Qualität zum günstigen Preis

Viele Anleger schauen lediglich auf den Kurs einer Aktie. Der Kurs ist jedoch nur das, was man zahlt. Der Wert ist das, was man erhält. Ein Unternehmen, dessen Marktwert in der Vergangenheit stark gestiegen ist, halten viele für teuer, eine Aktie, die gefallen ist, für ein Schnäppchen.

Die Frage muss jedoch immer lauten:

Was bekomme ich für den Preis an Wert geboten?

Wie hoch ist der innere bzw. wahre Wert eines Unternehmens und welcher Preis wird an der Börse für das Unternehmen bezahlt? Dieser Unterschied ist für Value-Anleger von großer Bedeutung.
Oft bewertet der Markt ein Unternehmen richtig und manchmal neigt er zu Übertreibungen. Wenn er aber zu Untertreibungen tendiert, bieten sich gute Chancen. Langfristig tendiert der Marktwert eines Unternehmens zum „inneren" Wert. Halten Sie also nach überdurchschnittlichen Unternehmen Ausschau, die Sie unter dem wahren Wert kaufen können. Dabei sollten Sie auf die Fundamentaldaten der Unternehmen, also die Tatsachen schauen. Die Stimmung am Aktienmarkt, die Politik, Konjunktur oder Lage der Wirtschaft allgemein interessiert weniger.
Auch Spitzenunternehmen haben hin und wieder Probleme. Die Börse neigt dann dazu, diese Unternehmen überproportional hoch „abzustrafen". Diese Situationen stellten in der Vergangenheit oftmals sehr gute Kaufgelegenheiten dar, denn normalerweise überwinden Spitzenunternehmen ihre Probleme und gehen gestärkt aus Krisen hervor.

„Die meisten Leute interessieren sich für Aktien, wenn das alle anderen auch tun. Der richtige Zeitpunkt ist aber dann, wenn jeder sonst uninteressiert ist. Man kann nicht etwas kaufen, das beliebt ist, und damit Erfolg haben."

A. Hughey, 1985 in Newsweek

 

Es kommt auch vor, dass Unternehmen ihre Gewinn- und Ertragssituation Jahr für Jahr verbessern, der Markt jedoch die sich ständig verbessernde Ausgangsposition ignoriert. Die Aktie wird somit bei unverändertem Kurs immer preiswerter.
Auf der anderen Seite erleben wir aber auch, dass Unternehmen extrem hoch bewertet sind. Gerade während der Technologieblase kam es zu Phasen der Übertreibung, die selbst bei den Marktführern unweigerlich zu einer scharfen Korrektur der Kurse führte.

„Bullenmärkte machen Anleger übermütig: Wenn man als Ente auf einem Teich schwimmt und dieser aufgrund von Regenfällen ansteigt, bewegt man sich in der Welt allmählich nach oben. Aber man hält sich selbst für die Ursache, und nicht den Teich."

Charlie Munger

Was müssen Sie tun, wenn Sie nach diesen Grundsätzen handeln möchten?

Als Erstes sollten Sie wissen, was Qualität bei einem Unternehmen bedeutet, und wie Sie dies auch konkret feststellen können.

Als Zweites treffen Sie dann eine Aussage über den fairen Unternehmenswert. Sie sollten sehr genau definieren, welchen Preis Sie für „Ihre" Qualitätsunternehmen zahlen wollen.

Bei dem Value- oder Wert-Ansatz ist der Unterschied des wahren bzw. inneren Wertes eines Unternehmens zum an der Börse notierten Marktwert (Kurs) von entscheidender Bedeutung. Diese Unternehmen sollen einen erheblichen Abschlag zum inneren Wert haben, also „unterbewertet" sein. Dabei sollten Sie auf die Fundamentaldaten der Unternehmen, also die Tatsachen schauen. Die Stimmung am Aktienmarkt, die Politik, Konjunktur oder Lage der Wirtschaft allgemein interessiert weniger.
Langfristig betrachtet ist die Aktie eine der renditeträchtigsten Kapitalanlageformen überhaupt. Wir kennen aber auch die Weisheit: „Die Börse ist keine Einbahnstraße!" Gerade in den vergangenen Jahren konnten wir mitunter sehr starke Schwankungen und Abwärtsbewegungen an den Aktienmärkten verfolgen. Dies ändert aber nichts an den unverändert guten Perspektiven führender Unternehmen. Solange die Menschen nach Fortschritt streben, wird es Firmen geben, die Gewinne erwirtschaften.
Viele Anleger sind in Baissejahren verunsichert. „Crash-Gurus" haben dann wieder Hochkonjunktur - und jeden Tag werden Sie mit neuen Schreckensmeldungen konfrontiert. Letztlich kann Ihnen aber keiner verlässlich sagen, wo die Wirtschaft in den nächsten Monaten hingeht. In der Vergangenheit gab es immer Gründe, warum Menschen keine Aktien kauften. In den letzten 50 Jahren haben wir zum Beispiel eine Kubakrise, einen Vietnam-Krieg, Ölkrisen, Dollar-Verfall, Börsen-Crashs, einen Balkan-Krieg und eine Asienkrise überstanden. Zuletzt erschütterten uns der Absturz der Technologiewerte, Terroranschläge und Kriege.

