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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : mechanische Strategien im Börsenspiel 2003/2004



Ben
03.02.2004, 18:45
Das Börsenspiel von Postbank, Capital und Börse München ist vorbei. Ich habe die Gelegenheit genutzt, um verschiedene Anlagestrategien zu prüfen -- absolut, im Vergleich zu Börsenprofis und im Vergleich zu anderen Mitspielern. Die Börsenprofis waren vertreten durch jeweils ein Team von Capital Depeche und der Postbank. Das Ergebnis zeigt viele interessante Aspekte. Doch zuerst zur Strategie.

Ich war mit drei Depots vertreten, die jeweils eine eigene Strategie untersuchen sollten. Alle Depots sollten nur mit einem minimalen Basiswissen geführt werden. Einzig im Herbst habe ich (erfolglos) versucht den Markt zu timen. In jedem Fall habe ich versucht Aktien zum niedrigst möglichen Kurs zu erstehen -- in einem Zeitrahmen von wenigen Wochen. Dazu habe ich technische Indikatoren verwendet.

Spielkapital waren 100.000 EUR. Von keinem Wert durften mehr als 25% im Depot lagern. Ein Kauf war nur Freitags möglich, Verkauf an jedem Börsentag. Die Aktien durften aus einem dutzend gängiger internationaler Indizes ausgewählt werden. Gebühren wurden keine in Rechnung gestellt. Dividenden wurden
dem Konto gutgeschrieben. Spielzeitraum waren 6 Monate.

Alle Strategien:

Es sollte so wenig Zeit wie möglich aufgewendet werden und damit auch so wenig wie möglich gehandelt werden.

Strategie 1:
Anfangs habe ich eine altbewährte Methode (Trinity Studie, 1995) ausgewählt. Bestimme aus jedem Index die zehn Werte mit der höchsten Dividendenrendite. Wähle die Werte mit dem aktuell niedrigsten Kurs aus. Gekauft habe ich zu einem möglichst niedrigen Kurs.

Strategie 2:
Nach zwei Monaten ist mir zufällig eine Ausgabe der Aktien Analyse in die Hände gefallen. Daraus habe ich die Aktien mit 5 Sternen ausgewählt, die mir am sympatischsten erschienen sind. Gekauft habe ich ohne auf ein mögliches Kursminimum zu achten.
Um Wechselkursschwankungen in einem Fall auszuschließen habe ich Strategie 1 gesplittet in zwei Depots, Euro-Werte und Nicht-Euro-Werte.

Depot 1, Das Euro Depot:
Zusammensetzung: ein Drittel Dax, ein Drittel MDax, ein Drittel Euro Stoxx mit jeweils etwa drei Werten aus dem jeweiligen Index
erster Kauf: 9. August 2003

Depot 2, Das Non-Euro Depot:
Zusammensetzung: ein Drittel S&P100, ein Drittel FTSE 100, ein Drittel Hang Seng mit jeweils etwa drei Werten aus dem jeweiligen Index
erster Kauf: 9. August 2003

Depot 3, Das Aktien Analyse Depot:
Zusammensetzung: 9 Sympathie-Aktien mit 5 Sternen
erster Kauf: 4. Oktober 2003

Ergebnis am 2. Februar 2004 (Spielende, 22.000 Mitspieler):

Depot 1: + 17,92 % Platz 3.400
Depot 2: + 15,25 % Platz 4.650
Depot 3: + 5,49 % Platz 11.500
Capital: + 26,16 % Platz 1.259
Postbank: + 13,76 % Platz 5.480
bester Mitspieler: + 104,50 % Platz 1

Aufällig war die Konstanz meiner drei Depots. Große Kurssprünge waren zu keinem Zeitpunkt zu verzeichnen. Es ging mehr oder weniger stetig bergauf. Anders sah es bei den Profis und erst recht bei den besten Mitspielern aus. Das lässt darauf schließen, dass vor allem die besten Mitspieler hochgradig spekulativ gehandelt haben. Extrem hohe Gewinne in einem Monat ließen sich in keinem Fall in einem der anderen fünf Monate vom jeweilgen Mitspieler auch nur annähernd reproduzieren.

