quantitative Fundamentaldaten wie die Ebitda-Multiples und den Break-even-Zeitpunkt
achten. Bei Unternehmens-Bilanzen ist jedoch zu berücksichtigen, dass sie immer nur relative
Wahrheiten bieten und letztlich nur eine Vergangenheitsbetrachtung darstellen. Ähnlich ist es mit der
Einschätzung der Liquiditätssituation eines Unternehmens. Hier reicht es keinesfalls aus, anhand der
Bilanz eine statische Analyse vorzunehmen, sondern es wäre eine dynamische Liquiditätsbetrachtung
anhand von Liquiditätsplänen vorzunehmen. Leider ist die Publizität derartiger Analyseinstrumente
stark eingeschränkt.
Wichtigster qualitativer Faktor eines Biotech-Unternehmens ist und bleibt natürlich die
Produktpipeline. Folgende Beurteilungskriterien ermöglichen eine authentische Einschätzung:
Entscheidend ist nicht nur die Frage um welches Arzneimittel es sich handelt, sprich wie groß das zu
erwartende Verkaufsvolumen sein könnte, sondern mindestens so wichtig ist der tatsächliche Stand
der Präparat-Entwicklung. Ersteres lässt sich sicherlich dadurch einschätzen, wie weit verbreitet die
zu bekämpfende Krankheit ist, bzw. wie groß der potenzielle Patientenkreis ist. Was die Entwicklung
angeht, ist in der Biotechnologie immer zu berücksichtigen, dass ein Produkt bis zur Vermarktung
mindestens 8-10 Jahre benötigt. Je weiter also die klinische Erprobung fortgeschritten ist, desto
schneller ist natürlich mit erheblichen Gewinnzuwächsen durch die Nähe des Zulassungszeitpunktes
zu rechnen. Allerdings steigt auch proportional Nun das Risiko des Scheiterns.
An dieser Stelle sollte aber auch nicht unerwähnt bleiben, dass in der Regel nur etwa eine Substanz
von ca. 50 aus der Optimierungsphase die Marktreife erzielt. Während in Phase I die
Wahrscheinlichkeit der Zulassung bei 20% liegt, steigt die Wahrscheinlichkeit in Phase III auf
immerhin 80%. Der Anleger minimiert also sein Risiko, wenn er in Unternehmen investiert, die
bereits mehrere Produkte in der klinischen Phase III haben bzw. zur Vorlage bei der FDA angemeldet
sind. Risiken auf der anderen Seite maximieren sich natürlich immer bei Investitionen in Ein-Produkt-
Firmen. Ein gutes Indiz für ein erfolgreiches Investment kann in manchen Fällen auch die
Kooperationen mit grossen Pharmafirmen darstellen. In aller Regel ist aus diesem strategischen
Kooperationen das Interesse der Big-Player am zu entwickelnden Produkt abzulesen. Das ist immer
dann besonders hoch, wenn es sich bei dem in der Entwicklung befindlichen Produkten um ein
Arzneimittel handelt, das einen großen Absatz (Blockbuster) verspricht.
Grundsätzlich gilt: Jedes Investment im Biotech-Bereich ist stets mit einem hohen Risiko verbunden.
Wer sich aber für eine oder mehrere dieser Bewertungsmethoden entscheidet, minimiert sein Risiko
mit Sicherheit um ein Vielfaches.

Fabule
03.10.2001, 14:56
Hallo, zusammen!

Wer sich in der Bewertung von Biotechnologieunternehmen nicht sicher genug fühlt und in diesem Bereich lieber auf einen Fonds setzen möchte, den möchte ich an dieser Stelle auf ein Index-Zertifikat aufmerksam machen.

Es handelt sich dabei um das von ABN Amro emittierte AMEX-Biotechtechnology Open End Zertifikat (WKN 610 670). Dieser AMEX-Biotechnology-Index enthielt Anfang des Jahres die folgenden Unternehmen: Amgen, Bio-Technology General, Biogen, Celera Genomics, Cephalon, Chiron, COR Therapeutics, Genzyme, Gilead Sciences, Human Genome Sciences, IDEC Pharmaceuticals, Immunex, Millenium Pharmaceuticals, Organogenesis, Protein Design Labs, Vertex Pharmaceuticals und hat über einen Zeitraum von 5 Jahren alle Fonds in seiner Wertentwicklung geschlagen.

Eine meines Erachtens zumindest überlegenswerte Alternative ...

MfG

Fabule

drWHO
02.11.2001, 09:45
Natürlich lässt sich Biotechnologie nicht mit Value-Strategien erfassen. Wichtiger ist hier die Einschätzung der Produktpipline in Verbindung mit den vorhandenen Kooperationen und den Cashbeständen ( einfachste Weg für Anfänger!). Da der Bereich hochvolatil ist sollte nach charttechnischen Gesichtspunkten vorgegangen werden!
Häufig reagiert der Markt bei Zulassungsverzögerungen durch die FDA über, was zB zu guten Einstiegen führen kann. ( s. Scios oder Impath)
Auch können Gewinnwarnungen zu ersten Invests führen. Bestes Beispiel zB Affymetrix, der grösste Gen-Chiphersteller der Welt. ( wer die Fa, kannte , die Story durchschaute die hinter der Warnung stand, konnte nur kaufen, lachen und abwarten, um nun zu den Gewinnern zu gehören!)
Das System heisst also warten und lauern!