Es gibt aber auch immer einen triftigen Grund, warum wir langfristig in Aktien investieren sollten: 25.000 € in 1949 in den Aktienmarkt (Dow Jones) investiert, hatten Ende 2006 einen Wert von über 2.000.000 €. Jahr für Jahr gab es Gründe, keine Aktien zu kaufen, aber immer wieder bietet die Börse bessere Wertsteigerungen als andere Geldanlagen. In den letzten 50 Jahren gab es an den Börsen praktisch nur Aufwärts- und Seitwärtsbewegungen. Von 1949 bis 1965 und 1982 bis 2000 erlebten wir zwei große Boomphasen - dazwischen von 1965 bis 1982 eine lange Seitwärtsbewegung. Auch bei einer noch längerfristigen Betrachtung wird deutlich, dass langfristig betrachtet die Märkte letztlich immer stiegen.

Interessant dabei ist jedoch, dass auch in diesen Seitwärtsbewegungen an der Börse Geld verdient werden konnte. Wenn wir den o. a. Zeitraum von 1965 bis 1982 betrachten, so fällt auf, dass auch in dieser langen Seitwärtsbewegung mit einer wertorientierten Anlagestrategie, wie sie Buffett anwendet, sehr gute Renditen erzielt werden konnten. So gelang es ihm mit scheinbar „langweiligen" Unternehmen, den Wert seiner Beteiligungsgesellschaft auch in jener Zeit jedes Jahr um rund 23% zu steigern. Interessant dabei ist auch, dass er in dieser Zeit kein einziges Jahr negativ abschloss. Der Markt hingegen hatte in der gleichen Phase starke Auf- und Abwärtsbewegungen zu verkraften.
So lange die Menschen nach Fortschritt streben, wird es Unternehmen geben, die ihre Gewinne steigern. Langfristig ist der Unternehmenswert nur von den zukünftigen Gewinnen abhängig. Wenn Sie auf gute Unternehmen achten, die zudem unterbewertet sind, haben Sie auch in den schwierigen Zeiten gute Chancen, erfolgreich zu investieren.

Vor dem Kauf eines Unternehmensanteils (Aktie) sollten Sie immer Ihre Chancen gegenüber den Risiken abwägen. Nur das Bewusstsein Ihrer Chancen und Risiken führt zu einem ausgewogenen Chancen-Risiko-Verhältnis. Es gibt kaum Erfolge, die gänzlich ohne Risiko zu erreichen sind. Jedoch sollten Sie immer darauf bedacht sein, diese Unsicherheiten auf ein Mindestmaß zu reduzieren.

 

Bei unserem Value-Ansatz gehen wir in 3 Schritten vor:

1. Schritt: Allgemeine Unternehmensbeurteilung

Im 1. Schritt, der allgemeinen Unternehmensbeurteilung, identifizieren wir die besten Unternehmen der Welt in Bezug auf Marktstellung, Produkte, Unternehmensgeschichte und Wachstums-Chancen. Hier identifizieren wir die Unternehmen mit einer dauerhaften monopolähnlichen Marktposition.

2. Schritt: Überprüfung der messbaren Qualitätskriterien

Im 2. Schritt überprüfen wir unsere erste, zum Teil noch subjektive Einschätzung, anhand genau definierter Kriterien und Finanzzahlen. So sind wir in der Lage, eine genaue Aussage über die Qualität von Aktien zu treffen. Es gibt auch Unternehmen, die hervorragende Finanzzahlen haben, aber die Kriterien der allgemeinen Unternehmensbewertung nicht 100%ig erfüllen. Die besten dieser „sonstigen" Qualitätsunternehmen beziehen wir ebenfalls in unsere Analyse ein.

3. Schritt: Ermittlung des wahren Unternehmenswertes

Erst DANACH - im 3. und letzten Schritt - schauen wir uns den wahren Wert des Unternehmens an und entscheiden darüber, ob wir die Aktie kaufen, halten oder verkaufen wollen. Wie im täglichen Leben wollen wir beste Qualität zu einem einmalig günstigen Preis erhalten. Wir suchen keine „teuren" und auch keine „billigen" Unternehmen, wir suchen „preiswerte" Unternehmen.

 

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