Depot 3 hätte wesentlich besser abgeschnitten, wenn es nicht so spät eröffnet worden wäre. Sehr hohe

Verluste musste dieses Depot zudem durch Colgate-Palmolive (- 18% bei am Ende 8% Depotanteil) ausgleichen.

Anfangs habe ich die zugehörige Fernsehsendung verfolgt. Die Profis haben in dieser Zeit jede Woche in großen Umfang gehandelt. Meine Depots haben max. zweimal gehandelt, am Anfang und einmal im Herbst. Die entsprechenden Orderkosten wären also noch abzuziehen in der Realität.

Bis Dezember 2003 sind Depot 1 und Depot 2 permanent besser gewesen als die Profidepots, teilweise mit erheblichem Abstand. In der ganzen Zeit lagen beide Depots mehr oder weniger weit im besten Viertel aller Mitspieler (zeitweise etwa Platz 1.000 von etwa 20.000 Mitspielern)

Ich hoffe diese Ausführungen sind auf Interesse gestossen. Fragen beantworte ich gerne.

brezi
03.02.2004, 20:38
Hallo ben,

für mich ist der Freitagabend auch schon zur Pflicht geworden
mit der 3sat boerse. Legte mir *ein vituelles Depot bei
comdirect an, Performance war knapp 15%, erzielt haupt-
sächlich mit Mdax-Werten. Aber bitte ben wo kannst DU die
Depots der Mitstreiter einsehen, außer die Depots von Postbank
und Capital-Depeche? Würde mich interessieren wie der 1. Platz
die 104 % erreicht hat.

mfg brezi

Fabule
03.02.2004, 21:24
Hallo, Ben!

Ich habe auch an diesem Börsenspiel teilgenommen und wollte die von mir in der Realität durchgeführte Strategie mit den Renditen der Profis und der anderen Mitspieler/innen vergleichen.

Ich wollte also in meinem fiktiven Depot nur dann handeln, wenn ich auch in der Realität handeln würde. Leider habe ich mich (wahrscheinlich, weil meine Jahresperformance zu diesem Zeitpunkt schon ganz ordentlich und sowieso nur einer meiner Realdepotwerte in den zur Verfügung stehenden Indizes gelistet war) dazu entschlossen, die ganzen 100.000 Euro bis zu meinem ersten "Realitätskauf" Cash zu halten und keine Werte sofort ins Depot zu nehmen.

Da ich dummerweise aber zu keiner Zeit des Börsenspiels einen realen Kauf aus den zur Verfügung stehenden Indizes getätigt habe, blieb es dann auch bis zum Ende bei den 100% Cash. Und weil wir in dieser Zeit ja letztendlich eine wunderbare Hausse erlebt haben, bin ich mit dieser Strategie dann abgeschlagen unter den letzten 5% des Spiels gelandet *http://www.value-analyse.de/iB_html/non-cgi/emoticons/sad.gif . Zwischendurch (ich glaube, es war irgendwann im September) war ich aber auch kurzzeitig unter den ersten 5000 und besser als die Profis *http://www.value-analyse.de/iB_html/non-cgi/emoticons/smile.gif.

Leider gab es für mich aber so letztendlich keine ernsthafte Möglichkeit, meine reale Strategie mit den Spielstrategien der anderen Mitspieler/innen zu vergleichen. Schade aber auch ...

Gruß,

Torsten

Ben
04.02.2004, 12:04
> Aber bitte ben wo kannst DU die Depots der Mitstreiter einsehen,
> außer die Depots von Postbank und Capital-Depeche?

