Aktie des Monats nach der 3-Filter-Strategie
Fresenius Medical Care ist diesen Monat unsere Empfehlung nach der 3-Filter-Strategie von James O'Shaughnessys. Der Konzern ist so verlässlich wie seine Produkte. Seit fast 10 Jahren steigert der Weltmarktführer kontinuierlich Umsatz und Gewinn. 2010 dürfte ein weiteres Rekordjahr werden. Den Erfolg verdankt FMC nicht zuletzt dem hervorragenden Management. Der Dialyse-Spezialist erfüllt die Kriterien der 3-Filter-Strategie nach James O'Shaughnessy.
Unternehmensprofil
Die Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA (kurz: FMC) wurde 1996 gegründet. Damals übernahm die Fresenius SE den weltweit größten Betreiber von Dialysekliniken, National Medical Care, und verschmolz diesen mit der eigenen Dialysetechnik-Sparte zu dem neuen Unternehmen FMC. Der Anteil der Fresenius SE am Gesamtkapital der FMC beträgt 35,6%.
Heute ist FMC der weltweit führende Anbieter von Produkten und Dienstleistungen für Menschen mit chronischem oder akutem Nierenversagen, von denen sich rund um den Globus etwa 1,9 Mio Patienten regelmäßig einer Dialysebehandlung unterziehen. In einem Netz aus 2.600 eigenen Dialysekliniken in Amerika, Europa, Asien und Afrika betreut FMC aktuell mehr als 202.000 Patienten.
FMC ist zudem Weltmarktführer bei Dialyseprodukten wie Hämodialyse-Geräte, Dialysatoren und damit verbundene Einwegprodukte. In den mehr als 30 Produktionsstätten sind 70.000 Mitarbeiter beschäftigt. Wichtigster Markt sind die USA mit einem Umsatzanteil von 69%. FMC ging 1996 an die Börse und ist in Frankfurt und New York gelistet. Seit September 1999 notiert FMC im DAX.
Konjunkturunabhängig, wachstumsstark und gut gemanagt
Prognose nach starkem Halbjahr bestätigt
FMC hat im 1.Halbjahr seinen profitablen Wachstumskurs fortgesetzt. Der Umsatz stieg um 9% auf 5,83 Mrd $ und der Gewinn um 10% auf 459 Mio $. Im 2. Quartal betrug das Gewinnwachstum sogar 12%. Die Vergütung je Dialysebehandlung in den USA, eine der wichtigsten Kennzahlen des Konzerns, kletterte um 3,5% auf 356 $. Hervorzuheben sind auch der operative Cashflow, der sich um fast die Hälfte auf 643 Mio $ erhöhte, sowie der weiter gesunkene Verschuldungsgrad. Die Jahresziele hat der Konzern bestätigt: Ein Umsatz von mehr als 12 Mrd $ sowie ein Gewinn zwischen 950 und 980 Mio $.
Abhängigkeit vom US-Markt wird verringert
Die Furcht vor Belastungen durch die US-Gesundheitsreform ist unbegründet. Im Gegenteil: Die Entscheidung der staatlichen US-Krankenversicherung zur Dialyse-Vergütung sichert sogar das Wachstum. Dienstleistungen werden künftig nicht mehr einzeln, sondern pauschal abgerechnet. Damit kann FMC pro Patient höhere Einnahmen erzielen als bisher. Dennoch will FMC mittelfristig die hohe Abhängigkeit vom US-Markt durch Zukäufe in anderen Regionen verringern. Allein in diesem Jahr will der Konzern bis zu 500 Mio $ für Akquisitionen ausgeben. In Russland wurde vor kurzem KNC übernommen, ein privater Betreiber von Dialysekliniken, der mit seinen 1.000 Patienten rund 25 Mio $ zum Umsatz beitragen wird.