Immer wierder ergeben sich Einstiege die so relativ risikolos mit enomem Erfolg getätigt werden können. S. Cell Genesys mit , vor 4 Mon. noch einer Marktkap. von &#36 600 mio und einem Cashbestand von &#36 850 mio. Ein wahres Schnäppchen also. Selbst am NM fand man solche Gelegenheiten als zB Medigene ( von denen ich nicht sehr viel halte) bei €8 eine Marktkap, hatte, die vom Cashbestand glatt in den Schatten gestellt wurde. Nicht ohne Grund kam es nach diesem ungesunden Verhältnis zur Explosion.

Da Biotechnologie zu den herausragenden Techniken dieses mind. Jahrzehnts gehören wird ist eine Investition in der Regel für langfristig orientierte Anleger ziemlich risikolos. Wer sich NICHT in Fa, der 2ten Reihe traut sollte in der Tat einen Fond wählen. Ich empfehle hier den Sal. Oppenhaim Healthc@re, der selbst in diesem Jahr mit guter Performance glänzt. Die Manager beraten übrigens auch den Apo Lacuna.
Von Zertifikaten halte ich eher nichts, da die Gewichtung von zB Amgen so gross oist, dass sich im Vergleich ein Kauf von Amgen, Chiron, Genentech genauso lohnen würde !!!

Zu Stada.
Sicherlich in D'land ein gutes Unternehmen. Hinter dieser AG steht die deutsche Apothekerschaft, was schon den Stellenwert gerade des Generikaunternehmens in der heutigen Situation des Gesundheitswesens in D#land ausdrückt.Durch neue Gesetze ist der Apotheke ab 2002 für die Auswahl des Generikums in Bezug auf Preis und Bioverfügbarkeit verantwortlich und wird sicherlich ein 'Standesunternehmen' wählen, :D
Für mich also sicher ein Langfistinvest.
Anders sehe ich allerdings Invests in Ami-Generika-Fa. Dr.Schneider ( CEO Bayer) sagte kürzlich, dass in 5 Jahren etwa 45% aller Arzneimittel biotechnologisch hergestellt werdden, in 10 Jahren 95%. Wer die Situation in der Gentechnik kennt, weiss, dass es nicht einfach sein dürfte diese Produkte zu kopieren, bedingt durch Verfahren, die ihrerseits patentrechtlich geschützt sind und länger als zB 8 Jahre laufen. Soll heissen zB AVVs ( Genfähren) sind schwer zu kopieren, was die Generikafa. langfristig unter Druck bringen könnte !! Die Zeit des Glibenclamids, Metoprolols und zB Alölopurinols sind dann gezählt !!!!

Gruss drWHO ( Biotech-World.de)

drWHO
02.11.2001, 09:59
p.s. zu Stada

Bei der Stada handelt es sich natürlich NICHT um ein Biotechunternehmen, auch wenn kürzlich eine Biotech-Klitsche gekauft würde. Neben erwähntem Grippostad gibt es eine ganze Reihe OTC-Präparate die vertrieben werden. Selbst der Kosmetik-Sektor wird tangiert. ( Ladival) Hauptgeschäftsbereich sind jedoch verstärkt Generika !

Gruss

jo
04.11.2001, 20:36
Hallo WOH

Zu nächst eure Bio Tech Seite ist für mich die beste im Netz keine Frage. Aber mit Großen............................... Abstand.

Ja Bio tech aber Wurm ich denke es wir Unternehmen geben mit 40 ober mehr Wachstum. Aber auch mit 0 oder weniger wen ich also im Durchritt ich sag mal 20% erreiche gut. Aber dann kann ich auch in ein Top Unternehmen im DOW Investieren das auch 20% Steigerung erwirtschaftet.

Wen ich ein Unternehmen unterhalb des Buch wertes kaufe kann mir ja so gut wie nichts Passieren ich behalte ja zu mindestens mein Geld

Wer sicherlich auch mal Interessant im Chart oder , dar ihr ja aus Herne Stammt auch Direkt zu Diskutieren. Meine Entladung nach RE steht.

Grüße

Johannes

drWHO
05.11.2001, 22:43
noch eine kleine Anmerkung zu Stada !

Auch die Fa. AL ( Generikahersteller) ist eine Tochter der Stada ! :D

Gruss

Volker Gelfarth
06.11.2001, 06:23
Hallo Dr. Who,

herzlich willkommen bei Value-Analyse.

Wir Danken Ihnen und dem Biotech-World.de - Team für fundierte Beiträge und hoffen auf anregende Diskussionen.