Das habe ich nie behauptet. Jeder kann das Ranking (Gesamt/aktueller Monat) einsehen. Vor allem bei den besten Mitspielern habe ich gelegentlich das Monatsranking verfolgt. Die Mitspieler mit dem besten Gesamtranking sind oftmals in einem späteren Monatsranking nicht mehr unter den besten 100 aufgetaucht. Da ich dies nur stichprobenartig verfolgt habe, kann ich dazu keine verlässliche Aussage treffen, aber es deutet darauf hin, dass die besten Mitspieler einmal einen Glückgriff hatten (wahrscheinlich mit Unternehmen, die ich in der größten Not nicht kaufen würde) und ihre Gewinne spekulativer Natur waren. Einige haben ihr Schäfchen damit sinnvollerweise in trockene gebracht, andere sind wieder weit zurückgefallen, weil sie die Gewinne nicht rechtzeitig mitgenommen haben. Mit einem Value-Investment sind in den seltensten Fällen wohl Renditen weit über 40% in nur 6 Monaten zu realisieren.

>Würde mich interessieren wie der 1. Platz die 104 % erreicht hat.

Mich auch! Meine Vermutung habe ich oben schon geäussert. Ein großer Sprung war etwa im September/Oktober zu beobachten (70% oder so). Ich habe zu diesem Zeitpunkt mal gesucht, welche Kurse so explodiert sind. OnVista sei Dank habe ich ein paar Biotech-Unternehmen finden können, die seit Jahren Verluste ausweisen, deren Kurse total am Boden waren, aber aufgrund von positiven Nachrichten Kursexplosionen verursacht haben (natürlich nicht nachhaltig).

JuliaPapa
04.02.2004, 13:33
Hallo, Ben,

was Du schreibst, ist sehr interessant. Trotzdem oute ich mich hier und bekenne, daß ich kein Freund von Börsenspielen bin. Letztlich geht es ja immer darum, zu zocken und in möglichst kurzer Zeit möglichst hohe Kursgewinne zu erzielen. Und das ist eigentlich nicht das Ziel von Value Investing.

Die Frage ist ja auch, wie aussagekräftig Deine Ergebnisse sind. Wieviel Sinn macht es, eine langfristig angelegte Strategie in einem kurzftistigen Spiel zu testen? Darüber hinaus ist es natürlich auch klar, daß in einer Boomphase (die wir ja im letzten halben Jahr hatten) ein Value-Depot hinter einem Zocker-Depot zurückbleibt.

Wichtig finde ich auch, daß keine Gebühren berechnet wurden. Das bringt den Zockern natürlich Vorteile, denn in der Realität schmälert das natürlich die Rendite. Von der Spekulationssteuer ganz zu schweigen...

Gruß,
JuliaPapa

Ben
04.02.2004, 15:55
> Die Frage ist ja auch, wie aussagekräftig Deine Ergebnisse sind...

Der Zeitraum ist natürlich viel zu kurz, aber das konnte ich nicht beeinflussen. Für mich war im Vorfeld interessant, wie sich eine fundamental orientierte Strategie in der harten Realität bewährt. Noch dazu eine Strategie, die jeder halbwegs intelligente Mensch ohne Probleme und ohne hohen Zeitaufwand nachvollziehen kann. Ist es möglich ohne hohes Risiko gängige Anlageformen zu schlagen, noch dazu zu einem zufällig gewählten Zeitpunkt? Im Betrachtungszeitraum ganz sicher, über längere Zeit sehr wahrscheinlich. Dies hat ja schon die genannte Studie gezeigt.

Trotz kurzer Spieldauer, trotz Boomphase, trotz massiv spekulativ orientierter Konkurrenz, trotz Profibeteiligung haben sich alle Depots sehr gut geschlagen, auch im Vergleich zu den Indizes.

