Deutscher Markt für Business-Intelligence-Software (BI) wächst

Nach einer Umsatzdelle im Krisenjahr 2009 zeigt sich der deutsche Markt für Business-Intelligence-Software (BI) deutlich erholt. Firmen investieren wieder verstärkt in Werkzeuge zur Datenauswertung. Davon profitierten die Hersteller von BI-Software. Die Lizenz- und Wartungsumsätze mit BI-Lösungen stiegen um 9% auf 942 Mio €. Besonders im BI-Frontend-Bereich haben Unternehmen viele Projekte angestoßen, während sie sich bei Investitionen in die BI-Backend-Infrastruktur noch etwas verhaltener zeigten.

Für 2011 erwarten die Marktforscher deshalb ein Marktwachstum zwischen 10 und 15%. Damit würden die BI-Umsätze zum ersten Mal die Milliarden- Euro-Grenze knacken. Marktführer im BI-Gesamtmarkt ist SAP mit einem Marktanteil von 16,8%. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Oracle mit 14,1% und IBM 12,5%. Microsoft belegt mit einem Marktanteil von 7,5% nur Platz 5. Die Top 5 vereinen insgesamt 62,5% Anteil am BI-Gesamtmarkt auf sich.

SAP will Profitabilität steigern

SAP ist zuversichtlich, mit der Übernahme des Software- Spezialisten Success Factors ab 2013 seine Profitabilität zu verbessern. Durch die Bündelung der SAP-eigenen Lösungen mit denen von Success Factors kann der Konzern schneller skalieren und dann auch Geld verdienen. Denn Geld verdienen im Cloud-Geschäft heißt Volumen - das ist der einzige Weg, um erfolgreich zu sein.

SAP hatte angekündigt, für rund 3,4 Mrd $ Success Factors kaufen zu wollen, einen Spezialisten für Personal- Management-Software im Internet, auf Neudeutsch Cloud Computing genannt. Durch den Zukauf würde SAP auf einen Schlag zur Nummer 2 in diesem wichtigen Wachstumssegment innerhalb des Marktes für Unternehmenssoftware hinter Marktführer Salesforce.

Die Synergien sollten SAP zudem helfen, in absehbarer Zeit die Nummer eins zu werden. SAP kann sich weitere Zukäufe vorstellen - auch wenn Wert darauf gelegt wird, nicht die Strategie vom Erzrivalen Oracle kopieren zu wollen, der in den vergangenen Jahren mehr als 40 Unternehmen gekauft hat. Dennoch sind weitere Übernahmen nicht auszuschließen. Schon der jüngste Kauf wird helfen, das Umsatzziel für das Jahr 2015 schneller zu erreichen: Inklusive Success Factors soll der Umsatz zwischen 20 und 21 Mrd € liegen.

MuM auf dem Weg zum Dividendenhit?

Auf einen Schlag schuldenfrei: Der Verkauf des margenschwachen Distributionsgeschäftes an den US-Konzern Tech Data erweist sich als Glücksfall für die Mensch und Maschine Software SE (3207). Der 25- Mio €-Deal beschert dem CAD/CAM-Spezialisten nicht nur einen Sonderertrag von 0,20 € je Aktie im laufenden Geschäftsjahr, mit dem größeren Teil des Kaufpreises kann MuM auch die Europa-Expansion zügig vorantreiben.

Die im deutschsprachigen Raum seit 2009 erfolgreich umgesetzte Marktoffensive im lukrativeren Systemhausgeschäft soll auf weitere europäische Länder ausgedehnt werden. Das Unternehmen verspricht sich von dieser Strategie eine deutlich höhere Profitabilität. Das Geschäftsmodell soll konsequent in Richtung höhere Wertschöpfung und Umsatzrendite umgebaut werden.

Mit den Segmenten Software, Systemhaus DACH und Systemhaus Europa wird sich die Bruttomarge, die 2008 noch bei 25% lag, bereits 2012 auf rund 50% verdoppeln. Der Chef hat eine Überraschung für die MuM-Aktionäre parat. Die Verdopplung der Dividende auf 0,20 € soll erst der Anfang einer attraktiven Ausschüttungspolitik sein. Damit würde MuM für 2012 eine attraktive Dividendenrendite von 4,4% aufweisen.

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