MfG

Volker

drWHO
06.11.2001, 23:54
Danke Volker,

zu Fragen zum Thema Biotechnologie- und Pharma-Aktien stehe ich hier gern zur Verfügung !
Dies gilt natürlich auch für Fragen zu Funktionsweisen von Produktpipelines und Hntergründen.
Ich muss jedoch gestehen, dass Value-Analyse weniger mein Analysenansatz ist. ( verständlicherweise)

Gruss drWHO

Volker Gelfarth
08.11.2001, 17:36
Hallo Dr. Who,

vielen Dank für die Bereitschaft - ich freue mich sehr auf die Beiträge, denn die Biotechnologie ist ein sehr spannendes Thema.

"Ich muss jedoch gestehen, dass Value-Analyse weniger mein Analysenansatz ist. (verständlicherweise) "

Warum verständlicherweise??

Die erfolgreichsten Investoren sind doch NUR SO zu Ihrem Reichtum gekommen!?

Man kann sicher über bestimmte Qualitätskriterien oder Bewertungsmerkmale diskutieren, aber insgesamt betrachtet ist der Value-Ansatz eines Buffett's, Graham, etc. der erfolgreichste Investmentansatz überhaupt.

Vielleicht können wir dazu beitragen, dass die fundamentale Value-Betrachtung auch ein wenig Ihr Ansatz wird. Es ist sicherlich ein komplexes Thema, aber es lohnt sich! ( persönlich wie materiell)


herzliche Grüße

Volker Gelfarth

drWHO
11.11.2001, 11:09
Hallo Volker,


"Ich muss jedoch gestehen, dass Value-Analyse weniger mein Analysenansatz ist. (verständlicherweise) "
Warum verständlicherweise??

Antwort:
Da die meisten Biotechnologiewerte halt noch 'net loss' produzieren dürfte es schwierg sein sie mit Value-Analysen zu durchleuchten!

Die erfolgreichsten Investoren sind doch NUR SO zu Ihrem Reichtum gekommen!?

Antwort:
Diese Äusserungen lassen mich immer etwas erschaudern!
Trotzdem ich mich bereits seit 20 Jahren mit Aktien beschäftige ( mein erster Wert war Conti-Gas) bin ich sicherlich nicht 'so' zu Reichtum gekommen. Ich glaube auch, dass man auf diese Art NICHT hoffen sollte 'zu Reichtum'zu kommen, denn es fehlt den meisten besonders sowohl das nicht unerhebliche Grundkapital als auch , und das vergessen alle,das GLÜCK, dass zB die Buffets und Grahams und besonders die Kostolanys hatten. Ich warne deshalb davor, sich in dieser Form 'Luftschlösser' bauen zu wollen. Auch vom Clondyke kehrten nur die reich zurück, denen die Bars gehörten und die bereits mit materiellem Rückhalt aufbrachen!!!!!!!
Taktiken an der Boerse lassen sich sicherlich optimieren ( s. auch Value-Analyse) aber ich denke , das wichtigste ist die richtige Nase und noch wichtiger die richtige fundierte Einschätzung , bei der durch erhebliches Kapital im Hintergrund , ein ggf. entstehender Verlust immer wieder minimiert werden kann!


Man kann sicher über bestimmte Qualitätskriterien oder Bewertungsmerkmale diskutieren, aber insgesamt betrachtet ist der Value-Ansatz eines Buffett's, Graham, etc. der erfolgreichste Investmentansatz überhaupt.

Antwort:
Dieses mag wohl sein!(s.oben) Ich finde es jedoch spannender in einer aufstebenden Technologie zu versuchen die Biotech-'Microsoft' zu finden.

weiter unten wurde gepostet:
........Aber gerade in diesem Bereich erinnere ich mich an Buffetts Aussage, er kaufe nur Firmen, deren Geschäft er verstehe. Ich weiß nämlich nicht, woran die Leute von Firma X gerade forschen. Ist das nun genau DAS Medikament, auf das die Welt wartet?


Antwort:
Mag sein, aber es gibt sicher Leute die auch Biotechnologie beurteilen können, so wie Buffet auch die Zukunft der Firmen voraussah, die alle für Klitschen hielten. Gleiches galt beim Aufbruch ins Computer- bzw. Internet-zeitalter auch .
H.Thieme erzählte beim Essen ( Anfang 2000) seine Lieblingsstory.:
Es trafen sich 3 Fondmanager um sich über die Entwicklung ihrer Fonds zu unterhalten:
Gut sagte der erste , ich habe in den letzten 8 Jahren eine Performance von 15%/ Jahr gehabt.
Nicht schlecht sagte der zweite. Bei der Internet-Hype schaffte ich es in den letzten 2 Jahren immerhin auf 250%
Hmmmm. sagte der dritte. ich hatte vor 10 Jahren alles Geld in 10 High-Tech-Firmen gesteckt. Leider gingen 9 pleite. ( bedauernde Blicke der andern.) Frage der andern: Was sagten die Anleger dazu? Mit einem Schmunzeln antwortete der dritte : Heute freuen sie sich denn die eine Fa. hat sie allesamt reich gemacht!
Thieme guckte in die Runde in Erwartung der Antwort. Na ????? ....... natürlich Microsoft!