PS: Ich hatte mich auch beim Börsenspiel von comdirekt angemeldet, aber das Spiel fand ich nun total sinnlos für jegliches sinnvolles Investment. Zocken pur...

prince of persia
04.02.2004, 20:05
Moin *Moin,

wenn ich investiere, dann will ich eine absolute Rendite erzielen, unabhängig davon, ob der Markt mehr oder weniger bringt. Alles Andere würde dazu führen, dass meine Strategie auf Marktspekulationen hinausläuft. Langfristig ist ein Vergleich der eigenen Wertentwicklung mit den Indizes vielleicht sinnvoll. Wenn ich langfristig darunter liege, sollte ich mir die Zeit für Analysen sparen und einen Index abbilden oder in diesen investieren. Kurzfristig finde ich einen Vergleich mit den Indizes dagegen völlig irrelevant. Noch schwachsinniger finde ich, sich mit Anderen zu messen. Ich will gute Investments machen und keinen Wettlauf um eine Performance, schon gar nicht auf so kurze Zeit.

Börsenspiele haben aber auch Etwas gutes, wie ich finde. Das trifft z.B. auf den Börsenspiel bei Faz.net zu. Der ist nämlich zeitlos und da kann man so Alles ausprobieren, wo man noch nicht sicher ist. Wenn man das ernst nimmt, kann man sich so, z.B. als Anfänger Verluste ersparen und seine Erfahrungen ohne echten Geldeinsatz machen. Man könnte z.B. ein Arbitrage-Depot oder Alles mögliche machen, bevor man sein Geld einsetzt. Ich überlege derzeit, ob ich ein Wachstums-Depot maches, so mit KGV 60 aber auch Wachstum 60 wenns geht, das ohne viel Zeit aufwand und mit SL. Bin gespannt, wie sich das Depot langfristig entwickelt. Wenn das erfolgreich ist, setze ich das womöglich irgendwann in die Tat um.

Grüße
PoP

Dieter
04.02.2004, 20:16
Für alle die es langfristig unter realen Bedingungen testen wollen ist marketocrazy die richtige Adresse. Man kann außer an Erfahrung nichts gewinnen, wer zu den Top 25% vorstößt erhält im Board Sonderrechte, die Top 100 vedienen Geld und managen einen realen Fond - den m100. Die beste Einrichtung, die ich bislang kennengelernt habe. Hatte ja schon an anderer Stelle darauf hingewiesen.

Von diese Börsenzockerspielen hierzulande halte ich auch nichts, gar nichts. Sie tragen nicht zur Verbesserung der Börsenkultur bei.

Gruß
Dieter

Ben
05.02.2004, 01:02
> Für alle die es langfristig unter realen Bedingungen testen wollen...

... ist das eigene Depot die richtige Adresse. Wer will schon ewig leben? ;-)

> ... unabhängig davon, ob der Markt mehr oder weniger bringt...
> ... Noch schwachsinniger finde ich, sich mit Anderen zu messen...

Ich finde es ziemlich unrealistisch, den Markt ignorieren zu wollen...
Fürchtest du den Vergleich ?

Dieter
05.02.2004, 09:20
> Für alle die es langfristig unter realen Bedingungen testen wollen...

... ist das eigene Depot die richtige Adresse. Wer will schon ewig leben? ;-)

Sofern man eines hat. Jedem Anfänger kann ich nur dazu raten es auszuprobieren. Darüberhinaus ist es hochinteressant mit welchen Strategien die Topleute performen. Davon profitiere ich, insbesondere die Diskussion über einzelne Unternehmen finde ich gut. Deutschland ist von den USA weit entfernt und die Leute vor Ort haben einfach mehr Einblick in ihre Unternehmen, vielleicht auch nur mehr Informationen - ich weiß es nicht und letztendlich geht es mir um fruchtbare Diskussionen, die mich weiterbringen.

@Flippi

Die zwei Topfonds über 3 Jahre sind:

LPC precious metal Mutual Fund: 265%
Chris Ridder's Gold Mutual Fund: 260%

Da bin ich baff.

