Mit Minen gut verdienen

Gold, Öl, Erz, Metalle - was der Boden auch hergibt, in den vergangenen Monaten stieg es im Preis. Und zwar zum Teil um 100% und mehr. Hauptprofiteure sind Bergbaukonzerne wie Anglo American, Barrick Gold oder die brasilianische Vale.

Denn solange diese Unternehmen ihre Kosten im Griff behalten, können sie Preiserhöhungen in steigende Gewinne ummünzen. Kein Wunder also, dass die Aktien dieser Unternehmen in den vergangenen 12 Monaten zum Großteil ebenfalls erheblich zugelegt haben. Die Kurse der Minengesellschaften Rio Tinto, BHP Billiton, Vale sowie Anglo American haben sich seit April 2009 im Schnitt in etwa verdoppelt. Auch die Goldproduzenten Barrick Gold und AngloGold verteuerten sich kräftig.

Wie geht es weiter?

Wo steht der Rohstoffsektor jetzt, ist die große Frage. Ist nach dem Anstieg schon die Luft raus? Sind die Aktien vielleicht schon überbewertet? Oder besteht noch Hoffnung auf weitere Kursgewinne? Wir sehen vor allem bei Minengesellschaften nach wie vor Luft nach oben. Der Grund: Die Nachfrage nach Bodenschätzen wie Erz und Kohle steigt nach der Wirtschaftskrise wieder an. Zum einen kommen die etablierten Verbraucher in den USA und Europa allmählich auf Touren. Zum anderen brummt das Wirtschaftswachstum in den Schwellenländern zum Teil schon wieder gewaltig.

Allen voran China. Die Großmacht meldete kürzlich für das 1. Quartal 2010 ein Wachstum von knapp 12%. Das ist der höchste Wert seit Anfang 2007. Für den Rohstoffmarkt ist das eine wichtige Botschaft, denn China ist dort der Motor schlechthin. Eine Studie von JP Morgan beispielsweise gibt an, dass das chinesische Nachfragewachstum nach Öl inzwischen ein Viertel des weltweiten Nachfrageanstiegs nach diesem Energieträger ausmacht. Zudem wurde analysiert, wie sich die Fertigstellung von kupferhaltigen Produkten in China in den vergangenen Jahren entwickelt hat.

Ergebnis: Der Ausstoß von TV-Geräten stieg seit Beginn dieses Jahrtausends um 150%, der von Fahrzeugen sogar um 550% an. China ist zum wichtigsten Wachstumstreiber für den Metall- und Bergbausektor aufgestiegen. Das Land konsumiert mittlerweile 20 bis 70% am weltweiten Verbrauch eines jeden Industriemetalls. Neben Kupfer und Platin sind vor allem Eisenerz und Kokskohle bedeutende Rohstoffe. Beide werden zur in China boomenden Stahlproduktion benötigt. Minenaktien sind gemessen an den Rohstoffpreisen derzeit noch günstig bewertet. Die Kurs-Gewinn-Verhältnisse liegen zurzeit unter 10.

Geänderte Preispolitik steigert Ertragspotenzial

Die jüngste Änderung der Preispolitik im Erzgeschäft macht die Minen zusätzlich attraktiv. Die Spotpreise, an denen sich die Einnahmen der Gesellschaften künftig orientieren, sind zuletzt explodiert. Auch das 3. Quartal wird noch einmal ein sehr gutes Quartal für die Produzenten.

Hintergrund: Die großen Erzproduzenten Vale, Rio Tinto und BHP Billiton hatten erst kürzlich bekannt gegeben, dass sie ihre Vertragsbedingungen ändern. Jahrzehntelang hatten die Konzerne Verträge mit zwölfmonatiger Preisbindung abgeschlossen. Die dabei mit der Stahlindustrie vereinbarten Erzpreise bewegten sich deutlich unter dem Niveau des Spotmarktes, weil die Produzenten einen Abschlag für die Kalkulationssicherheit in Kauf nahmen. Damit ist jetzt Schluss. Künftig werden sich die Preise vierteljährlich am Spotmarkt orientieren. Während der Umstellung bedeutet dies einen schrittweisen Anstieg um bis zu 130% - 30% im 3. Quartal 2010 nach gut 90% im 2. Quartal. Diese Umstellung steigert das Ertragspotenzial der Minengesellschaften.

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