Was will ich damit sagen? Wir befinden uns wieder in einem aufstrebenden Segment, nämlich Biotechnologie.
Im Gegensatz zum Internet, die Luft ( Content) mit Milliarden Cash verbrannten, wird hier Forschung geleistet. Auch hier werden Milliarden verbraucht, jedoch mit dem Ziel Menschen ein gesunderes und längeres Leben zu ermöglichen( Life-science). Die Ansätze sind durch Patente abgesichert und bringen Geld.( Schauen sie sich die Quartalszahlen an) Dem Anleger wird nicht vermeindlich durch 'schickymicky knalli-bunti' etwas vorgegaukelt , was schnell von Grösseren kopiert und übernommen wird und so die Internet-Content-Unternehmen wie eine Blase platzen liess. Das ist mE bei Biotechs NICHT möglich. Hier wird wahrscheinlich eher aufgekauft und fusioniert. ( s. Aurora oder Curis )

Fazit: Wer heute also in Werte im Biotechnologie-Bereich investiert, möglichst zu Zeiten , wo die Volatilität an der unteren Unterstützung ist, wer dann Stops beachtet, dürfte keine Fehler machen, hat aber die Chance eine der Microsofts zu finden, und legt sein Geld, was wirklich ÜBRIG!! ist spannend an. ( denn wer dieses liest möchte das, sonst würde er sich nicht im Internet mit Boerse beschäftigen, sondern sich langfristig von der Bank beraten lassen, was sicherlich auch nicht falsch ist)

mfG.

drWHO

jo
11.11.2001, 14:10
Hallo drWOH

lass uns mall kurz Rechnen als Grund kapital nehmen wir mal 100000

Der Erste hätte draus über 400000 gemacht auf 10 Jahren und 15 %.

Der Internet–Hype ist wohl ernsthaft nicht zu berechen aber 250000 währen drin.

Der dritte 200000. !991 hatte MSFT eine Kurs von 3,4 und 2001 von 70 also rund 20 mal sofiel ( 10000*20)

Was einem Zins von rund 7% entspricht. Damit wehre ich nicht zu Frieden

Grüße

Johannes

Dieter
11.11.2001, 16:27
Hallo drWHO,

bevor ich näher auf Dein Posting eingehe; so kann man das einfach nicht im Raum stehen lassen, möchte ich mich vergewissern, ob das tatsächlich Deine ernsthafte Überzeugung ist, was Du da geschrieben hast. Eigentlich kann ich es nicht glauben.

Viele Grüße

Dieter

drWHO
11.11.2001, 17:32
@ Jo

ich denke Heiko Thieme wollte das Beispiel , im weitesten Sinne; als Parabel verstanden wissen.

@Dieter

was meinst Du jetzt? meine Postings sind i.d. Regel immer etwas provokativ, um zu Diskussionen anzuregen. Schlieslich ist das der Sinn auf hochwertigen Foren. Im 'weitesten Sinne' entsprich jedoch das Geschriebene meiner Überzeugung. Bedenke jedoch, dass ich mich AUSSCHLIESSLICH mit Biotechnologie beschäftige!

Volker Gelfarth
11.11.2001, 19:18
Hallo Dr. Who,

Da hast du völlig recht, die meisten Biotech’s lassen sich nach der Value-Analyse nicht beurteilen. Es gibt eine handvoll, aber sicherlich noch sehr wenige. Biotechnologie ist eben im Sinne der klassischen Value-Analyse noch kein Value. Die Frage im *Untertitel zu diesem Thema heißt ganz bewusst: „Value von morgen oder die nächste Blase?“

Du triffst den Nagel auf den Kopf, wenn Du von den richtigen fundierten Einschätzungen sprichst. Genau um diese fundamentalen Entscheidungen geht es uns auch.

Kostolany sehe ich nicht unbedingt in Verbindung mit Value, Buffett oder gar Graham. Sosehr ich *Kostolany schätze, eine nachvollziehbare Strategie habe ich bei ihm nicht erkennen können. Ich weiß auch nicht welche Ergebnisse er letztlich erzielt hat, darüber habe ich nirgends eine Auskunft bekommen.

Langfristiger Aktienerfolg hat nicht unbedingt etwas mit einem hohen Grundkapital zu tun. Aus meiner Sicht ist ein Anleger bis zu einem gewissen Investvolumen dem Großanleger sogar im Vorteil. *

Glück - das ist so eine Sache, bei einem Zeitraum von nahezu 50 Jahren können es nicht nur Zufälle gewesen sein – und Buffett begann seine Reise mit unwesentlichen Startkapital. Cola, Mc Donalds, Geico, Gillette etc. waren auch zu den Kaufzeitpunkten schon keine kleine Klitschen mehr.

...aber soweit nur am Rande...

„Dieses mag wohl sein!(s.oben) Ich finde es jedoch spannender in einer aufstebenden Technologie zu versuchen die Biotech-'Microsoft' zu finden.“

Dieses Thema ist auch unbestritten sehr spannend. Ich bin auch ein großer Anhänger dieser Branche, denn im Unterschied zu nahezu allen Entwicklungsabschnitten der Vergangenheit geht diese Technologie auf die Grundbedürfnisse der Menschheit ein.