Gruß
Dieter

prince of persia
05.02.2004, 11:29
@Ich finde es ziemlich unrealistisch, den Markt ignorieren zu wollen...Fürchtest du den Vergleich ?

Was soll daran unrealistisch sein? Ich will eine Rendite von 9% machen, indem ich steigende Werte unter Wert kaufe. Diese Strategie hat nun fast gar nichts mit Marktentwicklungen zu tun, außer dass bestimmte Marktphasen verschiedene Preise bieten, aber ich verschließe ja auch nicht die Augen vor dem Markt. Wenn ich nun nach dem Markt tanze, nur weil er in einer Periode mehr gebracht hat, dann komme ich von meiner Strategie ab. Mit fürchten hat das nichts zu tun. Langfristig finde ich einen Vergleich fast zwingend, aber auf Sicht von (6 bis 12 Monaten wollte ich schon sagen) einem Jahr ist das für mich irrelevant.

Wenn Du meinst, es sei unrealistisch den Markt zu "ignorieren", wüsste ich also gerne wie Du das meinst und außerdem, wie man Deiner Ansicht nach die Marktentwicklung gewinnbringend in seine Strategie involvieren sollte.

Grüße
PoP

Ben
05.02.2004, 13:25
> Ich will eine Rendite von 9% machen, indem ich steigende Werte
> unter Wert kaufe. Diese Strategie hat nun fast gar nichts mit
> Marktentwicklungen zu tun...

Wirklich? Ist nicht jedes einzelne Unternehmen ein Teil des Marktes ? Leute die um das Jahr 1999 inverstiert haben würden das wohl so sehen...

prince of persia
05.02.2004, 16:08
Ich glaube Du verwechselst da Etwas. Ich sagte, dass meine Strategie nichts mit Marktentwicklungen zu tun hat. Das heißt natürlich nicht, dass die Aktien in meinem Depot nichts mit der Marktentwicklung zu tun haben. Die Frage ist doch, ob ich die Marktentwicklung in meine Strategie involviere oder nicht. Ich tue das nicht. Deshalb "ignoriere" ich den Markt. Ob eine Aktie ein Fehlinvestment ist oder war hängt letztlich! nicht davon ab, ob die Börse gerade läuft.

filippina
05.02.2004, 18:13
Hi Dieter,

<Die zwei Topfonds über 3 Jahre sind:

LPC precious metal Mutual Fund: 265%
Chris Ridder's Gold Mutual Fund: *260%>

Das wundert mich nicht. Ich habe einmal die Werte im LPC angeschaut.

allein vom März 03 hat BGO von 1,05 auf 2,43 trotz momentaner Kurseinbrüche bei den Goldminen-Aktien zugelegt.

von November 01 bis heute:

HL von 1,00 € auf 6,14 €(trotz zusätzlicher Dollarschwäche, in $ abgerechnet liegt die Performance noch höher.)

Blue Chip NEM:

von € 21,87 auf 33,60 € (rechne 30% im $-Kurs dazu)

Südafrikanischer Blue Chip AU:

von 15,46 € auf 32,80 € (trotz Dollarschwäche und Randstärke)

Es war gar kein Kunststück diese Performance zu erreichen. Er hat die Blue Chips genommen und einige Juniors. In Dollars soundso dann eine Top-Performance.

Also, wer an eine Hausse bei Gold geglaubt hat, ist reichlich belohnt worden und konnte kaum etwas falsch machen. Momentan sind die Kurse rückläufig. Aber ich bin davon überzeugt, dass eventuell zwar erst ab Mitte des Jahres, aber auf alle Fälle der nächste weitere Anstieg erfolgen wird.