KNC erwartet eine jährliche Zunahme der Patientenzahlen um 10%. Zuvor hatte FMC Asiens zweitgrößten Dialyseanbieter Asia Renal Care mit 6.200 Patienten und einem Jahresumsatz von 80 Mio $ erworben. In der Region Asien/Pazifik sind 680.000 Patienten dauerhaft auf Dialyseanwendungen angewiesen. Diese Zahl wird innerhalb der nächsten 5 Jahre auf über 1 Mio ansteigen. Beide Akquisitionen werden sich ab 2011 positiv auf das Konzernergebnis auswirken.
Wachstumsmarkt ohne Grenzen
Die älter werdende Bevölkerung sowie die steigende Zahl von Menschen, die an Diabetes oder Bluthochdruck leiden, Erkrankungen, die dem Nierenversagen häufig vorausgehen, tragen zu weiter wachsenden Dialysemärkten bei. Zudem steigt die Lebenserwartung der Dialysepatienten dank der sich stetig verbessernden Behandlungsqualität und des auch in den Entwicklungsländern steigenden Lebensstandards.
FMC erwartet in diesem Jahr eine Zunahme der weltweiten Patientenzahl um etwa 6%. Es gibt aber erhebliche regionale Unterschiede. Während in den Industriestaaten die Zuwachsraten 3 bis 4% betragen, liegen sie in ökonomisch schwächeren Regionen bei 10% und mehr. Langfristig wird sich dieser Trend fortsetzen. FMC rechnet weltweit mit einem jährlichen Anstieg der Patientenzahlen um 6%.
Infolge der unterschiedlichen Wachstumsraten wird in Zukunft ein höherer Anteil der Dialysepatienten in Schwellen- und Entwicklungsländern behandelt werden. Hier offenbart sich das gewaltige Potenzial für das gesamte Spektrum der Dialysedienstleistungen und -produkte, da mehr als 80% der Weltbevölkerung in diesen Regionen lebt.
Das Volumen des weltweiten Dialysemarkts, das im vergangenen Jahr etwa 65 Mrd $ betrug, wird sich Expertenschätzungen zufolge jährlich um etwa 5% erhöhen. Damit könnte sich der Markt Ende 2011 auf mehr als 70 Mrd $ belaufen, was eine Verdoppelung innerhalb der letzten 10 Jahre bedeutet.
FMC in Zahlen
|
in Mio $ |
2004 |
2005 |
2006 |
2007 |
2008 |
2009 |
2010* |
|
Umsatz |
6.228 |
6.772 |
8.499 |
9.720 |
10.612 |
11.247 |
12.200 |
|
Gewinn |
402 |
455 |
537 |
717 |
818 |
891 |
975 |
|
Cashflow |
828 |
670 |
908 |
1.200 |
1.016 |
1.339 |
1.550 |
|
Bilanzsumme |
7.962 |
7.983 |
13.045 |
14.170 |
14.920 |
15.821 |
16.500 |
|
Eigenkapital |
3.635 |
3.974 |
4.870 |
5.575 |
5.962 |
6.821 |
7.250 |
|
Buchwert/Aktie |
12,52 |
13,56 |
16,44 |
18,78 |
20,01 |
22,86 |
24,21 |
|
Anzahl Aktien (Mio) |
290,28 |
293,00 |
296,31 |
296,88 |
297,90 |
298,33 |
299,50 |
Die Aktie zeigt besonders in Krisenzeiten ihre Stärke

Attraktives Langristinvestment
Das Geschäft mit der Dialyse ist krisenfest und die Wachstumsdynamik ist intakt. Die Aktie befindet sich seit 8 Jahren im Aufwärtstrend und hat sich vor allem in turbulenten Börsenzeiten als äußerst stabile Anlage erwiesen.
Der Erfolg des Konzerns geht nicht zuletzt auf das Konto von Ben Lipps, der seit 1999 an der Spitze von FMC steht. Die Financial Times Deutschland wählte den FMC-Chef sogar zum Strategen des Jahres 2009.
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