„..... hat aber die Chance eine der Microsofts zu finden, und legt sein Geld, was wirklich ÜBRIG!! ist spannend an.“

Die Frage ist für mich nicht, ob ich einen Teil in Biotechnologie investiere, sondern „wie spannend“ diese einzelnen Investments sein sollten. Hier ist wiederum das Chancen/Risiko Verhältnis enorm wichtig.

“....Mag sein, aber es gibt sicher Leute die auch Biotechnologie beurteilen können, ...“

Ich würde mich jedenfalls sehr freuen, wenn Du einiges zu *meinem Verständnis der Biotechnologie beisteuern würdest. *Fachwissen im Biotechnologiebereich in Verbindung mit einer gewissen *„Value-Analyse“ werden sicherlich zum Erfolg führen.

Eines haben „Value“ im klassischem Sinne und die Biotechnologie gemeinsam. Für alle Investments gilt, und wird auch immer gelten: „Topqualität zu einem günstigen Preis“.

Herzliche Grüße

Volker

Dieter
11.11.2001, 20:03
Hallo drWho,

na jut, wenn es ein klein wenig provokativ gemeint ist, um die Diskussion anzuregen, ok.

Eigentlich finde ich, dass das hier nicht unbedingt nötig ist, aber harren wir der Dinge die da kommen.

Volker's Meinung kann ich mich nur anschließen, aber ich habe bei der Biotechnologie schon den nächsten Schritt im Auge, nämlich die Verknüpfung zwischen Bio- und der Nanotechnolgie.

Gibt es in diesem Bereich bereits irgendwelche Joint Venture oder Zusammenarbeiten oder gemeinsame Forschungen?

Das hat jetzt nichts mit der Valuestrategie zu tun, das ist pures Interesse.

Ich investiere nur noch in Unternehmen die in der Lage sind ihre Gewinne Jahr für Jahr zu steigern, also sowas wie Amgen oder Biogen, um beim Thema zu bleiben.

Sollte es einem Start-up gelingen, die Biotech-Microsoft zu werden, so werden wir das bestimmt irgendwann mal mitkriegen und die ersten 1000% seien Dir gegönnt und bei den nächsten mischen wir dann vielleicht mit, wenn die Gewinne wirklich nachhaltig sind und das Risiko/Chanceverhältnis annehmbar ist.

Also, Du investierst in ein kleines Unternehmen, der Kurs fällt um x% und Dein Stop-Loss greift.
Dann suchst Du das nächste Unternehmen und investierst (100 - X%).
Gesetzt dem Fall Du hast wieder daneben gegriffen und wirst ausgestoppt, dann, ja dann, dann läßt sich leicht ausrechnen, wann die Kohle weg ist, die ja übrig sein sollte, was ja auch sehr vernünftig erscheint.

Das hat doch mit einem systematischen Vermögensaufbau reinweg gar nichts zu tun oder?

Also, wenn es spannend sein soll und auch noch Spaß dabei sein soll, dann mache ich doch ganz was anderes und der Fantasie sind dabei noch nicht einmal Grenzen gesetzt.

Viele Grüße

Dieter

drWHO
11.11.2001, 23:30
Die Frage nach Biotechnologie und Nanotechnik verstehe ich nicht ganz, sodass Du dieses etwas konkreter ausführen solltest. Wenn ich die Frage richtig durchschaue gibt es allerdings schon etliche Gebiete in der ~~ Nanotechnologie eine echte Teilmenge der ~~ Biotechnologie ist. ZB Micro-Arreys! Ist das gemeint???? Andernfalls solltest Du Nanotechnologie , nicht trivial, devinieren, da wie oben beschrieben Nanotechnologie in biotechnologische Verfahren als eigenständiger Bereich eingebunden ist.

drWHO
11.11.2001, 23:39
ein Beispiel, wie bereits beschrieben:



Nano-technology is a new technology concerned specifically with the functionalism and modification of chemical-physical structures on a molecular scale. As a result of the local dimension of a nanometer scale and also through a new type of functionality gained from the targeted arrangement of molecules, a combination of the classical micro-technology with a molecular biological approach is achieved.

Areas of application include innovative test assays for DNA-analysis, biomedical sensors, cell-based assays and new types of biosensors. Surface functionalisms and new types of nano-technological substances for biocompatible materials can also be produced. Furthermore, nano-technology draws on special pharmacological methods which aim to directly affect pharmacological functionality through nano-technological procedures. As a result of this technology, protein synthesis and gene technological modifications can therefore be brought up to date. The combination of pharmacology and nano-technology can be seen especially in combinatorial chemistry and its HTS-screenings. Millions of substances can be synthesized and analyzed in a parallel process in order to effect a cheap and quick pharmaceutical development.

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Microelectrode Arrays for Electrophysiological Research and Drug Development

Multi-channel-recordings with 60 planar substrate-integrated electrodes permit the investigation of system parameters in a natural network of excitable cells. In this project we characterize the spatio-temporal distribution and propagation of bio-electrical signals (field potentials and single-units action potentials) under spontaneous conditions and in response to electrical stimulation, both under control conditions and under the influence of pharmacological substances. Microelectrode arrays (MEA) can be used to non-invasively investigate the electrophysological activity of neuronal tissue and cardiomyocytes in culture.