Hier einmal NEMs neueste Gewinnmeldung vom 4. Februar. Das sind die Auswirkungen eines Anstiegs beim Goldpreis für Goldminen:

-------------

finanzen.net
Newmont Mining: Hoher Goldpreis führt zu Gewinnverdopplung von -mj-

Mittwoch 4. Februar 2004, 16:24 Uhr

Aktienkurse *
Newmont Mining Corp ...
NEM
42.27
+0.73



Die Newmont Mining Corp., der weltgrößte Betreiber von Goldminen, meldete am Mittwoch, dass sich ihr Gewinn im vierten Quartal mehr als verdoppelt hat, was mit dem Anstieg des Goldpreises zusammenhängt.
Der Nettogewinn belief sich auf 153,1 Mio. Dollar bzw. 36 Cents pro Aktie nach 75,1 Mio. Dollar bzw. 19 Cents pro Aktie im Vorjahr. Analysten hatten mit einem Gewinn von 30 Cents pro Aktie gerechnet.

Bis 2006 geht das Unternehmen davon aus, eine jährliche Goldproduktion von 7,0-7,5 Millionen Unzen zu erzielen. Danach soll die Produktion weiter steigen.

Die Aktie von Newmont Mining (NYSE: NEM - Nachrichten) notiert an der NYSE momentan bei 40,90 Dollar (-1,45 Prozent).

------------------

Grüsse
flippi

Dieter
05.02.2004, 20:18
Hi Flippi,

zur Ehrenrettung der Valuisten muß gesagt werden, dass ein Valuefond mit 231% Platz 5 belegt.

<Es war gar kein Kunststück diese Performance zu erreichen. Er hat die Blue Chips genommen und einige Juniors. In Dollars soundso dann eine Top-Performance.>

Dennoch haben nur 2 von ca. 6000 dieses Kunststück geschafft.

Btw, Platz 3 nennt sich auch Valuefond, drin stecken aber Gold, Silber und Öl.

Gruß
Dieter

Sigip
06.02.2004, 11:49
Hallo,

<Von diese Börsenzockerspielen hierzulande halte ich auch nichts, gar nichts. Sie tragen nicht zur Verbesserung der Börsenkultur bei.>

@Dieter
Da stimme ich dir zu, da kann nur einer gewinnen, der auf Teufel komm raus zockt. Wenn es gut geht, hat er gewonnen, wenn es schief geht, alles verloren. Das kann niemals unsere Strategie sein. Dennoch halte ich viel von einem Performancevergleich und eine Anlagestrategie muss sich hierbei langfristig bewähren, sonst taugt sie nichts. Diese Bewährungsprobe muss auch die Value-Strategie bestehen. Allerdings braucht man für den Performancevergleich nicht an einem Wettbewerb teilnehmen, sondern es genügen virtuelle Depots. Ich mache diese Performancevergleiche mit vielen virtuellen Depots. Dabei untersuche ich sowohl die verschiedenen Anlagestrategien, als auch Empfehlungen. So bin ich auch zum Beginn des 3Sat-Börsenspiels mit einem virtuellen Depot angetreten. Die Werte wurden nach Value-Kriterien und marktechnischen Kriterien ausgesucht. Dieses Depot wurde auch für die Boardteilnehmer zur Einsicht in einem früheren Beitrag bekanntgegeben. Beim Börsenspiel von 3Sat hatte die Postbank eine Performance von 17,76%, die Capital Depesche eine von 27,5%. Das von mir eingerichtete Value-Depot konnte in der Zeit eine Performance von 42% erzielen, obwohl überhaupt nicht getradet wurde. Erfreulich für mich, dass ich die Werte bis auf Wet und Autania selber gekauft habe.

<Ich finde es ziemlich unrealistisch, den Markt ignorieren zu wollen...>

@ben
Ich bin ebenfalls der Meinung, dass man als Value-Investor den Markt nicht ignorieren sollte. Alle meine Untersuchungen sagen aus, dass man eine wesentlich bessere Performance beim Value-Investing erzielt wird, wenn man die Marktgegebenheiten berücksichtigt. Um aber die Marktsignale richtig zu erkennen, erfordert das viel Erfahrung aber auch eine intensivste Auseinandersetzung mit dem Thema. Wenn man das nicht hat oder kann, sollte man sich vielleicht doch auf reines Value-Investing beschränken.

