Asien löst die USA als weltgrößten PC-Absatzmarkt ab

Die Jahre 2010 und 2011 haben gezeigt, dass sich Virtualisierung nicht mehr allein auf Server-Virtualisierung beschränkt. Vielmehr geht es darum, flexible und robuste Infrastrukturen mit Softwarelösungen zu schaffen, die sich im Laufe der Zeit weiterentwickeln und anpassen lassen.

Dabei den Anwendern eine Wahlfreiheit bei der Hardware bieten und für eine optimale Ressourcennutzung und dauerhafte Investitionsrendite über den gesamten Lebenszyklus von IT-Umgebung hinweg sorgen. Aufgrund des Nachholbedarfs blicken die Anbieter von Speicherhardware wie EMC dennoch hoffnungsvoll in die Zukunft. Der Datenspeichermarkt hat sich wieder eindrucksvoll zurückgemeldet.

EMC hat z. B. im 3. Quartal den Umsatz um 18% gesteigert. Der Nachholbedarf bei Unternehmen, die Aufrüstungen hinausgezögert und Modernisierungen gescheut haben, macht sich bemerkbar. Der Trend weist jedoch offenkundig nicht zu Hardware-dominierten Infrastrukturen zurück. Vielmehr besteht eine große Nachfrage nach Cloud Computing, virtuellen Desktops und Speicher-Virtualisierung. Die Käufer wollen sich immer seltener auf rein physische Infrastrukturen festlegen.

IBM übernimmt SaaS-Anbieter DemandTec

Für 440 Mio $ will IBM den Cloud-Anbieter DemandTec kaufen. Diese Summe liegt 57% über dem aktuellen Börsenwert des Unternehmens. Die üblichen Zustimmungen der Aktionäre und Aufsichtsbehörden stehen noch aus, doch IBM geht davon aus, die Übernahme im 1. Quartal 2012 abschließen zu können.

DemandTec offeriert Analyseprogramme für Handelsunternehmen im SaaS-Modus, die unter anderem bei Preisfestsetzungen und Rabattaktionen eingesetzt werden und Abverkäufe in Webshops ebenso wie in normalen Läden berücksichtigen. DemandTec hat weltweit etwa 450 Kunden. Die Kombination von DemandTec und IBM wird Marketing- und Vertriebsmanagern im Einzelhandel helfen, Umsatz und Gewinn zu steigern.

IBM geht damit über die sonst im Fokus stehende Infrastruktursoftware hinaus und bewegt sich in Richtung Anwendungssoftware. Seit Januar 2011 hat IBM die Softwarehersteller Algorithmics, i2, Q1 Labs, Platform Computing und Tiriga übernommen. Die Akquisitionen dürften weitergehen.

Lenovo auf der Überholspur

Der Vormarsch des asiatischen Wirtschaftsraums spiegelt sich auch im Geschäft mit PC-Hardware wider. Im 2. Quartal hat Asien die USA erstmals als weltgrößten PC-Absatzmarkt abgelöst. Mit welcher Dynamik der asiatische Raum wächst, zeigt ein Blick auf Lenovo's  Umsatzentwicklung.

Während das weltweite Branchenwachstum bei 5% lag, konnte Lenovo auf dem asiatischen Markt 26% mehr PCs absetzen. Dank seiner starken Position in Asien aber auch dank weltweiter Marktanteilsgewinne, stieg der Konzern innerhalb von 2 Quartalen von der weltweiten Nummer 4 zur Nummer 2 hinter Hewlett-Packard auf. Ursprünglich wollte HP sein PC-Geschäft verkaufen, nach dem Chefwechsel (die ehemalige Ebay-Chefin Meg Whitman übernahm den Posten von Leo Apotheker) will HP aber an dem Hardware-Geschäft festhalten.

Aus unserer Sicht ist es aber nur noch eine Frage der Zeit, bis Lenovo HP vom Thron stößt. Zusätzlich scheint es Lenovo auch zu gelingen, sich auf dem Tablet-Markt positionieren zu können. HP hat sein Tablet-Geschäft hingegen aufgrund der mangelnden Absätze und der Dominanz des iPads von Apple eingestampft.

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