The aim of this project is to develop and produce systems for recording spike activity and local field potentials in neuronal and cardiac tissue in culture with techniques and processes employed in semiconductor technology. MEAs with 60 substrate-integrated electrodes are fabricated and evaluated for their usefulness in pharmaceutical biotechnology and drug research.

A new technological challenge is the development of a Micro-Electrode-Chip with 3600 light-addressable electrodes. This new design will enable researchers to individually select any 60 out of 3600 electrodes with a spatial resolution of 30 µm. The combination of MEA technology with acute and cultured CNS slices will for the first time allow functional assays over periods of weeks. This approach permits simultaneous stimulation and recording from tissues, studies of signal spreading, activity dependent neuronal differentiation, and drug modulation of neuronal interaction It will be used to characterize substances for the treatment neurological and cardiac diseases as well as for safety pharmacology. Similarly, a model for the development of cardiovascular drugs will be established by combining MEA technology with cardiac myocyte cell cultures differentiating from embryonal stem cells.

The project is a joint venture of several institutes and companies: Natural and Medical Sciences Institute (NMI Reutlingen; MEA production, tissue culture and drug testing, with Bayer AG), University of Freiburg (acute slices and analysis of network dynamics, with Knoll AG), University of Cologne (cardiovascular pharmacology, with Knoll AG), Multichannelsystems Reutlingen (data acquisition hardware and software).

drWHO
12.11.2001, 00:09
hups ...Entschuldigung ich meinte natürlich definieren !!

drWHO
12.11.2001, 00:29
@Dieter
....Also, Du investierst in ein kleines Unternehmen, der Kurs fällt um x% und Dein Stop-Loss greift.
Dann suchst Du das nächste Unternehmen und investierst (100 - X%).
Gesetzt dem Fall Du hast wieder daneben gegriffen und wirst ausgestoppt, dann, ja dann, dann läßt sich leicht ausrechnen, wann die Kohle weg ist, die ja übrig sein sollte, was ja auch sehr vernünftig erscheint.

Antwort:

Ich denke Du unterschätzt die Strategie, da ich sicherlich nicht 'versuchsweise ' mal hier mal da investiere , sondern dieses System nur Sinn hat, wenn man fundamental in der Lage ist Firmen zu beurteilen. Sei versichert, dass ich weniger in Fa. der 3ten Reihe bzw. in IPOs investiere, wenn ich nicht relativ sicher bin, dass der Forschungsbereich zukunftweisend ist.

Dieter
12.11.2001, 20:46
Hi drWho,

ist mir schon klar, dass Du kein Glücksritter bist und Dir fundamental die besten Biotechs aussuchst, keine Frage.

Einigen wir uns darauf, dass Du hoffentlich die Stecknadel im Heuhaufen findest, ich nehm derweil den Heuhaufen.

Vielleicht sollte es nicht erwähnt bleiben, dass mit den absoluten Marktführern Deine Strategie, zumindest bei den Technos in den letzten 1,5 Jahren, auch kläglich versagt hätte.

Cisco, EMC, SUN und wie sie alle heißen, halbiert, geviertelt, gezehntelt um kurz vorm Schlachtfest doch noch die Kurve zu kriegen. Als Ingenieur dachte ich auch, dass ich mich da auskennen würde, aber Pustekuchen, ziemlich weit gefehlt.

Nun sind ja solche Kisten im Vergleich zur Biotechnolgie noch relativ einfach zu beurteilen und da lese ich dann so Sachen wie, die Firma xy hat in dem Bereich 4711 den "First Mover Status" erreicht. Mmh? Investoren lassen die Aktie vielleicht nach oben schnellen, weil sich ja möglicherweise in 10 Jahren ein Gewinn einstellen könnte.

Also, ich finde es ausgesprochen schwierig, da etwas beurteilen zu können.

Gruß

Dieter

Value Analyse
10.12.2001, 10:20
Sonntag 9. Dezember 2001
PERFORMAXX-BIOTECH-KOLUMNE: Kommt jetzt das große Fressen?


"MÜNCHEN (Performaxx) - Dass es in der Biotechnologiebranche eine Konsolidierung gibt, ist schon längst kein Geheimnis mehr. Wann und wie sich diese Marktbereinigung jeweils vollzieht, war bisher jedoch eher unklar. Im Laufe des Jahres hat es zwar einige Kooperationen, Beteiligungen oder Übernahmen sowohl zwischen Biotech und Pharma als auch zwischen einzelnen Biotechs gegeben, von einem Konsolidierungstrend konnte aber nicht gesprochen werden. Ist nun mit dieser Woche die Eröffnungsglocke zum großen Fressen eingeläutet worden?