Gruß
Sigip

borsheims
07.02.2004, 08:11
Hallo Zusammen,

meine Meinung zum Markt liegt vielleicht irgendwo zwischen der von Sigip und prince of persia. Bei der Auswahl eines Invesments und bei der Entscheidung über einen möglichen Verkauf möchte ich den Markt strikt irgonieren. Hier zählen lediglich Innerer Wert und Sicherheitsmarge. Doch langfristig muss man sich die Frage stellen, was das eigene Handeln gebracht hat. Und welcher andere Vergleich, als der mit dem Markt, kann mir diese Frage beantworten? Ein Vergleich mit Buffett bietet sich u.U. noch an, aber ist das nicht etwas vermessen?

Wem es gelingt, den Aktienmarkt langfristig zu schlagen, hat in unserer kapitalistischen Welt eine Fähigkeit, die ihn finanziell ziemlich weit nach vorne bringen wird (das Ausbleiben des Weltuntergangs vorausgesetzt). Den Marktvergleich sehe ich hier auch als eine Art Motivator sich mit den Leistungen anderer zu messen, ähnlich wie im Sport. Und der Markt beinhaltet das Handeln aller anderen.

Aus diesem Grund mache ich seit Anfang 2003 monatlich einen Performancevergleich mit dem Markt. Eine ernstzunehmende Aussagekraft erwarte ich nach frühstens 5 bis 7 Jahren, aber man muß ja mal anfangen. In der Zwischenzeit lassen sich auch Lehren aus der Beobachtung der relativen Entwicklung ziehen. Zur Zeit stelle ich beispeilsweise fest, daß mir ein anziehender Markt davonläuft. An schwachen Tagen stehe ich relativ besser da. Das wird sich irgenwann ändern und es wird wieder Zeiten geben, wo es so ist wie im Moment. Wenn man sich nach den Gründen fragt, kann man m.E. ebenfalls dazulernen und wendet seine persönliche Strategie noch etwas bewußter an.

Grüße
Borsheim´s

Fabule
07.02.2004, 12:54
Hallo, zusammen!

>Doch langfristig muss man sich die Frage stellen, was das eigene Handeln gebracht hat. Und welcher andere Vergleich, als der mit dem Markt, kann mir diese Frage beantworten?<
Da kann ich Borsheim's nur zustimmen, denn auch für mich muss das Ziel meiner Investitionstätigkeiten letztendlich sein, mit unserem Portfolio den entsprechenden Indizes-Mix langfristig zu schlagen. Wenn ich in ein paar Jahren zu der frustrierenden Erkenntnis kommen sollte, dass mir das nicht möglich ist, dann hoffe ich, dass ich zu mir selbst so ehrlich sein und in Indexzertifikate investieren werde (denn dann hätte ich sicherlich mehr Zeit für andere Dinge http://www.value-analyse.de/iB_html/non-cgi/emoticons/smile.gif).

Ich gehe bei diesem Vergleich so vor, dass ich seit Anfang 2002 meine Performance zum Halbjahr und am Ende des Jahres mit der der entsprechenden Indizes vergleiche. Bislang sieht es für die von mir angewendete Strategie ganz gut aus, doch das kann sich sicherlich in den nächsten Jahren auch wieder ändern. Ich bin jedoch, auch wenn es mal schwächere Zeiten gegeben hat und geben sollte, fest davon überzeugt, dass es bei richtiger Durchführung gelingen sollte, mit einer Value-Strategie die Märkte zu schlagen. Mal sehen, ob ich es auch langfristig schaffe ...