So verschieden die Gründe für eine Übernahme im Detail auch seien mögen, sie lassen sich zwei Kategorien zuordnen. Zur ersten Kategorie gehört der Pharmakonzern, der in immer kürzeren Abfolgen Medikamente auf den Markt bringen muss und gegen seine auslaufenden Patente, eine gering gefüllte Pipeline und eine starke Konkurrenz zu kämpfen hat. Der Konzern brilliert zwar auf der einen Seite mit einer gut gefüllten Kriegskasse und einer starken Marketing- und Vertriebsmacht, ihm fehlt es aber auf der anderen Seite an der notwendigen Flexibilität und Innovationskraft im Forschungs- und Entwicklungsbereich. Zur zweiten Kategorie gehört das Biotech-Unternehmen, mit einer hoffnungsvollen Produktpipeline und prall gefüllten Portokasse (dem Boomjahr 2000 sei Dank!). Dem Unternehmen fehlt die kritische Masse um am Markt als unabhängiges und erfolgreiches Unternehmen wahrgenommen zu werden. Trotz erfolgreicher Forschung ist mit ersten Produkten - und damit auch Gewinnen- erst in ein paar Jahren zu rechnen.

Die abgelaufene Woche stand ganz im Schatten der zweiten Kategorie, der hungrigen finanzstarken Biotech-Unternehmen. Millennium ist ein Musterbeispiel, wie es schöner nicht sein könnte. Das Unternehmen, eine "Genomics-Company", entwickelt auf Basis einer breiten Technologieplattform patientengruppenspezifische Medikamente als Dienstleistung und in eigener Regie. Millennium wäre von eigenen Produkten und Produktumsätzen noch Jahre entfernt, wenn das Unternehmen nicht schon in der Vergangenheit eine sehr aggressive Wachstumsstrategie an den Tag gelegt hätte. Während der letzten vier Jahre hat Millennium neben unzähligen Kooperationen mit Pharma- und Biotech-Unternehmen, vier Übernahmen abgewickelt. Die erfolgreichste war bisher die Akquisition von Leukosite. Ihr verdankt das Unternehmen das in diesem Jahr zugelassene Leukämieprodukt Campath, als auch den großen Hoffnungsträger LDP-341 (Krebsmedikament). Am Donnerstag holte Millennium nun zum bisher größten Schlag aus, und übernahm den Konkurrenten Cor Therapeutics . Die Cor-Aktionäre erhalten insgesamt 58 Mio. neue Millenniumaktien im Gesamtwert von 2 Mrd. USD. Nimmt man den Durchschnittskurs der vergangenen 30 Tage errechnet sich eine Prämie von 64%. Cor Therapeutics besitzt Barmittel in Höhe von etwa 600 Mio. USD, die der 1,5 Mrd. USD Kriegskasse von Millennium zufließen. Der bereinigte Kaufpreis beträgt somit 1,4 Mrd. USD. Neben einer gut gefüllten Pipeline an potentiellen Medikamenten für die Bereiche Herz- und Kreislauferkrankungen und Krebs, erhält Millennium das Medikament Integrilin. Das Produkt wird zur Bekämpfung von Blutgerinnseln eingesetzt und soll im nächsten Jahr einen Umsatz von 225 Mio. USD. generieren. Für Millennium ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einem der ganz großen Biopharmaunternehmen der Zukunft - wenn dieser auch nicht gerade billig eingekauft wurde.

Wie nicht anders erwartet, erlebte die Aktie von Cor Therapeutics ein Feuerwert von etwa +50%, während der Markt Millennium mit fast -17% in den Keller schickte - eine Quittung für die anstehende Verwässerung. Am Montag präsentiert Millennium auf einer Jahrestagung der Gesellschaft für Hämatologie ihre neusten Ergebnisse des Krebsmedikamentes LPD-341. Es liegt fast in der Luft, dass bei erfolgreicher Präsentation der Verlust in dieser Woche ausgeglichen werden kann - kein schlechtes Timing!

Neben der besprochenen Übernahme vermeldeten Medimmune und Cephalon in dieser Woche ebenfalls Akquisitionen. Medimmune übernimmt für 1,5 Mrd. USD in Aktien Aviron und damit auch den Grippeimpfstoffe Flumist. Cephalon kauft für 450 Mio. USD in Cash die französische Group Lafon und erspart sich somit die Zahlung für Auftragsproduktion und Umsatzbeteiligungen am Narkolepsie-Medikament des Unternehmens.

Die Konsolidierungswelle scheint nun immer mehr an Geschwindigkeit zu gewinnen. Aus unserer Sicht ein Zeichen dafür, dass der Markt nicht mehr mit einem erneuten Absinken der Biotech-Kurse auf breiter Front rechnet. Ein positives Signal, dem wir uns gerne anschließen.

--- Olaf Stuhldreier, Biotechnologie Analyst bei Performaxx, Krefeld/München ---

Die Performaxx-Biotech-Kolumne ist ein Service der Performaxx AG, Anbieter von unabhängigem Research zu neuen Märkten. Hauptprodukte von Performaxx sind Research-Studien im Auftrag institutioneller Kunden sowie die Website www.performaxx.de. Performaxx ist allein für die Inhalte der Kolumne verantwortlich. Informationen zu einzelnen Unternehmen stellen keine Aufforderung zum Kauf bzw. Verkauf von Aktien dar. Die Kolumne erscheint in Zusammenarbeit mit dpa-AFX. "

Value Analyse
15.12.2001, 10:12
Frankfurt, 14. Dez (Reuters)

"Die mögliche Übernahme des US-Biotechunternehmens Immunex durch die weltgrößte Biotechfirma Amgen verdeutlicht Experten zufolge einen zunehmenden Konsolidierungsdruck der Branche, der sich auch in Europa abzeichne. Nur durch eine Erweiterung ihrer Arzneimittelpalette durch Zukauf ganzer Unternehmen könnten Biotech-Unternehmen die hohen Wachstumserwartungen des Marktes noch erfüllen, sagten Analysten und Fondsmanager am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. "Sind die Produkt-Pipelines dünn, wackeln die Earnings, und dann müssen sich die Biotechs etwas einfallen lassen", sagte Life-Science Analyst Johannes Hofmann von ADIG Investment. Deutsche Unternehmen sind nach Meinung der Experten wegen ihrer sehr frühen Produktentwicklungsphasen bei Übernahmen noch nicht gefragt, als Kooperationspartner jedoch interessant.
Am Donnerstag war aus Kreisen verlautet, dass Amgen für rund 18 Milliarden Dollar Immunex übernehmen wolle. Das wäre die bislang teuerste Übernahme in der Biotechnologie. Vor gut einer Woche hatte zudem die amerikanische Millenium Pharmaceuticals angekündigt, für Cor Therapeutics rund zwei Milliarden Dollar zahlen zu wollen.

"Bei reifen Biotechunternehmen besteht offensichtlich ein Bedarf starke Produkte zu übernehmen, um das Wachstum zu sichern", sagte Stefan Meyer vom Health-Care-Beratungsunternehmen Medical Strategy. Genau wie beim Übernahmeangebot der amerikanischen Millenium Pharmaceuticals an Cor Therapeutics sei auch Amgen vor allem an den Medikamenten von Immunex interessiert. Das erfolgreichste Immunex-Präparat ist den Angaben zufolge Enbrel, ein Arzneimittel zur Behandlung rheumatoider Arthritis mit einem Umsatz von mehr als einer halben Milliarde Dollar in den ersten neun Monaten 2001.

Für die europäische und deutsche Biotechbranche erwarten die Experten im kommenden Jahr deutlich mehr und größere Kooperationen als 2001. "Die Unternehmen suchen eigentlich schon länger nach geeigneten Partnern, es ist nur wahnsinnig schwer Synergien zu finden", sagte Hofmann. Seiner Meinung nach ist das der einzige Grund, warum in Europa noch nicht viel mehr Allianzen vereinbart worden sind. Er gehe davon aus, dass sich künftig auch amerikanische Unternehmen verstärkt für die Produkte europäischer und deutscher Firmen interessierten. Komplette Übernahmen oder Fusionen erwartet Hofmann in Verbindung mit deutschen Unternehmen nicht.

"Die deutschen Unternehmen sind überwiegend Technologieentwickler mit Produkten in sehr frühen Entwicklungsphasen und daher für Übernahmen noch nicht interessant", sagte auch Meyer und nannte als Beispiel MediGene. Die Bewertung deutscher Biotechs sei zudem verglichen mit amerikanischen relativ hoch. Christian Lach, Portfoliomanager bei BB Biotech , erwartet für 2002 eine Reihe attraktiver Allianzen. "Bei Kooperationen verpflichten sich die Unternehmen lediglich zu Meilensteinzahlungen und begrenzen damit ihr Risiko. Bei einer Übernahme tragen sie dagegen alle Kosten, wenn ein Medikamentenkandidat floppt", sagte Lach. Meilensteinzahlungen fallen bei Erreichen bestimmter Forschungsziele an.

DZ Bank -Analyst Thomas Höger äußerte sich optimistisch, dass am deutschen Markt gelistete Biotechs schon im kommenden Jahr mehr starke Partner finden könnten. Dabei verwies er auf Medigene und deren Blockbuster-Kandidaten Etomoxir, ein Präparat gegen Herzinsuffizienz. Medigene-Vorstandschef Peter Heinrich zufolge haben bereits zehn große Konzerne ihr Interesse an Etomoxir-Lizenzrechten angemeldet. Auch Genmab mit dem Präparat HuMax CD4 gegen rheumatoide Arthritis und Schuppenflechte sei durchaus ein starker Kooperationspartner für große Konzerne.

kir/ked "

jo
04.04.2002, 13:59
Hallo

Hat sich von euch mal jemand mit IBB Beschäftigt das ist ein Aktie die Einem Zehntel des Nasdaq Biotechnology Index entspricht. Und wird wie eine Aktie gehandelt also keine gebühren.

Grüße

Johannes

jo
01.05.2002, 14:08
Hallo


Ich finde es ganz Intersand direkt in den Nasdaq-BiotechnologiecIndex
Zu Investieren und nicht in ein Fond zu mall mir keiner bekannt ist der den Index geschlagen hat.

Hier mall der Link zur Nasdaq

Nasdaq (http://translate.google.com/translate?hl=de&sl=en&u=http://dynamic.nasdaq.com/dynamic/nasdaqbiotech_activity.stm)


Grüße

Johannes