Gruß,

Torsten

JuliaPapa
07.02.2004, 18:00
Hallo,

>>Ich gehe bei diesem Vergleich so vor, dass ich seit Anfang 2002 meine Performance zum Halbjahr und am Ende des Jahres mit der der entsprechenden Indizes vergleiche.<<

Ich mache das auch so, allerdings fühle ich mich mit solchen Vergleichen nicht sehr wohl. Mein Depot besteht aus verschieden großen Werten, aus verschiedenen Ländern (wenn auch mit dem Schwerpunkt USA und Deutschland) und verschiedenen Branchen (hier die Schwerpunkte Medizin und Konsum). Ein plumper Vergleich zum DAX, Dow oder S&P ist da wenig aussagekräftig, weil ich da irgendwo Äpfel mit Birnen vergleiche. Mangels Alternativen mache ich es trotzdem. http://www.value-analyse.de/iB_html/non-cgi/emoticons/confused.gif

Vielleicht kann man die Performance von Value-Fonds nehmen? Selbst ein Vergleich mit Buffett finde ich schwierig, weil er aufgrund von Skaleneffekten anders investieren kann bzw. muß als ich. Abgesehen davon ist natürlich der Vergleich zwischen JuliaPapa und Buffett so ähnlich wie Thekenmannschaft gegen Champions League. Das funktioniert auch nicht...

>>(denn dann hätte ich sicherlich mehr Zeit für andere Dinge ).<<

Ich glaube, ich werde das Anlegen nicht lassen können, denn für mich ist das eben nicht nur Arbeit oder lästiges Muß, für mich ist das Suchen nach Aktien, das Bewerten, und so weiter ein Hobby, so wie andere Leute ihre Briefmarken, Motorräder, Autos oder so pflegen. Das mache ich halt mit meinem Depot. Und "nur" weil ich schlechter bin als der
Markt darauf verzichten? Och, nö...

Schönen Sonntag noch,
JuliaPapa

Fabule
08.02.2004, 19:17
Hallo, JuliaPapa!

>Ich mache das auch so, allerdings fühle ich mich mit solchen Vergleichen nicht sehr wohl.<
Das geht mir ähnlich, vor allem, weil ich in meinem Index-Mix keine Trades berücksichtige und schon deshalb alles relativ ungenau wird. Aber da ich keine Lust, keine Zeit und auch keine (z.B. Excel-)Kenntnisse habe, um mir einen geeigneteren Vergleich zu suchen, bleibt es vorerst dabei. Ich gehe einfach davon aus, dass ich mich bei meinen Index-Käufen einmal am Anfang des Jahres entschieden und danach nichts mehr geändert hätte ...

>Ich glaube, ich werde das Anlegen nicht lassen können, denn für mich ist das eben nicht nur Arbeit oder lästiges Muß, für mich ist das Suchen nach Aktien, das Bewerten, und so weiter ein Hobby, so wie andere Leute ihre Briefmarken, Motorräder, Autos oder so pflegen. Das mache ich halt mit meinem Depot. Und "nur" weil ich schlechter bin als der
Markt darauf verzichten? Och, nö...<
Auch mir macht das ganze Recherchieren, Analysieren, Vergleichen, Kaufen und Verkaufen so richtig viel Spaß. Außerdem finde ich die Beschäftigung mit dieser Thematik sehr interessant und ich habe ganz bestimmt schon einiges dadurch gelernt. Das Problem ist nur, dass ab einem gewissen Depotvolumen und einer gewissen Unterperformance dieses Hobby ein sehr teures werden kann, das ich mir dann nicht mehr leisten könnte und wollte. Wenn meine Überperformance aus dem vergangenen Jahr eine Unterperformance gewesen wäre, hätte mich der ganze Spaß (obwohl unser Depotvolumen wahrlich nicht besonders groß ist) einige tausend Euro gekostet http://www.value-analyse.de/iB_html/non-cgi/emoticons/confused.gif.

Ein Aspekt, den es meiner Meinung nach zu überlegen gilt.

Gruß,

Torsten